Unsere Bildung hängt von uns ab!
Nun steht also die nächste Runde des Bildungsstreikes in Deutschland an. Und auch überall auf der Welt rüsten sich Personen und Bündnisse im Bildungswesen um mehr für sich heraus zu holen.
Im Schlechtesten Fall machen die gleichen Leute wie eh und je mal wieder Druck von unten. Das ist dann schön anzusehen, warm fürs Herz und die Beteiligten lernen auch in jedem Fall etwas dabei und daraus.
Im Besten Fall etablieren wir eine breite, herrschaftsfeindliche Basis an den Bildungseinrichtungen, jagen die Funktionäre und Eliten hinaus und bereiten uns dann darauf vor, den Bildungsstreik zum Generalstreik mit anschließendem Übergang zum Kommunismus auszuweiten.
In Deutschland, im Land des DGB und der Linkspartei – ich möchte sagen, dort, wo die Bürokratie zu Hause ist – hört sich das an wie Spinnerei. Hier ist der/die Einzelne froh, wenn er/sie eine Gruppe findet, die ähnliche Anliegen haben. Nicht wenige schließen sich dem lokalen Bildungsstreik-Plenum an, obwohl es ihnen eigentlich zu hierarchisch ist – oder auch zu chaotisch, das kommt auch vor.
Wer über die engen Grenzen der großen nationalen Medien hinweg blickt, bekommt allerdings ein ganz anderes Bild. Das auffälligste Ereignis der letzten Wochen ist wohl die Besetzungswelle in Österreich. In Bangladesh hat es Ende Oktober einen Kongress mit über 10000 TeilnehmerInnen gegeben, bei dem die Möglichkeiten von freier und eigenständiger Bildung diskutiert wurden. In Kroatien steht ein solcher Kongress vom 13. bis 15. November erst noch bevor.
Wichtig kann hier die Breite des Bündnisses werden. Am 17. November finden überall auf der Welt Demonstrationen statt, in Italien wird zum Generalstreik aufgerufen, in Deutschland gehen die SchülerInnen und Studierenden mit den Lehrenden auf die Straße. Den Freiraum dazu haben sich die Universitäten Münster und Heidelberg bereits genommen. Die Hörsäle sind besetzt. München, Paderborn und viele weitere werden folgen.
Die Utopia wir hier im Online-Magazin in den nächsten Wochen versuchen über den Tellerrand zu blicken, zu schauen, wo überall Probleme angegangen werden, und was das denn für Probleme überhaupt sind. Denn einiges wirkt auf den ersten Blick verwirrend, anderes inspirierend. Wichtig ist die Selbstbestimmung weltweit. Wir wollen hierzu die Infos liefern.
Beginnen wollen wir mit einem Erfahrungsbericht aus dem besetzten Audimax in Wien, zu dem später einmal auch Kommentare folgen werden. Wir werden berichten über den Kongress in Kroatien, die Geschehnisse in Italien und die Bildungspolitik in Osteuropa. Manchmal schaffen wir es vielleicht auch unseren Blick ein wenig weiter und über die Meere nach Amerika und Australien schweifen zu lassen.
In jedem Fall aber versuchen wir aus erster Hand zu berichten. Wir lassen die Menschen vor Ort selbst sprechen über ihre Probleme und auch ihre Lösungen.
Vielleicht können diese Informationen ja auch dir helfen, oder dich dazu motivieren auch eine Gruppe zu gründen, einen Flyer oder ein Buch zu schreiben, oder das nächstgelegene Bildungsinstitut, deine Schule oder deine Uni zu besetzen – oder eben einfach nur deine eigene Bildung und am besten das dazu passende Leben in die Hand zu nehmen.
Felix Blind







