Genau hinhören! – Die Schulhof-CD

Jan 23rd, 2008 • Kategorie: Antifaschismus, Februar/März 2008

Musik ist oft ein erster Kontaktpunkt für junge Menschen mit rechtsextremistischem Gedankengut. Immer wieder versuchen Rechtsextremisten Jugendliche durch Musik zu ködern. Mit ausländerfeindlichen und antisemitischen Texten hetzen Nazis gegen alle Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen. Die „Erfolgsgeschichte“ der Schulhof-CD.

Im Jahr 2004 verteilten Rechtsextremisten aus den Reihen der „freien Kameradschaften“ vor Schulen kostenlos die CD „Anpassung ist Feigheit - Lieder aus dem Untergrund“ an SchülerInnen. Diese so genannte „Schulhof-CD“ hatte wahrscheinlich eine Auflage von 50.000 Exemplaren – der Vertrieb wurde aber staatlich verboten. Die CDs wurden nie gefunden, sehr wahrscheinlich aber weiterhin an Jugendliche verteilt.

Auf der CD sind Lieder bekannter rechtsextremer Bands wie „Stahlgewitter“ oder „Spirit of 88“. Die „8“ steht für den achten Buchstaben im Alphabet, also „H“ – „88“ steht also für „HH“, was in faschistischen Kreisen eine Abkürzung für „Heil Hitler“ ist.

Die NPD griff das Konzept auf und produzierte in den Jahren 2004, 2005 und 2006 ebenfalls Schulhof-CDs. Mit der CD „Schnauze voll? - Wahltag ist Zahltag!“ ging die Partei 2004 auf Stimmfang im Osten Deutschlands – bei den 18-24jährigen WählerInnen bekam die NPD einen überdurchschnittlichen Stimmenanteil.

2005 erschien passend zu den Bundestagswahlen die NPD-CD „Der Schrecken aller linken Spießer und Pauker“ in Kooperation mit bekannten rechten Bands, Liedermachern und der Rechtsrock Zeitschrift „RockNord“.

Wegen vieler Verbote wandelte sich rechte Musik in den letzten Jahren. Eindeutig volksverhetzende Parolen werden durch Ausdrücke ersetzt, die harmloser klingen. Zudem schrecken viele Jugendliche schnell vor eindeutigen Parolen zurück. Auch der Stil rechtsextremer Musik ist im Wandel. Zwar ist Hardrock immer noch die dominierende Musikrichtung, mittlerweile gibt es aber auch immer mehr Balladen, Hard- und Hatecore mit rechtsextremem Inhalt.

Um sich vor rechtsextremer Musik zu schützen hilft nur eins: Genau hinhören!