Leben mit Behinderung – Heute kein Problem mehr?

Zuerst stellen wir uns die Frage: „Wo fängt eine Behinderung überhaupt an?“ , oder „Sind meine Plattfüße schon eine richtige Behinderung?“
Doch so einfach ist das ganze nicht zu beantworten. Wenn wir uns an dem Beispiel „Plattfüße“ orientieren, sind diese bei weitem nicht so „schlimm“, wie beispielsweise nur mit einem Arm auf die Welt gekommen zu sein. Denn der Betroffene wird mit diesem Defizit deutlich mehr gesellschaftliche Probleme haben, als der mit den „Plattfüßen“. Trotzdem können beide als behindert angesehen werden. Eine Einteilung in Behinderte und Nicht-Behinderte ist deshalb schwierig.

So einfach ist das: Wer einen Plattfuß hat, ist nicht normal.

So einfach ist das: Wer einen Plattfuß hat, ist nicht normal.

Zwar ist das Leben für körperlich und geistig behinderte Menschen schon sehr viel einfacher geworden als es noch vor einigen Jahren war, doch trotzdem gibt es immer noch viel zu viele Hürden, die es im Alltag zu bewältigen gibt.

“Wie komme ich in den Bus?”, “Wie die Treppe zur Toilette im Café hinunter?”, “Wird man mich trotz meiner Sprachbehinderung verstehen?”, und “Wie reagieren überhaupt die anderen Leute auf mich?”

Das sind bestimmt nur einige Fragen, die behinderte Menschen sich stellen. Zwar gibt es individuelle F
örderprogramme, Schulen, in denen behinderte Kinder unter sich sind, oder spezielle Lern- und Arbeitsgruppen, es ist jedoch fragwürdig, ob diese Maßnahmen zielführend sind.

Auf der einen Seite mag getrenntes Lernen vielleicht vorteilhaft sein, um auf bestimmte Probleme besser eingehen zu können, auf der anderen Seite hemmt gerade diese Isolation die geistige, intellektuelle und soziale Entwicklung von behinderten sowie nicht-behinderten Kindern. Leider gibt es nur wenige Schulen, Kindergärten, Unternehmen oder Sportvereine, die allen Menschen die Chance geben, gemeinsam das zu machen, was sie gerne tun: Ihre Hobbies auszuleben, dort zu lernen, wo auch die befreundeten Kinder aus der Nachbarschaft lernen oder in einem ganz normalen Unternehmen zu arbeiten.

Das führt auch dazu, dass viele Menschen nicht immer wissen, wie sie mit Behinderten umgehen sollen.
Oft wird irrt
ümlicherweise gedacht, dass man mit behinderten Menschen anders umgehen muss, anders reden muss. Man könnte ja nicht verstanden werden.

Das mag in einigen Fällen zwar stimmen, oft wird dabei aber vergessen, dass Behinderte genauso schlau oder sogar noch schlauer sein können, als Menschen ohne Behinderungen.

Doch wer entscheidet eigentlich, ob jemand behindert ist? Werden Behinderungen im Prinzip nicht erst durch unsere Gesellschaft erschaffen? Die UNO definiert eine Behinderung zum Beispiel so, dass die “volle, tatsächliche und
gleichwertige Teilnahme in der Gesellschaft” behindert werden kann. Das w
ürde in etwa heißen, dass es keine Behinderungen mehr gäbe, wennwir alle gleich wären und auch die sogenannten “Behinderten” – voll, tatsächlich und gleichwertig an der Gesellschaft teilnehmen könnten.

Jedoch ist das nur eine Ansicht des Ganzen, eine andere besagt, dass all jene behindert sind, die besonders stark von ihren Mitmenschen abhängig sind. Dann wird es weiterhin eine Aufteilung zwischen Normalen und Behinderten geben, da zum Beispiel Schwerbehinderte nicht genauso leben können wie völlig gesunde Menschen, denn sie sind pflegebedürftig und brauchen Unterstützung.

Trotzdem sollte insgesamt mehr daran gearbeitet werden, Behinderte stärker in die Gesellschaft zu integrieren, indem man sie ernstnimmt und ihren Alltag möglichst barrierefrei gestaltet.

Alina Jergler , Sarah Nielsen, Veronique Münster

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