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	<title>Utopia &#124; Jugendzeitung für eine herrschaftslose und gewaltfreie Gesellschaft &#187; November/Dezember 2008</title>
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		<title>Der Widerstand lebt!</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Nov 2008 08:35:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klimawandel, Atomkraft und Energie]]></category>
		<category><![CDATA[November/Dezember 2008]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Castor rollt ins Wendland. Eine ganze Region protestiert dagegen. Dieses Jahr geht’s ums Ganze.
Sie scheinen zum Ritual verkommen zu sein: die Proteste gegen die Atommüll-Transporte nach Gorleben. Demos, Sitzblockaden, Sabotage, Einbetonieren, Clownerien, Gottesdienste. Was wurde nicht schon alles versucht um den Castor zu verhindern? Dennoch ist jeder Castor-Transport anders. Auch in diesem Winter wird [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Castor rollt ins Wendland. Eine ganze Region protestiert dagegen. Dieses Jahr geht’s ums Ganze.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Sie scheinen zum Ritual verkommen zu sein: die Proteste gegen die Atommüll-Transporte nach Gorleben. Demos, Sitzblockaden, Sabotage, Einbetonieren, Clownerien, Gottesdienste. Was wurde nicht schon alles versucht um den Castor zu verhindern? Dennoch ist jeder Castor-Transport anders. Auch in diesem Winter wird es neue, kreative Aktionen geben. Für die Anti-Atomkraft-Bewegung könnte das zur Bewährungsprobe werden.</strong><br />
<span id="more-145"></span><br />
Schon über 30 Jahre wehrt sich die Bevölkerung gegen die Castor-Transporte ins Wendland. Doch dieses Jahr wird es Ernst: Der so genannte Atomausstieg steht auf der Kippe. Durch die Werbekampagnen der Atomindustrie sind viele Deutsche verunsichert, die CDU will den Wiedereinstieg in die Atomenergie.<br />
Und die Anti-Atomkraft-Bewegung? Die muss sich beim Castor-Transport zeigen. „Die Presse guckt da genau hin und nimmt das als Gradmesser“, sagt Jochen Stay. Er lebt seit 1992 im Wendland und ist heute Sprecher der Kampagne „X-tausendmal quer“, die Sitzblockaden gegen den Castor organisiert. Für dieses Jahr erwartet er deutlich mehr Menschen auf der Auftakt-Demonstration.</p>
<p style="text-align: justify;">Ein bunter Mix an Aktionen<br />
Wird es dieses Jahr neue Aktionsformen geben? „Das weiß man vorher nicht genau“, gibt Stay zu, aber es sei wahrscheinlich. Ansonsten gibt es das bewährte Widerstandsprogramm von der Auftaktdemo über Konzerte und die Sitzblockaden auf der Schiene bis hin zur Trecker-Demonstration.<br />
„Mich fasziniert, dass das quer durch die Bevölkerung geht“, erzählt Stay. Der Familienvater weiß, dass beim Protest alle dabei sind: vom Schüler bis zur Oma. „Die, die sonst die Stütze der Gesellschaft sind, begeben sich hier in Opposition.“ Und dieser Widerstand lebt nun schon seit über drei Jahrzehnten.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die fünfte Jahreszeit</strong><br />
Wer in der Castor-Zeit ins Wendland fährt, bemerkt zunächst große gelbe Kreuze in Form eines „X“. Sie stehen für den Widerstand gegen die Transporte, deren genauer Tag vorher nicht bekannt ist. Daher wird dieser Tag auch „Tag X“ genannt. Fast genauso oft sind Polizei-Autos zu sehen. Jedes Mal ist die Staatsgewalt mit einem riesigen Aufgebot aus dem gesamten Bundesgebiet vertreten. Der bislang teuerste Castor-Transport im Jahre 2001 kostete dem Staat 130 Mio. Mark.<br />
Die Allgegenwärtigkeit der Polizei beginnt schon einige Tage vor dem Transport. Ein normales Leben ist für die Bevölkerung nicht mehr möglich. Für sie ist das die „fünfte Jahreszeit“. Dennoch hat der Widerstand überlebt.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Erfolgsrezept? Da ist auch Jochen Stay ratlos. „Das ist schwer zu beantworten.“ Ein paar Theorien hat er aber dennoch. So seien die Proteste „nie nur ein Anti-Ding“ gewesen, sondern hätten immer auch aufgezeigt, wie es besser geht. Als Beispiel nennt er Kommune-Projekte, die im Wendland gestartet wurden.<br />
Einen weiteren Faktor sieht Stay darin, dass „immer neue Generationen nachkommen“. Einige Kinder saugen den Protest „wie mit der Muttermilch“ auf, andere erfahren über die Schule davon. Jedes Jahr findet auch eine Schüler/innen-Demonstration statt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Demo statt Schule</strong><br />
Organisiert wird die Demo von einer Vorbereitungsgruppe aus rund 20 Schülerinnen und Schülern. Paula Schanz (Name auf Wunsch geändert) ist seit fünf Jahren dabei. Die 17-jährige freut sich, dass dieses Jahr „richtig viele Neue“ dabei sind. Fast alle Schulen aus der Region sind in der Gruppe vertreten.<br />
Zu den Demos kommen etwa 500 Jugendliche – eine beachtliche Anzahl, wenn man bedenkt, dass einige mit Strafen zu rechnen haben. Denn die Schüler/innen-Demonstration findet traditionell am Freitagmorgen vor dem Transport statt – während der Schulzeit. Ob es Ärger mit der Schule gibt, hänge von der Schule ab, sagt Paula. In Lüchow habe es vor zwei Jahren Probleme gegeben, in woanders hingegen bekomme man von den Lehrerinnen und Lehrern sogar Tipps, wie sich Fehltage vermeiden lassen. Und in Hitzacker stellt sich das Problem gar nicht, denn die dortige Waldorf-Schule liegt direkt an der Transport-Strecke, und in der Castor-Zeit können die Jugendlichen nicht auf das Schulgelände und haben frei.</p>
