Weizenwurst als Klimaretter
Viele DemonstrantInnen, die im November zum Welt-Vegantag auf die Straße gingen, trifft mensch auch am 8. Dezember zum Globalen Klima-Aktionstag. Denn Tierhaltung und Klimawandel hängen eng miteinander zusammen.
Tierhaltung macht Klimawandel
Die eine Verbindung sickert schleppend ins öffentliche Bewusstsein: Weltweit verursacht die Tierhaltung 18 Prozent des Klimawandels – mehr als der gesamte Verkehr. Hauptursachen sind der CO2-Ausstoß durch Tropenwaldabholzung für Weide- und Futteranbauflächen, die Freisetzung von Methan-Gas duch Verdauungsprozesse von Rindern sowie Lachgas, das aus Gülle entweicht. Alles hochwirksame Klimagase.
Größter Verursacher ist der globale Norden: Für unseren immensen Konsum an Fleisch, Käse, Leder und Co wird massiv Regenwald vernichtet, werden unzählige Tiere gezüchtet und eingepfercht, dazu werden Böden und Gewässer mit Fluten von Gülle überdüngt.
Letztlich aber gar keine so schlechte Nachricht, denn hier tut sich ungeheures Potenzial auf: Theoretisch ließen sich durch Ersetzen von tierlichen durch pflanzliche Produkte die Klimagasemissionen weltweit rasch um über 10 Prozent senken. Und wir könnten uns mit Seitan (pflanzlicher „Fleischersatz“) und veganer Tiramisu weiter den Bauch voll stopfen. Technisch, ökologisch und sozial steht einer solchen Umstellung der globalen Landwirtschaft nicht viel im Wege. Aber aus kulturellen, politischen und ökonomischen Gründen bleibt dies vorerst Utopie.
Klimawandel trifft Tiere
Der Klimawandel beeinflusst wiederum Leben und Sterben von Tieren. Ökosysteme bis hin zu ganzen Ozeanen erfahren an empfindlichen Stellen Veränderungen und können dadurch komplett zusammenbrechen. Betroffen sind Milliarden von Individuen – Tiere wie Menschen – in lebensbedrohlichem Ausmaß.
Was tun?
Staatliche Organisationen wie die UNO schlagen eine Reihe technischer und marktwirtschaftlicher Maßnahmen vor – stellen allerdings den massiv steigenden Konsum an Tierprodukten nicht in Frage.
Was aber können wir tun? Was auf unseren eigenen Tellern landet, ist natürlich eine wichtige Entscheidung. Für eine herrschaftskritische Graswurzelbewegung sind individuelle Verhaltensänderungen aber immer nur ein Teil. Politisch sein bedeutet auch in diesem Fall: Informieren, diskutieren, skandalisieren. Das Klimathema nicht den Technokraten überlassen. Für eine gewaltfreie Welt für Mensch und Tier.
Erasmus Müller





