<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Utopia &#124; Jugendzeitung für eine herrschaftslose und gewaltfreie Gesellschaft &#187; Januar/Februar 2010</title>
	<atom:link href="http://www.jugendzeitung.net/kategorie/ausgaben/januarfebruar-2010/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.jugendzeitung.net</link>
	<description>herrschaftslos, gewaltfrei</description>
	<lastBuildDate>Fri, 13 Jan 2012 12:27:19 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.9.2</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>„Biste schwul, oder was?!“</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/sexismus-und-geschlechterverhaltnisse/%e2%80%9ebiste-schwul-oder-was%e2%80%9c/</link>
		<comments>http://www.jugendzeitung.net/sexismus-und-geschlechterverhaltnisse/%e2%80%9ebiste-schwul-oder-was%e2%80%9c/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 24 Jan 2010 15:16:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arno_nym</dc:creator>
				<category><![CDATA[Januar/Februar 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus und Geschlechterverhältnisse]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jugendzeitung.net/?p=1570</guid>
		<description><![CDATA[‘Schwule Sau’ oder ‘Scheiß Lesbe’ sind Bezeichnungen, an die sich leider schon viele ‘Betroffene’ gewöhnt haben. Auch die regelmäßige Schändung des Mahnmals zur Erinnerung an die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen sowie gewaltsame Übergriffe gegen Les.bi.schwul.trans sind leider traurige Realität.

Trotz rechtlicher Fortschritte (bspw. Homoehe), offen homosexueller Menschen in Politik und Medien und Christopher Street Days (CSD) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>‘Schwule Sau’ oder ‘Scheiß Lesbe’ sind Bezeichnungen, an die sich leider schon viele ‘Betroffene’ gewöhnt haben. Auch die regelmäßige Schändung des Mahnmals zur Erinnerung an die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen sowie gewaltsame Übergriffe gegen Les.bi.schwul.trans sind leider traurige Realität.</strong><br />
<span id="more-1570"></span><br />
Trotz rechtlicher Fortschritte (bspw. Homoehe), offen homosexueller Menschen in Politik und Medien und Christopher Street Days (CSD) in fast jeder größeren Stadt ist der gesellschaftliche Umgang mit nicht heterosexuellen Menschen immer noch von Diskriminierung und Ablehnung geprägt.</p>
<p>Es scheinen zwei parallele gesellschaftliche Entwicklungen von sich zu gehen. Zum einen eine Liberalisierung und selbstverständliche Anerkennung von nicht heterosexuell lebenden Menschen, zum anderen eine zunehmende Ablehnung bis hin zu gewaltsamen Bekämpfung von allen Lebensformen, die nicht in das Bild einer heterosexuellen Durchschnittsfamilie passen. Im Folgenden werden die Formen und das Ausmaß der Diskriminierungen dargestellt. Zudem wird daran anschließend der Begriff der Homophobie einmal kritisch hinterfragt, um für aktuelle und zukünftige soziale Kämpfe gerüstet zu sein.</p>
<p><strong>Alle anders, alle gleich?!?</strong><br />
Als am 1. August 2001 das Lebenspartnerschaftsgesetz – kurz: “Homoehe” – in kraft trat, prophezeiten liberale gesellschaftliche Gruppen die abgeschlossene Emanzipation der Homosexuellen. Zwar wurde damit im bürgerlichen Recht die Partnerschaft von gleichgeschlechtlichen Menschen anerkannt und sie bekamen wichtige Rechte, jedoch ist die Homo- gegenüber der Hetero-Ehe in viele Bereichen nicht gleichgestellt. Der Staat fördert immer noch die ‘klassische Kleinfamilie’.<br />
In vielen Bereichen werden Homosexuelle immer noch benachteiligt. So dürfen sie bspw. kein Blut spenden, da sie wie DrogengebraucherInnen und SexarbeiterInnen der Hochrisikogruppe zugeordnet werden. Natürlich kann man beim Fragebogen seine sexuelle Orientierung einfach verleugnen, aber gerade diese Verleugnung ist immer noch prägend für den Alltag von gleichgeschlechtlich orientierten Menschen. Es ist leider ein trauriges Faktum, dass Les.bi.schwul.trans-Personen im Laufe ihrer Sozialisation darauf geprägt wurden, ständig ihr Verhalten zu kontrollieren und nur an ‘ungefährlichen’ Orten oder in ‘ungefährlichen’ Situationen ihre grundlegenden Bedürfnisse nach Nähe und Zärtlichkeit offen zu zeigen. Diese ständige Kontrolle des eigenen Verhaltens zeigt nur zu deutlich, dass die gesellschaftliche Akzeptanz von homosexuellen Lebensweisen immer noch nicht verwirklicht ist!<br />
Auch in der medialen Öffentlichkeit gibt es oft unterschwellige Homophobie; eine offen homophobe Stimmungsmache ist aber glücklicherweise nicht mehr möglich. Die verdeckte Homophobie ist am Beispiel des offen schwulen Bürgermeisters von Berlin festzumachen. Er wird häufig nicht für seine politischen Projekte oder Ansichten kritisiert, sondern dafür, dass er der “Partybürgermeister” sei. Hier schlägt die homophobe Assoziationskette – schwul = ewige Party mit CSDs, sexueller Ekstase etc. – voll durch. Im heterosexuellen Mainstream ist die Assoziationskette Homosexualität = egoistischer Individualismus und Heterosexualität = auf das Gemeinwohl ausgerichtet immer noch dominant.</p>
<p><strong>Wer hasst ‘uns’ eigentlich so?</strong><br />
Einige Hinweise auf die Frage, wer homosexuelle Lebensweisen ablehnt bzw. sie nicht akzeptiert, gibt der Forschungsbericht der Antidiskriminierungsstelle der Bundes. So lehnen die traditionellen und die Mainstream-Milieus eine vollständige Gleichberechtigung ab und sehen oftmals auch keine Notwendigkeit eines besonderen Diskriminierungsschutzes. Zusammen machen diese Milieus ca. 53% der Gesamtbevölkerung der BRD aus.<br />
