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	<title>Utopia &#124; Jugendzeitung für eine herrschaftslose und gewaltfreie Gesellschaft &#187; April/Mai 2008</title>
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		<title>Wenn die Bombe nicht mehr richtig tickt</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Mar 2008 16:37:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[April/Mai 2008]]></category>
		<category><![CDATA[Militär und Krieg]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Atombombe ist keine Bombe wie jede andere. Atomwaffen bedrohen die gesamte Menschheit. Auch in Deutschland sind Atomwaffen stationiert.
Atomwaffen? Atomares Wettrüsten? Atomkrieg? Alles Geschichten aus Zeiten des Kalten Krieges? Einerseits schon, denn die Geschichte der Atomwaffen lässt sich nur vor dem Hintergrund des Kalten Krieges zwischen Ost und West verstehen. Andererseits stellen Atomwaffen auch heute [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eine Atombombe ist keine Bombe wie jede andere. Atomwaffen bedrohen die gesamte Menschheit. Auch in Deutschland sind Atomwaffen stationiert.</strong></p>
<p><strong>Atomwaffen? Atomares Wettrüsten? Atomkrieg? Alles Geschichten aus Zeiten des Kalten Krieges? Einerseits schon, denn die Geschichte der Atomwaffen lässt sich nur vor dem Hintergrund des Kalten Krieges zwischen Ost und West verstehen. Andererseits stellen Atomwaffen auch heute eine große Gefahr für die gesamte Menschheit dar. Und was die wenigsten wissen: Auch in Deutschland lagern noch Atomwaffen und die Regierenden wollen sich nicht von ihrem „Spielzeug“ trennen…</strong><br />
<span id="more-57"></span><br />
Die ersten Atomwaffen wurden 1955 durch die Armee der USA in die Bundesrepublik Deutschland (BRD) gebracht. Wenige Monate später trat die BRD der North Atlantic Treaty Organization (NATO) bei, einem Militärbündnis der westlichen kapitalistischen Staaten, das nach dem 2. Weltkrieg gegründet wurde. Über die Existenz der Atomwaffen erfuhr die Öffentlichkeit erst zwei Jahre später.</p>
<p>In der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) war die Situation anders: 1955 wurde von den „sozialistischen“ Staaten unter Federführung der Sowjetunion der Warschauer Pakt als Gegenpol zur NATO gegründet.<br />
Vier Jahre später stationierte die Sowjetunion Atomwaffen in der DDR. Die Regierung der DDR wurde darüber allerdings zunächst nicht informiert, und auch später war die Existenz dieser Waffen nur der Führung der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR bekannt.</p>
<p><strong>Sperrvertrag und Doppelbeschluss</strong></p>
<p>Von beiden Parteien der Ost-West-Konfrontation wurde in der Folgezeit versucht, das Ausmaß des atomaren Wettrüstens durch das Schließen von Abkommen einzuschränken.<br />
1968 wurde unter anderem von den USA und der Sowjetunion der Atomwaffensperrvertrag (auch Nichtverbreitungsvertrag NVV genannt) unterzeichnet. Dieser sieht vor, dass Staaten, die bisher keine Atomwaffen besitzen, diese auch in Zukunft nicht besitzen sollen, während Staaten, die schon im Besitz von Atomwaffen sind, ihre Atomwaffenarsenale abrüsten . Die BRD trat dem NVV kurz darauf bei. Der Vertrag ist bis heute gültig.</p>
<p>1979 wurde der NATO-Doppelbeschluss gefasst. Die NATO-Staaten boten der Sowjetunion Verhandlungen an, drohten gleichzeitig aber mit neuen Atomwaffen, sollten diese scheitern. Ab 1982 wurden in der BRD weitere Nuklearwaffen stationiert.</p>
<p><strong>Ende des atomaren Wettrüstens</strong></p>
<p>1987 wurden von den USA und der Sowjetunion Verträge über die Vernichtung und ein Produktionsverbot aller Raketen mit Reichweiten unter 5500 Kilometer unterzeichnet (INF-Verträge). Mit dem Ende des Kalten Krieges kam es zu einer weitgehenden nuklearen Abrüstung in Mitteleuropa:<br />
Aus dem Gebiet der DDR wurden im Juni 1991 alle sowjetischen Atomwaffen abgezogen.<br />
In Westeuropa sind heute noch einige hundert Atomwaffen stationiert, davon 20 in (West-)Deutschland.</p>
<p>Diese 20 nuklearen Sprengköpfe werden in Büchel (Rheinland-Pfalz) gelagert. Sie werden dort von US-amerikanischen Soldaten bewacht. Im Kriegsfall müsste der US-Präsident den Einsatz der Waffen „freigeben“. Dann würden die Waffen auf Kampfflugzeuge der Bundeswehr aufgeladen und durch deutsche Soldaten abgeworfen.</p>
<p><strong>Alles, was recht ist?</strong></p>
<p>An der Rechtmäßigkeit der in Deutschland stationierten Atomwaffen bestehen massive Zweifel:<br />
Der Atomwaffensperrvertrag wie auch der 2+4-Vertrag, der die deutsche Wiedervereinigung regelt, sehen vor, dass die BRD keine Atomwaffen besitzen darf. Im Falle eines Einsatzes der in Deutschland stationierten Atomwaffen würden jedoch deutsche Soldaten die Waffen abwerfen, was im Widerspruch zu den genannten Verträgen steht.</p>
<p>Viel entscheidender ist jedoch die politische Kritik: Der Ost-West-Konflikt ist vorbei und trotzdem möchte die NATO sich immer noch nicht von der Strategie der Abschreckung durch Atomwaffen verabschieden. Dadurch wird es schwierig, gegenüber bisher atomwaffenfreien Staaten zu rechtfertigen, weshalb diese keine Atomwaffen entwickeln sollten – denn in dem Nichtverbreitungsvertrag haben sich die Atomwaffenstaaten zur Abrüstung verpflichtet.<br />
Mit Atomwaffen ist immer die Gefahr eines Unfalls verbunden, bei dem ein Sprengkopf explodieren könnte. In der Vergangenheit sind bereits mehrfach Unfälle mit Atomwaffen vorgekommen. Einige davon sind dokumentiert, doch es ist anzunehmen, dass ähnliche Vorfälle öfter auftreten, als öffentlich bekannt wird.</p>
