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	<title>Utopia &#124; Jugendzeitung für eine herrschaftslose und gewaltfreie Gesellschaft</title>
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	<description>herrschaftslos, gewaltfrei</description>
	<pubDate>Mon, 07 Jul 2008 21:17:47 +0000</pubDate>
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		<title>Rückblick auf Berlin08: Staatlich gesteuert</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jun 2008 06:26:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Blog]]></category>

		<category><![CDATA[Online Magazine]]></category>

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		<description><![CDATA[11.000 Jugendliche waren auf Berlin08, dem Festival für junge Politik vom 13. bis 15. Juni 2008. Finanziert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), mitorganisiert von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und dem Deutschen Bundesjugendring (DBJR).
Auch utopias wurden auf Berlin08 verteilt und es waren auch viele linke Jugendliche da, die an der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>11.000 Jugendliche waren auf Berlin08, dem Festival für junge Politik vom 13. bis 15. Juni 2008. Finanziert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), mitorganisiert von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und dem Deutschen Bundesjugendring (DBJR).</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Auch utopias wurden auf Berlin08 verteilt und es waren auch viele linke Jugendliche da, die an der utopia interessiert waren. Ein paar kritische Anmerkungen zum Festival wollen wir aber doch machen:</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span id="more-84"></span></p>
<ol>
<li>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Das Festival wurde von der 	privaten Agentur „Luna Park 64“ organisiert. Die Zelte wurden 	verteilt, ohne mit den Gruppen den genauen Ort abzusprechen. Das 	wäre bei der Vielzahl der Gruppen wahrscheinlich auch nicht 	möglich. Möglich wäre aber, das BMFSFJ und die Parteijugenden 	nicht zu bevorzugen und ihnen die besten Plätze zu geben.</p>
</li>
<li>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Das Festival war so groß, dass 	einiges nur den festival-eigenen Medien zu entnehmen war. Eine 	Hauptrolle hat dabei die Festivalzeitung gespielt. Sie wurde in so 	hoher Auflage produziert, dass sie für jede/n Teilnehmende/n gleich 	mehrfach vorhanden war. Die Festival-Zeitung war unter Kontrolle des 	BMFSFJ, der bpb und des DBJR. Das hat sich nicht nur in den Anzeigen 	gezeigt, sondern auch in der Berichterstattung. Ein Artikel über 	die „safer privacy“-Kampagne der JungdemokratInnen / Junge Linke 	wurde zensiert, ein Artikel über den Chaos Computer Club musste 	komplett umgeschrieben werden.</p>
</li>
<li>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Für das Festival wurden 1,2 Mio. 	Euro ausgegeben. Das ist mehr als die (partei-)politischen 	Jugendverbände zusammen im ganzen Jahr 2008 erhalten! (Mal ganz 	abgesehen davon, wie viele utopias wir mit dem Geld produzieren 	könnten.) Mit der Finanzierung dieses Festivals sollte auch dafür 	gesorgt werden, dass jugendliches Politik-Engagement im Rahmen 	bleibt, der von der Regierung vorgegeben wird.</p>
</li>
</ol>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Dennoch sehen wir auch, dass solch ein Festival eine gute Gelegenheit bietet, Jugendliche zu politisieren, mit Andersdenkenden zu diskutieren und für eine bessere, herrschaftsfreie, gewaltfreie Welt zu werben.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die utopia-Redaktion</p>
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		<title>Kopfnoten: „Fertig abgepackt für die Wirtschaft“</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jun 2008 11:54:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Bildung und Erziehung]]></category>