Tiefenpsychologisch gesehen dient Homophobie der Abwehr von ‘Ängsten’. Je geringer das Selbstwertgefühl, die soziale Integration und die soziale Lage eines Menschen sind, desto stärker ist sein homophobes Verhalten. Auch spielt die Angst vor den eigenen homosexuellen Anteilen eine Rolle. Eine Studie aus den USA zeigte 1996, dass 54,3% der homophoben Männer eindeutig erregt waren beim Anschauen von sexuellen Handlungen zwischen Männern. Auch die Angst, emotional berührt zu werden und die Infragestellung des traditionellen Männlichkeitsideals bzw. der heterosexistischen Normenvorstellungen erzeugen Ablehnung. Nicht zu unterschätzen ist die Angst vor sozialer Unsicherheit und das Streben nach Macht. Homosexuelle sind dann eine Gruppe die vermeintlich noch schwächer ist.</p>
<p><strong>Homophobie oder Heterosexismus?</strong><br />
Der Begriff Homophobie leitet sich aus dem Griechischen (homo = gleich und phobos = Angst/Phobie) ab. Der Begriff kam mit der 2. Lesben- und Schwulenbewegung in den 1970er Jahren nach Deutschland und fand Verwendung als politischer Kampfbegriff. In den Sozialwissenschaften hat sich der Begriff des Heterosexismus jedoch durchgesetzt. Dies hat folgende Gründe:<br />
Grundsätzlich impliziert der Begriff der Homophobie, dass die Ablehnung von Homosexuellen eine Krankheit sei, er pathologiesiert die sozialen Handlungen also. Damit wird die Verantwortung für das Handeln abgelehnt bzw. auf die angebliche Krankheit verwiesen.<br />
Zudem erkennen PhobikerInnen ihre Ängste als übertrieben an, HomophobikerInnen betrachten die Ablehnung jedoch als gerechtfertigt.<br />
Auch ist das Ergebnis einer Phobie die Vermeidung, das Ergebnis von Homophobie ist jedoch Aggression. Darüber hinaus besitzen Menschen mit Phobien einen inneren Leidensdruck und wünschen diesen zu verändern, homophobe Menschen hingegen erzeugen Leidensdruck bei anderen Menschen.<br />
Der Begriff des Heterosexismus wurde in der BDR seit den 1980er Jahren verwendet. Die Verwendung sollte eine Parallele zu den Begriffen Sexismus und Rassismus schaffen und die schwierige Verknüpfung mit Phobie (als psychologischer Störung) überwinden.<br />
Heterosexismus beschreibt die oft subtile gesellschaftliche Neigung und das ideologische System, jede Form von Identität, Verhalten, Beziehung oder Gemeinschaft, welche nicht eindeutig der auf Heterosexualität basierenden sozialen Norm entspricht, zu verleugnen, verunglimpfen und zu stigmatisieren. Heterosexismus verweist somit auf Chauvinismus als Ursache des ablehnenden Verhaltens und schließt bisexuelle, transgender, aber auch androgyne Menschen mit ein.<br />
Vor allem das System der heterosexuellen Zweigeschlechtlichkeit mit den dazugehörigen Implikationen, was weiblich und was männlich sei, ist damit Ursache der Ablehnung. Genau hier muss angesetzt werden: Nur wenn das System der Heteronormativität aufgebrochen wird, kann es eine vollständige Akzeptanz von Les.bi.schwul.trans-Menschen geben. Es bleibt also viel zu tun!</p>
<p><strong>Torsten Schulte</strong></p>
<div id="kasten">
<h3>Christopher Street Day</h3>
<p>Wenn wir uns mit der Geschichte der Schwulen- und Lesbenbewegung auseinandersetzen, führt kein Weg am „Stonewall Riot“ in New York vorbei. Es gab zwar schon früher Auseinandersetzungen und Kampagnen doch dies war das erste Mal das so etwas in aller Öffentlichkeit passierte. Für die amerikanischen Lesben und Schwulen spielten Bars und Kneipen als kulturelle und soziale Zentren schon immer eine wichtige Rolle. Dementsprechend wurden die Bars der Szene immer wieder Opfer von sehr gewalttätigen und manchmal sogar tödlichen Durchsuchungen der Polizei. Im Staat New York gab es sogar ein Gesetz, das jede Frau und jeden Mann dazu zwang, mindestens drei Kleidungsstücke zu tragen, die zu dem Geschlecht, mit dem sie geboren wurden, „passe“.<br />
Am 28. Juni 1969 wurde die Schwulen-Bar „Stonewall Inn“ auf der Christopher Street im New Yorker Stadtteil Greenwich Village von der Polizei gestürmt und durchsucht. In Folge der Razzia brachen Ausschreitungen aus, die den Stadtteil für fünf Tage lahmlegten. Die Queers (siehe Artikel „Was ist eigentlich Queer?“) waren nicht mehr länger Opfer sondern begannen sich zu wehren und gaben gleichzeitig den Startschuss für das, was wir heute oftmals in Deutschland die „Schwulen- und Lesbenbewegung“ nennen. So entstanden, nach dem Stonewall Riot, Gruppen wie die „Gay Liberation Front“. Nach der Christopher Street wurde auch der traditional jedes Jahr stattfindende internationale Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag, der Christopher Street Day, benannt.</p>
<p><strong>BRiB</strong>
</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jugendzeitung.net/sexismus-und-geschlechterverhaltnisse/%e2%80%9ebiste-schwul-oder-was%e2%80%9c/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Warmlaufen für den Tag X</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/klimawandelatomkraft-und-energie/warmlaufen-fur-den-tag-x/</link>
		<comments>http://www.jugendzeitung.net/klimawandelatomkraft-und-energie/warmlaufen-fur-den-tag-x/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 24 Jan 2010 15:12:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arno_nym</dc:creator>
				<category><![CDATA[Januar/Februar 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel, Atomkraft und Energie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jugendzeitung.net/?p=1568</guid>
		<description><![CDATA[Noch in diesem Jahr könnten die ersten Atommülltransporte ins atomare Zwischenlager Ahaus fahren. Anti-Atom-Initiativen aus dem Münsterland bereiten Protestaktionen vor.