<p><strong>Widerstand</strong></p>
<p>Diese Argumente erklären, weshalb sich die deutliche Mehrheit der Bevölkerung Deutschlands (75-95%) gegen die Stationierung von Atomwaffen in Deutschland ausspricht. Dass die Waffen noch nicht abgezogen sind, ist ein Armutszeugnis für den deutschen Parlamentarismus. Trotz des unermüdlichen Einsatzes vieler Initiativen, gibt es derzeit keine öffentliche Debatte über den Abzug der Atomwaffen. Auch die Bevölkerungen der großen Atommächte Russland und USA sind mehrheitlich für die Abschaffung von Atomwaffen in der Welt.</p>
<p>Friedensinitiativen setzten sich schon 1958 mit Massenkundgebungen gegen die Stationierung von Atomwaffen in Deutschland ein, die kurz zuvor durch den Bundestag erlaubt worden war. Die Friedensbewegung wuchs in der Folgezeit, und erreichte ihren bisherigen Höhepunkt in den 70er und 80er Jahren, als Hunderttausende gegen die atomare Bedrohung demonstrierten. Ein Atomkrieg drohte die Welt innerhalb kürzester Zeit unbewohnbar zu machen.<br />
Auch heute setzen sich noch zahlreiche Initiativen für den Abzug der Atomwaffen ein, beispielsweise die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) oder die Internationalen Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs (IPPNW). Auch dieses Jahr wird sich Widerstand in Form zahlreicher Aktionen und Kundgebungen zeigen. Unter anderem ist ein Aktionscamp in Büchel vom 23. August bis zum 1. September geplant.</p>
<p>Paul Brettel</p>
<p>Paul Brettel (20) studiert Physik in Freiburg, hat aber noch keine Atombombe gebaut. Er ist stellvertretender Bundesvorsitzender der JungdemokratInnen / Junge Linke.</p>
<p>Weitere Informationen zum Thema Atomwaffen sind unter <a href="http://www.atomwaffenA-Z.info">www.atomwaffenA-Z.info</a> zu finden.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.jugendzeitung.net/blog/leserinnenbrief-atomwaffen-sichern-den-frieden/">LeserInnenbrief und Antwort</a></li>
</ul>
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		<title>Zwangdienst? – Ich bin doch nicht blöd!</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Mar 2008 16:34:50 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[„Männer können vom vollendeten achtzehnten Lebensjahr an zum Dienst in den Streitkräften, im Bundesgrenzschutz oder in einem Zivilschutzverband verpflichtet werden. Wer aus Gewissensgründen den Kriegsdienst mit der Waffe verweigert, kann zu einem Ersatzdienst verpflichtet werden.“ – so steht es im Grundgesetz Artikel 12a. Doch warum solltest du wertvolle Zeit deines Lebens für einen Zwangsdienst verschwenden? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>„Männer können vom vollendeten achtzehnten Lebensjahr an zum Dienst in den Streitkräften, im Bundesgrenzschutz oder in einem Zivilschutzverband verpflichtet werden. Wer aus Gewissensgründen den Kriegsdienst mit der Waffe verweigert, kann zu einem Ersatzdienst verpflichtet werden.“</em> – so steht es im Grundgesetz Artikel 12a. Doch warum solltest du wertvolle Zeit deines Lebens für einen Zwangsdienst verschwenden? Dein Leben gehört schließlich dir!<br />
<span id="more-56"></span><br />
Es gibt viele Gründe den Kriegsdienst zu verweigern. Wer nicht zum Töten von Menschen ausgebildet werden möchte, keine Lust hat, Befehlen kritiklos gehorchen zu müssen oder nicht als erwachsener Mensch durch Schlammgruben kriechen möchte &#8211; der sollte den Kriegsdienst verweigern. 2007 haben das rund 161.500 Menschen gemacht. Doch auch für andere Zwangdienste wie Zivildienst gilt: Du wirst gezwungen deine Zeit für eine Sache zu opfern, die du vielleicht gar nicht willst. Der Staat erwartet, dass er über neun Monate deines Lebens verfügen kann. Du kannst den Zwangsdiensten aber entgehen!</p>
<p>Sowohl Kriegs- als auch Zivildienst dauern neun Monate – zuvor kommt aber die Musterung. Bei der Musterung soll festgestellt werden, ob du überhaupt “tauglich“ bist – schon der Begriff zeigt, dass du als Menschenmaterial angesehen wirst. Die Musterung wird von der Bundeswehr durchgeführt und besteht aus einer medizinischen Untersuchung sowie Intelligenztests und neuerdings auch Gesprächen mit Bundeswehrangehörigen. Diese Gespräche sollen Klarheit schaffen über deine Bereitschaft, der Armee zu dienen – generell wird erst einmal davon ausgegangen, dass jeder zur Armee möchte. Doch schon vor der Musterung kann mann einiges tun um dem Zwangsdienst zu entgehen: Das Kreiswehrersatz gibt dir einen Termin zur Musterung – ohne Terminrücksprache mit dir. Für gute Freunde lässt man andere Termine ausfallen, aber ist das Kreiswehrersatzamt dein Freund? Als Kriegsdienstgegner bist du schließlich viel beschäftigt. Später werden die Aufforderungen, zu einem bestimmten Termin zu erscheinen, etwas unfreundlicher. Wenn du krank bist &#8211; hol dir eine ärztliche Krankschreibung. Auszubildende können das Erreichen des ersten Drittels der Ausbildungsdauer als Grund für das Nicht-Erscheinen angeben. Wenn du der Musterung mehrmals ohne von der Armee akzeptierter Gründe fern bleibst, musst du damit rechnen, ohne Vorankündigung von der Bundeswehr abgeholt und zwangsgemustert zu werden.</p>
<p>Die beste Vorbereitung auf die Musterung ist der Besuch beim Arzt oder bei der Ärztin – dort erhältst du vielleicht ein ärztliches Attest. Viele Ärzt/innen wissen, dass man nach der Bundeswehr nicht mehr ganz gesund (im Kopf) ist und sind bereit, dir zu helfen. Am besten du hörst dich vorher um, damit du einen guten Arzt findest. Auch wenn du dich in bester Verfassung fühlst – denk an die Armee um dir deiner Leiden bewusst zu werden. Schon ein verheilter Knochenbruch oder eine Sehhilfe können eine Abstufung bei der Tauglichkeit bewirken.</p>
