<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Utopia &#124; Jugendzeitung für eine herrschaftslose und gewaltfreie Gesellschaft &#187; Bildung und Erziehung</title>
	<atom:link href="http://www.jugendzeitung.net/kategorie/bildung-und-erziehung/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.jugendzeitung.net</link>
	<description>herrschaftslos, gewaltfrei</description>
	<lastBuildDate>Fri, 13 Jan 2012 12:27:19 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.9.2</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Begabt versagt &#8211; Das Bio-Siegel der Schule</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/ausgaben/herbst-2007/begabt-versagt-das-bio-siegel-der-schule/</link>
		<comments>http://www.jugendzeitung.net/ausgaben/herbst-2007/begabt-versagt-das-bio-siegel-der-schule/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 21 Sep 2011 17:43:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung und Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Herbst 2007]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jugendzeitung.net/?p=2112</guid>
		<description><![CDATA[Wie rechtfertigen Hundertschaften von Lehrkräften eine Notenverteilung, bei der nicht nur die erbrachte Leistung ausschlaggebend ist? Wie kann ein Mensch sich gleichzeitig auf die unbeschränkte Lernfähigkeit von Kindern berufen und dabei schon lange vorher eine Schublade öffnen?
Es befindet sich leider immer noch im Denken vieler der Gedanke einer Unterscheidung der Menschen nach „biologischen“ Konstanten. Es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie rechtfertigen Hundertschaften von Lehrkräften eine Notenverteilung, bei der nicht nur die erbrachte Leistung ausschlaggebend ist? Wie kann ein Mensch sich gleichzeitig auf die unbeschränkte Lernfähigkeit von Kindern berufen und dabei schon lange vorher eine Schublade öffnen?</strong><span id="more-2112"></span></p>
<p>Es befindet sich leider immer noch im Denken vieler der Gedanke einer Unterscheidung der Menschen nach „biologischen“ Konstanten. Es werden Maßnahmen und Aussagen mithilfe biologischer Merkmale gerechtfertigt. So finden wir auch innerhalb der Schule, dem Ort der Erziehung, Bildung, des Lernens und vor allem des Wachsens, solch fragwürdige Merkmale: Begabung, Talent, Anlage, Intelligenz und andere Bezeichnungen beeinflussen die schulische Selektionsfunktion und drücken dabei stets einen inneren, kognitiven Vorteil (oder auch Nachteil, beim Fehlen dieser Eigenschaften) einiger gegenüber den anderen, den „Normalen“ aus.</p>
<p>Doch wir müssen die Betrachtung weg vom statischen Moment der Veranlagung hin zum dynamischen Wesen des Kindes selbst lenken. Es sind viel eher Momente der Motivation, Sozialisation und der Integration in die Schulklasse, die letztlich entscheiden, in welchem Maße ein Kind sich mit einem Thema auseinandersetzt. Sollte sich daher die Notenvergabe an der erbrachten Lernbereitschaft und –motivation orientieren, statt an der erbrachten Leistung? Sollte zusätzlich zu der erbrachten Leistung ein „Verbesserungsfaktor“ integriert werden, in dem sich die Motivation widerspiegelt?</p>
<p>Das Dilemma liegt im Wesen der Noten selbst. Es gibt keine guten und schlechten Noten, nur bessere und schlechtere. Und genau so können Noten motivieren oder demotivieren. Die Vergabe von Noten innerhalb einer Klassengemeinschaft führt in erster Linie nicht zur Motivation, sondern zum Vergleich bzw. zur Aufteilung in gute und schlechte Schüler_innen. Noten motivieren für Noten und unterstützen daher nicht die Kinder in ihrer Entwicklung zu selbstbestimmten und mündigen Menschen.</p>
<p><em>Kevin</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jugendzeitung.net/ausgaben/herbst-2007/begabt-versagt-das-bio-siegel-der-schule/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Da hab ich doch nichts mit zu tun!</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/globalisierung-und-internationales/da-hab-ich-doch-nichts-mit-zu-tun/</link>
		<comments>http://www.jugendzeitung.net/globalisierung-und-internationales/da-hab-ich-doch-nichts-mit-zu-tun/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 25 Jun 2011 09:34:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung und Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Globalisierung und Internationales]]></category>
		<category><![CDATA[Migration und Antirassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Militär und Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Sommer 2011]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jugendzeitung.net/?p=2077</guid>
		<description><![CDATA[Kolonialismus und Rassismus
Neulich in der Tram, ein Gespräch zwischen zwei  Studentinnen: „Ich habe eine Vorlesung über Kolonialismus. Ich versteh echt garnichts, hab noch nie was davon gehört. Wozu brauche ich das, wenn ich Lehramt studiere?!“ Sie studiert Lehramt, wird also Lehrerin. Sie studiert, also hat sie Abitur. Mir ist auch schon aufgefallen, dass ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- p { margin-bottom: 0.21cm; } --><strong>Kolonialismus und Rassismus</strong></p>
<p><strong>Neulich in der Tram, ein Gespräch zwischen zwei  Studentinnen: „Ich habe eine Vorlesung über Kolonialismus. Ich versteh echt garnichts, hab noch nie was davon gehört. Wozu brauche ich das, wenn ich Lehramt studiere?!“ Sie studiert Lehramt, wird also Lehrerin. Sie studiert, also hat sie Abitur. Mir ist auch schon aufgefallen, dass ich in meinem Geschichts- und Politikunterricht während meiner Schullaufbahn mit dem Thema Kolonialismus nicht näher in Berührung gekommen bin. Sollten wir etwas darüber wissen?<span id="more-2077"></span></strong></p>