<p style="text-align: justify;">Nicht nur die Schulen, auch die Polizei macht Ärger: Jedes Jahr müssen Schanz zusammen mit ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern so genannte Kooperationsgespräche führen. Mal ist das Problem, dass die Demo zu der örtlichen Kaserne führt, ein anderes Mal ist es die Uhrzeit. Dann wird auf die Schulpflicht gepocht und vor „Wurfgeschossen“ gewarnt.<br />
Jedes Jahr fliegen auf der Demonstration Eier. Jetzt sollen die auf einmal gefährlich sein. Schanz berichtet, dass es wegen der Polizeigewalt bereits einen Nasenbruch und einen ausgekugelten Daumen gegeben habe. „Und dann beschweren sie sich über Eierwürfe!“</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Immer neue Protestgenerationen</strong><br />
Irgendwie will es der Polizei nicht gelingen, die Proteste unter Kontrolle zu bringen. Die Jugendlichen ziehen oftmals weg, aber es folgt immer wieder eine neue Protest-Generation. Das Wendland rekrutiert damit den Anti-Atom-Nachwuchs für das gesamte Bundesgebiet: In ganz Deutschland sind Leute mit Wendland-Biografie aktiv, oft auch in anderen politischen Bereichen. Schanz beispielsweise engagiert sich gegen Rassismus und war auch beim Protest gegen den G8-Gipfel 2007 dabei.</p>
<p style="text-align: justify;">Alleine können es die Wendländerinnen und Wendländer aber nicht schaffen. Deswegen werden für die Proteste wieder viele Auswärtige erwartet. Für Schanz ist es dieses Jahr besonders wichtig, dass viele Jugendliche nach Gorleben fahren. „Weil es wichtig ist, um zu zeigen, dass man immer noch gegen Atomkraft steht.“ Nach wie vor sei Gorleben nicht sicher, „da ändern die Jahre auch nichts dran.“</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Felix W.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Felix W. (20) war schon einige Male im Wendland und saß auf Schiene und Straße.<br />
Die Auftaktdemonstration findet am 8. November 2008 um 13 Uhr in Gorleben statt.<br />
Weitere Informationen: www.x-tausendmalquer.de und www.castor.de<br />
Spenden für den Widerstand: Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow- Dannenberg e.V. Konto Nummer 44 060 721 BLZ 258 501 10</p>
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		<title>Von Schlapphüten und Spitzeln</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Nov 2008 08:34:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[November/Dezember 2008]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung und Repression]]></category>

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		<description><![CDATA[Die deutschen Geheimdienste sind in den vergangenen Jahren immer wieder negativ aufgefallen. Sie bespitzelten JournalistInnen und waren am völkerrechtswidrigen Krieg im Irak beteiligt. Ist eine demokratische Kontrolle von Geheimdiensten überhaupt möglich?

Die drei deutschen Geheimdienste &#8211; Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV; Inlandsgeheimdienst), Bundesnachrichtendienst (BND; Auslandsgeheimdienst) und Militärischer Abschirmdienst (MAD; Geheimdienst der Bundeswehr) – haben die Aufgabe Informationen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Die deutschen Geheimdienste sind in den vergangenen Jahren immer wieder negativ aufgefallen. Sie bespitzelten JournalistInnen und waren am völkerrechtswidrigen Krieg im Irak beteiligt. Ist eine demokratische Kontrolle von Geheimdiensten überhaupt möglich?</strong><br />
<span id="more-144"></span><br />
Die drei deutschen Geheimdienste &#8211; Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV; Inlandsgeheimdienst), Bundesnachrichtendienst (BND; Auslandsgeheimdienst) und Militärischer Abschirmdienst (MAD; Geheimdienst der Bundeswehr) – haben die Aufgabe Informationen zur innen-, außen- und sicherheitspolitischen Situation zu sammeln. Neben den drei großen Geheimdiensten gibt es in Deutschland zahlreiche kleinerer Behörden, die geheimdienstliche Tätigkeiten verrichten – beispielsweise die Landesämter für Verfassungsschutz oder auch die Zentralstelle für Information und Kommunikation der Bundespolizei. Die Behörden operieren oftmals verdeckt – ein parlamentarisches Kontrollgremium soll die Geheimdienste kontrollieren. Dass dies Schwierigkeiten bereitet, zeigen die Skandale der letzten Jahre.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>BND im Irak</strong><br />
Am 20. März 2003 begann das Bombardement des Iraks unter Führung der USA. Am selben Tag verurteilte die Bundesregierung den Feldzug: „Deutschland beteiligt sich nicht an diesem Krieg“, erklärte der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder. Bereits einen Monat zuvor hatte der BND Agenten nach Bagdad geschickt, um sich ein Bild von der Lage im Land machen zu können. Zwei Tage nach Kriegsbeginn machten die BNDlerInnen eine Erkundungsfahrt durch die irakische Hauptstadt Bagdad. Informationen wurden an den Hauptsitz der Behörde nach Pullach (Bayern) gesandt. Von dort wurde das Material teilweise an das Hauptquartier der US-Armee weitergeleitet. Die Verantwortlichen bestreiten zwar, dass es sich um kriegswichtige Informationen gehandelt habe – die Protokolle beweisen allerdings das Gegenteil. Beispielsweise wurden die genauen Koordinaten von Militärstellungen weitergeleitet. Achtzehn der 33 Anfragen der US-Armee wurden vom BDN beantwortet.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Verstrickung in den Irak-Krieg ist jedoch nicht der einzige BND-Skandal. 1995 organisierte der BND den Schmuggel radioaktiven Plutoniums von Moskau nach München – in der Presse bekannt geworden als „Plutonium-Affäre“. 2004 soll der von US-Geheimdiensten verschleppte – wohl unschuldige &#8211; Deutsche Khaled al-Masri von einem BND-Mitarbeiter in Afghanistan verhört worden sein. Zudem ist bekannt, dass der BND immer wieder kritische JournalistInnen bespitzelt.<br />