<p>Wenn die Bundeswehr weiß, dass du Zivildienst machen willst, dann versucht sie dich für den Zivildienst als „tauglich“ zu mustern – auch wenn du für die Armee „untauglich“ wärst. Eine Ungleichbehandlung, die es offiziell gar nicht geben dürfte. Sag am besten, du wüsstest noch nicht, was du machen möchtest. Nach der Musterung dauert es meist einige Wochen bis du in einem Brief erfährst, wie du gemustert wurdest. Solltest du „tauglich“ sein, ist dir &#8211; nachdem du das ganze Trara mit der Musterung durchgemacht hast &#8211; natürlich klar geworden, dass du auf keinen Fall zur Bundeswehr gehen kannst – aus gewissen Gründen. Stelle daher deinen Antrag auf Kriegsdienstsverweigerung – der Antrag muss begründet sein, im Internet finden sich dazu einige Mustervorlagen. Um sicherzugehen, dass er angenommen wird, solltest du deinen Antrag aber individuell schreiben. Studierst du im dritten Semester, kannst du bis zum Ende des Studiums nicht mehr eingezogen werden. Dein 25.Geburtstag ist die Grenze, ab der du generell nicht mehr zum Zwangsdienst verpflichtet werden kannst.<br />
Insgesamt findest du im Internet viele Informationen, was deine Musterung, deine Einberufung, etc. behindern kann. Bis auf seltene Einzelfälle muss niemand, der keine Lust hat, neun Monate seines Lebens dem Staat schenken.</p>
<p>Lena Zirkel</p>
<p>Weitere Infos gibt es bei der Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär unter <a href="http://www.kampagne.de">www.kampagne.de</a></p>
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		<title>„Ziviler Ungehorsam“? &#8211; Was ist das eigentlich?</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Mar 2008 16:33:24 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[April/Mai 2008]]></category>
		<category><![CDATA[Pazifismus und Gewaltfreiheit]]></category>

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		<description><![CDATA[&#34;Muss der Bürger auch nur einen Augenblick, auch nur ein wenig, sein Gewissen dem Gesetzgeber überlassen? Wozu hat denn jeder Mensch ein Gewissen? Ich finde wir sollten erst Menschen sein, und danach Untertanen. Man sollte nicht den Respekt vor dem Gesetz pflegen, sondern vor der Gerechtigkeit.“ (David Thoreau, 1849)

Ziviler Ungehorsam fängt da an, wo aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>&quot;Muss der Bürger auch nur einen Augenblick, auch nur ein wenig, sein Gewissen dem Gesetzgeber überlassen? Wozu hat denn jeder Mensch ein Gewissen? Ich finde wir sollten erst Menschen sein, und danach Untertanen. Man sollte nicht den Respekt vor dem Gesetz pflegen, sondern vor der Gerechtigkeit.“</em> (David Thoreau, 1849)<br />
<span id="more-55"></span><br />
Ziviler Ungehorsam fängt da an, wo aus Überzeugung gegen ein Gesetz, eine Handlung eines Unternehmen o.ä. Befehle oder Anordnungen nicht durchgeführt werden.<br />
In diesem Sinne ist ziviler Ungehorsam gewaltfreier Widerstand, die Ungehorsamen sagen: „Wir stellen uns euch in den Weg, weil wir nicht wollen, dass ihr euren Auftrag erfüllt!“ Sie lassen sich auf eine körperliche Konfrontation nicht ein.<br />
Auf der so genannten Eskalations-Skala stellt Ziviler Ungehorsam die nächste Ebene nach der Demonstration dar. Denn es ist eine Sache öffentlich seine Meinung zu sagen &#8211; sich aber mittels zivilen Ungehorsams gegen etwas zu stellen, erfordert weitaus mehr Mut. Deshalb ist es auch sinnvoll sich gemeinsam in Bezugsgruppen auf Aktionen des zivilen Ungehorsams vorzubereiten und diese zu üben. Außerdem hat dies den Vorteil, dass man hinterher nicht alleine der Repression, also der Verfolgung (meist) durch den Staat ausgeliefert ist. Abhängig von der konkreten Aktion ist hinterher evtl. mit Strafanzeigen, Bußgeldern, o.ä. zu rechnen. Dem sollte man sich von vornherein bewusst sein.</p>
<p>Beispiele für Aktionen des zivilen Ungehorsams finden wir viele in der Geschichte der Menschheit: Von Mahatma Ghandis gewaltfreien Aktionen gegenüber den britischen Kolonisatoren in Indien dürften die meisten schon gehört haben. Der von Ghandi angeregte massenhafte zivile Ungehorsam zwang Großbritannien schließlich dazu, seine indische Kolonie aufzugeben.<br />
Doch es gibt auch aktuelle Beispiele für massenhaften zivilen Ungehorsam: Jedes Jahr können tausende Menschen gegen die Transporte von radioaktivem Abfall mobilisiert werden, die mittels verschiedenster Methoden des zivilen Ungehorsams ihre Ablehnung gegen die Atomenergie zum Ausdruck bringen. Blockade-Aktionen kommen sehr häufig vor und sind auch am bekanntesten. Die „Block-G8 Kampagne“ gegen den G8-Gipfel im letzten Jahr in Heiligendamm an der Ostsee setzte auf eine ähnliche Strategie: Tausende Menschen strömten durch die Felder zum abgeriegelten Ostseedörfchen und blockierten die Zufahrtsstraßen. Die Polizei konnte die Blockade-Aktionen nicht verhindern: Es waren schlicht zu viele ungehorsame Menschen unterwegs.<br />
In Aktionen des zivilen Ungehorsams äußert sich ein entschlossener, aber dennoch gewaltfreier Protest gegen die herrschenden Verhältnisse.</p>
<p>BRiB</p>
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		<title>Urananreicherung: Globale Atomgeschäfte made in Germany</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Mar 2008 16:31:53 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[April/Mai 2008]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel, Atomkraft und Energie]]></category>