		<category><![CDATA[Blog]]></category>

		<category><![CDATA[Online Magazine]]></category>

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		<description><![CDATA[  „Kopfnoten sind wie Pickel!“ heißt es in der Resolution der LandesschülerInnenvertretung NRW zur Kampagne „Kopfnoten abschaffen!“, die gerade in die zweite Runde geht. Wie viele andere Bundesländer hat NRW ab diesem Schuljahr die „Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens“ wieder eingeführt, die in ganz Deutschland seit den siebziger Jahren abgeschafft war.  utopia  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="font-size: large;"><strong></strong> </span> „<strong>Kopfnoten sind wie Pickel!“ heißt es in der Resolution der LandesschülerInnenvertretung NRW zur Kampagne „Kopfnoten abschaffen!“, die gerade in die zweite Runde geht. Wie viele andere Bundesländer hat NRW ab diesem Schuljahr die „Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens“ wieder eingeführt, die in ganz Deutschland seit den siebziger Jahren abgeschafft war. </strong> <em><strong>utopia</strong> </em> <strong> sprach mit Marcel Bonsen aus dem Landesvorstand der LandesschülerInnenvertretung NRW.</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span id="more-83"></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em><strong>utopia</strong> </em> : Marcel, die Schulministerin Barbara Sommer sagt, Kopfnoten würden das „soziale Klima“ in der Schule fördern. Hört sich doch gar nicht schlecht an, oder?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Wir denken nicht, dass Kopfnoten in irgendeiner Weise hilfreich für das Klima in der Schule sind. Es ist einfach unmöglich die Persönlichkeit eines Schülers oder einer Schülerin in sechs Noten á 4 Ziffern auszudrücken. Wir halten eine ehrliche Feedbackkultur, die auf konstruktiver Kritik aufbaut, für viel sinnvoller. Rückmeldungen können viel besser in Gesprächen oder Fließtexten gegeben werden.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em><strong>utopia</strong> </em> : Und mit diesen Feedbacks meint ihr gegen unsoziales Verhalten vorgehen zu können?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Zumindest besser als mit Kopfnoten. Kopfnoten versuchen einfach nur die Symptome zu unterdrücken. Es wird gar nicht nach den Ursachen von bestimmten Verhaltensweisen geforscht. Diese liegen bei vielen SchülerInnen im sozialen Umfeld oder auch im Schulsystem. Wir gehen an die Wurzel des Problems und wollen deshalb die Gesellschaft und das Schulsystem grundlegend verändern. Deshalb fordern wir auch eine integrative Ganztagsgesamtschule.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em><strong>utopia</strong> </em> : Im Berufsleben nimmt die Bedeutung der so genannten „soft skills“ zu. Deshalb fordert die Wirtschaft schon lange Kopfnoten…</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Das stimmt. Allerdings sollte die Schule sich nicht zum Handlanger der Wirtschaft machen lassen. Wir wollen keine Schule, die nur Arbeitskräfte produziert – fertig abgepackt für die Wirtschaft.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em><strong>utopia</strong> </em> : Es wird überlegt, die Kopfnoten von sechs auf zwei Noten zu reduzieren. Was haltet ihr davon?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Das macht die Kopfnoten nicht besser. Zwar mag der überflüssige Zeitaufwand der Lehrerinnen und Lehrer ein bisschen reduziert werden, aber es wird noch schwieriger für den Schüler oder die Schülerin nachzuvollziehen, wie die Note zustande kommt und lässt noch weniger auf das Verhalten schließen, so dass praktisch keine Konstruktivität mehr vorhanden ist. Deshalb können Kopfnoten ja auch gut benutzt werden, um kritische Schülerinnen oder Schüler, die den Lehrerinnen oder Lehrern auch einmal widersprechen, ruhig zu stellen. Das widerspricht schlicht dem Auftrag der Schule, kritisches Denken zu fördern.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em><strong>utopia</strong> </em> : Die meisten der Argumente gegen Kopfnoten lassen sich auch auf reguläre Noten übertragen. Dann können wir ja gleich alle Noten abschaffen!</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ja, deswegen fordern wir auch die Überwindung des Notensystems. Aber es gibt schon ein paar Unterschiede zwischen Kopfnoten und regulären Noten. Und zwar sind die Kopfnoten viel stärker vom persönlichen Empfinden der Lehrerinnen und Lehrer abhängig und werden dadurch noch willkürlicher vergeben. Bei Leistungsnoten gibt es wenigstens noch Aufzeichnungen und ähnliches, mit denen man eine bestimmte Note teilweise begründen kann. Das macht die Noten aber nicht viel besser!</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em><strong>utopia</strong> </em> : Ihr glaub ja wohl nicht allen Ernstes, dass Schülerinnen und Schüler in der Mittelstufe freiwillig Vokabeln lernen!</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Doch. Wir denken, dass alle Schülerinnen und Schüler die Motivation haben werden, zu lernen. Dafür sollte man ihnen einfach vermitteln, dass sie für das Leben lernen und nicht für irgendwelche Noten!</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em><strong>utopia</strong> </em> : Was plant ihr für Aktionen im Rahmen eurer Kampagne „Kopfnoten abschaffen!“?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Zunächst wollen wir am kommenden Freitag, dem 20. Juni, mit Schülerinnen und Schülern aus ganz NRW in Düsseldorf demonstrieren. Wir treffen und am 14 Uhr und ziehen dann zum Landtag, damit die Politikerinnen und Politiker noch einmal unsere Wut sehen und hören, bevor sie in die Sommerpause gehen. Außerdem wollen wir bald eine Petition einreichen, für die wir im Moment Unterschriften sammeln, und rufen alle Schülerinnen und Schüler auf Beschwerde gegen alle Kopfnoten, die nicht „sehr gut“ sind, einzulegen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Natürlich ist damit der Protest gegen Kopfnoten nicht beendet! Die LSV wird den Kampf gegen Kopfnoten fortführen, bis diese abgeschafft sind.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Interview: David Werdermann</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><a href="http://www.kopfnoten-abschaffen.de">www.kopfnoten-abschaffen.de</a></p>
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		<title>Uran-Transport erneut blockiert</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/blog/uran-transport-erneut-blockiert/</link>
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		<pubDate>Wed, 11 Jun 2008 10:33:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Blog]]></category>