<strong></strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Verfassungsschutz und Neonazis</strong><br />
Die Tätigkeiten des Bundesamts für Verfassungsschutz waren nicht nur ein entscheidender Grund für das Scheitern des NPD-Verbotsverfahren im Jahr 2003. Die Behörde deckt auch die verbrecherischen Machenschaften von Neonazis, wie der Fall Sebastian Seemann zeigt. Beim Prozess gegen einen Neonazi wurde im August 2007 der BfV-Spitzel Sebastian Seemann aus Lünen (NRW) enttarnt. Der angeklagte Neonazi gab an, von Seemann zum Raubüberfall angestiftet worden zu sein. Dabei wurde ein Tunesier durch eine Schusswaffe schwer verletzt. Die Waffe hatte der Angeklagte von Seemann. Für die Polizei ist Seemann kein Unbekannter: In 178 Fällen verstieß er gegen das Betäubungsmittelgesetz, 2005 wurde Seemann wegen Nötigung, Körperverletzung und Verstößen gegen das Waffengesetz und 2006 erneut wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz verurteilt. Dem Verfassungsschutz – für den Seemann laut Medienberichten schon ab 2004 tätig war – sollten die kriminellen Machenschaften ihres Informanten also nicht entgangen sein. Getan wurde nichts. Wie viel Waffen und Sprengstoff Seemann in die Neonazi-Szene gebracht hat, ist unbekannt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Geheimdienste außer Kontrolle</strong><br />
Die deutschen Geheimdienste sind in allerlei unseriöse Machenschaften verstrickt. Behörden, deren Aufgabe es ist verdeckt zu arbeiten, können nie demokratisch sein – sie unterwandern die Demokratie. Die parlamentarische Kontrolle wurde allzu oft umgangen und ausgeschaltet – sie ist unzureichend. Geheimdienste werden immer ein Herrschaftsinstrument der Mächtigen sein – deshalb gehören sie abgeschafft!</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Michael Schulze von Glaßer</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Michael Schulze von Glaßer (21) ist hoffentlich noch nicht im Visier eines Geheimdienstes.</p>
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		<title>Fair gehandelte utopia-Solishirts!</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Nov 2008 00:52:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>felix</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[November/Dezember 2008]]></category>
		<category><![CDATA[Online Magazin]]></category>

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		<description><![CDATA[Neben den utopia-Solibuttons gibt es jetzt auch tolle utopia-Solishirts! Die sind nicht nur extrem Schick sondern auch fair gehandelt! Auf der Vorderseite des Shirts findet ihr neben dem Spruch „reclaim the media“ das utopia-Zeitungsverteilerin Logo. Auf der Rückseite findet ihr unten das utopia-Logo. Der Erlös geht vollständig an die utopia – die Zeitung entsteht zwar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal">Neben den utopia-Solibuttons gibt es jetzt auch tolle utopia-Solishirts! Die sind nicht nur extrem Schick sondern auch fair gehandelt! <span id="more-152"></span>Auf der Vorderseite des Shirts findet ihr neben dem Spruch „reclaim the media“ das utopia-Zeitungsverteilerin Logo. Auf der Rückseite findet ihr unten das utopia-Logo. Der Erlös geht vollständig an die utopia – die Zeitung entsteht zwar in ehrenamtlicher Arbeit, aber Druck und Vertrieb kosten Geld. Da der Shirt-Vertrieb für uns zu aufwändig wäre, hat „rootsofcompassion“ diese Aufgabe übernommen. Die Shirts findet ich <a href="http://www.rootsofcompassion.org/shop/product_info.php?products_id=784">hier</a> also „unisex“ und <a href="http://www.rootsofcompassion.org/shop/product_info.php?products_id=785">hier</a> als „fitted&#8221;.</p>
<p>Außerdem verlosen wir drei utopia-Soli-T-Shirts. Teilnehmen? Ganz einfach: Gebt uns den Rest! Wir wollen eure Spende &#8211; egal ob ein Cent oder hundert Euro -, und zwar bis Ende des Jahres. Wer dabei Kontakt-Daten in Form von Mail-Adresse oder Telefonnummer hinterlässt, ist hochgradig gefährdet, als utopia-Spenderin oder–Spender mit einem der Soli-Shirts ausgezeichnet zu werden.</p>
<p>Die Daten vom Spendenkonto: <span> </span>Graswurzelrevolution; Kto Nr: 266 57 207; BLZ: 20010020; Postbank Hamburg; Stichwort (wichtig!): utopia + Kontaktdaten!</p>
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		<title>Droht ein zweites Tschernobyl?</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/klimawandelatomkraft-und-energie/droht-ein-zweites-tschernobyl/</link>
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		<pubDate>Sun, 02 Nov 2008 14:43:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klimawandel, Atomkraft und Energie]]></category>
		<category><![CDATA[November/Dezember 2008]]></category>

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		<description><![CDATA[„FingeRWEg von Belene“ heißt die Kampagne, mit der die Umwelt- und Menschenrechtsorganisation urgewald gegen den Neubau eines Atomreaktors im Erdbebengebiet in Bulgarien mobil macht. utopia sprach mit Heffa Schücking von der Umwelt-  und Menschenrechtsorganisation über das umstrittene Projekt.