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		<description><![CDATA[Deutschland versorgt Atomkraftwerke in aller Welt
„Akrobatisch gegen Atomkraft“ , „Uranzug 7 Stunden gestoppt“ : Die Kletter-Aktion der Atomkraftgegnerin Cécile sorgte im Januar für Schlagzeilen. In der utopia erklärt Cécile, warum internationaler Widerstand gegen globale Atomgeschäfte wie die Urananreicherung nötig ist. (Anm. der Redaktion)

Anfang der Atomspirale
Atomkraft kommt nicht aus dem Nichts. Man benötigt wie bei anderen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Deutschland versorgt Atomkraftwerke in aller Welt</strong></p>
<p><em>„Akrobatisch gegen Atomkraft“</em> , <em>„Uranzug 7 Stunden gestoppt“</em> : Die Kletter-Aktion der Atomkraftgegnerin Cécile sorgte im Januar für Schlagzeilen. In der utopia erklärt Cécile, warum internationaler Widerstand gegen globale Atomgeschäfte wie die Urananreicherung nötig ist. (Anm. der Redaktion)<br />
<span id="more-54"></span><br />
<strong>Anfang der Atomspirale</strong><br />
Atomkraft kommt nicht aus dem Nichts. Man benötigt wie bei anderen fossilen Energien Rohstoffe – in der Regel Uran. Uran kommt u.a. aus Afrika, Kanada oder Australien und wird unter schrecklichen Bedingungen abgebaut. Zahlreiche Einwohner/innen erkranken an den Folgen der Radioaktivität. Dieses Uran wird dann z.B. in Deutschland „angereichert“ und zu Brennelemente für Atomkraftwerke (AKW) weiterverarbeitet.</p>
<p><strong>Wie Atommüll „verschwindet“</strong><br />
Das in der Natur vorkommende Uran besteht zum größten Teil aus Uran-235 (0,7%) und Uran-238 (99,3%). In der deutschen Urananreicherungsanlage (UAA) Gronau werden derzeit jährlich etwa 1800 Tonnen Uran angereichert. Das heißt, dass der prozentuale Anteil vom spaltbaren Uran-235 erhöht wird. Damit Atomkraftwerke laufen können, muss dieser Anteil bei ungefähr 5% liegen. Bei der Urananreicherung entsteht jede Menge Atommüll, vor allem sogenanntes abgereichertes Uran.</p>
<p>Der Staat hat sich deshalb einige Tricks ausgedacht, um den Atommüll „verschwinden“ zu lassen. Aus den Augen aus dem Sinn, abgereichertes Uran aus Gronau wird nach Russland exportiert. Es soll angeblich in Sibirien weiter verarbeitet werden. Tatsächlich lagern tausende Tonnen radioaktiven Atommülls dort unter freiem Himmel und verseuchen die Umwelt. Pro Transport werden bis zu 1000 Tonnen Uran in Form von Uranhexafluorid (UF6) nach Russland befördert. Sowohl der Transport als auch die Lagerung stellen eine Gefahr für die Umwelt dar: Das UF6 ist schwach radioaktiv und bildet in Verbindung mit Sauerstoff hochätzende Fluorsäure.</p>
<p><strong>Globale Atomgeschäfte statt Atomausstieg</strong><br />
„Atomausstieg? Alles Lüge!“ steht auf Antiatom-Buttons. Nicht ohne Grund, denn über die Geschäfte der Urenco, Betreiberfirma der UAA Gronau, wird im so genannten Atom-Konsens gekonnt hinweggesehen. Dabei stellt die Urananreicherung einen wichtigen Bestandteil der internationalen Atomgeschäfte dar. Nicht nur deutsche AKW werden mit Brennstäben beliefert, sondern auch zahlreiche französische und amerikanische.<br />
Die UAA Gronau wird jetzt sogar ausgebaut. Zukünftig sollen bis zu 4500 Tonnen Uran jährlich angereichert werden, damit können ca. 35 AKW versorgt werden – weit mehr als in Deutschland stehen.</p>
<p><strong>Widerstand</strong><br />
Widerstand gegen diese Politik ist nötig. Atomtransporte bieten zahlreiche Möglichkeiten für öffentlichen Protest. Direkte Aktionen sind Sand im Getriebe der Atomlobby. Es gibt zahlreiche Aktionsformen und Orte des Widerstands. Ohne Transporte, kein Uran, keine Brennelemente,&#8230;<br />
Fantasie ist eine Waffe: Wer hätte gedacht, dass zwei Bäume, ein Seil und etwas Luftakrobatik einen Transport für 7 Stunden stilllegen würde? Stellt euch quer!</p>
<p>Eichhörnchen Cécile</p>
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		<title>Anna, wasch ab, Arthur, bring den Müll runter!</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Mar 2008 16:29:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[April/Mai 2008]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus und Geschlechterverhältnisse]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Regierung hat es geschafft: Einführung und Förderung der „Elternzeit“ für das männliche Elter sowie der „Girl&#8217;s Day“ haben sämtliche Geschlechtsunterschiede nivelliert. „Frauen füllen Führungspositionen genauso gut wie Männer“, jubelt Ursula von der Leyen, Ministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Gewieft fragt sie LeserInnen ihres Rundbriefs zur Wanderausstellung „Rollenbilder im Wandel“, ob ihnen nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Regierung hat es geschafft: Einführung und Förderung der „Elternzeit“ für das männliche Elter sowie der „Girl&#8217;s Day“ haben sämtliche Geschlechtsunterschiede nivelliert. „Frauen füllen Führungspositionen genauso gut wie Männer“, jubelt Ursula von der Leyen, Ministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Gewieft fragt sie LeserInnen ihres Rundbriefs zur Wanderausstellung „Rollenbilder im Wandel“, ob ihnen nicht der Verdacht erwachsen könne, „eine Frau sei unter Umständen nicht in der Lage die gleiche Leistung wie eine männliche Kraft zu bringen”; die Frage beantwortet sie selbst:<br />
<span id="more-53"></span><br />