		<category><![CDATA[Klimawandel, Atomkraft und Energie]]></category>

		<category><![CDATA[Online Magazine]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Mittwoch hat  Cécile erneut einen Uran-Transport von Gronau nach Russland blockiert. Etwa sechs Meter über der Schiene hielt sie 77 Minuten aus und sorgte dafür, dass die gefährliche Fracht nicht weiterfahren konnte. Bereits im Januar hatte die utopia-Autorin einen Uran-Zug zum Halten gebracht.
„So lange Atommüllanlagen in Betrieb sind, werde ich meinem Widerstand kreativ [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Mittwoch hat  Cécile erneut einen Uran-Transport von Gronau nach Russland blockiert. Etwa sechs Meter über der Schiene hielt sie 77 Minuten aus und sorgte dafür, dass die gefährliche Fracht nicht weiterfahren konnte. Bereits im Januar hatte die utopia-Autorin einen Uran-Zug zum Halten gebracht.</p>
<p>„So lange Atommüllanlagen in Betrieb sind, werde ich meinem Widerstand kreativ Ausdruck verleihen“, so Cécile. Das weiß auch die Bundespolizei, die ihre Spezial-Einheit diesmal schon präventiv nach Münster verlegt hatte. Nach der Aktion im Januar war bekannt geworden, dass sogar spezielle Anti-Terror-Einheiten eingesetzt worden waren. Dies ging aus den Unterlagen der Anklage hervor.</p>
<p>Cécile hat vor dem Gesetz keine Angst: „Ich weiß, wofür ich stehe und ich werde mich entsprechend verteidigen. Kriminell ist die Atomindustrie!“</p>
<p>Wir sind gespannt auf die nächste Aktion vom „unbeugsamen Eichhörnchen“!</p>
<p>Zum Artikel: <a href="http://www.jugendzeitung.net/ausgaben/aprilmai-2008/urananreicherung-globale-atomgeschafte-made-in-germany/">Globale Atomgeschäfte made in Germany</a></p>
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		</item>
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		<title>Ausgegrenzt, weggesperrt, abgeschoben</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/migration-und-antirassismus/ausgegrenzt-weggesperrt-abgeschoben/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Jun 2008 12:24:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Migration und Antirassismus]]></category>

		<category><![CDATA[Sommer 2008]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Abschiebeknast in Büren
Videoüberwachung, Sicherheitsschleusen, Zäune, Schranken: Willkommen am größten Abschiebeknast der Bundesrepublik! Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Büren-Stöckerbusch liegt ca. 8 km außerhalb von Büren, mitten im Wald und umgeben von einer 6,5 m hohen Betonmauer.
Die ehemalige NATO-Kaserne bietet seit 1994 Platz für bis zu 530 männliche Häftlinge ab 16 Jahren. Dabei ist die Inhaftierung von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Abschiebeknast in Büren</strong></p>
<p>Videoüberwachung, Sicherheitsschleusen, Zäune, Schranken: Willkommen am größten Abschiebeknast der Bundesrepublik! Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Büren-Stöckerbusch liegt ca. 8 km außerhalb von Büren, mitten im Wald und umgeben von einer 6,5 m hohen Betonmauer.</p>
<p>Die ehemalige NATO-Kaserne bietet seit 1994 Platz für bis zu 530 männliche Häftlinge ab 16 Jahren. Dabei ist die Inhaftierung von Unter-18jährigen ein eindeutiger Verstoß gegen die UN – Kinderrechtskonvention, die festlegt, dass Kinder und Jugendliche nur als „letztes Mittel“ inhaftiert werden dürfen.</p>
<p><span id="more-80"></span></p>
<p><strong>Der Alltag im Knast</strong><br />
Die betroffenen Flüchtlinge und Migrant_innen finden sich nach ihrer Inhaftierung meist völlig fassungslos in einer Zelle wieder – die ersten Gedanken sind dann: Was habe ich getan, dass ich ins Gefängnis muss? Warum werde ich bestraft? Aber auch: Wie lange muss ich hier bleiben? Werde ich abgeschoben in ein Land, wo mir erneut Haft oder noch Schlimmeres droht? Viele verstehen das deutsche Rechtskauderwelsch nicht und sind in ihrer Situation ziemlich hilflos der Willkür von Ausländerbehörde, Richter_in und Justizpersonal ausgeliefert. Dolmetscher, Rechtsanwalt? – Fehlanzeige!<br />
Die Gefangenen sind grundlegender Rechte beraubt. Der Alltag im Knast besteht aus 13-22 Stunden Einschluss in den Zellen. Nur wenige Gefangene haben das „Privileg“, für einen geringen Stundenlohn Kabel zu binden oder einzutüten. Die meisten Migrant_innen sind mittellos, wenn sie hier ankommen, einige haben nicht einmal ausreichen Kleidung. Wenn einzelne Gefangene dennoch Geld besitzen, wird es ihnen abgenommen: Sie müssen das &quot;Hotel Abschiebehaft&quot; und ihre eigene Abschiebung selbst bezahlen.<br />
