Politisches Straßentheater: „Lisa im Wunderland“

Die Freundin, der Arzt, die Mutter, die Werbung und nicht zuletzt das Internet versuchen Lisa einzureden, dass dieses oder jenes Medikament das Richtige für sie ist. Lisa ist völlig überfordert und schluckt jahrelang eine Pille nach der anderen. Eines Tages bricht sie zusammen. Schuld ist ihr übermäßiger Medikamentenkonsum. Die Suche nach den Ursachen der Fehlinformationen beginnt. Dabei stößt sie unter anderem auf die Pharmawölfe der Medikamenteindustrie.

Das politische Straßentheater „Schluck und Weg“ nimmt mit dem Stück „Lisa im Wunderland“ das Thema Arzneimittelwerbung unter die Lupe und zeigt aus kapitalismuskritischer Sicht, wie Konsumentinnen und Konsumenten tagtäglich von der Pharmaindustrie mit Falschinformationen gefüttert werden.

Lisa ist der Manipulation durch Pharmawölfe und gekaufte Ärzte ausgesetzt. Foto: bukopharma.de

Lisa ist der Manipulation durch "Pharmawölfe" und gekaufte Ärzte ausgesetzt. Foto: bukopharma.de

Ärztinnen und Ärzte, die großzügig Medikamente verschreiben, werden von Pharmavertreterinnen und Pharmavertretern mit Geschenken überhäuft, in der Presse wird Werbung für Medikamente als unabhängiger Journalismus getarnt und auch im Internet gibt es sogenannte „Kundeninformationen“ von Bayer, Ratiopharm & Co.. Oft werden dabei positive Wirkungen übertrieben und negative “Nebenwirkungen” als unwichtig abgetan oder gar ganz verschwiegen.

Das Theaterstück soll die Zuschauerinnen und Zuschauer nicht nur zum kritischen Medikamentenkonsum anregen, es ist auch ein Aufruf an die Politik die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Momentan sieht es eher danach auf, als würde der Verbraucherinnen- und Verbraucherschutz vernachlässigt: Ein Gesetzesentwurf der Europäischen Union sieht vor, dass Pharmakonzerne in Zukunft unter Umständen auch über verschreibungspflichtige Medikamente, die oft starke Nebenwirkungen haben, „informieren“ dürfen. Zahlreiche Verbände kritisieren, dass die Konzerne, deren Interesse es ist, ihre Medikamente zu verkaufen und finanziellen Gewinn zu erzielen, nicht geeignet sind solche „Informationen“ zu verbreiten. Vielmehr müssten unabhängige Institutionen diese Aufgabe übernehmen.

Die Lockerung des Werbeverbots hätte zudem fatale Auswirkungen auf die sogenannte „Dritte Welt“: Da der europäische Verbraucherinnen- und Verbraucherschutz in vielen Ländern als vorbildlich gilt, könnten auch dort die Richtlinien gelockert werden. Die Pharmakonzernen hätten bei der Werbung noch freiere Hand, als sie es ohnehin schon haben.

Diese und weitere Probleme thematisiert die Theatergruppe “Schluck und Weg” in ihrem Stück – Nicht mit langen Reden und theoretischen Erklärungen, sondern mit humorvollen Szenen und phantasievollen Rollen wird sie versuchen die Passantinnen und Passanten zum kritischen Nachdenken anzuregen. In 13 Städten wird das Straßentheater zu Besuch sein und mehrmals auftreten. Zwischen den Auftritten bleibt Zeit, sich mit Infomaterialien einzudecken und mit den Schauspielerinnen und Schauspielern zu diskutieren.

David W.

Weitere Informationen:  www.bukopharma.de

Auftritte: Bielefeld (13.9.), Herford (14.9.), Bremen (15.9.), Hamburg (16.9.), BUGA Schwerin (17.9.), Berlin (18.9.), Leipzig (19.9.), Bayreuth (21.9.), München (22.9.), Tübingen (23.9.), Bensheim (24.9.) Heidelberg (25.9.), Marburg (26.9.),
Genauere Informationen zu den Auftritten: www.bukopharma.de/index.php?page=tour-2008

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