Trotz trüben Wetters zogen am vergangenen Sonntag 150 AtomkraftgegnerInnen protestierend durch Ahaus. Schon am 7. November gab es im Rahmen eines bundesweiten Aktionstags gleich mehrere Anti-Atom-Aktionen im Münsterland: am Nachmittag demonstrierten AktivistInnen vor der Bezirksregierung am [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Noch in diesem Jahr könnten die ersten Atommülltransporte ins atomare Zwischenlager Ahaus fahren. Anti-Atom-Initiativen aus dem Münsterland bereiten Protestaktionen vor.</strong><br />
<span id="more-1568"></span><br />
Trotz trüben Wetters zogen am vergangenen Sonntag 150 AtomkraftgegnerInnen protestierend durch Ahaus. Schon am 7. November gab es im Rahmen eines bundesweiten Aktionstags gleich mehrere Anti-Atom-Aktionen im Münsterland: am Nachmittag demonstrierten AktivistInnen vor der Bezirksregierung am Münsteraner Domplatz und übergaben symbolisch mehrere gelbe Atommüllfässer; am Abend gab es dann direkt vor dem atomaren Zwischenlager in Ahaus, 45 Kilometer westlich der Domstadt, eine spontane Demonstration von 50 UmweltschützerInnen. Die AtomkraftgegnerInnen aus dem Münsterland laufen sich für die anstehenden Castor-Transporte warm.<br />
Über 300 Atommüllbehälter sollen demnächst zur Zwischenlagerung nach Ahaus gebracht werden. Das bereits 1982 in Betrieb genommene Atommülllager ist momentan nur zu zehn Prozent ausgelastet, die ersten Transporte zur Füllung des Lagers könnten schon Ende Dezember rollen. Die Genehmigung zur Einlagerung von Betriebs- und Stilllegungsabfällen aus deutschen Atomkraftwerken erteilte die Bezirksregierung am 11. November 2009. Über die genaue Herkunft und die Zahl der Transporte schweigt sich die Stelle aus. An die Öffentlichkeit gelang jedoch, dass mindestens 150 Atommüllbehälter aus dem Kernforschungszentrum Jülich bei Aachen nach Ahaus gebracht werden sollen. Der Versuchreaktor Jülich wurde bereits 1988 aufgrund zahlreicher Störfälle abgeschaltet und befindet sich im Rückbau – die verstrahlten Baustoffe sollen in Ahaus eingelagert werden. Ob die Transporte per Zug oder per Lastwagen-Konvoi abgewickelt werden, ist noch unbekannt.<br />
Darüber hinaus erwarten UmweltschützerInnen weitere 150 Castoren mit dem Zug aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague. „Es wird allein aus Frankreich mindestens ein halbes Dutzend Transporte geben“, fürchtet Matthias Eickhoff, Sprecher des Bündnisses “Münsterland gegen Atomanlagen”. Um die Fahrt durch das dicht besiedelte Ruhrgebiet zu vermeiden, wird der Zug – wie bei den Gorleben-Transporten – quer durch Hessen und dann Richtung Westen ins Münsterland fahren. Matthias Eickhoff warnt indes vor den neuen Transportbehältern, die bei den kommenden Ahaus-Castoren aus Frankreich erstmals zum Einsatz kommen sollen. Diese seien nur unzureichend getestet. Kritisiert wird auch die Geheimhaltungstaktik der Behörden, die die Bevölkerung nie über anstehende Transporte informieren und die Gefahren herunterspielen: „Falls etwas passiert, werden die meisten Menschen nicht wissen, was sie tun sollen“, so der Sprecher.<br />
Die staatlichen Sicherheitskräfte bereiten sich auf große Protestaktionen vor: Bereits am vergangenen Sonntag war die Polizei gleich mit einer ganzen Hundertschaft bei der Demonstration in Ahaus. Am Tag der Transporte werden mehrere tausend Polizisten im Einsatz sein. Auch der Verfassungsschutz rechnet mit Auseinandersetzungen und beschwört gewalttätige Aktionen seitens der AtomkraftgegnerInnen herauf. Von der Repression lassen sich die Anti-Atom-Initiativen aber nicht abschrecken und planen gleich mehrere Aktionen gegen die anstehenden Transporte: Bis Freitag wird es jeden Abend eine Mahnwache am atomaren Zwischenlager geben. Für den 20. Dezember rufen Anti-Atom-Initiativen bundesweit zur Großdemonstration nach Ahaus auf. Auch am Samstag nach dem „Tag X“, dem ersten Transport ins Zwischenlager Ahaus, soll demonstriert werden. „Wenn die Termine der Transporte bekannt sind, wird es weitere Aktionen geben“, kündigte der Sprecher des Bündnisses “Münsterland gegen Atomanlagen” zudem an.</p>
<p><strong>Michael Schulze von Glaßer</strong></p>
<p><em>Weitere Informationen:</em><br />
<a href="http://www.kein-castor-nach-ahaus.de">kein-castor-nach-ahaus.de</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jugendzeitung.net/klimawandelatomkraft-und-energie/warmlaufen-fur-den-tag-x/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Was ist eigentlich Queer?</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/sexismus-und-geschlechterverhaltnisse/was-ist-eigentlich-queer/</link>
		<comments>http://www.jugendzeitung.net/sexismus-und-geschlechterverhaltnisse/was-ist-eigentlich-queer/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 24 Jan 2010 15:10:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arno_nym</dc:creator>
				<category><![CDATA[Januar/Februar 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus und Geschlechterverhältnisse]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jugendzeitung.net/?p=1566</guid>
		<description><![CDATA[Queer ist komisch. Nicht nur ein komischer Begriff, sondern meint auch einfach etwas Komisches: Menschen, die sagen, sie können und wollen nicht einfach ein Geschlecht, eine Sexualität annehmen. Diese Menschen behaupten sogar, sie kämen ohne alle bürgerlichen Kategorien von Liebe und Sexualität aus.