Angesichts dessen ist die Verzweiflung oft sehr groß. Häftlinge berichten über Schlafstörungen, Depressionen, Angstzustände bis hin zu Selbstverletzungen und Selbstmordversuchen. Gehen sie zum Anstaltsarzt, erwartet sie meist die nächste Schikane: ihre Beschwerden werden nicht ernst genommen, sie bekommen keine vernünftige Behandlung, werden stattdessen mit Tabletten weggeschickt, deren Wirkung und Nebenwirkungen ihnen nicht erklärt werden.<br />
Wehren sie sich gegen den Zustand und werden sie „unbequem“, so finden sie sich schnell im Keller der JVA wieder: im „besonders gesicherten Haftraum“ oder der Arrestzelle. In solch eine Zelle dürfen die Häftlinge keine persönlichen Gegenstände mitnehmen, sie haben lediglich eine Stunde Hofgang (alleine), sie dürfen nicht lesen, nicht rauchen, nur tödliche Langeweile.</p>
<p><strong>Wer kommt in Abschiebehaft?</strong><br />
Abschiebehaft kann von der Ausländerbehörde angeordnet werden, wenn sie den Verdacht hat, dass sich ein_e Migrant_in der Abschiebung entziehen will. Dabei spielt es keine Rolle, ob dieser Verdacht bewiesen werden kann oder überhaupt angebracht ist: es findet keine Gerichtsverhandlung statt, lediglich eine Anhörung vor einem Richter, der im Schnellverfahren mal eben über sechs Monate Haft (oder eine Verlängerung bis insgesamt 18 Monate) entscheidet. Darum gilt hier auch nicht der Grundsatz „Im Zweifel für den Angeklagten“, es wird ja auch nicht über ein Verbrechen gerichtet, sondern lediglich sichergestellt, dass die Abschiebung reibungslos abläuft.<br />
Nicht nur abgelehnte Asylbewerber_innen werden so weggeschlossen, sondern auch Menschen, die keine Aufenthaltspapiere (mehr) haben, deren Besuchsvisum abgelaufen ist, die ohne Erlaubnis in Deutschland gearbeitet haben, die ihr Studium in Deutschland beendet haben und weiter hier geblieben sind, oder die sich vom/vor der deutschen Partner_in getrennt haben. Tatsache ist, dass regelmäßig 30-40 % der Inhaftierten wieder aus der Haft entlassen werden müssen, weil sie widerrechtlich inhaftiert waren.<br />
Der politische Sinn der Abschiebehaft ist die Abschreckung der Migrant_innen und eine reibungslose Abschiebung. Sie ist ein Baustein des modernen „Migrations-Managements“, das MigrantInnen nach wirtschaftlicher Nützlichkeit auswählt und unerwünschte Zuwanderung beschränkt.</p>
<p><strong>Staatlicher Rassismus mit tödlichen Folgen</strong><br />
Rashid Sbaai war einer von ihnen. Er erstickte 1999 qualvoll in einer Arrestzelle an einem Feuer. Die genauen Umstände sind nie verhandelt worden, ungeklärt ist bis heute die Frage, warum die Schließer erst zu spät auf den ausgelösten Alarm reagiert haben und wie das Feuerzeug in die Zelle gelangte.<br />
Zahlreiche weitere Einzelfälle ließen sich aufführen, deren Schicksal besonders hart ist und die sich plötzlich im Knast wiederfanden: Menschen, die sich integriert haben, die seit Jahren in Deutschland leben, die hier Familie haben, die schwer krank sind, denen in ihrem Heimatland Folter, Verschleppung und Tod drohen, die ohne Geld in Kriegs- und Krisengebiete abgeschoben werden, die in ein Land abgeschoben werden, das sie zuvor nie betreten haben (weil es mit diesem Land ein Rücknahmeabkommen gibt)&#8230;<br />
Der eigentliche und größte Skandal ist und bleibt jedoch, dass es diesen Knast und das System der Abschiebehaft überhaupt gibt. Dass Menschen über Monate weggesperrt werden, weil sie den falschen Pass haben. Abschiebehaft ist Teil einer Sondergesetzgebung für Migrant_innen und Ausdruck des deutschen staatlichen Rassismus und gehört daher abgeschafft!</p>
<p>Andreas</p>
<p>Andreas lebt in Paderborn und ist seit 8 Jahren in der Bürengruppe aktiv.</p>
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		</item>
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		<title>Abschiebung ins Fremde</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/migration-und-antirassismus/abschiebung-ins-fremde/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Jun 2008 12:22:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Migration und Antirassismus]]></category>

