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	<title>Utopia &#124; Jugendzeitung für eine herrschaftslose und gewaltfreie Gesellschaft &#187; admin</title>
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	<description>herrschaftslos, gewaltfrei</description>
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		<title>Neue Ausgabe – Neue Webseite</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Sep 2008 14:29:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>

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		<description><![CDATA[Das warten hat ein Ende und jetzt könnt ihr auch sehen warum die neue Ausgabe fast eine Woche später als sonst online ist: Wir haben eine neue Webseite die nun auch dem aktuellen Stand der utopia gerecht wird, insbesondere das Online Magazin wird nun besser hervorgeheben. Bitte meldet uns alle Unstimmigkeiten die euch Auffallen, natürlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das warten hat ein Ende und jetzt könnt ihr auch sehen warum die neue Ausgabe fast eine Woche später als sonst online ist: Wir haben eine neue Webseite die nun auch dem aktuellen Stand der utopia gerecht wird, insbesondere das Online Magazin wird nun besser hervorgeheben. Bitte meldet uns alle Unstimmigkeiten die euch Auffallen, natürlich hören wir auch gerne eure Kommentare zur neuen Webseite.</p>
<p>Desweiteren wird die Webseite demnächst durch eine Seite für Termine und weiteres ergänzt.</p>
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		<title>Reiche Eltern für alle?!</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Sep 2008 14:05:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung und Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[September/Oktober 2008]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Bildungssystem gibt es weit mehr Probleme
Meistens ist mit der Floskel „Ökonomisierung des Bildungssystems“ nur das Universitätssystem gemeint. In dem Zusammenhang wird dann meistens über Studiengebühren gesprochen. Eigentlich geht es aber um viel mehr.
Auch die Einführung neuer, verkürzter Studiengänge, die mit dem Abschluss Bachelor und dem Nachfolgeabschluss Master enden, gehören in die Diskussion um die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>Im Bildungssystem gibt es weit mehr Probleme</h4>
<p><strong>Meistens ist mit der Floskel „Ökonomisierung des Bildungssystems“ nur das Universitätssystem gemeint. In dem Zusammenhang wird dann meistens über Studiengebühren gesprochen. Eigentlich geht es aber um viel mehr.</strong><br />
<span id="more-112"></span>Auch die Einführung neuer, verkürzter Studiengänge, die mit dem Abschluss Bachelor und dem Nachfolgeabschluss Master enden, gehören in die Diskussion um die Ökonomisierung der Bildung. Und schließlich muss man sich überlegen, ob nicht auch die Schule und sogar der Kindergarten schon irgendwie „ökonomisch“ sind.</p>
<p><strong>Studiengebühren</strong><br />
In einigen deutschen Bundesländern gibt es Studiengebühren. Die Leute zahlen Geld um studieren zu dürfen. Wer kein Geld hat, kann nicht studieren, hat keinen Zugang zu Bildung. Leute, die nicht genug Geld zum Studieren haben, können also später auch keine höheren Einkommen erzielen. So bleiben sie in ihrer gesellschaftlichen Schicht gefangen. Unterm Strich führt das dazu, dass nur diejenigen später viel Geld verdienen, deren Eltern jetzt schon viel Geld verdienen. Und die Leute, deren Eltern wenig verdienen, werden später selber auch weniger verdienen. Deshalb haben auch sehr viele Studierende mit spektakulären Aktionen überall in Deutschland versucht, die Einführung von Studiengebühren zu verhindern. Slogans waren z.B. „Wir kaufen nicht, was uns gehört!“ oder „Bildung ist ein öffentlichen Gut!“ In Hessen wurden die Studiengebühren  sogar wieder abgeschafft.</p>
<p><strong>Bachelor und Master</strong><br />
Das Studiensystem wurde in den letzten Jahren so umgestellt, dass man nun schon nach sechs statt nach elf Semestern einen ersten Abschluss machen kann, den „Bachelor“. Man kann danach einen zweiten Abschluss dranhängen, den „Master“. Man könnte denken: Ist doch gut, so geht’s schneller, man muss nicht soviel Studiengebühren zahlen. Dass die neuen Abschlüsse fast zeitgleich eingeführt wurden mit den Studiengebühren, ist jedoch kein Zufall. Die neuen Studiengänge bauen auf Effizienz. Das heißt, dass in möglichst wenig Zeit möglichst viel Stoff gelernt werden soll. Auswendig lernen, Ankreuzklausuren und ein kaum zu bewältigender Stress steht jetzt auf der Tagesordnung. Zum Denken kommen Studis kaum noch vor lauter Auswendiglernen.<br />
Der Stress soll sie auf den Druck in der Arbeitswelt vorbereiten, heißt es manchmal. Klar: Ist das Arbeitsleben unmenschlich, so muss man eben auch unmenschliche Studienbedingungen schaffen, die auf ein unmenschliches Leben vorbereiten. Es geht also nicht mehr um Wissen, um Bildung, um eine Erziehung zu kritisch denkenden Menschen, sondern um Anpassung an die Ideale der Wirtschaft.</p>
<p><strong>Schule und Kindergarten</strong><br />
Auch schon in der Schule oder sogar noch früher wird angefangen, Kinder auf solche wirtschaftlichen Ideale hin zu erziehen. Disziplin, Gehorsam, stumpfes Auswendiglernen, bloß nicht zu viel denken, nicht zu viel fragen. LehrerInnen als Autoritäten akzeptieren, nicht kritisieren und alles glauben, was sie sagen: Das ist doch Schule, oder?<br />