In den 70er-Jahren war sexuelle Befreiung vor allen anderen Dingen die Loslösung von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Queer ist komisch. Nicht nur ein komischer Begriff, sondern meint auch einfach etwas Komisches: Menschen, die sagen, sie können und wollen nicht einfach ein Geschlecht, eine Sexualität annehmen. Diese Menschen behaupten sogar, sie kämen ohne alle bürgerlichen Kategorien von Liebe und Sexualität aus.</strong><br />
<span id="more-1566"></span><br />
In den 70er-Jahren war sexuelle Befreiung vor allen anderen Dingen die Loslösung von christlich-fundamentalistischen Werten wie Lustfeindlichkeit, Monoarmorie (Einehe) und Homophobie (Ablehung gleichgeschlechtlicher Liebe und Sexualität). Diese Ideale waren auch aus bürgerlicher Sicht längst überfällig, da es ja die Notwendigkeit, viele Kinder zu produzieren, gesellschaftlich nicht mehr gab. Auch stimmen die neuen Errungenschaften der Sexualität durchaus mit den Werten der europäischen Aufklärung, einer für das Bürgertum wichtigen Epoche des 18. Jhd., in der die Vernunft in den Mittelpunkt gerückt wurde, überein.<br />
Damit ist für den aufgeklärten Menschen auch wieder alles in Ordnung. Menschen haben von Natur aus ein Geschlecht und eine Sexualität. Diese sind reine Privatsache, müssen also auch nicht öffentlich verhandelt werden. Fortan gibt es eben nicht nur Frauenstrickabende, sondern eben auch Schwulenbars und Fitnessstudios für Lesben.</p>
<p>Und immer noch fühlten sich Menschen in dieser Welt nicht wohl. Sie passten immer noch nicht in diese jetzt “aufgeklärte” Welt. Denn einiges war ja immer noch verpönt. Sicherlich haben viele von euch das Ergebnis schon einmal gesehen: Menschen, die gebeugt gehen, weil sie als Mann doch lieber keinen Rock tragen sollen, oder vielleicht einfach eine Frau, die sich beschämt die Brüste verhüllt, wenn am Strand jemand hinschaut.<br />
Diese Menschen, die sich nun wirklich nicht zuordnen lassen wollten, behaupteten einfach, Natur hätte mit der Art und Weise, wie sie seien, reichlich wenig zu tun. Viel mehr seien es eben jene anderen, die davon überzeugt waren, Sexualität sei Privatsache, die gelichzeitig die Rollen, die andere im Leben zu spielen haben, mitbestimmten.</p>
<p>Michel Foucault hat prophezeit, immer wenn ein Merkmal von Menschen in der Gesellschaft anerkannt würde, würde die Nicht-Anerkennung aller noch nicht anerkannten Merkmale heftiger. So konnten sich alle, die jetzt eine gesellschaftlich anerkannte sexuelle Rolle hatten, über die empören, die diese nicht hatten. Männer und Frauen, Heteros – das sind Menschen, die immer nur Menschen vom jeweils anderen Geschlecht sexuell ansprechend finden – und Schwule konnten sich nun über diese anderen “Unentschiedenen”, die mit keiner der angebotenen Rollen klar kamen, mokieren. Sie nannten diese anderen dann einfach „komisch“, english „queer“. Und irgendwann nahmen die so Beleidigten das Wort auf. Sie nahmen es nicht mehr als Beleidigung an, sondern waren vielmehr stolz darauf, queer zu sein.</p>
<p>Heute ist queer sein natürlich schwerlich ein Problem. Jeder ist queer, bei einigen bedeutet das einfach keine so große Abweichung von den Rollen der Aufklärung. Einige wenige wollen aber immer noch nicht queer sein. Sie halten “die Natur” hoch, wie vorher die christlichen FundamentalistInnen ihren Gott. Sie reihen sich damit in diese Denktradition ein, und werden gleichsam bürgerliche FundamentalistInnen. Wie das aber funktioniert, ist eine andere Geschichte, und wird an anderer Stelle erzählt: In dem Artikel „Was ist eigentlich Dogmatismus?“.</p>
<p><strong>Felix B.</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jugendzeitung.net/sexismus-und-geschlechterverhaltnisse/was-ist-eigentlich-queer/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Anarchosyndikalismus in Spanien</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/anarchie-und-alternativen/anarchosyndikalismus-in-spanien/</link>
		<comments>http://www.jugendzeitung.net/anarchie-und-alternativen/anarchosyndikalismus-in-spanien/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 24 Jan 2010 15:09:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arno_nym</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anarchie und Alternativen]]></category>
		<category><![CDATA[Januar/Februar 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft und Soziales]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jugendzeitung.net/?p=1564</guid>
		<description><![CDATA[Der spanische Bürgerkrieg gilt als eines der wenigen Beispiele, in denen anarchistische Ideen im größeren Rahmen in die Praxis umgesetzt wurden. Wir sprachen mit Carlos Javier Cuenca und Matías Tres von der anarcho-syndikalistischen Gewerkschaft CNT aus Spanien.