		<category><![CDATA[Sommer 2008]]></category>

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		<description><![CDATA[Ende Oktober 2006 wurde die fünfköpfige Familie Thadchanamoorthy nach Sri Lanka abgeschoben. Eine Abschiebung, beispielhaft für alle, die täglich in der Bundesrepublik Deutschland stattfinden.
Kiddinan Thadchanamoorthy flüchtete 1994, seine Frau Menaka 1999 vor dem schwelenden Bürgerkrieg in Sri Lanka. Das Ehepaar stellte einen Asylantrag und lebte fortan im nordrhein-westfälischen Warendorf. Auch für ihr drei Kinder Apisan [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ende Oktober 2006 wurde die fünfköpfige Familie Thadchanamoorthy nach Sri Lanka abgeschoben. Eine Abschiebung, beispielhaft für alle, die täglich in der Bundesrepublik Deutschland stattfinden.</strong></p>
<p>Kiddinan Thadchanamoorthy flüchtete 1994, seine Frau Menaka 1999 vor dem schwelenden Bürgerkrieg in Sri Lanka. Das Ehepaar stellte einen Asylantrag und lebte fortan im nordrhein-westfälischen Warendorf. Auch für ihr drei Kinder Apisan (8), Apirami (5)  und Apinaeja (3), die alle in Deutschland zur Welt kamen, wurde ein solcher Antrag gestellt. Alle Anträge wurden abgelehnt.</p>
<p><span id="more-79"></span></p>
<p>Während des Aufenthalts in Warendorf integrierten sich die Thadchanamoorthys in die Gesellschaft: die Kinder besuchten den Kindergarten und die Schule, der Vater arbeitete und die Familie nahm am Gemeindeleben teil. Am 17. Oktober 2006 änderte sich dies schlagartig: Herr Thadchanamoorthy wurde – ohne etwas verbrochen zu haben – in das Abschiebegefängnis Büren gesperrt. Menaka wurde in das Gefängniskrankenhaus Fröndenberg gebracht – nachdem sie im Bürgerkrieg misshandelt wurde, leidet sie unter einem Trauma. Die drei Kinder – das jüngste wurde noch gestillt – wurden dem Jugendamt übergeben. Die ganze Familie wurde auseinander gerissen – mit Berufung auf das deutsche Ausländerrecht.</p>
<p>Ein Wiedersehen gab es erst im Flugzeug nach Sri Lanka – dem Land aus dem das Ehepaar geflohen war und das die drei Kinder noch nie gesehen hatten. Am 25. Oktober wurde die Familie abgeschoben – jedoch ohne Papiere. Zwar hatten die Behörden der Familie ein Visum für Sri Lanka besorgt, doch dies war auf den Flughafenbereich beschränkt. Ein Leben ohne gültige Ausweispapiere kann in dem Bürgerkriegsland tödlich sein. In den letzten Jahren verschärfte sich der Krieg zwischen der Regierung Sri Lankas und der tamilischen „Befreiungsbewegung“. Auch die Familie Thadchanamoorthy gehört zur Bevölkerungsminderheit der Tamilen und ist daher einer erhöhten Gefahr ausgesetzt. Nicht selten kommt es zu willkürlichen Übergriffen und Verschleppungen von Tamilen durch Regierungstruppen und Polizei.</p>
<p>Hilfe, Betreuung und Beratung fand die Familie bei einer Ordensgemeinschaft. Der gesundheitliche und seelische Zustand der abgeschobenen Familie verschlimmerte sich jedoch drastisch. Allein die Umstellung auf das Klima und das Essen machten der Familie zu schaffen – besonders den Kindern, die noch nie zuvor in Sri Lanka waren. Die Ordensschwestern konnten eine Unterkunft für die Familie in Nähe des Ordenshauses finden – ein spärlich eingerichteter Raum. Engagierte Personen und Freunde aus Deutschland unterstützten die Familie mit Spenden und Hilfspaketen. Außerdem verdient die Familie ein wenig Geld mit selbst genähten Textilien.</p>
<p>Am 30. April 2008 wurde Kiddinan Thadchanamoorthy wegen fehlender Ausweispapiere festgenommen. Er war auf dem Weg eine Nähmaschine aus der Reparaturwerkstatt zu holen – die anderen Familienmitglieder waren krank. Inzwischen wurde Kiddinan wieder freigelassen, doch er befindet sich noch in ständiger Gefahr. Sein Problem ist, dass aus Deutschland abgeschobene Familien und Einzelpersonen in Sri Lanka und anderswo als Terroristen eingestuft werden. Mensch glaubt in Sri Lanka, dass Deutschland nur Terroristen abschiebe - dass in Deutschland geborene Kinder von den deutschen Behörden ohne Grund abgeschoben werden, ist in Sri Lanka unvorstellbar. In anderen Ländern erhalten Kinder automatisch die Staatsbürgerschaft, wenn sie dort geboren werden.</p>
<p>Im Jahr 2006 wurden aus Deutschland 13.894 Menschen abgeschoben – welche Schicksale sich hinter dieser Zahl verbergen, lässt die Geschichte der Familie Thadchanamoorthy nur erahnen. Abschiebung ist kein Einzelfall. Massenhaft werden Menschen gegen ihren Willen in ein anderes Land verschleppt. Auch Kinder und Jugendliche, die in Deutschland geboren wurden und das Land nicht kennen, aus dem ihre Eltern geflohen sind, werden vom deutschen Staat erbarmungslos abgeschoben.</p>
<p>Michael Schulze von Glaßer</p>
<p>Michael Schulze von Glaßer (21) lebt im Kreis Warendorf und hat dort in den vergangenen Jahren verschiedene Fälle von Abschiebungen verfolgt.</p>
<p>Weitere Informationen: <a href="http://www.abgeschoben-waf.de">www.abgeschoben-waf.de</a></p>
<p class="alert"><strong>Spenden an die Familie Thadchanamoorthy:</strong><br />
Empfänger: Aktion Kinderhilfe<br />
Konto Nr. 706 233 501<br />
BLZ: 478 613 17 (Volksbank Beelen)<br />
Kennwort: Abschiebung</p>
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		</item>
		<item>
		<title>„Völlig falsch, diesen Weg zu gehen“ – Die Abschaffung des Asylrechts jährt sich zum 15. Mal</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/migration-und-antirassismus/%e2%80%9evollig-falsch-diesen-weg-zu-gehen%e2%80%9c-%e2%80%93-die-abschaffung-des-asylrechts-jahrt-sich-zum-15-mal/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Jun 2008 12:16:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Migration und Antirassismus]]></category>