So etwas muss man Kindern nicht beibringen, wenn man sie zu demokratisch denkenden Wesen erziehen will. So etwas muss man Kindern beibringen, wenn man sie zu Idioten erziehen will, die ihrem Chef später die Füße küssen. Schule und Uni sind Zulieferbetriebe für die Wirtschaft. Sie machen Kinder und junge Erwachsene kaputt, damit sie später im Job nicht anecken, auffallen, damit sie sich unterordnen können.</p>
<p><strong>Lotta Goldenberg</strong></p>
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		<title>Tierbefreiung unerwünscht</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Sep 2008 14:04:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[September/Oktober 2008]]></category>
		<category><![CDATA[Tierbefreiung und Antispeziesismus]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung und Repression]]></category>

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		<description><![CDATA[Vermeintlicher Antiterror-Paragraph legitimiert Inhaftierung von zehn Aktiven in Österreich
Am 7. Juli entschied das Oberlandesgericht Wiener Neustadt die zweite Verlängerung der Untersuchungshaft für die seit dem 21. Mai 2008 inhaftierten zehn TierbefreierInnen und TierrechtlerInnen aus Österreich. Elf Tage später bestätigte das Gericht seine Entscheidung und lehnte alle Widersprüche gegen die Inhaftierung ab. Die Begründungen erscheinen jedoch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>Vermeintlicher Antiterror-Paragraph legitimiert Inhaftierung von zehn Aktiven in Österreich</h4>
<p><strong>Am 7. Juli entschied das Oberlandesgericht Wiener Neustadt die zweite Verlängerung der Untersuchungshaft für die seit dem 21. Mai 2008 inhaftierten zehn TierbefreierInnen und TierrechtlerInnen aus Österreich. Elf Tage später bestätigte das Gericht seine Entscheidung und lehnte alle Widersprüche gegen die Inhaftierung ab. Die Begründungen erscheinen jedoch schleierhaft. Ein Aktivist ist inzwischen vorläufig freigelassen worden. Eine endgültige Entscheidung in seinem Fall lag bis Redaktionschluss nicht vor.</strong></p>
<p><span id="more-111"></span>Wie in Deutschland demonstrieren auch in Österreich jede Woche Tierrechts- und TierbefreiungsaktivistInnen gegen den Verkauf von Pelzen. Während in der Bundesrepublik gegen Escada mobilisiert wird, heißt das derzeitige Kampagnenziel in Österreich Kleider Bauer. Der Protest dagegen ist offensichtlich weder staatlich gewollt noch gesetzlich erlaubt.</p>
<p>Denn seit Mai sitzen zehn aktive TierbefreierInnen und TierrechtlerInnen im Gefängnis. Ihnen wird nach §278a des österreichischen Strafgesetzbuches vorgeworfen, einer kriminellen Organisation anzugehören, die Jagdeinrichtungen sabotiert, Pharmakonzerne und andere Unternehmen durch Aktionen geschädigt haben soll. Der österreichische §278a ähnelt seinem deutschen Gegenstück, dem §129a, nicht nur seinem juristischen Inhalt sondern auch in seiner Anwendung.</p>
<p><strong>Es geht auch ohne Beweise</strong><br />
Beweise konnte die Staatsanwaltschaft bisher noch nicht vorlegen, trotz monatelanger Überwachung der einzelnen Personen, trotz groß angelegter Razzien und der „mehrjährigen Ermittlungen“ durch die Polizei und die Geheimdienste. Der Sprecher für Sicherheitspolitik der Grünenfraktion im österreichischen Bundestag, Peter Pilz, bekräftigt mittlerweile sogar, dass entlastende Hinweise unterschlagen worden seien.</p>
<p>Die Polizei und die beteiligten Antiterroreinheiten verfügten bei den Festnahmen über keine konkreten Tatvorwürfe. Nun beklagen nicht nur die Betroffenen die rechtliche Willkür und politische Absicht des staatlichen Handelns. Der Paragraph sei schon bei seiner Ausarbeitung „in unverhältnismäßig weit gehender Art und Weise“ formuliert worden, so die Menschenrechtsorganisation Amnesty International.</p>
<p>Dementsprechend ging das Oberlandesgericht auch nicht mehr auf die Widersprüche gegen die angeordnete Untersuchungshaft ein. Langjähriger politischer Aktivismus und die Weigerung, weder Passwörter für die eigenen Computer herauszugeben noch Aussagen zu den Vorwürfen zu machen &#8211; das reichte dem Gericht bereits, um vermeintliche „Tatbegehungs-“ und „Verdunkelungsgefahr“ heraufzubeschwören und die Untersuchungshaft zu rechtfertigen.</p>
<p>Der Protest gegen die staatlichen Maßnahmen war von Beginn an international und wird auch von  Einzelpersonen und Organisationen mit getragen, die sich nicht vorrangig mit Tierrechten befassen. Bei zahlreichen Demonstrationen und Kundgebungen war die Forderung einhellig: Die Gefangenen sollen freigelassen und der Verfolgungsparagraph abgeschafft werden.</p>
<p><strong>Willibald Spiegel</strong></p>
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		<title>Noten: „Wer aus der Reihe tanzt, bleibt sitzen“</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Sep 2008 14:02:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung und Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[September/Oktober 2008]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie kommen immer mal wieder zwischendurch, einmal im Jahr ganz groß und versetzen jedesmal tausende junge Menschen in Angst und Schrecken: Noten.