<p>Sehen wir uns die Sache mal näher an. Dazu ein kurzer Abriss der deutschen Kolonialgeschichte. Preußen ermächtigte sich im 17. Jahrhundert erstmals mehrerer Gebiete, welche heute in Ghana, Mauretanien, den USA und Benin liegen. Regionen, die meist erst auf den Karten europäischer Kolonialherren 1884 in Berlin zu Ländern wurden. Aus diesen westafrikanischen und karibischen Regionen, die damals keineswegs unbewohnt waren, wurden Rohstoffe abgebaut, SklavInnen entführt und mit ihnen gehandelt. Später kamen noch zahlreiche Gebiete im mittleren und südlichen Afrika, im Osten Chinas, in Südost-Asien und Ozeanien hinzu.</p>
<p>Während und nach der oben genannten Konferenz im Jahre 1884, welche auch als Berliner Kongo- oder Westafrika-Konferenz bekannt ist, wurden vom gastgebenden deutschen Reichskanzler Bismarck sieben Kolonien vertraglich erworben, später noch zwei weitere in Asien. Diese neun „Schutzgebiete“ wurden nach dem Ersten Weltkrieg 1918 durch den Versailler Vertrag unter den Alliierten aufgeteilt. Also alles „nur Geschichte“, oder nicht?</p>
<p><strong>Alles  „nur“ Geschichte?</strong></p>
<p>„Nur Geschichte“ ist für den französischen Schriftsteller Léon Bloy „vor allem im Fernen Osten und in Afrika, nichts als Leid, maßlose Grausamkeit und namenlose Schändlichkeit“. Nicht nur deutsche Kolonialverwalter, auch die vieler anderer westlicher Länder sind als herrschende Minderheit gegen die dortigen BewohnerInnen vorgegangen. Überzeugt von der damals verbreiteten und seit langem widerlegten „Rassen-Theorie“ sahen sie sich selbst als überlegene „weiße Rasse“ an. Somit waren alle Mittel legitimiert, sich die anderen „Rassen“ untertan zu machen. Diese Mittel sahen sehr unterschiedlich aus. Doch eines hatten viele gemein: Sobald sich die Bevölkerung in den Kolonien dem Vorgehen der Herrscher widersetzten, kam es zu grausamen Völkermorden. Alle hatten das Ziel, die widerstrebende Bevölkerung einzuschüchtern, auszuschalten oder dazu zu bewegen, die Fremdherrschaft anzuerkennen und den Weißen zu dienen. Um 1900 wurden im heutigen Namibia große Teile der Viehbestände der Herero von deutschen Großgrundbesitzern für sich beansprucht, woraufhin sich die einheimische Bevölkerungsgruppe zu wehren begann.</p>
<p>Die Niederschlagung dieses später als Aufstand der Herero und Nama (eine weitere Bevölkerungsgruppe, welche sich den Herero anschloss) bekannt gewordenen „kolonialen Zwischenfalls“ kostete unter der Führung durch Lothar von Trotha über drei Viertel der Herero- und die Hälfte der Nama-Bevölkerung das Leben. Diejenigen, die nicht im Kampf starben, wurden mit ihren Familien in die Wüste gejagt.</p>
<p>Dort riegelten die deutschen „Schutztruppen“ jeglichen Zugang zu Nahrung und Wasser ab,  und führten dadurch absichtlich deren Hungertod herbei. Trotha: „Die Herero sind nicht mehr deutsche Untertanen. […] Innerhalb der deutschen Grenze wird jeder Herero mit oder ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh erschossen, ich nehme keine Weiber und keine Kinder mehr auf, treibe sie zu ihrem Volke zurück oder lasse auch auf sie schießen“.</p>
<p>Was haben diese zurückliegenden Ereignisse nun mit der heutigen Zeit zu tun? Zunächst einmal sind die Folgen der Kolonialisierung immer noch, sowohl in den Gebieten der ehemaligen Kolonien, als auch in den Ländern der Kolonialherren zu spüren. In den Ländern, deren Grenzen von den Besatzernationen festgelegt wurden, gibt es nach wie vor zahlreiche Konflikte, die unter anderem auf Grund der willkürlichen Grenzziehungen entstanden sind.</p>
<p>Hier wurden viele Bevölkerungsgruppen getrennt oder aber verschiedene auf einem begrenzten Gebiet zusammengelegt. Somit wurde der Versuch unternommen, neue Nationalidentitäten für völlig oder zum Teil unterschiedliche Gruppen von Menschen zu schaffen, ohne dabei auf ihre Interessen einzugehen. Zudem greifen auch heute noch westliche Staaten, ehemalige Kolonialmächte und deren Wirtschaftsmultis und –organisationen massiv in die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Prozesse der von ihnen als Entwicklungsländer bezeichneten Nationen ein (Neokolonialismus).</p>
<p><strong>Entwicklungshilfe oder Wirtschaftshilfe?</strong></p>
<p>Mit der heutigen als Entwicklungszusammenarbeit bezeichneten Vermittlung und Betreuung von Projekten, bei denen oft  das Verankern von wirtschaftlichen Beziehungen zum jeweiligen Geberland im Vordergrund steht, werden genau diese kolonialen und rassistischen Strukturen aufrechterhalten. Für jeden Euro, den Deutschland in die Entwicklungszusammenarbeit steckt (2011 sind dies rund 6,2 Milliarden Euro) gelangen je nach Schätzung zwischen 2 und 10 Euro an Investitionen wieder zurück nach Deutschland. Dies wird offiziell als „positiver Nebeneffekt“ bezeichnet.</p>
<p>Hier wird unter anderem deutlich, warum das zuständige Ressort „Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“ (BMZ) heißt. Hinzu kommen Schuldzahlungen der Länder des globalen Südens für erhaltene Kredite.Zusätzlich zu diesen „Nebeneffekten“ sichert die Ausbeutung von Rohstoffen in den Ländern des globalen Südens unseren westlichen, als Wohlstand bezeichneten Überkonsum.</p>
<p>Als Beispiel dient der Abbau von Koltanerz in der Demokratischen Republik Kongo: Der Abbau des Metalls durch die Bevölkerung wird von den örtlichen Rebellengruppen kontrolliert, welche sich immer wieder heftige Kämpfe untereinander und mit dem kongolesischen Militär um die Herrschaft über die  Mienen liefern. Wer die meisten und größten Mienen kontrolliert, kann den Krieg finanzieren. Abnehmerinnen sind große westliche Firmen, zu denen auch der deutsche Chemiekonzern BASF gehören soll, die das Roherz sofort ausfliegen um es in anderen Ländern zum für unsere IT-Geräte so wichtigen Tantal zu verarbeiten.</p>
<p>Eines von vielen Beispielen, wo ohne finanziellen oder sonstigen Ausgleich an das ausgebeutete Land Rohstoffe für unseren Technikwahn gestohlen werden. Die lokalen Metallvorkommen könnten in einem Land wie der Demokratischen Republik Kongo zu stabilen sozialen und ökonomischen  Verhältnissen führen, würde nicht weiter bei den Rebellengruppen eingekauft, sondern bei unabhängigen Mienen, welche faire Arbeitsbedingungen und Entlohnung gewährleisten und ihre Gewinne der Bevölkerung oder zumindest dem Staat zukommen lassen.</p>