utopia: Heffa, ihr protestiert gerade gegen den Neubau eines Atomkraftwerkes in Bulgarien. Was hat das mit den Menschen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„FingeRWEg von Belene“ heißt die Kampagne, mit der die Umwelt- und Menschenrechtsorganisation urgewald gegen den Neubau eines Atomreaktors im Erdbebengebiet in Bulgarien mobil macht. utopia sprach mit Heffa Schücking von der Umwelt-  und Menschenrechtsorganisation über das umstrittene Projekt.</strong><br />
<span id="more-143"></span><br />
<strong>utopia: Heffa, ihr protestiert gerade gegen den Neubau eines Atomkraftwerkes in Bulgarien. Was hat das mit den Menschen in Deutschland zu tun?</strong></p>
<p>Heffa Schücking: RWE, Deutschlands zweitgrößter Energieversorger, will sich mit 49% an dem Projekt beteiligen. Das heißt, RWE betreibt nicht nur weiter Atomreaktoren in Deutschland, sondern baut mit dem Geld deutscher Stromkunden in Osteuropa ein neues Kraftwerk. Und das, obwohl der Konzern in Deutschland den so genannten „Atom-Konsens“,  die Ausstiegsvereinbarung, unterzeichnet hat.</p>
<p><strong>Was genau kritisiert ihr an dem Projekt?</strong></p>
<p>Belene ist eines der gefährlichsten Atomprojekte in Europa. Die Idee, dort einen Reaktor zu bauen, stammt aus den frühen Achtzigern, aber schon 1983 warnten sowjetische Wissenschaftler vor dem Bau eines Atomkraftwerks an diesem Standort.</p>
<p>Einer der Hauptkritikpunkte ist damals wie heute das Erdbebenrisiko in der Region. Bei dem letzten großen Beben 1977 starben über 100 Menschen nur wenige Kilometer vom geplanten AKW-Standort entfernt. Hinzu kommt, dass es sich bei Belene um ein bisher unbekanntes russisches Reaktormodell handelt. Somit gibt es weder Betriebserfahrung noch unabhängige Prüfungen über dessen Sicherheit.<br />
<strong><br />
Dabei beziehen sich die Verantwortlichen auf Sicherheitsstandards der Internationalen Atomenergieorganisation IAEO…</strong></p>
<p>Das sind keine Sicherheitsstandards, sondern schwammige Richtlinien.</p>
<p><strong>Die Kritik hört sich oft danach an, als sei das Unfallrisiko ein Problem des Ostens, während die Atomkraftwerke im Westen sicher seien…</strong></p>
<p>Jedes Atomkraftwerk birgt Risiken. Die meisten Unfälle sind auf menschliches Versagen zurückzuführen, das überall auftreten kann. Deshalb fordern wir auch die Abschaltung aller AKWs. Wenn man jedoch die mangelhafte Sicherheitskultur, die starke Korruption im Energiesektor und die Erdbebengefahr in Bulgarien sieht und alle Faktoren zusammenzieht, kann man sagen, dass Belene eines der gefährlichsten Atomkraftwerke ist.</p>
<p><strong>Wie kann sich ein so riskantes Projekt lohnen? Müssen die Betreiber keine Versicherung abschließen?</strong></p>
<p>Die schwachen rechtlichen Rahmenbedingungen in Osteuropa sind einer der Gründe, warum  sich RWEs Atomambitionen auf den Osten konzentrieren.  Während AKW-Betreiber in Deutschland im Falle eines Super-Gaus mit 2,5 Mrd. Euro haften, liegt die Haftungsobergrenze in Bulgarien bei nur 80 Mio. Euro. Letztlich sind natürlich beide Regelungen völlig unzureichend. Die Bundesregierung hat kürzlich auf Anfrage eines CSU-Abgeordneten errechnet, dass bei einem schweren Atomunfall Schäden in Höhe von 5.500 Mrd. Euro entstehen können. Das wird niemand versichern. Und selbst wenn: Die Kosten der Versicherung würden Atomkraftwerke unrentabel machen.</p>
<p><strong>Welchen Einfluss können die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland auf das Projekt nehmen?</strong></p>
<p>Erstmal möchte ich sagen, dass jeder betroffen ist und Einfluss nehmen sollte. Belene ist ungefähr so weit von Deutschland entfernt wie Tschernobyl. Wenn da was schief geht, dann wird die Strahlung – wie bei der Tschernobyl-Katastrophe – vermutlich auch in Deutschland ankommen. Deshalb sollten sich jetzt möglichst viele Menschen zur Wort melden. Wir haben dafür einen Protest-Coupon erstellt (Anm. der Red.: Siehe Anzeige Seite X), mit dem jeder dem RWE-Konzern die Meinung sagen kann.</p>
<p>Diejenigen, die noch Strom von RWE beziehen, sollten zu einem Ökostromanbieter wechseln. Die Gründe sollte man RWE dann am besten auch mitteilen. Mit Belene, dem Weiterbetrieb von Atomanlagen in Deutschland und Kohlekraftwerksneubauten gibt es derer genug.</p>
<p><strong>2006 habt ihr bereits einige Banken dazu gebracht, nicht bei Belene mitzumachen. Gibt es bei RWE auch Chancen?</strong></p>
<p>Ich bin optimistisch. Bisher ist der Vertrag noch nicht unterzeichnet. Auch im RWE-Aufsichtsrat sitzen Kritiker des Projektes. Bei starken öffentlichen Protesten gibt es Chancen, dass der Konzern aussteigt.</p>
<p><strong>Interview: David W.</strong></p>
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		<title>Verstrahlte Hitzköpfe und strahlende Bomben</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Nov 2008 14:41:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Militär und Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[November/Dezember 2008]]></category>

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		<description><![CDATA[Auch in Deutschland sind immernoch Atomwaffen stationiert – Trotz Sperrvertrag
Am 30. August demonstrierten rund 2000 Menschen im Rheinland-Pfälzischen Büchel gegen die dort stationierten US-amerikanischen Atombomben. Unter dem Motto „Vor der eigenen Türe kehren“ machten sie sich dafür stark, dass die deutsche Regierung die Atombomben endlich aus dem Fliegerhorst abziehen lässt. Die circa 20 Atomwaffen können [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Auch in Deutschland sind immernoch Atomwaffen stationiert – Trotz Sperrvertrag</strong><span id="more-142"></span></p>