Wir sprachen mit Mortimer Berger über die unbeliebten Ziffern und seine Erfahrungen mit diesen.
utopia: Du bist gerade mit der Schule fertig. Meinst du, du hättest genauso viel gelernt, wenn du keine Noten bekommen hättest?
Mortimer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sie kommen immer mal wieder zwischendurch, einmal im Jahr ganz groß und versetzen jedesmal tausende junge Menschen in Angst und Schrecken: Noten.<br />
Wir sprachen mit Mortimer Berger über die unbeliebten Ziffern und seine Erfahrungen mit diesen.</strong><br />
<span id="more-110"></span><strong>utopia: Du bist gerade mit der Schule fertig. Meinst du, du hättest genauso viel gelernt, wenn du keine Noten bekommen hättest?</strong></p>
<p>Mortimer Berger: Nein, ich hätte viel mehr gelernt. Lernen für Noten ist nichts weiter als stures Pauken. Die gelernten Inhalte sind nach der Unterrichtsstunde, der Hausarbeit oder der Klausur schnell vergessen. Am Ende springt wenig dabei raus. Das System der Noten führt dazu, dass ich nicht über den Sinn des Lernens nachdenke, ich lerne nur für die Noten. Wenn ich darüber nachdenke, einen Sinn erkenne und mich deshalb für etwas interessiere, lerne ich viel mehr.</p>
<p><strong>Hast du die Noten auch nicht gebraucht, um dich selbst einschätzen zu können?</strong></p>
<p>Ein gewisses Feedback ist natürlich sinnvoll. Aber das muss man nicht über Zahlen machen. Viel besser ist es, darüber zu sprechen. Es gibt viele Möglichkeiten jemandem Rückmeldungen zu geben, die viel effektiver sind als Noten.</p>
<p><strong>Stellen wir uns vor,  es gäbe keine Noten: Wonach soll ein Arbeitgeber oder eine Arbeitgeberin dann seine Personalentscheidungen treffen?</strong></p>
<p>Erstmal denke ich, dass der Ansatz falsch ist: Schule sollte etwas anderes leisten, als Menschen für die Wirtschaft verwertbar zu machen. Außerdem glaube ich nicht, dass die Noten objektiv oder gerecht sind. Bei allem Respekt vor den Fähigkeiten von Lehrerinnen und Lehrern: Noten sind immer subjektiv. Sie werden meistens nach Sympathie und Antipathie vergeben und nicht nach erbrachten Leistungen. Das habe ich oft genug selber erlebt.</p>
<p><strong>Warum gibt es dann überhaupt  noch Noten?</strong></p>
<p>Es ist ja nicht so, dass Noten für die Wirtschaft überhaupt keinen Sinn machen. Sie sortieren Menschen aus: Wer aus der Reihe tanzt, bleibt sitzen oder bekommt einen schlechten Abschluss. Momentan wird mehr Anpassung als Selbstbestimmung gefördert. Das ist ja das Problem an unserem gesamten undemokratischen Schulsystem. Lehrerinnen und Lehrer haben viel zu viel Macht. Noten ist nur eines von mehreren Druckmitteln, die dazu benutzt werden Schülerinnen und Schüler gehorsam zu machen.</p>
<p><strong>Interview: David</strong></p>
<p><strong>Mortimer Berger</strong> hat gerade seine Schulzeit beendet, während der er bei LiSA, der Linken SchülerInnen Aktion, aktiv war.<br />
LiSA bietet eine Aktionsplattform für linke Schülerinnen und Schüler und setzt sich für selbstbestimmtes Lernen und eine Demokratisierung des Bildungssystems ein.: <a href="http://www.linkeschuelerinnen.de">www.linkeschuelerinnen.de</a></p>
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		<title>Wissenschaft – für wen?</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/bildung-und-erziehung/wissenschaft-%e2%80%93-fur-wen/</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Sep 2008 14:00:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung und Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[September/Oktober 2008]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Ende kritischer Wissenschaften an deutschen Hochschulen
Zu Dutzenden strömen Studierende der Sozialwissenschaften in Hannover in die Vorstandssitzung ihres Instituts. Sie wollen es nicht  länger hinnehmen, dass über ihre Köpfe und Interessen hinweg entschieden wird. Die kritischen Wissenschaften sind in Gefahr – wie an so vielen Hochschulen Deutschlands.Doch die Vorstandsmitglieder wollen den StudentInnen weismachen, dass man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>Das Ende kritischer Wissenschaften an deutschen Hochschulen</h4>
<p><strong>Zu Dutzenden strömen Studierende der Sozialwissenschaften in Hannover in die Vorstandssitzung ihres Instituts. Sie wollen es nicht  länger hinnehmen, dass über ihre Köpfe und Interessen hinweg entschieden wird. Die kritischen Wissenschaften sind in Gefahr – wie an so vielen Hochschulen Deutschlands.</strong><span id="more-109"></span>Doch die Vorstandsmitglieder wollen den StudentInnen weismachen, dass man ihr Interesse zwar wahrgenommen habe, dieses aber nun mal mit den Interessen der Wirtschaft und Politik abgleichen müsse. Die Interessen der Wirtschaft sind bei der Vorgabe von Studieninhalten inzwischen enorm wichtig geworden. Ihr Interesse besteht vor allem in unkritischen, formbaren und funktionierenden Eliten. Universitäten und Fächer, die sich dem anpassen, werden fleißig finanziell unterstützt. In den letzten Jahren verkommen so immer mehr Hochschulen zu bloßen Zulieferbetrieben für die Wirtschaft.<br />