<p>Der Gewinn könnte auch in die Infrastruktur und Weiterverarbeitungsindustrie vor Ort fließen. Wenn unser Staat und unsere Wirtschaft in ehemalige Kolonien auf diese Art investieren, wenn wir uns mit 20 auch schon 20 Handys gekauft haben, dann hat der Kolonialismus und Neokolonialismus auch heute noch mit uns zu tun.</p>
<div id="attachment_2078" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/06/waffenkongo.jpg"><img class="size-full wp-image-2078" title="waffenkongo" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/06/waffenkongo.jpg" alt="" width="300" height="328" /></a><p class="wp-caption-text">Waffen im Kongokrieg - finanziert durch deutsche Unternehmen</p></div>
<p>Im seit 1996 andauernden Bürgerkrieg in der Demokratischen Republik Kongo sind weit über 5,4 Millionen Menschen getötet worden. Der Krieg dauert im östlichen Teil des Landes, in welchem sich die meisten Koltanvorkommen befinden, weiterhin an, zum Teil noch brutaler als zuvor, obwohl es seit 2003 ein offizielles Friedensabkommen gibt. Doch der Westen profitiert von der herrschenden Instabilität im Kongo, da er weitestgehend die Rohstoffpreise selbst bestimmen kann und die Versorgung gewährleistet ist. Auf andere Länder trifft dies nicht zu, daher greifen dort auch einzelne Staaten oder das Militärbündnis NATO sofort ein, sobald wirtschaftliche Beziehungen gefährdet scheinen.</p>
<p><strong>Alltäglicher Rassismus</strong></p>
<p>Wir sehen, dass die Auswirkungen des Kolonialismus noch heute die globale Wirtschaft prägen. Wenn wir auf die gesellschaftliche und wissenschaftliche Dimension schauen, sieht es nicht wesentlich anders aus.</p>
<p>Hier herrschen immer noch rassistische und orientalistische Weltbilder vor, welche zur Imperial- und Kolonialzeit entstanden sind. Diese hierarchische  Weltsicht reproduziert sich immer wieder, in unseren Büchern, Nachrichten, Spielfilmen und Dokumentationen, in den Beziehungen unserer Regierungen und Wirtschaften, und schließlich in unseren Köpfen.</p>
<p>Jeden Tag könnten uns zig rassistische Bilder im eigenen Kopf auffallen, welche nur auf Äußerlichkeiten, eingeprägten Stigmata und Vorurteilen beruhen, wenn wir nur darauf achteten.</p>
<p>Sei es der am Bahnhof stehende Schwarze Deutsche, von dem wir denken, dass er vielleicht Hilfe braucht, weil er nicht von hier ist. Oder der Angestellte im Chinaimbiss, der garantiert keine Arbeitserlaubnis hat und total ausgebeutet wird. Oder aber das kleine schwarze Mädchen, welches eine Fliege im Auge hat und uns vom Plakat einer der zahlreichen Hilfsorganisationen anschaut. Helfen, helfen, helfen, alle brauchen Hilfe. Der Mann am Bahnhof, der Angestellte, das kleine Mädchen in Afrika.</p>
<p>Auch könnte ich die unterdrückte Frau mit Kopftuch, oder die vielen Menschen mit dem sagenumwobenen Migrationshintergrund aufzählen. Alles Bilder, die uns Medien und Politik, unsere oft weißdeutsche Erziehung und Bildung,oder auch unsere Umwelt vermitteln, wenn sie wieder mal den Schwarzen Deutschen als Afrikaner bezeichnet oder in einer Aufzählung von verschiedenen Ländern der Welt auch das „Land“ Afrika auftaucht. In dem Moment, in dem wir solche Bilder und Annahmen unhinterfragt aufnehmen, greift der Rassismus. Alle brauchen unsere Hilfe. Hilfe beim Integrieren, was leider in Medien und Politik regelmäßig als Assimilieren, also als Auflösen oder Untergehen in der Masse vermittelt wird. Hilfe beim Zurechtfinden, denn sie kommen ja nicht von hier und sind anders. Hilfe beim Entwickeln, wobei wir wissen sollten, dass unsere Regierungen hierdurch nur sich und uns helfen. Die Medien, die Wissenschaft, die Politik und wir selbst schaffen ein Klima der Ausgrenzung, Abgrenzung und Diskriminierung.</p>
<p>Eine der neusten Formen ist der antimuslimische Rassismus. Welche falschen Bilder hier von muslimischen Männern und Frauen, deren Verhältnis, Gewaltbereitschaft und sogenannter Kultur vermittelt werden, ist besorgniserregend und stark menschenfeindlich. Das Kopftuch der Muslima war jahrzehntelang kaum ein Thema, solange sie noch als Putzfrau und nicht als Lehrerin gearbeitet hat.</p>
<p>Diesen orientalistischen und rassistischen Ansichten, sind und werden wir noch lange Zeit ausgesetzt sein und uns kaum davor schützen können, es sei denn, wir sind uns derer bewusst und versuchen, sie nicht weiter zu reproduzieren, um sie irgendwann so aus unserem Alltag zu verbannen.</p>
<p>Um nochmal auf die eingangs erwähnte Studentin zurück zu kommen: Gerade den angehenden Generationen von LehrerInnen kommt in der Bekämpfung dieser diskriminierenden Weltsicht und den ausgrenzenden Vorurteilen eine wichtige Rolle zu. Zusammen mit Eltern und Medien sollten sie dafür sorgen, dass unsere Kinder Menschen nicht aufgrund ihrer äußerlichen Merkmale als anders sehen, bezeichnen und behandeln. Denn die LehrerInnen sind und werden nicht mehr ausschließlich weißdeutsche sein, und somit kann ein Potenzial des Miteinanders und nicht des Gegeneinanders entstehen. Wenn Männer, Weiße, Deutsche (…) bereit sind ihre Privilegien aufzugeben und die Vergangenheit konstruktiv aufzuarbeiten, wird sich etwas bewegen.</p>
<p><em><strong>Julian Weber</strong></em></p>
<p><em>Julian hat nach einer kaufmännischen Ausbildung und einem Auslandsaufenthalt im Rahmen des vom BMZ finanzierten weltwärts-Programms das Studium der Gesellschaftswissenschaften aufgenommen. Seitdem setzt er sich kritisch u. mit Austauschprogrammen, der Entwicklungszusammenarbeit  auseinander. Neben dem Studium arbeitet er als Gartenhelfer und engagiert sich in der politischen Bildung, wo er beispielsweise Workshops an Berufsschulen anbietet.</em></p>
