Januar/Februar 2010
Editorial
„Alles verändert sich…
…wenn du es veränderst!“ Diese Parole der Anarcho-Punkband Ton Steine Scherben könnte das Motto für den vergangenen „heißen Herbst“ sein. Tausende junge Menschen setzten sich für eine andere Bildungspolitik ein, streikten, besetzten, blockierten. Klar ist: Der Zugang zu Bildung wird weiterhin großen Teilen der Gesellschaft verwehrt, ihre Inhalte werden immer noch an kommerziellen Interessen ausgerichtet und am undemokratischen Charakter von Schulen und Hochschulen hat sich auch nichts geändert. Gleichwohl: Fortschrittliche Ansätze in der Bildungspolitik wurden in die Öffentlichkeit getragen und selbst die Politik, die im Juni die Bildungsproteste noch weitgehend ignorierte, sieht sich gezwungen zu handeln. Ob die geplante BAföG-Erhöhung oder die Reform des Bachelor/Master-Systems als Erfolg zu werten ist, sei dahingestellt. Es tut sich was!
Auch wir verändern etwas: Nämlich die utopia. Ihr haltet die letzte Ausgabe in dieser bisherigen Form in der Hand. Was verändert sich? Zuerst die schlechte Nachricht: Die utopia wird ab jetzt nur noch alle drei Monate, statt wie bisher alle zwei Monate, erscheinen. Das heißt, dass die nächste Ausgabe erst Anfang April herauskommen wird. Die gute Nachricht: Die utopia wird doppelt so groß sein. Acht Seiten, statt wie bisher vier Seiten. Über ein gesamtes Jahr verteilt gibt es also acht Seiten mehr!
Hinter unserer Entscheidung steckt jedoch in erster Linie finanzielle Überlegungen. Wir sind immer noch knapp bei Kasse. Durch Umstellung auf die neue Erscheinungsform spart Geld, trotzdem sind wir weiterhin auf Spenden angewiesen. Deshalb wollen wir ein PatInnen-System etablieren, in dem man mit einer Spende die Herstellung und Verschickung einer bestimmten Anzahl Zeitungen finanziert. Mit einigen Euros pro Jahr wäre uns schon sehr geholfen:
Mit 10 Euro pro Jahr finanziert ihr ein Abo von 15 Exemplaren
Mit 16 Euro pro Jahr finanziert ihr ein Abo von 30 Exemplaren
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Einzugsermächtigungen und Kontoinformationen gibt es unter jugendzeitung.net/spenden.
Also: Fix spenden! Aber nicht vergessen die utopia zu lesen!
Der Schwerpunkt dieser Ausgabe ist die leider immer noch weit verbreitete Ablehnung gegenüber Homosexuellen. Wir gehen auf den Christopher-Street-Day als traditionelle Veranstaltung der Homo-Bewegung ein und beschreiben den relativ neuen „queeren“ Ansatz, der (nicht nur) die Ablehnung von Homosexualität radikal hinterfragt. Auf Seite drei findet ihr zwei Beiträge zur anarcho-syndikalistische Bewegung: Wir stellen die anarchistisch-syndikalistische Jugend sowie die spanische Gewerkschaft CNT vor. Die letzte Seite befasst sich mit zwei Aspekten nationalistischer Ideologien: Der Diskriminierung von Roma sowie die Verdrehung der deutschen Geschichte. Letzterem gebührt nicht zuletzt wegen des für Februar geplanten Naziaufmarsches in Dresden besondere Beachtung.
Eine angenehme Lektüre wünscht
Eure utopia-Redaktion