Hinter dem Interesse der Wirtschaft bleiben andere Interessen der Gesellschaft zurück. Wissenschaft, die sich mit der Entstehung von Rassismus, Antisemitismus oder Sexismus beschäftigt, die nach den Ursachen von Gewalt und Krieg fragt, wird nach und nach aus dem Hochschulbetrieb verdrängt. Kritischen ProfessorInnen werden die Stellen gestrichen, ganze Institute aufgelöst oder finanziell ausgeblutet. Exemplarisch ist das am Fach Sozialpsychologie an der Universität Hannover zu sehen, das sich seit seinen Anfängen einer gesellschaftskritischen Ausrichtung verschrieben hat. Gab es vor acht Jahren noch acht feste Stellen für das Fach, sind es heute nur noch vier. Dies ist besonders deshalb bedenklich, weil sich die Hannoversche Sozialpsychologie mit hochaktuellen Themen beschäftigt. Die Tageszeitungen und Nachrichtensendungen sind voll mit Berichten über Jugendgewalt, Kindestötungen, Arbeitslosigkeit, Vereinsamung, Rechtsextremismus, und Folterskandalen. Ganz offensichtlich besteht ein Bedürfnis, diese Phänomene zu verstehen, die auf den ersten Blick so unbegreiflich erscheinen. Dass genau die Wissenschaften, die Antworten auf die Fragen nach den Ursachen geben können, nieder geschrumpft werden, ist völlig absurd.<br />
An vielen anderen Hochschulen ist die Entwicklung ähnlich. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit diesen Themen sollte auf dem Bedürfnis beruhen zu erklären, woher das Elend der Menschen in der Gesellschaft rührt. Dieses Interesse mit betriebswirtschaftlicher Logik, die sich an der Vergrößerung des Profits orientiert, zu entgegen, ist ein Skandal.<br />
Eine Gesellschaft, die ihre Bildung nur nach den Interessen der kapitalistischen Logik ausrichtet, läuft in Gefahr, gegen eine Wand zu rennen. Vergessen scheint, wem Wissenschaft nutzen soll: Den Menschen. An vielen Hochschulen haben sich Studierende zusammengeschlossen und kämpfen gegen den Umbau ihrer Unis zu marktorientierten Dienstleistungsunternehmen an. Sie begreifen Wissenschaft wie Rudi Dutschke, der Wortführer der Studierendenbewegung in den 60ern. Er sah Wissenschaft als „Moment der Selbstbefreiung des Menschen von unbegriffenen Mächten.“</p>
<p><strong>Christoph M.</strong></p>
<p><strong>Christoph M</strong>. (21) ist Student der Sozialwissenschaften in Hannover.</p>
<p>! Jetzt die Petition für den Erhalt der kritischen Sozialpsychologie in Hannover unterschreiben: <a href="http://sozialpsychologie-hannover.de/">http://sozialpsychologie-hannover.de/</a> !</p>
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		</item>
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		<title>Kreativität, Kompetenz, Karriere</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/sexismus-und-geschlechterverhaltnisse/kreativitat-kompetenz-karriere/</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Sep 2008 13:58:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[September/Oktober 2008]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus und Geschlechterverhältnisse]]></category>

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		<description><![CDATA[Kinder, Küche, Kirche müssen schon lange nicht mehr die bestimmenden drei „K“ im Leben von Frauen sein
Was für ein verlockendes Angebot: Genauso gut arbeiten wie alle anderen, ebenso hoch qualifiziert sein, genauso viel Erfahrung haben und trotzdem 25% weniger verdienen? Mit 26 Jahren nicht mehr neu eingestellt werden, weil sich bestimmt bald Nachwuchs ankündigt? Hört [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kinder, Küche, Kirche müssen schon lange nicht mehr die bestimmenden drei „K“ im Leben von Frauen sein</strong><br />
<span id="more-108"></span>Was für ein verlockendes Angebot: Genauso gut arbeiten wie alle anderen, ebenso hoch qualifiziert sein, genauso viel Erfahrung haben und trotzdem 25% weniger verdienen? Mit 26 Jahren nicht mehr neu eingestellt werden, weil sich bestimmt bald Nachwuchs ankündigt? Hört sich nicht so attraktiv an? Willkommen in der Arbeits-Realität der Frauen. In Deutschland machen Mädchen zwar öfter Abitur als die Jungs – in Führungspositionen sind die Frauen aber erheblich seltener und zudem unterbezahlt.</p>
<p>Die Frage nach Vereinbarkeit von Beruf und Familie müssen sich in Deutschland merkwürdigerweise immer noch hauptsächlich die Frauen stellen. Wegen der „demografischen Überalterung der Gesellschaft“ sollen sie mehr Kinder gebären. Gleichzeitig sind weibliche Fachkräfte angeblich gefragt wie nie. Viele Frauen müssen sich notgedrungen für eine der beiden Varianten entscheiden. So entsteht das übliche ,,Schubladendenken“: Zum einen gibt es das Heimchen am Herd, das die Kinder hütet, zum anderen die Karrierefrau, die nur ihren Aufstieg im Kopf hat.<br />