<p>Mehr Informationen und Tipps zur Vermeidung rassistischer Vorurteile im Alltag bietet das Buch <strong>Deutschland Schwarz Weiss</strong> von Noah Sow, erschienen im Bertelsmann-Verlag.</p>
<p>Einen kritischen Blick auf die Entwicklungszusammenarbeit mit Beiträgen zu einer nicht-rassistischen Bildungs- und Projektarbeit bietet die Broschüre <strong>Von Trommlern und Helfern</strong>. Herausgegeben von den entwicklungspolitischen Landesnetzwerken Berlin, Hessen, Hamburg und Sachsen ist sie per Mail (buero@ber-ev.de) erhältlich.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jugendzeitung.net/globalisierung-und-internationales/da-hab-ich-doch-nichts-mit-zu-tun/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Was passiert an europäischen Hochschulen? – Bologna und die Folgen</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/bildung-und-erziehung/was-passiert-an-europaischen-hochschulen-%e2%80%93-bologna-und-die-folgen/</link>
		<comments>http://www.jugendzeitung.net/bildung-und-erziehung/was-passiert-an-europaischen-hochschulen-%e2%80%93-bologna-und-die-folgen/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 03 Jul 2010 09:42:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arno_nym</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung und Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Sommer 2010]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jugendzeitung.net/?p=1870</guid>
		<description><![CDATA[Im Herbst tritt wieder ein neuer Jahrgang von jungen Menschen, sofern sie nicht vorher durch Haupt-/Real-/ oder Förderschule, zu geringes Einkommen oder NCs aussortiert worden sind, ein Studium an. Was erwartet die neuen Erstis? Was passiert an der Hochschule?
Im letzten Sommer gab es immerhin erhebliche Proteste der vom deutschen Bildungssystem Betroffenen. Die _utopia_ bringt einen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im Herbst tritt wieder ein neuer Jahrgang von jungen Menschen, sofern sie nicht vorher durch Haupt-/Real-/ oder Förderschule, zu geringes Einkommen oder NCs aussortiert worden sind, ein Studium an. Was erwartet die neuen Erstis? Was passiert an der Hochschule?<br />
Im letzten Sommer gab es immerhin erhebliche Proteste der vom deutschen Bildungssystem Betroffenen. Die _utopia_ bringt einen Onlineschwerpunkt zu Bildung, Schulen und Hochschulen.</strong><br />
<span id="more-1870"></span></p>
<p>Schulen und Hochschulen haben keinen guten Stand in dieser Wissensgesellschaft. Denn eigentlich ist und bleibt sie ja doch eine Arbeitsgesellschaft. JedeR soll bitte jetzt und gleich Mehrwert produzieren.* Und möglichst gut soll der Standort, die Kommune, der Staat davon abschneiden, es soll profitiert werden.</p>
<div id="attachment_1871" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><a href="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2010/07/2009-11-18-Uni-KS-Besetzt-12_25796.png"><img class="size-full wp-image-1871" title="2009-11-18-Uni-KS-Besetzt-12_25796" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2010/07/2009-11-18-Uni-KS-Besetzt-12_25796.png" alt="" width="600" height="410" /></a><p class="wp-caption-text">Besetztes Audimax an der Uni Kassel im November 2009. Foto: Michael Schulze von Glaßer</p></div>
<p>Unter dieser Maxime trafen und treffen sich immer wieder MinisterInnen der Europäischen Union. So eben auch 1999 in Bologna. Der Vertrag von Bologna wurde unterzeichnet. Darin ging es um Bestimmungen zu einem sogenannten „Europäischen Hochschulraum“.<br />
Ganze TheoretikerInnenstäbe der Unternehmen, denen an ihren jeweiligen Standorten gelegen ist – in Deutschland etwa das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) der Bertelsmann-Stiftung – haben ihre Konzepte und Pläne den MinisterInnen vorgelegt, die mehr als Willens waren, endlich etwas für die Zukunft ihres Staates und ihrer Nation zu tun.<br />
In der gesamten EU sollten Hochschulen effizienter und vor allem anderen einander ähnlicher werden. Denn wie soll ein Ministerium oder ein Präsidium/Rektorat wissen, ob eine Hochschule effizient ist, wenn sie nicht vergleichen können?<br />
Letztlich gibt es allerdings doch wieder Lehrinstitute und solche, die exzellent sind und auch forschen.<br />
Seitdem kommt eine Reform, eine Sparmaßnahme nach der nächsten über die Hochschulen. Und sobald diese sich durchgesetzt haben, werden die Einsparerfolge auch von Schulen erwartet: Kürzere Lernphasen (Bachelor/Master, G8), Lerngebühren (Studiengebühren, Schulgeld), Durchkapitalisierung (Stiftungsuni/Hochschulrat, Privatschulen) und vieles mehr.<br />
Denn die Staatsuniverität war und ist ein Ungetüm, welches immer wieder alte Herrschaftsmittel neu erschaffen hat.<br />
Allerdings ist die staatliche Universität nicht so effizient darin, ineffektive und kritische Menschen heraus zu werfen und zu benachteiligen, wie es Unternehmen sind. Kritische ForscherInnen und Studierende konnten unter dem Schutz der Massenuniversität agieren und wurden manchmal zu einflussreichen bürgerlichen Intellektuellen.<br />
Die eigentliche Überraschung für die Produzierenden des deutschen Blätterwalds, die es sich bequem gemacht hatten in den Nischen des staatlichen Bildungswesens, ist also, dass sie nicht gehört werden.<br />
Dabei werden längst neue Eliten produziert. Effizientere, instrumentelle Eliten.</p>
<p><em>*Wer malocht, der sorgt dafür, dass nachher mehr gesellschaftlicher Wert da ist als vorher. Dieser Mensch hat Mehrwert produziert.</em></p>
<p><strong>Felix Blind</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jugendzeitung.net/bildung-und-erziehung/was-passiert-an-europaischen-hochschulen-%e2%80%93-bologna-und-die-folgen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Zum Abbrechen?!</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/bildung-und-erziehung/zum-abbrechen/</link>