In den 1930er Jahren versuchten Militärs um General Franco in Spanien die Macht zu übernehmen. Daraufhin kam es zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der spanische Bürgerkrieg gilt als eines der wenigen Beispiele, in denen anarchistische Ideen im größeren Rahmen in die Praxis umgesetzt wurden. Wir sprachen mit Carlos Javier Cuenca und Matías Tres von der anarcho-syndikalistischen Gewerkschaft CNT aus Spanien.</strong><br />
<span id="more-1564"></span><br />
<strong>In den 1930er Jahren versuchten Militärs um General Franco in Spanien die Macht zu übernehmen. Daraufhin kam es zum Bürgerkrieg. Welche Rolle spielte die CNT?</strong></p>
<p>Die Rolle der CNT war einer der wichtigsten im Bürgerkrieg, da sie die grösste Gewerkschaft war, mit beinahe zwei Millionen Mitgliedern. Diese Gewerkschaft hatte eigene Produktionsmittel, bewaffnete Milizen und bewundernswerte Infrastrukturen. Es war das erste Mal in der Geschichte Spaniens, dass dank einer anarcho-syndikalistischen Organisation die Machtübernahme durch das Militär in Barcelona verhindert wurde.<br />
Zu Beginn des Bürgerkriegs hatten die anarchistischen Milizen der CNT mehr oder weniger die Unterstützung der Behörden, da sie die ersten waren die gegen den Franco-Aufstand kämpften. Damals hatten die Kommunisten etwa drei Prozent der Stimmen bei den Wahlen.<br />
Am 19 Juli 1936, wurde der Putsch in den wichtigsten Städten Spaniens zurückgedrängt, zum Beispiel in Barcelona, Valencia, Madrid… Und die Arbeiter nutzten diese Gelegenheit um eine soziale Revolution in manchen Regionen zu starten. Es wurden viele Produktionsmittel vergesellschaftet, die meisten Chefs von den Firmen verschwanden, und die Arbeiter organisierten ohne jegliche kapitalistische Struktur die Produktion für die Bevölkerung und den Bürgerkrieg. Alles war selbstverwaltet, und in vielen dieser Dörfer wurde sogar das Geld abgeschafft. Noch heute erinnern sich viele der älteren Personen an diese Zeit. Die anarchistische CNT wollte nicht nur den Krieg gewinnen, sondern eine soziale Revolution durchführen, die den freiheitlichen Kommunismus als Ziel hatte.</p>
<p>Zu Beginn der Republik waren die Kommunisten eine eher kleine politische Fraktion, doch Stalin schaffte es mit Waffenlieferungen und Propaganda, dass das neue kommunistische Regime die Milizen unter ihre Kontrolle brachte. Die CNT ging niemals auf dieses Spiel ein, das von Anfang an von der Sowjetunion kontrolliert war. Der Konflikt zwischen der autoritären kommunistischen Fraktion und den Anarchisten eskalierte im Mai 1937. Ab diesem Zeitpunkt verlor die revolutionäre Bewegung in Spanien ihre Kraft, und schliesslich führte dies zum Untergang der Republik und zum Sieg Francos.</p>
<p>Nach der Machtübernahme durch General Franco wurde die CNT verboten. Haben die Leute dann einfach aufgegeben?<br />
Viele Genossen wurden dazu gezwungen, ins Exil zu reisen, in Länder wie Frankreich, Mexico, Argentinien… Aber viele der Leute, die in Spanien blieben, versteckten sich in den Bergen und kämpften weiter gegen das Franco-Regime. Propagandistische Aktionen innerhalb Spaniens waren sehr kompliziert und gefährlich, man versuchte immer wieder heimlich Informationsblätter in das Land zu schmuggeln. Es waren sehr schwere Zeiten, da das uneingeschränkt herrschende Franco-Regime die Arbeiterbewegung stark unterdrückte und viele Todesstrafen bis 1975 vollstreckte. Der lezte der Ermordeten war der bekannte Anarchist Salvador Puig Antich, der Banken beklaute um heimlich die Arbeiterbewegung zu finanzieren, und gegen das Regime kämpfte.</p>
<p><strong>Du hast viel über die Vergangenheit gesagt. Heute gibt es die CNT wieder. Wie ist es dazu gekommen und was macht ihr heute?</strong></p>
<p>Wir reden viel über die Vergangenheit, da wir erstens, nicht die Fehler dieser Vergangenheit wiederholen wollen, und zweitens, weil wir denken, dass ein Volk, das seine eigene Geschichte nicht kennt, sehr wahrscheinlich diese wiederholen wird. Als Franco starb war die CNT eine über die ganze Welt zerstreute Organisation, die kaum eine Basisinfrastruktur hatte. In der Zeit zwischen 1975 und 1978, als die CNT wieder legalisiert wurde, organisierten sich die Leute langsam um wieder von null anzufangen.</p>
<p>Die CNT, damals wie heute, unterscheidet sich von den anderen Gewerkschaften darin, dass sie keine Staatsgelder annimmt, nicht bei den Betriebsratswahlen teilnimmt und keine Angestellten hat. Heute benutzen wir immer noch die Selbstverwaltung als Kampfstrategie.</p>
<p>In den letzten Jahren hatten wir sehr harte Arbeitskämpfe auf lokaler Ebene hier in Zaragoza, zum Beispiel der Konflikt mit der Möbelfirma Dibus oder mit Ryanair, in dem es zu illegalen Festnahmen und Einschränkungen der Pressefreiheit kam. Dadurch, dass wir die stärkste Wirtschaftskrise seit 1929 erleben, wächst unsere Organisation. Wir haben zur Zeit eine sehr junge Militanz, die durch die Erfahrung der älteren Militanten, die gegen das Franco-Regime gekämpft haben, ergänzt wird. Eins unserer internationalen Kampfmittel ist die IAA (Internationale Arbeiter Assoziation), deren aktuelles Sekretariat hinter Gittern sitzt.</p>
<p><strong>Vielen Dank für das Interview!</strong></p>