<em>„Überkommene Rollenvorstellungen und gleichberechtigte Teilhabe sind schwer miteinander zu vereinen“</em> , so von der Leyen. Während der schwarze Teil der großen Koalition also noch mit den Nachwirkungen der Emanzipationswelle der 68er zu kämpfen hat, sieht die SPD bereits schwarz. Die einen wollen Frau-hinter-den-Herd-Ideale nicht aufgeben, die anderen können die Gleichstellung von Mann und Frau mit eben jenen nicht “vereinbaren”. Soweit die Geschlechterdebatte in der politischen Klasse.</p>
<p><strong>Aufstand im sozialen Schlaraffenland</strong></p>
<p>Warum das weibliche Geschlecht immer noch auf Maßnahmen zur Verbesserung der Situation pocht, scheint unklar. Schließlich haben es die Frauen so gut wie nie zuvor: Die Hälfte aller weiblichen Lohnabhängigen darf in einem Teilzeitarbeitsverhältnis Geld verdienen; dieses Privileg wird nur jedem zehnten Mann zu Teil. Die politisch korrekte Formulierung ”-innen” hat Einzug in die Begrüßungen derer gehalten, die seriös wirken möchten. Dass diese widerwillig vorgetragene, weil geschlechtergerechte Anrede oftmals mehr nach Parodie als aufgeklärtem Ernst klingt, ist nebensächlich. Flaute also auch am Arbeitsplatz und in der Öffentlichkeit.</p>
<p><strong>Phrasenbrei</strong></p>
<p>Geschlechtsneutrale Ausdrücke wie “Memme” oder “Mimose” sind in der Alltagssprache – und vor allem in der Jugendsprache &#8211;  durch ein “du Pussy” ersetzt worden. Angsthasen werden zu “Mädchen”, die weibliche Entsprechung des “Frauenhelds” ist die “Schlampe”. Dabei warnten SprachwissenschaftlerInnen wie Victor Klemperer schon vor  Jahren davor, dass täglich benutzte Wendungen und Worte rückwirkend unser Denken beeinflussen. Ausdrücke, die Personengruppen – in diesem Fall Frauen und Mädchen – mit bestimmten Verhaltensweisen in Verbindung bringen, tragen nachhaltig dazu bei, bestimmte unbewusste Bilder aufzubauen und zu festigen. Düstere Lage also auch in der Kommunikation.</p>
<p><strong>-ismus und Bestätigung</strong></p>
<p>Die beschriebenen Phänomene lassen sich unter dem Begriff des “Sexismus” summieren. Dieser schwammig wirkende “-ismus” beinhaltet allerdings äußerst reale Missstände. Auf eine Satzlänge verdichtet werden bei sexistischen Handlungen Personen aufgrund ihres Geschlechts bevor- oder benachteiligt. Allerdings geht das, was in den Pool sexistischen Denkens und Handelns fällt, weit über einfache Benachteiligung oder Bevorzugung hinaus: Frauen, die lediglich zum Lustobjekt machohafter Begierde herabgestuft werden, sind ebenso Opfer sexistischer Riten wie Männer, denen nach einem Tränenausbruch in der Öffentlichkeit jeder Anspruch auf Respekt verwehrt wird. Bilder, die leider allzu oft aufgefrischt werden: Bücher wie “Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken” gehen tausendfach über den Ladentisch, Spezialistinnen wie Eva Hermann schütten neues Öl ins Feuer. Die Verantwortung für die Lösung des Problems wird allerdings oft abgegeben: MinisterInnen wie Ursula von der Leyen werden dem Problem schon Herr (!) werden. Doch das “Problem” ist nur in den krassesten Ausformungen ein greifbares. Die Wurzel liegt in erlernten und sozialisierten Denkweisen. Diese Stereotypen gilt es zu durchbrechen, falls Antisexismus nicht nur ein Wort bleiben soll. Also: Augen auf bei der nächsten auf herrlich-dämlichem Nährboden erwachsenen Konfliktsituation!</p>
<p>Hannes (18) lebt in der nordbayerischen Provinz. Wenn er nicht gerade in der 12. Klasse sitzt, reist er durch die “Republik” und was sich ihr in allen Himmelsrichtungen anschließt.</p>
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		<item>
		<title>Rätsel: Männer und Fußball</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Mar 2008 16:27:15 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[April/Mai 2008]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus und Geschlechterverhältnisse]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine kleine Geschichte
Ein Vater fuhr einmal mit seinem Sohn zum Fußballländerspiel; mitten auf einem Bahnübergang blieb der Wagen stehen. In der Ferne hörte man schon den Zug pfeifen. Voller Verzweiflung versuchte der Vater, den Motor wieder anzulassen, aber vor Aufregung schaffte er es nicht, sodass das Auto von dem heranrasenden Zug erfasst wurde. Ein Krankenwagen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eine kleine Geschichte</strong></p>
<p>Ein Vater fuhr einmal mit seinem Sohn zum Fußballländerspiel; mitten auf einem Bahnübergang blieb der Wagen stehen. In der Ferne hörte man schon den Zug pfeifen. Voller Verzweiflung versuchte der Vater, den Motor wieder anzulassen, aber vor Aufregung schaffte er es nicht, sodass das Auto von dem heranrasenden Zug erfasst wurde. Ein Krankenwagen jagte zum Ort des Geschehens und holte die beiden ab. Auf dem Weg ins Krankenhaus starb der Vater. Der Sohn lebte noch, aber sein Zustand war sehr ernst; er musste sofort operiert werden. Kaum im Krankenhaus angekommen, wurde er in den Operationsraum gefahren, wo schon das Dienst habende Chirurgenteam wartete. Als sie sich jedoch über den Jungen beugten, sagte Dr. Mayer mit erschrockener Stimme: „Ich kann nicht operieren &#8211; das ist mein Sohn!“</p>
<p>Verwirrt? Dann lies dir den Text noch einmal in Ruhe durch…</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Gedicht: no-man in a man&#8217;s so</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Mar 2008 16:26:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[April/Mai 2008]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus und Geschlechterverhältnisse]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie sagten, ich sei ein Junge,
und Jungen weinen nicht.