		<comments>http://www.jugendzeitung.net/bildung-und-erziehung/zum-abbrechen/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 03 Jul 2010 09:39:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arno_nym</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung und Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Sommer 2010]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jugendzeitung.net/?p=1868</guid>
		<description><![CDATA[Wer heute etwas von Bologna hört, der denkt erstmal nicht an sozialen Fortschritt. Trotzdem lassen sich in den Dokumenten der Minister viele soziale Ziele finden. Für MitarbeiterInnern der Hochschulen und StudentInnen soll es mehr Mobilität und Möglichkeiten, sich in der Hochschulpolitik einzubringen, geben. Soziale Ungleichheit soll mit ausreichenden Fördermitteln ausgemerzt werden. Auch die Ungleichheit der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer heute etwas von Bologna hört, der denkt erstmal nicht an sozialen Fortschritt. Trotzdem lassen sich in den Dokumenten der Minister viele soziale Ziele finden. Für MitarbeiterInnern der Hochschulen und StudentInnen soll es mehr Mobilität und Möglichkeiten, sich in der Hochschulpolitik einzubringen, geben. Soziale Ungleichheit soll mit ausreichenden Fördermitteln ausgemerzt werden. Auch die Ungleichheit der Geschlechter soll an europäischen Hochschule nicht mehr gelten. Tatsächlich passen sich die deutschen Hochschulen auch an diese Vorgaben an. Das BAföG wurde in diesem Sinne gerade erst um 2% erhöht. Jetzt erhalten StudentInnen statt den etwas knapp bemessenen 366 € immerhin schon 373,32 € im Monat. Bemessen ist dieser Betrag für den gesamten Lebensunterhalt. Zusätzliches Geld gibt es nur nochmal für die Miete. Davon finanzieren die StudentInnen dann Bücher, Essen, alle Freizeitaktivitäten und Semesterbeiträge bzw. -gebühren.</p>
<p><span id="more-1868"></span></p>
<p>Hoch gepriesen wurde von den Ministern aber auch das Ziel, dass StudentInnen den Studienplatz finden sollen, der am besten zu ihnen passt. Wer sich den Zeitrahmen eines Bachelorstudiums anguckt, der wird schnell desillusioniert. Ein solcher Studiengang bringt regulär 180 ECTS-Punkte mit sich. Ein ECTS-Punkt soll dabei 30 Arbeitsstunden umfassen. Für einen Bachelorstudiengang ergibt sich somit ein Arbeitsumfang von sieben Stunden pro Tag. Feiertage sind hier nicht einmal einberechnet. Lediglich Wochenenden. Vorausgesetzt ist hier auch, dass StudentInnen die gesamten Semesterferien durcharbeiten. Viel Zeit zur Sinn-Suche bleibt also nicht.</p>
<p>Ein Blick auf die neuen Studien zu den Abbruchquoten ist erst richtig ernüchternd. Insgesamt brechen 21% der StudentInnen ihr Studium ab, ohne einen ersten Abschluss abgelegt zu haben.  Spitzenreiter in der HIS-Studie sind Leistungsprobleme und finanzielle Probleme. Erstere geben bei 20% und letztere bei 19% der AbbrecherInnen Ausschlag zur Abbruchentscheidung. Überhaupt stellen mangelhafte Studienbedingungen, die von 75% der AbbrecherInnen angegeben werden und Leistungsprobleme, die 70% der AbbrecherInnen angeben, die schwerwiegendsten Punkte dar, wenn es um die Entscheidung zum Studienabbruch geht. Finanzielle Probleme finden sich „erst“ auf Platz fünf mit „nur“ 53% Nennung unter den AbbrecherInnen.¹</p>
<p>StudentInnen haben also privat nicht genug Geld das Studium zu finanzieren und sind schlechten Lernbedingungen ausgesetzt. Anders sieht es bei den MitarbeiterInnen der Hochschulen auch nicht aus. In Hessen wurden kürzlich erst 34 Millionen € für die Hochschulen gestrichen. Das beutet konkret: Keine neuen Materialien und keine neuen MitarbeiterInnen an den Hochschulen.</p>
<p>Dabei sind glücklicherweise nicht alle Ziele des Prozesses gescheitert. Die gute Kommunikation mit der Wirtschaft und eine bessere „Einstellbarkeit“ der europäischen Bürger ließ sich hervorragend umsetzen. Dank geht besonders an die HochschulRektorenKonferenz, die immer aktiv TeilnehmerInnen der Wirtschaft in hochschulpolitische Debatten einbringt.</p>
<p><strong>Stephan Malzkorn</strong></p>
<p><em>¹Ulrich Heublein / Christopher Hutzsch / Jochen Schreiber / Dieter Sommer / Georg Besuch: Ursachen des Studienabbruches in Bachelor- und herkömmlichen Studiengängen, HIS Hochschul-Informations-System GmbH, Dezember 2009, <a href="http://www.his.de/pdf/pub_fh/fh-201002.pdf">http://www.his.de/pdf/pub_fh/fh-201002.pdf</a></em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jugendzeitung.net/bildung-und-erziehung/zum-abbrechen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Studieren in Heidelberg: effizient und verwertungs-orientiert</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/bildung-und-erziehung/studieren-in-heidelberg-verwertungsorientiert-und-effizient/</link>
		<comments>http://www.jugendzeitung.net/bildung-und-erziehung/studieren-in-heidelberg-verwertungsorientiert-und-effizient/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 17 May 2010 13:57:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung und Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Online Magazin]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jugendzeitung.net/?p=1816</guid>
		<description><![CDATA[Studentische Mit- und Selbstverwaltung gerät auch und gerade durch die neuerlichen Reformen a la Blologna in Bedrängnis. Ausreichend augerägt war sie noch nie. Studierende in Hochschulgremien können ein Bollwerk sein gegen Ausverkauf und Exzellenzinitiativen. Als Studierender aus dem Norden Deutschlands vergisst man dabei schnell, dass es die studentische Selbstverwaltung in Bayern und Baden-Württemberg faktisch nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Studentische Mit- und Selbstverwaltung gerät auch und gerade durch die neuerlichen Reformen a la Blologna in Bedrängnis. Ausreichend augerägt war sie noch nie. Studierende in Hochschulgremien können ein Bollwerk sein gegen Ausverkauf und Exzellenzinitiativen. Als Studierender aus dem Norden Deutschlands vergisst man dabei schnell, dass es die studentische Selbstverwaltung in Bayern und Baden-Württemberg faktisch nicht gibt.  <strong>Nina Marie Bust-Bartels</strong> berichtet über die Verhältnisse vor Ort.</strong></p>