		<category><![CDATA[Sommer 2008]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor 15 Jahren wurde das Grundrecht auf Asyl faktisch abgeschafft. Heute rufen antirassistische Initiativen zu einer Demo auf – für ein globales Recht auf Migration. Die Demonstration bildet zugleich den Abschluss einer Kampagne mit zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen: de*fence! - zu deutsch: entzäunen! Wir sprachen mit Klara Schönfeld.
Ihr demonstriert anlässlich des 15. Jahrestag der Abschaffung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor 15 Jahren wurde das Grundrecht auf Asyl faktisch abgeschafft. Heute rufen antirassistische Initiativen zu einer Demo auf – für ein globales Recht auf Migration. Die Demonstration bildet zugleich den Abschluss einer Kampagne mit zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen: de*fence! - zu deutsch: entzäunen! Wir sprachen mit Klara Schönfeld.</p>
<p><strong>Ihr demonstriert anlässlich des 15. Jahrestag der Abschaffung des Asylrechts. Gibt es heute nicht  genug Probleme?</strong></p>
<p>Es gibt natürlich viele Probleme in Deutschland, denen Flüchtlinge und Migrantinnen aufgrund der diskriminierenden, teilweise rassistischen Gesetzgebung ausgesetzt sind. Dennoch haben wir den 5. Juli ausgewählt, weil wir an die Proteste anknüpfen wollen, die es 1993 gab, als das politische Grundrecht auf Asyl faktisch abgeschafft wurde. Damals waren viele Leute auf der Straße – aus ganz unterschiedlichen Spektren&#8230;</p>
<p><strong>&#8230; und du auch.</strong></p>
<p>Ja, ich war damals 17 Jahre alt. Die Situation für Flüchtlinge in der BRD hat sich seit dem extrem verschlechtert. Deshalb müssen wir immer wieder darauf aufmerksam machen. Der Jahrestag ist dazu eine Möglichkeit, die nutzen wir.</p>
<p><strong>Vor 15 Jahren wart aber doch nicht nur ihr auf der Straße. Rostock-Lichtenhagen ist da wohl das bekannteste Beispiel. Der Ausländerhass sorgte dort dafür, dass ein Wohnhaus in Brand gesteckt wurde. Waren da Änderungen in der Migrationspolitik nicht berechtigt, um weitere Ausschreitungen zu verhindern?</strong></p>
<p>Du meinst, dass man die Leute nicht mehr nach Deutschland reinlässt?</p>
<p><strong>Ja?</strong></p>
<p>Ich glaube, es ist völlig falsch, diesen Weg zu gehen. Solche Flüchtlingsübergriffe gab&#8217;s auch schon in den 80er Jahren, das ist nichts Neues. Man muss mit Konflikten anders umgehen. Viele Leute kommen nach Deutschland, die politisch verfolgt sind. Es gibt unterschiedliche Beweggründe für eine Flucht. Ich bin dafür, dass alle dort leben können, wo sie möchten; aber natürlich ist das noch eine andere Qualität, wenn die Leute in ihren Ländern politisch verfolgt sind.</p>
<p><strong>Dennoch werden viele nicht nach Deutschland reingelassen&#8230;</strong></p>
<p>Ich denke dahinter standen und stehen immer noch wirtschaftliche Interessen. Es gab die Zeit, da wurden Gastarbeiter aus anderen Ländern angeworben. Dann hat sich die arbeitsmarktpolitische Situation geändert und dann meinten führende Politiker, es gäbe zu viele Ausländer. Auch heute wird Rassismus bewusst geschürt: Es gibt zu wenig Arbeitsplätze und Arbeit zuerst für Deutsche! So lautet das Motto nicht nur in rechten Kreisen.</p>
<p><strong>Du hast jetzt viel über Deutschland erzählt. Auch die Demo am 5. Juli wird ja bundesweit beworben. Wenn man sich aber anguckt, was alles an Abschottung auf EU-Ebene abläuft, ist da nicht eine europäische Vernetzung erforderlich?</strong></p>
<p>Man darf nicht vergessen, dass Deutschland dabei eine führende Rolle spielt. Zum Beispiel die Abschiebungen in so genannte sichere Herkunftsländer und Dritt-Staaten, das gab&#8217;s vorher in keinem anderen Land.<br />
Natürlich könnten wir auch in Paris oder irgendwo in der EU demonstrieren. Es gibt auch solche Aktionen und wir nehmen auch dran teil. Aber das ist immer eine Frage der Kapazitäten. Und die nationale und lokale Ebene bleibt auch wichtig. Der EU-Kontext macht die Arbeit vor Ort nicht überflüssig.</p>
<p>Interview: Felix W.</p>
<p>Klara Schönfeld ist 32 Jahre alt und antirassistisch aktiv in der „Chipkarten-Initiative“, die die de*fence-Kampagne ins Leben gerufen hat.</p>
<p class="alert"><strong>Demo für ein globales Recht auf Migration</strong><br />
Anlässlich des 15. Jahrestags der Abschaffung des Asylrechts findet am Samstag, den 5. Juli in Berlin eine Demonstration statt: 14 Uhr Schlossplatz (U/S-Bahn Alexanderplatz). Nach der Demo: Konzert. Mehr Infos: <a href="http://www.defence.de.be">www.defence.de.be</a></p>
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		<title>Infobox: Recht auf Asyl</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jun 2008 12:13:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Migration und Antirassismus]]></category>