Überwunden sind solche Geschlechter-Stereotypen noch lange nicht. Daher muss mehr für die Vereinbarkeit von Kindern und Karriere getan werden, zum Beispiel indem das Angebots an Kindergarten- und Krippenplätzen erweitert wird. Dort ist allerdings die Nachfrage höher als das Angebot: Die Anzahl der Plätze ist limitiert und auch die Betreuungszeiten sind oft nicht ausreichend bemessen. Schließlich beginnt nicht jeder Arbeitstag um 9 Uhr und endet um 17 Uhr!<br />
Und wo sind eigentlich die Väter? Immerhin sind auch sie für die Kinder verantwortlich. Es besteht kein Zweifel, dass sich die meisten Männer liebevoll um ihre Kinder kümmern, allerdings nehmen nur etwa 12% von ihnen die angebotene Elternzeit in Anspruch. Und warum besetzen eigentlich so viele Männer Jobs in Führungspositionen und haben Kinder, während Frauen dort noch nicht einmal ankommen? Die Aufgabe der Kindererziehung fällt viel zu häufig nur auf die Frauen zurück &#8211; und eben dort liegt das Problem für berufstätige Mütter.  Es muss endlich zur Normalität werden, dass Frauen, gegen angemessene Bezahlung arbeiten und gleichzeitig Kinder bekommen können.</p>
<p><strong>Ani K.</strong> und <strong>Lisa B.</strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Utopien — Was sind das eigentlich?</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/anarchie-und-alternativen/utopien-%e2%80%94-was-sind-das-eigentlich/</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Sep 2008 13:57:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anarchie und Alternativen]]></category>
		<category><![CDATA[September/Oktober 2008]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt immer mehr Armut, Menschen verhungern &#8211; während die Deutschen im Durchschnitt immer dicker werden. Überall auf der Welt gibt es Mord und Totschlag, aber schon immer gab es Ideen, wie es besser sein könnte, wie ein Ort sein müsste, in dem das Leben von den großen Sorgen befreit sein wird: eine Utopie. Das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es gibt immer mehr Armut, Menschen verhungern &#8211; während die Deutschen im Durchschnitt immer dicker werden. Überall auf der Welt gibt es Mord und Totschlag, aber schon immer gab es Ideen, wie es besser sein könnte, wie ein Ort sein müsste, in dem das Leben von den großen Sorgen befreit sein wird: eine Utopie. Das Wunschbild eines zukünftigen Zeitalters ist eine Utopie. Utopien beschreiben subjektiv gestaltete Zukunftsentwürfe und sind Skizzen einer zukünftigen Gesellschaft. </strong></p>
<p><span id="more-107"></span><br />
Die räumliche Dimension der Utopie lässt sich aus dem Ursprung des Wortes Utopie bilden, „ou-topos“. Dies bedeutet aus dem altgriechischen übersetzt soviel wie „Nirgends-Raum“, also ein Ort, der (noch) nicht existiert. Dieser Ort kann eine Insel sein, eine Kommune in den Bergen, in einem Phantasieland, wo das Meer aus Marmelade besteht und Brote durch die Luft fliegen, oder auch einfach eine beliebige Stadt.</p>
<p>Das Wort Utopie entstand im 16. Jahrhundert durch das Buch „Utopia“, das der britische Kanzler Thomas Morus schrieb. Seine Utopien kennen Gemeineigentum, Dezentralisierung, alternative Bildungsprozesse aber auch sexuelle Repression, Sklaverei, Kriege und Todesstrafe. Utopien können nach Ernst Bloch auch schon bei Tagträumen beginnen: Der Lottogewinn, der Wunsch nach einem Lebensgefährten oder einer Lebensgefährtin &#8211; oder auch nie mehr zur Schule gehen zu müssen.</p>
<p>Das Wunschbild kann auch durch ein Angstbild ersetzt werden, eine so genannte negative Utopie oder auch Dystopie. Die wohl bekannteste Dystopie ist George Orwells „1984“. In wie weit wir uns auf dem Weg zu einer Dystopie  befinden, ist eine Diskussionsfrage. Gerade an der Dystopie des Sicherheitsstaates lässt sich gut erkennen, wie subjektiv Utopien sein können. Während sich einige, besonders die Regierung, mehr Sicherheit für sich wünschen, befürchten andere, dass dies ein großer Schritt in Richtung einer Dystopie wie „1984“ ist.</p>
<p>Eine Utopie ist also ein Ziel, das man verfolgen kann; ein „noch nicht“, aber vielleicht ein „bald“. Eine Hoffnung, die einen treiben kann, sich nicht den gegebenen Umständen zu fügen; etwas zu tun gegen das Leid und die herrschende Gewalt; den Status Quo zu brechen und vielleicht in ferner Zeit seine Utopie zu verwirklichen.</p>
<p><strong>Itar</strong></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Rezension: Was ist eigentlich ANARCHIE?</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/anarchie-und-alternativen/rezension-was-ist-eigentlich-anarchie/</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Sep 2008 13:56:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anarchie und Alternativen]]></category>
		<category><![CDATA[September/Oktober 2008]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jugendzeitung.net/?p=106</guid>
		<description><![CDATA[Das ist ja pure Anarchie! Mit diesem Satz reagieren viele Menschen auf Chaos und Kriminalität. Dabei hat Anarchismus damit eigentlich gar nichts zu tun.