<p>Vielen Dank auch, dass ihr mit uns dieses Interview gemacht habt. Wir freuen uns sehr, dass es in Deutschland ein Interesse an unserer Bewegung gibt. Uns freut es sehr zu wissen, dass es auch in anderen Ländern Genossen gibt die Tag für Tag für diese schöne Utopie kämpfen. Salud y Anarquía!</p>
<p><strong>Interview: BRiB</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jugendzeitung.net/anarchie-und-alternativen/anarchosyndikalismus-in-spanien/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>ASJ: (Selbst)Organisierte Freiheit</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/anarchie-und-alternativen/asj-selbstorganisierte-freiheit/</link>
		<comments>http://www.jugendzeitung.net/anarchie-und-alternativen/asj-selbstorganisierte-freiheit/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 24 Jan 2010 15:06:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arno_nym</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anarchie und Alternativen]]></category>
		<category><![CDATA[Januar/Februar 2010]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jugendzeitung.net/?p=1562</guid>
		<description><![CDATA[Chronisch unorganisierter Anarchismus? Die Anarchistisch-Syndikalistische Jugend (ASJ) will das Gegenteil beweisen.
Dem Anarchismus haftet das Klischee der Unorganisiertheit seit jeher, und nicht immer völlig unbegründet, an wie Kaugummi. Seit mehreren Monaten befindet sich nun die Anarchistisch Syndikalistische Jugend (ASJ) im Aufbau. Diese Jugendorganisation, die der Freien ArbeiterInnen Union (FAU) nahe steht, hat zwar noch keine allgemeinen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Chronisch unorganisierter Anarchismus? Die Anarchistisch-Syndikalistische Jugend (ASJ) will das Gegenteil beweisen.</h3>
<p>Dem Anarchismus haftet das Klischee der Unorganisiertheit seit jeher, und nicht immer völlig unbegründet, an wie Kaugummi. Seit mehreren Monaten befindet sich nun die Anarchistisch Syndikalistische Jugend (ASJ) im Aufbau. Diese Jugendorganisation, die der Freien ArbeiterInnen Union (FAU) nahe steht, hat zwar noch keine allgemeinen Statuten und kein einheitlich verschriftlichtes Selbstverständnis. Die ASJ-Ortsgruppe Bonn umreißt ihren Gesellschaftsentwurf aber beispielsweise in ihrem eigenen Selbstverständnis: „Wir lehnen jegliche Form von Zwang oder Hierarchie ab und streben eine gewaltfreie, basisdemokratische und in allen Lebensbereichen selbstverwaltete Gesellschaft an.“<br />
<span id="more-1562"></span><br />
Neben Bonn gibt es auch in Herne/Recklinghausen, Duisburg, Münster, Düsseldorf und Berlin Ortsgruppen der ASJ. Außerdem befindet sich in Göttingen momentan eine ASJ-Gruppe in Gründung. Die nordrhein-westfälischen Gruppen bilden zusammen die Regionalföderation NRW. Sie treffen sich regelmäßig gemeinsam, planen den Aufbau der „Bewegung“ und neue Aktionen.</p>
<p>Zum ersten Mal im Licht der linksradikalen und anarchistischen Öffentlichkeit stand die ASJ Anfang September 2009, als die Gruppen aus NRW zusammen mit anderen linksradikalen Gruppen eine antinationale und libertäre Vorabenddemonstration zu den Aktionen gegen den „Nationalen Antikriegstag“ deutscher Neonazis am vierten und fünften September in Dortmund organisiert hatte.<br />
Aber auch sonst sind Mitglieder und auch ganze Gruppen an verschiedenen Demonstrationen und sozialen Kämpfen beteiligt. So zum Beispiel an Aktionen im Rahmen des Bildungsstreiks. Am Bildungsstreik gibt es innerhalb der ASJ jedoch auch Kritik. „Wir müssen hier sozialrevolutionäre Kritik am Bildungssystem als Teil der kapitalistischen Gesellschaft einbringen und Alternativen in Freiheit und Selbstverwaltung zum Gegenstand der Diskussionen machen“, erklärt ein ASJ-Mitglied und Bildungsstreikaktivist. Die Berliner ASJ-Ortsgruppe beteiligte sich außerdem an der „Antiwahlkampagne“ zur Bundestagswahl und unterstützt den Arbeitskampf der FAU Berlin und der Angestellten des Berliner Kinos „Babylon“. Dort setzen sich seit mehreren Monaten Beschäftigte gegen Ausbeutung und widrige Arbeitsbedingungen zur Wehr, wobei sie nicht nur auf Gegenwind durch die Geschäftsleitung stoßen, sondern sich auch mit der sozialpartnerschaftlichen Gewerkschaft ver.di herumschlagen müssen.</p>
<p>Außerhalb von Nordrhein-Westfalen bestehen zwar bislang noch keine flächendeckenden Strukturen der ASJ; Interessierte sind aber immer eingeladen, sich an Aktionen zu beteiligen und neue Ortsgruppen aufzubauen. „InteressentInnen aus Westdeutschland sollten sich am besten an die ASJ-NRW wenden, für den Bereich Ostdeutschland übernimmt die ASJ-Berlin den Kontakt“, erklärt eine Aktivistin der ASJ. Kontakt kann am besten über die Kontaktadressen auf den Websites aufgenommen werden.</p>
<p><strong>Felix H.</strong></p>
<p><em>Weiterführende Informationen und Kontakt:</em><br />
<a href="http://asjnrw.blogsport.de/">http://asjnrw.blogsport.de/</a><br />
<a href="http://asjberlin.blogsport.de/">http://asjberlin.blogsport.de/</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jugendzeitung.net/anarchie-und-alternativen/asj-selbstorganisierte-freiheit/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Trauer um Nazis</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/antifaschismus/trauer-um-nazis/</link>