		<category><![CDATA[Sommer 2008]]></category>

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		<description><![CDATA[„Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.“ So steht es im Grundgesetz. 1993 wurde jedoch der Paragraph 16a hinzugefügt. Seitdem können sich Menschen, die aus so genannten sicheren Dritt-Staaten einreisen, nicht mehr auf dieses Recht berufen. Da sämtliche Länder, die um Deutschland herum liegen, als sichere Dritt-Staaten gelten, ist es faktisch unmöglich, über den Landweg einzureisen. Die Anerkennungsquote [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.“ So steht es im Grundgesetz. 1993 wurde jedoch der Paragraph 16a hinzugefügt. Seitdem können sich Menschen, die aus so genannten sicheren Dritt-Staaten einreisen, nicht mehr auf dieses Recht berufen. Da sämtliche Länder, die um Deutschland herum liegen, als sichere Dritt-Staaten gelten, ist es faktisch unmöglich, über den Landweg einzureisen. Die Anerkennungsquote ist dementsprechend gering: Im Jahr 2007 lag sie bei 1,1%, im Jahr zuvor bei 0,8%. Die absoluten Zahlen sind noch erschreckender, denn die Antragszahlen sind ebenfalls auf einem historischen Tiefstand: Weniger als 20.000 Menschen haben 2007 Asyl beantragt – so wenig, wie seit 30 Jahren nicht mehr.</p>
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		<title>Infobox: 30.August – Tag ohne Abschiebungen</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jun 2008 12:12:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Migration und Antirassismus]]></category>

		<category><![CDATA[Sommer 2008]]></category>

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		<description><![CDATA[Der 30. August steht symbolisch für alle Opfer von Abschiebehaft und Abschiebungen. 1999 starb der Abschiebehäftling Rachid Sbaai in einer Arrestzelle der JVA Büren an einer Rauchvergiftung. Im Jahr 2000 stürzte sich der 28-jährige Mongole Altankhou Dagwasoundel bei dem Versuch, der Abschiebungshaft zu entfliehen, in den Tod. Schon 1983 hatte sich der türkische Asylbewerber Cemal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der 30. August steht symbolisch für alle Opfer von Abschiebehaft und Abschiebungen. 1999 starb der Abschiebehäftling Rachid Sbaai in einer Arrestzelle der JVA Büren an einer Rauchvergiftung. Im Jahr 2000 stürzte sich der 28-jährige Mongole Altankhou Dagwasoundel bei dem Versuch, der Abschiebungshaft zu entfliehen, in den Tod. Schon 1983 hatte sich der türkische Asylbewerber Cemal Kemal Altun aus Angst vor der Abschiebung aus dem Fenster des Verwaltungsgerichts Berlin zu Tode gestürzt, 1994 starb der Nigerianer Kola Bankole nach Gewalteinwirkung durch BGS-Beamte in der Lufthansa-Maschine, mit der er abgeschoben werden sollte.<br />
Deshalb sollen am 30. August wichtige Punkte des Abschiebesystems blockiert werden, um den Abschiebebetrieb zu stören: vor Abschiebeknästen genauso wie an Flughäfen, vor Flüchtlingslagern und Ausreisezentren, auf Ausländerbehörden und bei Dienstleistern und Profiteuren.<br />
Mehr Infos: <a href="http://www.aha-bueren.de">www.aha-bueren.de</a></p>
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		<title>Nationalismus – Was ist das eigentlich?</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jun 2008 12:09:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Nationalismus und Patriotismus]]></category>

		<category><![CDATA[Sommer 2008]]></category>

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		<description><![CDATA[Nationalismus ist einer der umstrittensten Begriffe, der unterschiedlich aufgefasst und interpretiert wird. Die Meinung, dass der Patriotismus – im Gegensatz zum Nationalismus – Menschen anderer Nationen nicht hinabstufe und deshalb legitim sei, ist weit verbreitet. Bei näherer Betrachtung fällt jedoch auf, dass in der Aufwertung der einen Nation automatisch eine Abwertung der anderen Nationen im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nationalismus ist einer der umstrittensten Begriffe, der unterschiedlich aufgefasst und interpretiert wird. Die Meinung, dass der Patriotismus – im Gegensatz zum Nationalismus – Menschen anderer Nationen nicht hinabstufe und deshalb legitim sei, ist weit verbreitet. Bei näherer Betrachtung fällt jedoch auf, dass in der Aufwertung der einen Nation automatisch eine Abwertung der anderen Nationen im Verhältnis zur aufgewerteten Nation enthalten ist. Es ist also fragwürdig, ob Nationalismus und Patriotismus überhaupt klar voneinander abzugrenzen sind.</p>
<p><span id="more-75"></span></p>
<p><strong>Nationen sind unnatürlich</strong></p>
<p>Für manche beginnt Nationalismus bereits da, wo Menschen in verschiedene Nationen eingeteilt werden. Schließlich sind Nationen keine von der Natur gegebenen Gemeinschaften, sondern von Menschen gemachte Gebilde, die entstanden sind, sich ändern und verschwinden können. Die konkreten Folgen, die sich aus der Einteilung von Menschen in Nationen ergeben, werden zum Beispiel an der Flüchtlingspolitik deutlich, die Menschen auf Grund ihrer Nationalität aus einer Gesellschaft ausschließt. Die Abschaffung von nationalen Gebilden ist deshalb auch eine zentrale Forderung der Bewegung für die Rechte von Flüchtlingen.</p>
<p><strong>Im nationalen Boot</strong></p>
<p>Nationalismus ist aber nicht nur eine Abgrenzung nach außen, sondern auch ein Instrument, das soziale Ungleichheit verschleiert und damit bestehende Herrschaftsverhältnisse festigt: Da vergisst die Arbeiterin schon mal die letzte Lohnkürzung, der Arbeitslose vergisst Hartz IV und die Ehefrau vergisst die Schläge der letzten Nacht: Es sitzen schließlich alle – Herrschende wie Beherrschte - im großen nationalen Boot, in dem man zusammenhalten muss!</p>
<p><strong>Im schwarz-rot-goldenen Fahnenrausch</strong></p>
<p>Schöne Beispiele für „Nationalismus“ in Deutschland sind die Herren-Fußball-Weltmeisterschaft letztes Jahr oder die gerade wieder aufkeimende Deutschtümelei zur Europameisterschaft. Endlich dürfe man wieder stolz auf Deutschland sein.<br />
Zwar sind nicht alle, die beim Fußball für die deutsche – oder für irgendeine andere - Mannschaft halten, automatisch NationalistInnen, aber die häufige Begründung „Ich bin deutsch, also bin ich für die deutsche Mannschaft“ ist nationalistisch.<br />
Schließlich verbindet die meisten Deutschen nichts anderes mit der Fußballnationalmannschaft, als dass sie rein zufällig die gleiche Nationalität hat.</p>
<p>David Werdermann</p>
<p>David (18) findet Fußball zwar gut, kann schwarz-rot-goldene Nationalfahnen aber nicht mehr sehen.</p>
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		<title>Einfälle statt Abfälle</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jun 2008 12:08:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Sommer 2008]]></category>