<p><span id="more-1816"></span></p>
<p>Die Uni Heidelberg ist im deutschlandweiten Trend der Ökonomisierung universitärer Bildung führend und treibende Kraft. Als eine von fünf Hochschulen beteiligte sie sich 2005 am Projekt „Die deregulierte Hochschule“. Initiiert wurde das Projekt vom Stifterverband Deutsche Wissenschaft, der sich laut Eigendarstellung als „Gemeinschaftsaktion der deutschen Wirtschaft“ bezeichnet und eng mit dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft und dem Verband der Automobilindustrie zusammenarbeitet. Die Uni Heidelberg orientiert sich am Leitbild des Projekts, das große Schnittpunkte mit dem Ideal der „entfesselten Hochschule“ (CHE und Bertelsmann Stiftung) aufweist. Ziel ist eine autonom und wirtschaftlich organisierte Universität, die mit anderen Hochschulen im Wettbewerb um die zahlende KundIn StudentIn steht.</p>
<p><strong>Umsetzung vor Ort</strong></p>
<p>Ein zentraler Punkt ist hierbei die Einführung von Managementstrukturen in der inneruniversitären Organisation, insbesondere die Konzentration von Steuerungskompetenz im neu geschaffenen Universitätsrat, auch „Aufsichtsrat“ genannt. Dieser ist überwiegend mit externen MitgliederInnen besetzt und soll laut Landeshochschulgesetz (LHG) der Profilbildung und der Erhöhung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit dienen.</p>
<p><a href="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2010/05/education-not-for-sale.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1890" title="education-not-for-sale" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2010/05/education-not-for-sale.jpg" alt="" width="270" height="150" /></a></p>
<p>Manfred Lautenschläger, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats vom Finanzdienstleister MLP, gehört dem Universitätsrat der Uni Heidelberg an. Die traditionellen Gremien, wie Rektorat und Senat haben im Universitätsrat lediglich eine beratende Funktion.</p>
<p><strong>Und für die Studierenden?</strong></p>
<p>Auch in der Umstellung der Studiengänge auf Bachelor/Master zeigt sich eine Dominanz wirtschaftlicher Denkweisen. Die Umsetzung des Bologna-Prozesses führte an der Uni Heidelberg zu einem verschulten Studium, das wenig Raum für Selbstorganisation und interessengeleitete Veranstaltungswahl lässt. Es wird erwartet, dass Studierende vorgefertigte Wege gehen und zielstrebig allein das als Relevant vorgegebene auswendig lernen. Durch ständige Leistungsüberprüfungen soll das Studium effizienter und schneller werden, es wird auf Zwang und Leistungsdruck gesetzt anstatt auf intrinsische Motivation und Interesse. Hierbei führt der überfrachtete Stundenplan zu einem Verwertungsdenken, das die Jagd nach Credit Points zur einzigen Handlungsmotivation werden lässt.<br />
Auch die 2007 eingeführten Studiengebühren fügen sich in die wettbewerbsgeleitete Kultur der „deregulierten Hochschule“. Studiengebühren sollen begriffen werden als individuelle „Investition“ in das eigene Humankapital, deren „Rendite“ ein späteres Markteinkommen ist. Sie prägen Studierende in ihren Leistungserwartungen und erzeugen verwertungsorientiertes Lernverhalten.</p>
<p><strong>Demokratisierung jetzt?</strong></p>
<p>Dennoch wehren sich Studierende gegen die Ökonomisierung nicht nur der universitären Strukturen, sondern auch des Denkens und Studierens. Institutionalisierte Mitbestimmungsmöglichkeiten sind jedoch kaum vorhanden und noch weniger gewollt. Auf die Frage nach mehr studentischer Mitbestimmung äußert sich Rektor Eitel in einer Studierendensprechstunde mit den Worten: „Im postkolonialen Afrika hat das Prinzip ‘One Man One Vote’ ja auch zu Chaos geführt.“ Doch auch wenn sich Rektor Eitel, alter Herr der Burschenschaft Normannia Karlsruhe, für eine hierarchische Organisation der Universität ausspricht, so ergibt sich die fehlende Demokratie an der Hochschule vor allem aus dem Landeshochschulgesetz Baden-Württembergs. Um den „Sympathisanten-Sumpf der Terroristen“ auszutrocknen entzog der damalige Ministerpräsident und ehemalige NS-Marinerichter Filbinger den Studierendenvertretungen 1977 das politische Mandat. Auch die aktuelle schwarz-gelbe Landesregierung hält die Studierenden Baden-Württembergs nicht für mündig ihre eigenen Interessen zu vertreten, wie es in 14 anderen Bundesländern gesetzlich verankert ist.<br />
Um so wichtiger ist es für die Studierenden der Uni Heidelberg sich außerhalb der universitären Institutionen, zum Beispiel im Rahmen des Bundesweiten Bildungsstreiks gegen die gesellschaftlichen Trends der Ökonomisierung zu wehren und für emanzipative Bildung und selbstbestimmtes Leben auf die Straße zu gehen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jugendzeitung.net/bildung-und-erziehung/studieren-in-heidelberg-verwertungsorientiert-und-effizient/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>KMK blockiert!</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/bildung-und-erziehung/kmk-blockiert/</link>
		<comments>http://www.jugendzeitung.net/bildung-und-erziehung/kmk-blockiert/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 16 Dec 2009 23:37:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung und Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Online Magazin]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jugendzeitung.net/?p=1482</guid>
		<description><![CDATA[Bei der Blockade der Kultusministerkonferenz in Bonn kamen 10.000 DemonstrantInnen. Das Interesse der Medien war enorm, das Vorgehen der Polizei übertrieben. Dennoch war der Protest ein Erfolg.