		<comments>http://www.jugendzeitung.net/antifaschismus/trauer-um-nazis/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 24 Jan 2010 15:04:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arno_nym</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antifaschismus]]></category>
		<category><![CDATA[Januar/Februar 2010]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jugendzeitung.net/?p=1558</guid>
		<description><![CDATA[Der 13. Februar: Geschichtsrevisionismus und Europas größter Neonazi-Aufmarsch
Dresden im Februar. Tausende Neonazis marschieren in Reih und Glied durch die Stadt. Sie tragen schwarze Fahnen und Transparente, auf denen steht: „Der Bombenholocaust lässt sich nicht widerlegen“, „Großvater, wir danken dir“ oder „Ehre, wem Ehre gebührt“.

Jedes Jahr wieder treffen sich Nazis aller Couleur in Dresden. Kameradschaften aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Der 13. Februar: Geschichtsrevisionismus und Europas größter Neonazi-Aufmarsch</h3>
<p><strong>Dresden im Februar. Tausende Neonazis marschieren in Reih und Glied durch die Stadt. Sie tragen schwarze Fahnen und Transparente, auf denen steht: „Der Bombenholocaust lässt sich nicht widerlegen“, „Großvater, wir danken dir“ oder „Ehre, wem Ehre gebührt“.</strong><br />
<span id="more-1558"></span><br />
Jedes Jahr wieder treffen sich Nazis aller Couleur in Dresden. Kameradschaften aus allen Regionen Deutschlands, Militante neben Konservativen, „Heimatvertriebene“ neben den sogenannten Autonomen Nationalist_innen, Frauen, Männer, Junge, Alte &#8211; vereint in ihrer aggressiven Absicht, die Geschichte zu verdrehen. Jedes Jahr aufs Neue findet um den 14. Februar in Dresden Europas größter Neonazi-Aufmarsch statt. Dabei inszenieren die Nazis mit Wagner-Musik und stumpfem Schweigen einen Trauermarsch, um den Toten der Bombenangriffe seitens der Alliierten im Zweiten Weltkrieg zu gedenken. Sie lassen keinen Zweifel daran: Für sie sind nicht die deutschen Nationalsozialist_innen, die 6 Millionen Jüdinnen und Juden systematisch und industriell ermordet haben, die hunderttausende politisch Andersdenkende, Homosexuelle, Behinderte, Sinti und Roma ermordet haben und die den Zweiten Weltkrieg begonnen haben, den „totalen Krieg“ ausgerufen haben und viele Städte, wie Warschau, Wielun, Rotterdam und Coventry dem Erdboden gleich gemacht haben, die Täter_innen, sondern die Alliierten. Jene, die, um das größte Verbrechen der Menschengeschichte zu beenden, Krieg gegen das nationalsozialistische Deutschland führen mussten und denen Deutschland die Befreiung vom Nationalsozialismus zu verdanken hat.  </p>
<p>Doch nicht nur tausende unverbesserliche Neonazis inszenieren ihre Trauer, auch große Teile der Gesellschaft zeigen ihren Geschichtsrevisionismus (so nennt man eben diese Verdrehung der Geschichte) an diesem Tag deutlich. Viele Menschen aus der Dresdner Bevölkerung werden rund um den 14. Februar öffentliche Gedenkfeiern abhalten. Würde es sich hierbei lediglich um eine individuelle Trauer für Verstorbene und Angehörige handeln und der historische Kontext der Luftangriffe mitgedacht werden, dann wäre das auch vollkommen in Ordnung. Aber in Deutschland, das zeigt sich nicht nur in Dresden, gibt es einen weit verbreiteten nationalen Opfermythos, der geschichtsrevisionistisch und nationalistisch argumentiert. So wird auch bei den bürgerlichen Gedenkfeiern die singuläre deutsche Schuld relativiert, die Opferzahlen der Bomberangriffe ins Unermessliche erhöht, Bilder von der „unschuldigen Stadt Dresden“ konstruiert und die Gründe für den Angriff als nichtig dargestellt. Sie tun alles um zu verschleiern, was eigentlich klar ist: Wer Opfer und wer Täter_innen waren.</p>
<p>In den letzten Jahren haben sich in Dresden eine wachsende aktive Zivilgesellschaft und verschiedene antifaschistische Bündnisse entwickelt, die das nicht unkommentiert lassen wollen. Sie mobilisieren auch für 2010 wieder gegen den Neonazi-Aufmarsch und rufen dazu auf, gegen den Geschichtsrevisionismus aktiv zu werden. Gemeinsam wollen sie versuchen, den Naziaufmarsch mit Blockaden zu verhindern.</p>
<p><strong>Christoph M.</strong></p>
<p>Infos zu den Gegenaktivitäten: <a href="http://no-pasaran.mobi">no-pasaran.mobi</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jugendzeitung.net/antifaschismus/trauer-um-nazis/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wie Roma zu “Zigeunern” werden</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/migration-und-antirassismus/wie-roma-zu-%e2%80%9czigeunern%e2%80%9d-werden/</link>
		<comments>http://www.jugendzeitung.net/migration-und-antirassismus/wie-roma-zu-%e2%80%9czigeunern%e2%80%9d-werden/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 24 Jan 2010 15:01:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arno_nym</dc:creator>
				<category><![CDATA[Januar/Februar 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Migration und Antirassismus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jugendzeitung.net/?p=1556</guid>
		<description><![CDATA[Eine self-fulfilling prophecy der deutschen Abschiebepraxis
Zehn Jahre nach dem Ende des Kosovokriegs droht etwa 10.000 in Deutschland lebenden Roma die Abschiebung zurück in den Kosovo. Armut, Diskriminierung, Arbeitslosigkeit und Obdachlosigkeit erwarten sie dort.