<p><strong>Am 30. August demonstrierten rund 2000 Menschen im Rheinland-Pfälzischen Büchel gegen die dort stationierten US-amerikanischen Atombomben. Unter dem Motto „Vor der eigenen Türe kehren“ machten sie sich dafür stark, dass die deutsche Regierung die Atombomben endlich aus dem Fliegerhorst abziehen lässt. Die circa 20 Atomwaffen können im Kriegsfall von deutschen PilotInnen unter US-Kommando abgeworfen werden. Selbst aus einer Studie der US-Luftwaffe geht hervor, dass die Lagerung der insgesamt etwa 350 Atomwaffen in Europa nicht mehr den aktuellen Sicherheitsstandards entspricht.</strong></p>
<p><strong>Atomwaffensperrvertrag</strong><br />
Bereits 1970 ist der Atomwaffensperrvertrag, auch Nichtverbreitungsvertrag genannt, in Kraft getreten. Der Vertrag, dem nach Austritt Nordkoreas 2003, noch 188 Staaten angehören, ist der wichtigste Abrüstungsvertrag der Welt. Zumindest auf dem Papier. Zwar haben sich fast alle Atomwaffenfreie-Staate nan ihre Verpflichtungen gehalten und besitzen auch heute noch keine Atombomben, allerdings sehen es die Atommächte von „damals“ auch heute noch nicht so eng mit der Abrüstung.</p>
<p><strong>Die Atommächte</strong><br />
Diese Staaten, allen voran die ehemaligen Kontrahenten während des Kalten Kriegs Russland und die USA, besitzen auch heute noch Atomwaffen. Beide besitzen nach Angaben des Instituts für Friedenspädagogik Tübingen jeweils über 10 000 Atombomben. China, Frankreich, Israel, Großbritannien, Pakistan, Indien und Nordkorea besitzen weitaus weniger. China besitzt etwa 400 Sprengsätze und Nordkorea als nukleares „Schlusslicht“ wahrscheinlich weniger als zehn.</p>
<p><strong>Die Nichtunterzeichner</strong><br />
Nordkorea hat, nachdem es aus dem Sperrvertrag ausgetreten ist, eigenen Angaben zufolge 2006 erfolgreich eine Atombombe getestet. Auch Indien, Pakistan und Israel besitzen Atomwaffen, ohne den Atomwaffensperrvertrag unterschrieben zu haben. Aus diesem Grund sprach sich der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier noch vor zwei Jahren gegen deutsche Atomexporte nach Indien aus aus. Anders als Indiens Atompolitik hat sich Steinmeiers Meinung dazu mittlerweile extrem geändert. Unter deutschem Vorsitz hat die Gruppe der 45 Nuklearlieferstaaten kürzlich beschlossen, dass Indien  wieder nukleare Technologie importieren darf. Was der deutsche Außenminister eingefädelt hat kommt zwar nicht der Sicherheit dieser Welt, aber dafür der deutschen Atomindustrie zu gute.</p>
<p><strong>Deutschland: Nicht mittendrin, aber trotzdem dabei</strong><br />
Deutschland besitzt zwar keine eigenen Atomwaffen, macht sich aber auch nicht für die weltweite Abrüstung stark. Obwohl sich weit über 80 Prozent der Deutschen gegen Atomwaffen aussprechen, spricht sich die Regierung weiterhin für den Verbleib US-amerikanischer Atombomben in Deutschland aus. Diese nukleare Teilhabe ist genauso unverantwortlich, wie der weltweite Atomexport deutscher Unternehmen.</p>
<p><strong>Felix Huesmann</strong></p>
<p>Felix (16) besucht ein Gymnasium im Münsterland und kann sich mit dem Gedanken an einen Atomkrieg nicht so recht anfreunden.</p>
<p>Weiterführende Infos zu dem Thema:<br />
<a href="http://www.atomwaffenfrei.de"> www.atomwaffenfrei.de</a><br />
<a href="http://www.gaaa.org"> www.gaaa.org</a><br />
<a href="http://www.campact.de/eil/home"> www.campact.de/eil/home</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Was ist eigentlich Anarchosyndikalismus?</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/anarchie-und-alternativen/was-ist-eigentlich-anarchosyndikalismus/</link>
		<comments>http://www.jugendzeitung.net/anarchie-und-alternativen/was-ist-eigentlich-anarchosyndikalismus/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 02 Nov 2008 14:38:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anarchie und Alternativen]]></category>
		<category><![CDATA[November/Dezember 2008]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft und Soziales]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Anarchosyndikalismus stellt einen Zusammenschluss der anarchistischen Theorie mit der gewerkschaftlichen Praxis dar.

Rudolf Rocker, einer der bekanntesten TheoretikerInnen des Anarchosyndikalismus, stellte in seinem Aufsatz „Der Syndikalismus und seine Aufgaben“ den Anarchosyndikalismus als eine Klassenbewegung dar (siehe Artikel „Arbeitszwang? Ich hab’ besseres zu tun!“auf dieser Seite), welche sich auf den revolutionären Klassenkampf und direkte Aktionen als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Anarchosyndikalismus stellt einen Zusammenschluss der anarchistischen Theorie mit der gewerkschaftlichen Praxis dar.</strong><br />
<span id="more-141"></span><br />