Er hat großes Interesse hervorgerufen, anders kann man es nicht sagen. Großes Interesse nicht nur bei StudentInnen und SchülerInnen, sondern auch bei den Medien. Der Protest gegen die Kultusministerkonferenz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bei der Blockade der Kultusministerkonferenz in Bonn kamen 10.000 DemonstrantInnen. Das Interesse der Medien war enorm, das Vorgehen der Polizei übertrieben. Dennoch war der Protest ein Erfolg.</strong></p>
<p><strong><span id="more-1482"></span></strong></p>
<p>Er hat großes Interesse hervorgerufen, anders kann man es nicht sagen. Großes Interesse nicht nur bei StudentInnen und SchülerInnen, sondern auch bei den Medien. Der Protest gegen die Kultusministerkonferenz am 10.12.2009 in Bonn war ein voller Erfolg. Bis zu 10.000 StudentInnen, SchülerInnen, LehrerInnen, GewerkschafterInnen und politische AktivistInnen zeigten am vergangenen Donnerstag trotz des unangenehmen Wetters den KultusministerInnen, wie ernst sie es meinen mit einer sofortigen Reform des Studiums und der Abschaffung von Gebühren, die Bildung zu einem Luxusgut verkommen lassen. Die Großdemonstration startete um etwa 14 Uhr am Bahnhof in Bad Godesberg und führte durch die Stadt zum Tagungsgebäude der diesjährigen Kultusministerkonferenz. Mit drei Demo-Wagen und von etlichen PolizistInnen begleitet bahnte sich der lange Demo-Zug einen Weg durch die Stadt – gefolgt von einem beachtlichen Aufgebot von JournalistInnen aus verschiedensten Medien. So schafften es die Proteste nicht nur in etliche lokale Radiosender und Zeitungen, sondern auch in die „tagesschau“, das „heute-Journal“ und zum RAdiosender 1Live. Mit dabei waren auch die ProtestlerInnen aus Bremen und Berlin, die sich solidarisch mit den Demonstranten in Bonn erklärten.</p>
<div id="attachment_1484" class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><img class="size-full wp-image-1484" title="155" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2009/12/155.jpg" alt="Foto: Felix G." width="400" height="266" /><p class="wp-caption-text">Foto: Felix G.</p></div>
<p>Noch vor dem Start der Demo in Bad Godesberg machte ein Gerücht die Runde, das einige DemonstrantInnen verwirrte: Die KultusministerInnen seien wegen der enormen TeilnehmerInnenzahl in ein anderes Gebäude umgezogen, um den Protesten zu entgehen. Eine gewaltige Niederlage für die MinisterInnen – aber leider auch eine Falschmeldung. Die Demo-Route führte neben einigen Banken auch an der Botschaft der Republik Kuba vorbei, was große Emotionen bei einigen DemonstrantInnen hervorbrachte. „Hoch die internationale Solidarität“ rief ein Teil der Masse der Botschaft entgegen, während der andere unbeirrt weiterging. Die zum großen Teil sehr kreativen Demonstranten trugen unter anderem in einen Sarg, begleitet von einer Reihe brennender Friedhofskerzen, die Bildung zu Grabe und machten mit großen Transparenten auf ihre Forderungen aufmerksam. Teilgenommen haben neben den durch die Bildungsstreikbündnisse mobilisierten StudentInnen und SchülerInnen auch die Jusos, die Grüne Jugend, die Linksjugend solid, einige BundesschülerInnenvertretungen sowie AnhängerInnen der <span>MLPD</span> und von deren Jugendverband Rebell, der <span>DKP</span> und der <span>FAU</span>.</p>
<p><div id="attachment_1485" class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><img class="size-full wp-image-1485" title="082-[800x600]" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2009/12/082-800x600.jpg" alt="Foto: Felix G." width="400" height="266" /><p class="wp-caption-text">Foto: Felix G.</p></div>Durch der Sperrung sämtlicher Straßen zum Tagungsort durch die Polizei und deren Repressalien gelangten die Demonstranten nach einem kurzen Zwischenfall mit den Frauen und Männern in Grün, bei dem es allerdings nicht zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung kam, schließlich zum Tagungsgebäude, vor dem die Schlusskundgebung bis spät in den Abend hinein stattfand. Einer der vielen Redner die hier auf einem der Demo-Wagen auftraten, war ein Gewerkschafter aus dem Bundesvorstand von Ver.di. Seine emotionale Rede riss die DemonstrantInnen mit. Er wurde von lautstarken Sprüchen und Beifall begleitet. So ging er in seiner Rede z.B. auf die Haltung des kölner Universitätsrektors ein, der wegen der von StudentInnen besetzten Hörsäle eine Strafanzeige bei der Polizei stellte. „Welch armselige Menschen sind das ?“, fragte er. Die Menge war außer sich. „Und diese Unis nennen sich exzellent!“. Diesen und den vorangegangenen Streiks maß er zum Ende seiner Rede große Bedeutung bei: „Dieser Streik ist gut!“ In den folgenden Stunden wurden alle Aus- und Einfahrten zum Tagungsgebäude von den DemonstrantInnen blockiert – insofern das überhaupt noch möglich war. Denn viele Eingänge wurden schon von der Polizei mit einem Großaufgebot abgesperrt. Mit der Blockade einer Parkplatzausfahrt wurden die MinisterInnen an der Weiterfahrt gehindert. Doch dann kam, was man nicht erwartet hatte: Plötzlich wurde Tränengas versprüht, geknüppelt und verhaftet. Die Polizei ging kompromisslos und zum Teil brutal mit den vollkommen friedlichen Bildungsstreik-AktivistInnen um. Schnell gab es die ersten Verletzten. Über den twitter-Account der Organisatoren, der während der Demo ständig live-tweets verschickte, war zu dieser Zeit zu erfahren, dass „auf alles gehauen wird was sich bewegt“. Am Ende wurden mehrere Personen verletzt in ein Krankenhaus gebracht, zwei Demo-Clowns verhaftet und mehrere DemonstrantInnen vorübergehend in Gewahrsam genommen.<br />