Sie sagten, ich sei ein Junge,
und Jungen wissen immer weiter.
Sie sagten ich sei ein Junge,
und Jungen sind kalt und berechnend
Sie sagten, ich sei ein Junge,
und Jungen stehen auf Mädchen.

Sie sagten, ich sei ein Junge,
denn Jungen haben einen Schwanz.
Sie sagten, ich sei ein Junge,
und Jungen dürfen mehr als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie sagten, ich sei ein Junge,<br />
und Jungen weinen nicht.<br />
Sie sagten, ich sei ein Junge,<br />
und Jungen wissen immer weiter.<br />
Sie sagten ich sei ein Junge,<br />
und Jungen sind kalt und berechnend<br />
Sie sagten, ich sei ein Junge,<br />
und Jungen stehen auf Mädchen.<br />
<span id="more-51"></span><br />
Sie sagten, ich sei ein Junge,<br />
denn Jungen haben einen Schwanz.<br />
Sie sagten, ich sei ein Junge,<br />
und Jungen dürfen mehr als andere.<br />
Das war es, was sie sagten,<br />
mir ständig wiederholten -<br />
und was war nur mit mir?</p>
<p>Ich war voller Gefühle,<br />
die ich nicht verstecken konnte,<br />
noch dieses wirklich wollte.<br />
Ich weinte, wenn mir danach war.<br />
Ich war weich und schwach,<br />
wusste oft, zu oft nicht weiter,<br />
war hilflos mehr als einmal.<br />
Ich streichelte auch die gern,<br />
die sie zu Jungen machten.</p>
<p>Nach alledem wusste ich:<br />
ich bin kein Junge -<br />
ich bin ein Mensch.<br />
Und das ist eine Entscheidung.</p>
<p>espi</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Kommentar: Immer nur Schwarzer</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Mar 2008 16:24:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[April/Mai 2008]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus und Geschlechterverhältnisse]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist kaum zu glauben: Das war kein gemeiner Bruch des Presse- und Werberechts und auch kein Titanic-Scherz. Alice Schwarzer ist nicht in ihrem Büro Amok gelaufen und hat auch keine AnwältInnen auf die BILD gehetzt. Nein, sie hat ernsthaft und freiwillig – nicht etwa „zwangsprostituiert“ &#8211; für die BILD geworben. Dafür, dass diese Zeitung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist kaum zu glauben: Das war kein gemeiner Bruch des Presse- und Werberechts und auch kein Titanic-Scherz. Alice Schwarzer ist nicht in ihrem Büro Amok gelaufen und hat auch keine AnwältInnen auf die BILD gehetzt. Nein, sie hat ernsthaft und freiwillig – nicht etwa „zwangsprostituiert“ &#8211; für die BILD geworben. Dafür, dass diese Zeitung die Wahrheit ausspricht. Wahrheiten, wie die, dass das Seite 1-Girl Sonja (19) gerne Kirschen isst und sich in Höschen ablichten lässt.<br />
<span id="more-50"></span><br />
Es gibt heute immer noch viel zu sagen für FeministInnen. Leider. Und leider kommt nur eine zu Wort: Alice Schwarzer. Es scheint die deutsche Medienlandschaft zu überfordern die breite und vielfältige feministische Bewegung wahrzunehmen. Sucht man eine Feministin, fragt man die Schwarzer. Wobei fraglich ist, ob diese überhaupt noch als solche zu bezeichnen ist.<br />
So verkam die Emma im Wahlkampf 2005 zum Werbeblatt der CDU. Genau, zu der Partei, die meistens das konservative christliche Familienbild, von der Frau als Mutter (und Hausfrau) zeichnet. Aber dass die CDU zufällig eine Frau zur Spitzenkandidatin kürte, reichte Frau Schwarzer scheinbar. Dass Sexismus, Rassismus, Antisemitismus und andere Unterdrückungsformen eng zusammenhängen und sie nur wirksam zusammen zu bekämpfen sind, hat Frau Schwarzer offensichtlich nie verstanden. Es ist an der Zeit dass die Öffentlichkeit erkennt, dass Feminismus mehr als Schwarzer ist.</p>
<p>Christoph Müller</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Alle vier Sekunden ein Mord</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/globalisierung-und-internationales/alle-vier-sekunden-ein-mord/</link>
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		<pubDate>Sun, 23 Mar 2008 16:21:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[April/Mai 2008]]></category>
		<category><![CDATA[Globalisierung und Internationales]]></category>

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		<description><![CDATA[Millionen Menschen sterben an Hunger – obwohl es eigentlich genug Nahrung gibt
Jedes Jahr sterben laut Bericht der FAO, der Food and Agricultural Organization (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen), etwa 8 Millionen Menschen an Hunger &#8211; das sind über 20.000 Menschen am Tag, 15 Menschen pro Minute: Alle 4 Sekunden stirbt ein Mensch den qualvollen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Millionen Menschen sterben an Hunger – obwohl es eigentlich genug Nahrung gibt</strong></p>
<p>Jedes Jahr sterben laut Bericht der FAO, der Food and Agricultural Organization (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen), etwa 8 Millionen Menschen an Hunger &#8211; das sind über 20.000 Menschen am Tag, 15 Menschen pro Minute: Alle 4 Sekunden stirbt ein Mensch den qualvollen Hungertod. Oftmals sind diese Menschen noch im Kindesalter. Der Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen trifft Kleinkinder und stillende Mütter in einem besonderen Maße: Jährlich überleben sechs Millionen Jungen und Mädchen ihre Kindheit nicht. Weil schon die Mutter an Unterernährung leidet, kommen die Kinder bereits mit schwerwiegenden Störungen ihres Stoffwechsels zur Welt. Sie sind deshalb sehr anfällig für Krankheiten wie Durchfall, Lungenentzündung, Malaria oder Masern. Würden sie nach ihrer Geburt eine bessere Ernährung erhalten, könnten sie von solchen Krankheiten problemlos geheilt werden. <span id="more-49"></span><br />