Rudolf Rocker, einer der bekanntesten TheoretikerInnen des Anarchosyndikalismus, stellte in seinem Aufsatz „Der Syndikalismus und seine Aufgaben“ den Anarchosyndikalismus als eine Klassenbewegung dar (siehe Artikel „Arbeitszwang? Ich hab’ besseres zu tun!“auf dieser Seite), welche sich auf den revolutionären Klassenkampf und direkte Aktionen als Mittel des Kampfes bezieht. Seine Aufgabe sei eine doppelte: Zum einen sollen die Lebensverhältnisse der ArbeiterInnenklasse innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft durch direkte Aktionen (z.B. Streiks, Besetzungen, Sabotage usw.) bestmöglich verändert werden. Da diese im wirtschaftlichen Bereich liegen, liegt eine Organisation in Gewerkschaften auf der Hand. Zum anderen soll gleichzeitig der Kampf für eine grundsätzliche Veränderung der Gesellschaft geführt und vorbereitet werden. Denn der Anarchosyndikalismus tritt für eine Gesellschaft ein, in der alle Teile des Lebens in Selbstverwaltung, von den Betroffenen, geleitet wird. Deshalb gilt ihm nicht nur der Betrieb als Bezugspunkt von Kämpfen sondern auch die Schule, die Uni, der Stadtteil usw. Der Anarchosyndikalismus lehnt die Trennung des wirtschaftlichen und des politischen Kampfes ab, wie er insbesondere von SozialdemokratInnen propagiert wird, er fordert statt dessen einen Kampf ums ganze.</p>
<p>AnarchosyndikalistInnen wollen aber nicht auf den großen Tag der Revolution warten, sondern schon jetzt ihr Leben aktiv zum Besseren verändern, gleichzeitig aber nicht das Ziel aus den Augen verlieren. Kurz: Der Weg ist das Ziel.</p>
<p>Dabei lehnt der Anarchosyndikalismus Parteien und Parlamentarismus ab. Darum sind anarchosyndikalistische Gewerkschaften auch basisdemokratisch organisiert und haben keine FunktionärInnen.<br />
Unter diesen Prinzipien organisieren sich seit Anfang des 20. Jahrhunderts Menschen in allen Ländern der Welt in anarchosyndikalistischen Gewerkschaften, welche sich in der „Internationalen ArbeiterInnen Assoziation“ (IAA) zusammenschlossen. Insbesondere in den romanischen Ländern wurden die Ideen sehr positiv aufgenommen. In Spanien organisierten sich 2 Mio. Mitglieder in der „Confederación Nacional del Trabajo“ (CNT), welche maßgeblich an der Bekämpfung von faschistischen Kräften im spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) beteiligt war und in dieser Zeit viele Veränderungen durchsetzen konnte. In Deutschland organisierte die „Freie Arbeiter Union Deutschland“ (FAUD) zu Hochzeiten mehr als 100.000 Menschen. Nach den „Erfolgen“ der Nazis in Deutschland und dem Sieg der Faschisten in Spanien wurden die anarchosyndikalistischen Organisationen mit aller Härte bekämpft, dennoch blieben viele AnarchosyndikalistInnen im Untergrund aktiv.<br />
Die Idee des Anarchosyndikalismus hat die Nazi-Diktatur überlebt. In Deutschland gibt es seit Ende der 1970er Jahre mit der „Freien ArbeiterInnen Union“ wieder eine, wenn auch kleine, anarchosyndikalistische Gewerkschaft. Ihre lebendige Geschichte und Gegenwartspraxis sowie ihre Langlebigkeit zeichnen sie, die Anarchosyndikalistischen Gewerkschaften, bis heute aus.</p>
<p><strong>BRIB</strong></p>
<p>BRiB ist Anarchosyndikalist und in der „Freien ArbeiterInnen Union“ (FAU) aktiv.</p>
<p>Weitere Informationen:<br />
<a href="http://www.fau.org ">www.fau.org </a><br />
<a href="http://www.syndikalismusforschung.info">www.syndikalismusforschung.info</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Weg mit dem Arbeitszwang!? Ich hab’ besseres zu tun!</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Nov 2008 14:37:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[November/Dezember 2008]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft und Soziales]]></category>

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		<description><![CDATA[„Nur wer arbeitet, soll auch essen.“ &#8211; Franz Müntefering im Mai 2006.
Auch wenn Müntefering sich als „Sozialdemokrat“ versteht, so verdeutlicht dieser Satz genau zwei Dinge wunderbar: Erstens: Die SPD ist Stütze elementarer kapitalistischer Grundsätze und zweitens: Er beschreibt genau einen der wichtigsten Zwangszustände im Kapitalismus.

Karl Marx beschrieb diesen Zustand im Kapitalismus als Klassengesellschaft. Zwei Klassen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>„Nur wer arbeitet, soll auch essen.“</strong></em> &#8211; Franz Müntefering im Mai 2006.</p>
<p>Auch wenn Müntefering sich als „Sozialdemokrat“ versteht, so verdeutlicht dieser Satz genau zwei Dinge wunderbar: Erstens: Die SPD ist Stütze elementarer kapitalistischer Grundsätze und zweitens: Er beschreibt genau einen der wichtigsten Zwangszustände im Kapitalismus.<br />
<span id="more-140"></span><br />
Karl Marx beschrieb diesen Zustand im Kapitalismus als Klassengesellschaft. Zwei Klassen spielen dabei die entscheidende Rolle: Auf der einen Seite die KapitalistInnen, die so viel Reichtum an Fabriken, Patenten etc. besitzen, dass sie sowohl davon leben können.  Auf der anderen Seite das Proletariat, die Gruppe der Menschen, die kein Kapital haben, sondern jeden Tag darauf angewiesen sind, ihre Arbeitskraft zu verkaufen, um zu überleben.</p>
<p>Der Arbeitszwang ist kein direkter, es steht niemand mit der Pistole hinter den ArbeiterInnen, sondern sie würden, gingen sie nicht arbeiten, in den meisten Ländern schlicht verhungern. In Deutschland gibt bzw. gab es einige erkämpfte Maßnahmen wie das Arbeitslosengeld, die das Verhungern „verhinderten“, die nun aber auch systematisch abgeschafft werden.</p>
<p>Was nun aber bezahlte Arbeit (so genannte Lohnarbeit) ist, bestimmt einerseits der Markt:  Wofür es Käufer gibt, wird bezahlt. Es spielen aber auch andere Unterdrückungsmechanismen eine Rolle. Zum Beispiel ist es sehr wichtig, was überhaupt in unserer Gesellschaft als Arbeit angesehen und auch als solche bezahlt wird. Hausarbeit oder die Erziehung von Kindern wird häufig nicht als Arbeit angesehen, die bezahlt wird, ebenso wenig wie soziales, ehrenamtliches Engagement, ob in der Politik oder im Jugendbereich.</p>
