Klimawandel – Schon heute eine Frage der Existenz
Globale Erwärmung und Klimawandel – diese Schlagwörter hören wir in letzter Zeit häufig, doch was sie bedeuten, welche Ursachen diese Ereignisse haben, was man dagegen tun kann und viele andere wichtige Aspekte werden von den Medien meist wenig beleuchtet. Gerade die Folgen für ärmere Länder sind verheerend. Dennoch werden sie meist ignoriert.
Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) prognostiziert bis 2100 einen Temperaturanstieg von 1,1 bis 6,4 °C. Dieser wird durch den ansteigenden Ausstoß von Treibhausgasen verursacht. Die Wurzeln für diesen Anstieg liegen in der raschen Ausweitung der Produktion zu Beginn der Industrialisierung. Seitdem hat sich die CO 2 -Konzentration in der Atmosphäre um 30% vermehrt.
Durch das Verbrennen fossiler Brennstoffe und die daraus resultierende Ausstoß von Kohlendioxid (CO 2 ), sowie durch die Freisetzung weiterer Treibhausgase (vor allem aus der Industrie) wird der sogenannte Treibhauseffekt verstärkt. Zu den Treibhausgase n gehören neben CO 2 auch Wasserdampf , Methan , Distickstoffoxid (auch bekannt als Lachgas) und fluorierte Verbindungen (FCKW und FKW ). Die von der Erde reflektierten Sonnenstrahlen können die Atmosphäre nicht mehr verlassen und führen dadurch zu einem Temperaturanstieg. Dieser Effekt ist aus Treibhäusern bekannt.
Heutzutage gibt es zahlreiche Belege für die globale Erwärmung und die damit verbundenen folgen: D er Meeresspiegel ist im vergangenen Jahrhundert um 10 bis 20 cm angestiegen, die Schneedecke der Nordhalbkugel ist seit 1960 um 10% zurückgegangen, es kam zu einem starken Rückgang der Gletscher in den Alpen, während parallel verstärkt schwere Dürreperioden in Asien und Afrika auftreten. Doch die globale Erwärmung beeinflusst nicht nur direkt das menschliche Leben, sondern auch die Ökosysteme . So sterben zahlreiche Tier- und Pflanzenarten aus, da sie sich nicht schnell genug an die veränderten Klimabedingungen anpassen können.
In der Zukunft werden Hitzewellen öfter auftreten, dadurch kommt es auch zu mehr Hitzetoten. Des Weiteren kann es in bislang kälteren Regionen zu einer Ausbreitung von Schädlingen und Krankheitserregern kommen, die Wärme bevorzugen. So kann evtl. auch in Europa Malaria wieder zu einem Problem werden.
Da die Verdunstungsrate steigt, sorgt sie für extreme Dürren, so dass besonders der Kontinent Afrika auf Grund des Klimawandels austrocknen und extrem leiden wird. Es ist zu erwarten, dass in den afrikanischen Ländern deutlich verstärkt Hunger – und Wasserkrisen auftreten werden. Denn durch die Dürre wird die Ernte ausfallen und schätzungsweise werden zusätzlich 80-200 Mio. Menschen an Hunger leiden.
Die Regenfälle haben sich seit dem 20. Jahrhundert in Afrika stark verringert. Die Dürre hat dort bereits in den 70er Jahren viele Menschenleben gekostet. Forscher haben herausgefunden, dass besonders die Sahelzone (diese umfasst Länder, von denen viele zu den ärmsten der Welt gezählt werden) von der Austrocknung betroffen sein wird. Dort werden 30% weniger Niederschläge erwartet als zuvor. Die Trockenheit in Afrika wird sich immer mehr gegen Süden verlagern, jetzt wird dort bereits eine 20%ige Abnahme der Regenfälle erwartet.
Von der globalen Erwärmung sind auch Länder in Südamerika, Südasien und dem Nahen Osten betroffen, die ebenfalls dürren. Beispielsweise schätzt man, dass in Südamerika bis zu 77 Mio. Menschen keinen Zugang zu Wasser haben werden, weil das Amazonasgebiet zur Savanne austrocknet. Auch die Himalaya-Gletscher verschwinden, so dass es verstärkt zu Überschwemmungen in diesem Gebiet kommen wird.
Besonders widersprüchlich ist, dass die Länder, die am wenigsten zum Klimawandel beitragen, am stärksten unter den Folgen leiden müssen. Die Industrieländer hingegen stoßen weiterhin Unmengen von Treibhausgasen in die Luft.
Als Lösung des Klimaproblems kommt den erneuerbaren Energien eine große Rolle zu, die eindeutig umweltfreundlicher sind als fossile Energien oder Atomkraft. Verstärkte Energieeinsparung en sind aber ebenfalls notwendig. Diese können beispielsweise durch sparsameres Verhalten, der Umstieg auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel, oder den Kauf von Produkten aus der eigenen Region erreicht werden.
Es liegt also an uns, wie wir mit diesen Problemen umgehen und ob wir der Erde eine sicherere Zukunft bieten. Von sich aus werden die Eliten in Politik und Wirtschaft nicht umdenken. Dafür braucht es Druck von unten.
Humayra