Im Gegenteil, der französische Soziologe und anarchistische Vordenker Pierre-Joseph Proudhon sagte einmal „Perfekt ist die Gesellschaft, die Ordnung mit Anarchie verbindet.“ Aber wie kann das denn sein? Sind AnarchistInnen denn nicht Menschen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das ist ja pure Anarchie! Mit diesem Satz reagieren viele Menschen auf Chaos und Kriminalität. Dabei hat Anarchismus damit eigentlich gar nichts zu tun.</strong><br />
<span id="more-106"></span><br />
Im Gegenteil, der französische Soziologe und anarchistische Vordenker Pierre-Joseph Proudhon sagte einmal „Perfekt ist die Gesellschaft, die Ordnung mit Anarchie verbindet.“ Aber wie kann das denn sein? Sind AnarchistInnen denn nicht Menschen, die die Gesellschaft in Unordnung stürzen wollen, in Mord und Totschlag, sind AnarchistInnen denn keine VerbrecherInnen, die die Gesetze abschaffen wollen um ihren kriminellen Trieben ungestört nachgehen zu können? Dass diese, leider gängige, Behauptung nichts weiter ist als ein Vorurteil, zeigt das Buch „Was ist eigentlich ANARCHIE?“.</p>
<p>Anarchie kommt vom griechischen Wort An-Archia, was  „keine Herrschaft“ bedeutet. Dies und vieles anderes erklärt das Buch.Angefangen wird im ersten Teil mit den Grundgedanken. Der Begriff „Anarchie“ wird noch weiter erklärt, mensch erfährt was AnarchistInnen überhaupt wollen. Auf knapp 60 Seiten gibt es einen Crash-Kurs in anarchistischer Kritik (zum Beispiel am Staat, an der bürgerlichen Demokratie) und den Alternativen und Idealen. Darauf folgen Darstellungen der einzelnen Ansätze und TheoretikerInnen des Anarchismus. Vordenker wie Proudhon, Kropotkin und Bakunin werden vorgestellt. Zum Schluss dreht sich alles um die geschichtliche Praxis. Denn es gab auch schon Ansätze anarchistischer Gesellschaften. Teilweise, so in der Ukraine und in Spanien ist aus den Ansätzen auch eine funktionierende Gesellschaft gewachsen. Gescheitert sind diese Systeme dann nicht an ihren eigenen Fehlern, sondern am Unwillen der Herrschenden, ihre Macht abzugeben. Für alle, die die Nase voll haben von einer „Demokratie“, in der sich die grundlegenden Dinge, wie die Verteilung der Macht, sowieso nicht wesentlich ändern, die aber nicht wissen, wie die Alternative aussehen könnte, ist dieses Buch ein guter Einstieg.</p>
<p>Dabei ist es allerdings kein dicker, schwer verständlicher „Schinken“, sondern eine 166 Seiten starke „Einführung in die Theorie und Geschichte“ des Themas. Das Buch hält was es verspricht: Auch für LeserInnen ohne Vorkenntnisse ist es leichtverständlich und spannend. Von dem Buch darf mensch keine neutrale Dokumentation der auch libertär (freiheitlich) bezeichneten anarchistischen Bewegung erwarten – es ist von einem anarchistischen Autorenkollektiv geschrieben. Jedoch ist das Buch gerade dadurch mit einem enormen Hintergrundwissen gespickt und äußerst packend geschrieben.</p>
<p>Auch für die anarchistische Weiterbildung ist die Einführung hilfreich. Neben Begriffserklärungen am Seitenende befinden sich nämlich hinter jedem Kapitel Verweise auf weiterführende Bücher. Alles in Allem ist „Was ist eigentlich ANARCHIE?“ der richtige Einstieg in ein viel zu oft falsch verstandenes Thema.</p>
<p><strong>Felix Huesmann</strong></p>
<p>Karin Kramer Verlag<br />
3-87956-700-X  /  162 Seiten<br />
Euro (D) 10,50 (unverbindliche Preisempfehlung)</p>
<p><strong>Felix Huesmann</strong> (16) besucht ein Gymnasium im Münsterländischen Ibbenbüren und kann sich mit dem Gedanken einer anarchistischen Gesellschaft gut anfreunden.</p>
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		<title>Es geht um viel Kohle</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/klimawandelatomkraft-und-energie/es-geht-um-viel-kohle/</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Sep 2008 13:55:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klimawandel, Atomkraft und Energie]]></category>
		<category><![CDATA[September/Oktober 2008]]></category>

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		<description><![CDATA[Angela Merkel in Grönland &#8211; die Bundeskanzlerin tut etwas für den Klimaschutz! Sie gibt bemerkenswerte Ziele bekannt, setzt sich international dafür ein. Doch was passiert, wenn die Bundesregierung dann doch einfach &#8211; nichts tut?