<p>In unserer Gesellschaft können Unmengen an Produkten mit immer weniger menschlichem Zutun hergestellt werden. Das Problem daran ist einzig, dass dieser Gewinn an Zeit durch Arbeitszeitverkürzungen nicht an die Menschen weitergegeben wird, sondern dass die KapitalistInnen diesen für sich behalten und stattdessen lieber noch mehr Menschen aus dem Lohnarbeitsprozess ausschließen. Diese „Reservearmee der Arbeitslosen“ ist dabei zusätzliches Druckmittel gegen die ArbeiterInnen. Auf ihnen lastet der Druck, ständig ersetzt werden zu können, wenn sie Lohnkürzungen oder schlechtere Arbeitsbedingungen nicht akzeptieren.</p>
<p>Entscheidend ist also nicht mehr die Frage, wie diese Gesellschaft Produkte herstellt, sondern eher, wie der Reichtum verteilt wird. Die Frage der Arbeit ist also weitgehend entkoppelt von der Frage nach einem guten Leben.</p>
<p>Und hier setzt das bedingungslose Grundeinkommen an, ein Anrecht jedes Menschen auf einen gewissen Betrag an Einkommen unabhängig von Lohnarbeit. Tausende Konzepte schwirren im Raum herum, aber linke Ansätze haben drei Voraussetzungen: 1. Das Grundeinkommen wird an das Individuum gezahlt und nicht an einen Haushalt. 2. Ob du MillionärIn oder LebenskünstlerIn bist, du bekommst es, egal, was du sonst verdienst. 3. Es wird bedingungslos gezahlt, ohne dass du eine Arbeit erbringen musst.</p>
<p>Bezahlt würde das Grundeinkommen z.B. durch hohe Erbschaftssteuern, hohe Steuern auf Aktiengewinne oder Vermögen. Somit würden die Reichen das erhaltene Geld automatisch durch die Steuern wieder abtreten.</p>
<p>Eins muss dabei klar sein: Es ist weder ein Zustand des Kommunismus noch des Anarchismus, wenn jedeR z.B. 1000€ im Monat bekommen würde.<br />
Die Macht im Kapitalismus wird hierdurch nicht gebrochen und der Zwang, der auf (Lohn-)Arbeitslose und ArbeiterInnen ausgeübt wird, wird nicht komplett beseitigt. Aber dieser soziale Kampf kann mehr Menschen ermöglichenm ihren Bedürfnissen nachzugehen und durch Bildung oder politisches Engagement unsere Gesellschaft voranzubringen.<br />
<strong>Paul M. Erzkamp</strong></p>
<p>Paul würde gerne weniger (lohn-)arbeiten und dafür mehr Zeit mit Freundin, Politik und (ehrenamtlicher) Jugendarbeit verbringen.</p>
<p>Weitere Informationen: <a href="http://www.grundeinkommen.info">www.grundeinkommen.info</a></p>
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		<title>Wer glaubt denn so was?</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/ausgaben/novemberdezember-2008/wer-glaubt-denn-so-was/</link>
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		<pubDate>Sun, 02 Nov 2008 14:35:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[November/Dezember 2008]]></category>

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		<description><![CDATA[Fünf Ansätze warum Religionen kritikwürdig sind

Wenn die Gläubigen glauben zu wissen und die Ungläubigen wissen nicht zu glauben – was kann man dann noch wissen und glauben? Die großen Weltreligionen haben immer schon von sich behauptet, alleinigen Anspruch auf die Wahrheit zu haben. Und schon immer gab es kritische Stimmen. Religionskritik kommt aus ganz verschiedenen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Fünf Ansätze warum Religionen kritikwürdig sind<br />
</strong></p>
<p>Wenn die Gläubigen glauben zu wissen und die Ungläubigen wissen nicht zu glauben – was kann man dann noch wissen und glauben? Die großen Weltreligionen haben immer schon von sich behauptet, alleinigen Anspruch auf die Wahrheit zu haben. Und schon immer gab es kritische Stimmen. Religionskritik kommt aus ganz verschiedenen Richtungen. Fünf der geläufigsten Theorien stellen wir euch vor.<span id="more-139"></span></p>
<p><strong>Projektion der menschlichen Eigenschaften</strong><br />
Ludwig Andreas Feuerbach (1804-1872) meint, dass die Menschen nur ihr eigenes Wesen auf einen Gott abbilden. Für ihn ist die Menschheit selbst schon unendlich, vollkommen, ewig und allmächtig. Das alles sind Attribute, die gläubige Menschen ihrem „Gott“ zusprechen. Laut Feuerbach ist es die Aufgabe der Menschen, sich dieser Projektion bewusst zu werden, damit sie sich selbst verwirklichen können.</p>
<p><strong>Der Kapitalismus ist schuld</strong><br />
Karl Marx (1818-1883) stimmt weitestgehend mit Feuerbach überein. Allerdings sieht er den Grund   für das Ent- und Bestehen der Religionen im Kapitalismus. Dieser beutet den Menschen aus und schafft somit Elend. Die Religion hilft den Menschen, das Elend zu verdrängen. Daher kommt der berühmte Satz: „Die Religion ist das Opium des Volkes“. Marx meint, dass der Mensch seine Ketten durch die Revolution sprengen, die Klassenherrschaft beenden und den Kapitalismus abschaffen muss, damit keine Religion mehr benötigt wird.</p>
<p><strong>Gott als Wahnvorstellung</strong><br />
Nach Sigmund Freud (1856-1939) ist Gott nur eine Wunschvorstellung oder auch eine Vaterprojektion. Diese beruht auf dem Bedürfnis nach Schutz, der Forderung nach Gerechtigkeit, der Sehnsucht vom Leben nach dem Tod, der Suche nach Antworten auf alle Geheimnisse des Lebens.</p>
<p><strong>Naturgesetze bestimmen unser Leben</strong><br />
Auguste Comte (1798-1857) und Bertrand Russel (1872-1970) vertreten den naturwissenschaftlichen Ansatz der Religionskritik: Früher diente Gott als Erklärung für alles, was naturwissenschaftlich nicht zu ergründen war. Nachdem sich die naturwissenschaftliche Forschung allerdings immer weiterentwickelt hat, wissen wir mittlerweile, dass die Umwelt den Naturgesetzen folgt und nicht von einer unbekannten Macht gelenkt wird.</p>