Während das Problem in unserem westlichen Alltagsüberfluss oft untergeht und hier immer mehr Menschen unter den Folgen von Übergewicht leiden, verursacht der Hunger besonders in den Ländern des globalen Südens &#8211;  in Afrika, Lateinamerika und Asien jeden Tag ein unvorstellbares Leid. Diese Situation ist weder natürlich, noch „Gott gegeben“, sondern Menschen gemacht! Es gibt heute keinen „objektiven Mangel an Gütern“ mehr auf der Welt. Im Gegenteil: Es herrscht Überfluss. Die Erde könnte schon heute bei gleichbleibender landwirtschaftlicher Produktion ohne Probleme doppelt so viele Menschen ernähren, wie auf der Erde leben. Das macht der letzte Bericht der FAO von 2005 deutlich. Jean Ziegler, der vor kurzem aus dem Amt geschiedene Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für das Recht auf Nahrung kommt angesichts dieser dramatischen Fakten zu dem Schluss: „Ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet.“<br />
Die Hunger- und Entwicklungshilfe der Industrienationen ist kaum mehr als medien-wirksame Augenwäscherei. Die Staatsverschuldungen der Entwicklungsländer führen dazu, dass die betreffenden Länder einen großen Teil ihrer Wirtschaftsleistung für Zinszahlungen an das Ausland aufbringen müssen. So zahlen die Länder der so genannten Dritten Welt jedes Jahr deutlich mehr Geld an die Industrienationen, als diese ihnen durch Hilfsprogramme zukommen lassen. Würden die PolitikerInnen des globalen Nordens tatsächlich den Welthunger bekämpfen wollen, würden sie den Entwicklungsländern ihre Schulden entlassen. Auf den Reichtum der Industrienationen würde sich dies kaum auswirken.<br />
Drei Viertel der von „schwerer Unterernährung“ betroffenen Menschen leben auf dem Land. Oft in Ländern mit vielen natürlichen Rohstoffen und für die Landwirtschaft guten klimatischen Bedingungen. Diese Tatsache verstärkt das Paradoxon des Hungers unserer Zeit. Die Menschen, die in Brasilien hungern, können auf ihren Feldern nicht die Lebensmittel anbauen, die sie benötigen, weil diese von großen, europäischen oder nordamerikanischen Konzernen gekauft wurden. Sie bauen auf den brasilianischen Feldern Soja an, dass später als Trockenmittel für die Rinder, die für den Fleischkonsum der Industrienationen des Nordens gezüchtet werden, weiterverkauft wird.<br />
In der gegenwärtigen Form fördern Handel und Globalisierung den Hunger. Die Staaten des globalen Nordens geben jedes Jahr Milliarden Dollar aus, um den Export ihrer landwirtschaftlichen Produktion zu subventionieren (d.h. finanziell zu unterstützen). LandarbeiterInnen in Afrika, die jeden Tag unter brennender Hitze auf ihren Feldern arbeiten, haben keine Chance gegen diese Subventionen anzukommen. Heute ist auf einem afrikanischen Markt das subventionierte, europäische Gemüse viel billiger, als das von den Bauern und Bäuerinnen im Umkreis angebotene. Millionen LandarbeiterInnen in Afrika sehen deshalb keine Chance mehr sich zu ernähren und versuchen mit letzter Kraft nach Europa zu fliehen, um irgendeine Arbeit für ein bisschen Essen zu finden. Wenn wir nicht jetzt anfangen die Absurdität unserer bestehenden Weltordnung zu bekämpfen, wird sich an diesen grausamen Zuständen nichts ändern.</p>
<p>Christoph Müller (21) ist Student der Sozialwissenschaften in Hannover und bei attac aktiv.</p>
<p><strong>Quellen und Buchtipps:</strong></p>
<ul>
<li>Jean Ziegler – Wie kommt der Hunger in die Welt? &#8211; cbt Verlag</li>
<li>Jean Ziegler – Das Imperium der Schande – Pantheon Paperbacks</li>
<li>Susan George – WTO: Demokratie statt Drakula – vsa Verlag</li>
<li>FIAN &#8211; Wirtschaft global – Hunger egal? &#8211; vsa Verlag</li>
</ul>
<p><strong>Weblinks:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://www.fao.org">Welternährungsorganisation FAO</a></li>
<li><a href="http://www.fian.de">FIAN-Deutschland e.V. &#8211; Mit Menschenrechten gegen den Hunger</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Das privatisierte Wissen</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/ausgaben/aprilmai-2008/das-privatisierte-wissen/</link>
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		<pubDate>Sun, 23 Mar 2008 16:17:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[April/Mai 2008]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft und Soziales]]></category>

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		<description><![CDATA[Was haben Raubkopierer und Aidskranke in Afrika gemeinsam? Sie haben ein Problem mit geistigem Eigentum. Sie werden zu Verbrecher/innen erklärt oder sie können sich die überlebenswichtigen Medikamente nicht leisten, weil diese patentiert sind. Dabei wäre es eigentlich kein Problem, das Wissen frei verfügbar zu machen.