Etwa 25 neue Kohlekraftwerke sind bundesweit geplant. Die Menge an zusätzlichem CO2-Ausstoß durch diese Kraftwerke wäre enorm. Selbst wenn gleichzeitig einige alte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Angela Merkel in Grönland &#8211; die Bundeskanzlerin tut etwas für den Klimaschutz! Sie gibt bemerkenswerte Ziele bekannt, setzt sich international dafür ein. Doch was passiert, wenn die Bundesregierung dann doch einfach &#8211; nichts tut?</strong><br />
<span id="more-105"></span><br />
Etwa 25 neue Kohlekraftwerke sind bundesweit geplant. Die Menge an zusätzlichem CO2-Ausstoß durch diese Kraftwerke wäre enorm. Selbst wenn gleichzeitig einige alte Kohlekraftwerke stillgelegt würden, werden über 110 Millionen Tonnen pro Jahr zusätzlich ausgestoßen. Diese riesige Zahl würde festgelegt für mindestens 40 weitere Jahre – so lange laufen die Kohlekraftwerke. 2050 sollen wir, geht es nach den Klimazielen der Bundesregierung, insgesamt nur noch160 Millionen Tonnen ausstoßen. Alleine die Kohlekraftwerke, die neu gebaut werden sollen, verursachen insgesamt mehr.</p>
<p>CO2-Abscheidung (Carbon Capture and Storage = CCS) heißt die neue Wundertechnologie, die saubere, „CO2-freie“ Kohlekraftwerke schaffen soll. Die Hoffnung ist, das Treibhausgas direkt im Kraftwerk abzufangen und unterirdisch zu speichern, so dass es nicht mehr in die Atmosphäre gelangen kann. Allerdings ist diese Technik noch nicht einsatzbereit, erwartet wird dies erst in 15 bis 20 Jahren. Und es treten weitere Hürden auf: Der Wirkungsgrad etwa  liegt bei Kohle sowieso schon bei schlechten 46% (maximal) und wird durch CCS deutlich gesenkt. Das heißt, es geht noch mehr der im Brennstoff vorhandenen Energie verloren. Ob es wirklich dichte Lagerstätten für das Gas gibt, ist noch unklar. Würde das CO2 aber langsam wieder austreten, wäre der Klimaeffekt aufgrund des zusätzlichen Energieaufwands schlechter als vorher. Tritt das CO2 dagegen gehäuft und plötzlich aus, könnten Menschen daran ersticken. Und als ob all das nicht reichen würde, ist nicht einmal sicher, ob sich die Technik wirtschaftlich jemals lohnen wird.</p>
<p>Frau Merkel selbst wünscht sich sowieso Atomkraft. Mit Laufzeitverlängerungen könnten zwar die Planungen zur Kohlekraft deutlich reduziert werden, allerdings hat auch das nicht viel mit Klimaschutz zu tun. Denn sowohl Kohle- als auch Atomkraftwerke sind Grundlastkraftwerke, liefern also kontinuierlich Tag und Nacht die selbe Strommenge. Erneuerbare Energien dagegen benötigen flexibel zuschaltbare Kraftwerken, die dann Strom liefern, wenn es die Erneuerbaren nicht können. Dies können etwa Gaskraftwerke leisten. So verhindern alte Kohle- und Atom-Strukturen neue und klimafreundlichere Technologien.</p>
<p>Im europäischen Emissionshandel, der die Menge des CO2-Ausstoßes begrenzen und schrittweise reduzieren soll, werden die Verschmutzungsrechte noch immer zu 90% an die Energiekonzerne verschenkt und Kohlekraftwerke werden gegenüber Gas- und anderen Kraftwerken bevorzugt. So wird der Sinn des Emissionshandels unterlaufen und die Kosten, die durch die Kraftwerke verursacht werden, trägt weiterhin die Allgemeinheit.</p>
<p>Was hat mit all dem die Bundesregierung zu tun? Sie könnte ein Mindeswirkungsgrad für neue fossile Kraftwerke vorschreiben und damit Kohlekraft faktisch verbieten. Sie könnte beschließen, dass Kohlekraftwerke nur mit fertiger CCS-Technik gebaut werden dürfen. Die Regierung hat genug Handlungsspielraum, doch die eigenen Ziele scheinen ihr nicht so wichtig zu sein. Wir sollten sie daran erinnern!</p>
<p><strong>Susanne Ott</strong></p>
<p><strong>Susanne Ott</strong> (21) ist bei der BUNDjugend aktiv gegen den Klima-Killer Kohle.</p>
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		<title>Das Märchen von der sicheren Endlagerung</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Sep 2008 13:52:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klimawandel, Atomkraft und Energie]]></category>
		<category><![CDATA[September/Oktober 2008]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Fall Asse