		<category><![CDATA[Umwelt und Gentechnik]]></category>

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		<description><![CDATA[Containern gegen die Wegwerf-Gesellschaft
Nachts in der Großstadt: Bei den Mülltonnen hinter den Supermärkten rascheln nicht nur Waschbären und andere Kulturfolger, sondern immer häufiger auch Menschen, die dort nach Essbarem suchen. 

Sie möchten sich „ressourcenschonend“ ernähren oder „politisch vegan“, d.h. sie essen tierische Erzeugnisse nur, wenn sie diese nicht bezahlen, also deren Erzeugung nicht mitfinanzieren. Nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Containern gegen die Wegwerf-Gesellschaft</strong></p>
<p><em>Nachts in der Großstadt: Bei den Mülltonnen hinter den Supermärkten rascheln nicht nur Waschbären und andere Kulturfolger, sondern immer häufiger auch Menschen, die dort nach Essbarem suchen. </em></p>
<p><span id="more-74"></span></p>
<p>Sie möchten sich „ressourcenschonend“ ernähren oder „politisch vegan“, d.h. sie essen tierische Erzeugnisse nur, wenn sie diese nicht bezahlen, also deren Erzeugung nicht mitfinanzieren. Nach Ladenschluss werden sie häufig fündig: Produkte, deren Mindesthaltbarkeitsdatum nur manchmal abgelaufen ist oder Dinge, die aufgrund ihres Aussehens als unverkäuflich gelten, werden weggeschmissen. Dabei könnten sie eigentlich noch gut verwendet werden.<br />
Beim so genannten „Containern“ werden die Müllcontainer der Lebensmittelmärkte systematisch nach Verwertbarem durchsucht.  Das geht  in den Hinterhöfen der Einrichtungshäuser weiter: Oft sind einfach nur gute Einfälle für die deklarierten Abfälle gefragt, wenn zum Beispiel Teppiche mit Webfehlern mitgenommen werden oder fehlerhaft lackierte Stühle neu bemalt werden. Die „Dumpster Diver“ (dt.: „Mülltonnen-TaucherInnen“) möchten zum Einen Geld sparen, aber auch ein politisches Statement abgeben: Wenn eine Gesellschaft so viel wegwirft, nehmen wir uns, was übrig bleibt. Dabei sind die Nacht-Aktiven nicht unbedingt arm, und das stört viele HändlerInnen am Containern: Sie argumentieren, verwertbare Reste würden oft über die „Tafeln“ an Bedürftige verteilt. Hinzu komme, dass sich die Supermärkte strafbar machten, wenn sie verdorbene Ware zugänglich machen und nicht für deren Vernichtung sorgen. Diese Argumente müssen herhalten um zu rechtfertigen, dass immer mehr Geschäftsleitungen ihre Müllcontainer einzäunen.<br />
Der tatsächliche Grund für solche Maßnahmen ist wohl eher, dass die Marktleitung sich für die „Müllsuchenden“ vor ihrer Kundschaft schämt und Angst davor hat, ihre KundInnen zu verlieren. Dass in Deutschland ca. 8 - 10% der produzierten Lebensmittel weggeworfen werden, obwohl sie eigentlich noch gut verwertbar sind, interessiert sie nicht. Dagegen stehen fünf bis acht Millionen Menschen, die in Armut leben.<br />
Aber erreichen die „Dumpster Diver“ mit ihrer Art der Nahrungsbeschaffung mehr als dass sie persönlich den Konsumterror umschiffen? Sie agieren schließlich im Dunklen und weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit. Trotzdem ist es unglaublich, was alles weggeworfen wird. Und da sollte sich niemand die Freiheit nehmen lassen, sich zu holen, was noch gut zu gebrauchen ist!</p>
<p>Ani K.</p>
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