Die Diskriminierung und rassistische Verfolgung von Roma hat in Europa eine lange Geschichte. Den grausamen Höhepunkt dieser Geschichte bildeten ihre Deportation in Konzentrationslager [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Eine self-fulfilling prophecy der deutschen Abschiebepraxis</h3>
<p><strong>Zehn Jahre nach dem Ende des Kosovokriegs droht etwa 10.000 in Deutschland lebenden Roma die Abschiebung zurück in den Kosovo. Armut, Diskriminierung, Arbeitslosigkeit und Obdachlosigkeit erwarten sie dort.</strong><br />
<span id="more-1556"></span><br />
Die Diskriminierung und rassistische Verfolgung von Roma hat in Europa eine lange Geschichte. Den grausamen Höhepunkt dieser Geschichte bildeten ihre Deportation in Konzentrationslager und der an 500.000 Sinti und Roma verübte Massenmord durch das nationalsozialistische Deutschland. Auf der Grundlage weitverbreiteter Vorurteile wurden die als faul, arbeitsscheu, exotisch und kriminell geltenden “Zigeuner” damals zu einer minderwertigen Rasse erklärt, verfolgt und getötet.<br />
Doch auch heute sind Roma vielfältigen Diskriminierungen ausgesetzt. Der europäischen Grundrechteagentur (FRA) zufolge handelt es sich bei den Roma um die größte, aber auch am häufigsten diskriminierte Minderheit in der EU: Ausgegrenzt in Ghettos in Ungarn oder Rumänien, ohne Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung, kriminalisiert durch staatliche Behörden. Mitglieder der europäischen “Mehrheiten” haben sich scheinbar problemlos daran gewöhnt, Roma in diesen Lebensumständen zu sehen. Auch in Deutschland tut man alles, um diese Gewohnheit beibehalten zu können: eine anstehende Massenabschiebung in den Kosovo bedroht die Existenzen von etwa 10.000 in Deutschland sesshaften Roma.<br />
Vor zehn, teilweise gar zwanzig Jahren flohen diese Menschen aus dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens nach Deutschland. Zu einer ersten Fluchtwelle kam es nach der Zersplitterung Jugoslawiens in etliche, nach Ethnien separierte Teilrepubliken. Die verbliebenen Roma lebten dort ohne eigenen Nationalstaat als Minderheiten. Ende der neunziger Jahre eskalierte im Kosovo der Konflikt zwischen der herrschenden serbischen Minderheit und der albanischen Mehrheit. Die Roma gerieten als drittgrößte Bevölkerungsgruppe zwischen die Konfliktparteien und wurden als mögliche Verbündete der jeweils gegnerischen Gruppe wahrgenommen. Sie wurden vertrieben und ihre Siedlungen zerstört, um eine Rückkehr zu verhindern.<br />
Ein Abkommen zwischen Deutschland und Kosovo regelt nun die Abschiebung von 10.000 hierher geflohenen Roma zurück in den Kosovo. Die Familien leben und arbeiten hier, viele Kinder können kein Serbisch, kein Albanisch, sondern sprechen Deutsch als Muttersprache. Im Kosovo droht den Rückkehrenden neben Diskriminierungen die Bedrohung ihrer nackten Existenz: zu fast hundert Prozent arbeitslos haben bereits Zurückgekehrte keinen Zugriff auf Gesundheitsversorgung, leben in Obdachlosigkeit, provisorischen Flüchtlingsunterkünften oder bestenfalls bei Verwandten. Roma-Kindern wird der Schulbesuch verwehrt. „Gab und gibt es deshalb keinen Aufschrei, weil sich die Öffentlichkeit schon so sehr an das Bild von in Wellblechhütten lebenden “Zigeunern” gewöhnt hat?“, fragt deshalb der Politologe Dirk Auer im Sammelband „Antiziganistische Zustände“ und fasst so zusammen, was auch in der deutschen Asylpolitik neuerlich zum Ausdruck kommt: Die Gewohnheit, den Roma die beständige Rolle der Ausgegrenzten zuzuweisen. „Zeigt sich hier vielleicht die Beharrlichkeit des Bildes von “Zigeunern” als einer nicht-sesshaften, verelendeten Gruppe von Analphabeten, für die Vertreibung und das Leben im Slum weniger dramatisch sind – weil sie es ja gewohnt sind?“</p>
<p><strong>Agnes</strong></p>
<p><em>Agnes (22) wundert sich von FfM aus über die Welt und studiert den Rest der Zeit.</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jugendzeitung.net/migration-und-antirassismus/wie-roma-zu-%e2%80%9czigeunern%e2%80%9d-werden/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