Im Juli haben etwa 1000 Menschen gegen das Atommüllendlager Asse demonstriert. Die Medien hatten zuvor fleißig darüber berichtet, dass radioaktives Cäsium ausläuft und vom Betreiber einfach tiefer in das Bergwerk gepumpt wird, und dass eine Salzlauge das Bergwerk mehr und mehr destabilisiert. Erschreckend ist das aktuelle Geschehen auf jeden Fall, aber viel mehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Fall Asse</strong><br />
Im Juli haben etwa 1000 Menschen gegen das Atommüllendlager Asse demonstriert. Die Medien hatten zuvor fleißig darüber berichtet, dass radioaktives Cäsium ausläuft und vom Betreiber einfach tiefer in das Bergwerk gepumpt wird, und dass eine Salzlauge das Bergwerk mehr und mehr destabilisiert. Erschreckend ist das aktuelle Geschehen auf jeden Fall, aber viel mehr noch erschreckt die gesamte Geschichte des „Forschungsbergwerkes“.<br />
<span id="more-104"></span><br />
<strong>Die Geschichte</strong><br />
Da zur Gründung 1967 die Prüfung nach Bergrecht ausreichte, wurde das Forschungs-Bergwerk Asse II nahe Braunschweig nie nach Atomrecht geprüft. Seit 1978 wäre dann das neue Atomrecht verpflichtend geworden. Daraufhin fiel den Betreibern auf, dass es keinen weiteren Forschungsbedarf mehr gab und die Einlagerungen wurden beendet.<br />
Bis dahin wurden insgesamt 125.000 Behälter mit schwachradioaktiven Abfällen und 1300 Fässer mit mittelradioaktiven Müll in das ehemalige Salzbergwerk eingelagert.</p>
<p>Laut Betreibern ging es dabei um den Versuch, wie man am besten radioaktiven Müll endlagern kann. Gelöst wurde dadurch jedoch mehr das akute Problem des Atommüll-Wegschaffens als die Frage der sicheren Endlagerung, welche bis heute ungeklärt ist.<br />
Man lasse sich das auf der Zunge zergehen, worum es geht: Die versuchsweise nicht rückholbare Einlagerung von  Atommüll. Die Möglichkeit, den Versuch zu stoppen, wenn er fehlschlägt, war somit schon zu Beginn nicht gegeben.</p>
<p><strong>Und heute</strong>?<br />
Der Betreiber vom Forschungsbergwerk Asse, das Helmholtz-Zentrum, war auch 2007 noch der Ansicht: „Eine Rückholung der Abfälle ist vor allem aus zeitlicher, aber auch aus bergtechnischer Sicht nicht durchführbar sowie aus sicherheitlicher und wirtschaftlicher Sicht nicht vertretbar.“</p>
<p>Ein einziger Satz, den man genauer lesen muss: Zunächst heißt es, dass der Müll unmöglich geborgen werden könne („nicht durchführbar“) &#8211; auch wenn eine erhebliche Gefahr für die Bevölkerung bestehen würde. Ein Schelm, der denkt, dass es einfacher ist, der Bevölkerung zu versprechen, dass keine Gefahr besteht, da man sowieso nichts mehr ändern kann.<br />
Der zweite Teil dieser Aussage offenbart dagegen die wahren Gefahren. Wenn es auf Grund der Sicherheit nicht vertretbar ist, den Atommüll zu bergen, muss wohl eine große Gefahr von dem Müll ausgehen. So groß, dass es niemanden zuzumuten wäre, dort unten im radioaktiven Umfeld zu arbeiten.</p>
<p>Zum Schluss kommt der eigentliche Skandal. Die Betreiber sprechen von der Wirtschaftlichkeit einer Rückholung. Das bedeutet, dass selbst wenn es geboten und möglich wäre den Atommüll zu bergen, die Kosten so hoch wären, dass die Verantwortlichen sie nicht tragen wollen. Ein weiterer Beleg, dass nicht die größtmögliche Sicherheit im Mittelpunkt der Schließung des Forschungsbergwerk Asse steht, sondern viel mehr finanzielle Interessen.</p>
<p><strong>Sicher ist nur der Gewinn</strong><br />
Statt nach der sichersten Lösung zu suchen will der Betreiber nun einfach eine gesättigte Magnesiumchlorid-Lösung in das Bergwerk einleiten und das „Forschungsbergwerk“ so schnell wie möglich schließen. Andere Konzepte könnten bedeutend teurer werden. Beim sicheren Endlager ist also nur eines sicher: der Gewinn. Dass Asse auf keinen Fall  über längere Zeit sicher ist, stört da wenig. Das Atomgeschäft läuft immer noch nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn. Und radioaktiver Müll wird weiter produziert.</p>
<p><strong>Jean Sorgenacker</strong><br />
<strong><br />
Jean Sorgenacker</strong> lebt in Magdeburg und ist in dem Projekt „Europas Atomerbe“ aktiv.</p>
<p>Weitere Infos: <a href="http://www.asse2.de">www.asse2.de</a></p>
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