Die Privatisierung des Wissens
Wissen ist eine tolle Sache. Wenn ich mein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was haben Raubkopierer und Aidskranke in Afrika gemeinsam? Sie haben ein Problem mit geistigem Eigentum. Sie werden zu Verbrecher/innen erklärt oder sie können sich die überlebenswichtigen Medikamente nicht leisten, weil diese patentiert sind. Dabei wäre es eigentlich kein Problem, das Wissen frei verfügbar zu machen.<br />
<span id="more-48"></span></p>
<p><strong>Die Privatisierung des Wissens</strong></p>
<p>Wissen ist eine tolle Sache. Wenn ich mein Wissen weitergebe, schadet es mir nichts. Wenn die anderen das Wissen weitergeben, wissen es bald alle. In der Fachsprache nennt man das Nicht-Rivalität und Nicht-Ausschließbarkeit. Daran könnte sich die Welt erfreuen, gäbe es nicht kapitalistische Unternehmen, die das Wissen privatisieren.<br />
Mit freiem Wissen lassen sich keine Profite machen. Deshalb wird es verknappt, zu einer Ware gemacht. Um die Besitzansprüche deutlich zu machen wird dem Wissen auch ein neuer Name gegeben: Geistiges Eigentum.<br />
Nehmen wir das Beispiel Musik: Ist ein Stück erstmal geschrieben und eingespielt, so ließe sich die Musik beinahe kostenlos verbreiten, z.B. über das Internet. Alle Menschen mit Internetzugang könnten sich an der Musik erfreuen, die Musiker/innen haben keinen Nachteil dadurch, dass alle Welt sich ihre Musik anhört – vielleicht freuen sie sich sogar selbst.<br />
Jetzt kommt die Musik-Industrie und erklärt alle Menschen zu Verbrecher/innen, die nicht bereit sind, der Musik-Industrie für ein paar Musiktücke viel Geld in den Rachen zu werfen – als würde diese nicht schon genügend Profite einstreichen. Die Musiker/innen müssen schließlich bezahlt werden, wie soll das passieren? Oft wird ein Bild gezeichnet, als sei das nur möglich, wenn Wissen privatisiert ist.</p>
<p><strong>Es gibt Alternativen</strong></p>
<p>Wie aber kann sichergestellt werden, dass Wissen frei ist, trotzdem aber neue Musik, neue Software und neue Medikamente erfunden werden?<br />
Freie Software zeigt beispielhaft, dass viele Menschen auch ohne finanzielle Anreize bereit sind, neue Sachen zu entwickeln. Wenn ihnen ein gewisser Lebensunterhalt gesichert ist, sind sie nicht gezwungen andere Arbeiten zu machen und haben Spaß daran, neue Software zu entwickeln. Und wenn alle zusammenarbeiten, geht es wesentlich schneller, als wenn alle zueinander in Konkurrenz stehen und sich gegenseitig verheimlichen, was sie herausgefunden oder programmiert haben.<br />
Auch Musiker/innen haben Spaß, eigene Musik zu machen. Um ihnen einen ausreichend Lebensunterhalt zu finanzieren, gibt es den Vorschlag der Kultur-Flatrate. Hier zahlt jede/r Internetnutzer/in einen geringen monatlichen Beitrag und kann dann soviel Musik herunterladen, wie er oder sie möchte. So wird ein angemessener Lohn für die Künstler/innen genauso garantiert wie der freie Zugang zu der Musik.<br />
Bei der Entwicklung neuer Medikamente gegen lebensbedrohliche Krankheiten möchte man sich vielleicht nicht darauf verlassen, dass Menschen dies in ihrer Freizeit tun. Aber auch hier wären andere Finanzierungsmechanismen vorstellbar, Patente sind nicht alternativlos. So könnten Prämien für die Entwicklung neuer Medikamente gezahlt werden, welche danach von allen Unternehmen günstig produziert werden könnten.<br />
Oder die Forschung wird direkt öffentlich finanziert. Die Allgemeinheit würde die Forscher/innen bezahlen, dafür wären die Medikamente aber wesentlich günstiger, daher profitiert die Allgemeinheit auch davon. Und für die Forscher/innen ist es ohnehin egal, ob sie von einem Unternehmen oder von der Allgemeinheit bezahlt werden. Von den Patenten profitieren sie kaum, sondern in erster Linie die großen Pharma-Konzerne.</p>
<p><strong>Gegen die Kapitalinteressen</strong></p>
<p>Im Software- oder Musikbereich ist das nicht viel anders. Geistige Eigentumsrechte sichern die Interessen der großen Konzerne ab. Die Verbraucher/innen gucken dabei in die Röhre. Dabei gibt es genügend Alternativen, wie Wissens-„Erzeugung“ anders organisiert werden könnte. Es liegt an uns, solche Vorschläge gegen die Kapital-Interessen durchzusetzen und Realität werden zu lassen.</p>
<p>Felix W.</p>
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