<p><strong>Das Theodizee-Problem</strong><br />
Der französische Philosoph Albert Camus (1930-1960) ist enttäuscht von einem Gott, der angeblich allmächtig und liebend sein soll, jedoch Leid zulässt. Dieses Problem nennt sich Theodizee. Nach Camus wird Gott gerne als Ausrede benutzt, um zu rechtfertigen, warum Leid nicht bekämpft wird. Er meint, dass die Menschen die Absurdität der Leidzufügung aushalten müssen, weil es keinen Sinn gibt. Sie müssen sich gegen das Leid auflehnen und ihre Würde solidarisch verteidigen.</p>
<p><strong>Kindheitstrauma</strong><br />
Auch Jean-Paul Sartre (1905-1980) ist von Gott fast schon „genervt“. Dieser fungierte in Sartres Kindheit nämlich immer als eine Art lästiger Aufpasser. Für Sartre existiert der Mensch nur dann, wenn er sich selbst, ohne Fremdeinwirkung, verwirklichen kann. Ansonsten ist er nicht frei, sondern wurde von Gott vor seinem Bestehen geformt. Den Existentialisten Sartre stört auch, dass Gott nicht objektiv erfahrbar ist. Das heißt, dass niemand Gottes Wirken sehen kann, ausgenommen die Person, der es angeblich zu Gute gekommen ist.</p>
<p><strong>Maren W.</strong></p>
<p>Maren  (18) versteht sich als Atheistin.</p>
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		<title>Pop, Punk, Politik?!</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Nov 2008 14:32:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[November/Dezember 2008]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie alternative Musik zum Mainstream wird
Das geht ins Ohr: Musik transportiert Textbotschaften direkt in deinen Kopf. Sie ist einfach überall: beim Einkaufen, im Bus, als kleiner Knopf in deinem Ohr, …
Gerade Pop(ulär)-Musik &#8211; also streng genommen alles, was gerade „in“ ist, von R’n’B bis Hardcore &#8211; ist musikalisch oft besonders einfach gestaltet. Kein Wunder, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie alternative Musik zum Mainstream wird</strong></p>
<p>Das geht ins Ohr: Musik transportiert Textbotschaften direkt in deinen Kopf. Sie ist einfach überall: beim Einkaufen, im Bus, als kleiner Knopf in deinem Ohr, …<br />
Gerade Pop(ulär)-Musik &#8211; also streng genommen alles, was gerade „in“ ist, von R’n’B bis Hardcore &#8211; ist musikalisch oft besonders einfach gestaltet. Kein Wunder, die Melodien sollen ja „hängenbleiben“ – und genauso die Texte.<span id="more-138"></span><br />
Dabei werden häufig auch politische Inhalte aller Überzeugungen transportiert. Manchmal geschieht dies fast unbemerkt in einem kleinen Nebensatz, es gibt aber auch die ganz offensichtlich „politische Musik“ wie z.B. die so genannten Arbeiter-Lieder. Oft achten wir aber, gerade bei Popmusik, gar nicht so sehr darauf, was wir da eigentlich mitsingen. Dabei lohnt es sich, mal genauer hinzuhören; vielleicht lassen sich ganz neue Seiten an deiner Lieblingsband entdecken!</p>
<p><strong>Die Hit-Maschine</strong><br />
Interessant ist aber auch, mit welcher Geschwindigkeit neue Hits und ganz neue „Stars“ entstehen. Sie werden geschaffen und getragen von einer riesigen Industrie, die nicht auf musikalische Qualität oder gute Aussagen in den Liedern, sondern nur auf den eigenen Profit achtet. Häufig wurden in der Vergangenheit speziell linke Subkulturen und deren Musik, Kleidungsstil oder auch Parolen von der Musikindustrie aufgegriffen: Kaum zeichnet sich ab, dass mehrere Jugendliche eine bestimmte Band oder Musikrichtung mögen, sich auf eine bestimmte Art kleiden, greift die Marketingmaschine sich dieses Phänomen und macht einen „Trend“ daraus. So wird dann versucht, mit Erfolgssongs so viel Geld wie möglich zu machen, die Bands werden extrem beworben und die Kleidung, zuvor oftmals selbst gemacht oder selbst „verschönert“, ist plötzlich in jedem Kaufhaus zu haben. Was also mal als eine Form der Rebellion gegen die Gesellschaft, die Elterngeneration oder sonstiges begonnen hatte, ist plötzlich „in“. Der rebellische Gedanke, die politische Botschaft, die Eigen- und Einzigartigkeit gehen ganz allmählich völlig unter, während die früher vielleicht als aufmüpfig empfundenen Künstlerinnen und Künstler von ihren Agenturen zu massenkompatiblen „Megastars“ gemacht werden.</p>
<p><strong>Das muss nicht so bleiben!</strong><br />
Es gibt aber Alternativen: Fast jede Künstlerin und jeder Künstler bringt die Musik auf einem „Label“ heraus. Das sind diejenigen, die sich um den Vertrieb der Musik kümmern, manchmal veranstalten sie auch Konzerte oder organisieren Pressetermine. Hier gibt es natürlich nicht nur die großen, sondern auch viele kleinere Labels, die sich um die Bands kümmern, die nicht so bekannt sind, vielleicht gerade weil sie keinen „seichten“ Pop, sondern anspruchsvollere oder experimentellere Musik machen oder weil sie eine klare politische Position beziehen.</p>
<p><strong>Hör dich um!</strong><br />
Wer also Lust hat auf etwas anderes als das, was MTV &amp; Co. als den neuesten Hit verkaufen wollen, sollte mal einen Blick in den unscheinbaren Plattenladen um die Ecke riskieren und sich mit den Musikfans dort unterhalten – oder im Internet surfen. Tausende Elektro-, Punk-, HipHop-, und andere Projekte warten nur darauf, dass du sie entdeckst und deinen Freundinnen und Freunden von ihnen erzählst!</p>
<p><strong>Ani K.</strong><br />
Ani K. (20) studiert in Berlin.</p>
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