<div id="attachment_1486" class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><img class="size-full wp-image-1486" title="156-[800x600]" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2009/12/156-800x600.jpg" alt="Foto: Felix G." width="400" height="266" /><p class="wp-caption-text">Foto: Felix G.</p></div>Verschiedenste Organisationen und Parteien gab sich während der gesamten Demonstration solidarisch und boten heißen Tee und warmes Essen umsonst an – Spenden wurden natürlich gerne gesehen. Am Ende des Tages wurde in den Medien von ersten Änderungen durch die KultusministerInnen berichtet. Das ist ein erster Erfolg der neuen Bildungsstreik-Bewegung, aber noch lange keine Lösung für alle Probleme. Die Bildungsstreik-Proteste werde sich im nächsten Jahr mit aller Härte fortsetzten, wenn es keine weiteren Änderungen gibt.</p>
<p>Aus Bonn, Felix G. (17)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jugendzeitung.net/bildung-und-erziehung/kmk-blockiert/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Großdemos gegen die Kultusministerkonferenz</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/bildung-und-erziehung/grosdemos-gegen-die-kultusministerkonferenz/</link>
		<comments>http://www.jugendzeitung.net/bildung-und-erziehung/grosdemos-gegen-die-kultusministerkonferenz/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 07 Dec 2009 20:52:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung und Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Online Magazin]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jugendzeitung.net/?p=1379</guid>
		<description><![CDATA[Zum Jahresende soll es noch einmal ganz heiß zugehen: Die bundesweiten Bildungsstreikbündnisse rufen zusammen mit Gewerkschaften, Attac und dem Erwerbslosen Forum Deutschland  zur Blockade der Kultusministerkonferenz (KMK) unter dem Motto „Kultusminister nachsitzen“ auf.

Am 10. Dezember tagen alle „BildungsministerInnen“ aus den 16 Bundesländern im nordrhein-westfälischen Bonn. Im Zuge des bundesweiten Bildungsstreiks sind alle SchülerInnen, StudentInnen, LehrerInnen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zum Jahresende soll es noch einmal ganz heiß zugehen: Die bundesweiten Bildungsstreikbündnisse rufen zusammen mit Gewerkschaften, Attac und dem Erwerbslosen Forum Deutschland  zur Blockade der Kultusministerkonferenz (KMK) unter dem Motto „Kultusminister nachsitzen“ auf.</strong></p>
<p><span id="more-1379"></span></p>
<p>Am 10. Dezember tagen alle „BildungsministerInnen“ aus den 16 Bundesländern im nordrhein-westfälischen Bonn. Im Zuge des bundesweiten Bildungsstreiks sind alle SchülerInnen, StudentInnen, LehrerInnen, ProfessorInnen und GewerkschafterInnen zum Protest gegen die KMK aufgerufen.</p>
<div id="attachment_1382" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><img class="size-full wp-image-1382" title="2009-06-19_Berlin-2" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2009/12/2009-06-19_Berlin-2.jpg" alt="Demonstration gegen die Kultusministerkonferenz im Juni 2009 in Berlin | Foto: Michael Schulze von Glaßer" width="450" height="258" /><p class="wp-caption-text">Demonstration gegen die Kultusministerkonferenz im Juni 2009 in Berlin | Foto: Michael Schulze von Glaßer</p></div>
<p>Bei dieser Konferenz diskutieren die MinisterInnen zwar über die Themen Bildung, Erziehung und Forschung aber auf die Forderungen der seit Wochen protestierenden SchülerInnen und StudentInnen gehen sie nicht ein. Stattdessen wurden Kopfnoten, zentrale Prüfungen, das Turbo-Abitur, Studiengebühren und das Bachelor/Master-System eingeführt. Die Lernbedingungen haben sich verschärft. Deshalb fordern die SchülerInnen und StudentInnen mit sofortiger Wirkung bessere Lehr- und Lernbedingungen an Schulen und Hochschulen, einen freien Zugang zu allen Bildungs- und Kultureinrichtungen, die Abschaffung sämtlicher Bildungsgebühren, ein Bildungssystem ohne den Einfluss der Wirtschaft, eine öffentliche Finanzierung des Bildungssystems und eine Demokratisierung durch  Stärkung der Mit- und Selbstverwaltung in allen Bildungseinrichtungen. Seit der Besetzung etlicher Hörsäle  solidarisierten sich auch immer mehr ProfessorInnen und RektorenInnen mit den Demonstranten. Bisher waren die bundesweiten Bildungsstreiks dezentral auf ganz Deutschland verteilt. Nun soll sich der Protest am 10. Dezember in Bonn konzentrieren. Um 13 Uhr startet die Demonstration am Bahnhof in Bonn-Bad Godesberg mit anschließender Blockade der Konferenz und einer Abschlusskundgebung.</p>
<div id="kasten"><strong>Infobox</strong><br />
Wer aus Berlin anreisen möchte, soll laut den Organisatoren um 06:00 Uhr am Nordbahnhof sein. Die Kosten betragen 10 Euro, der Soli-Preis beträgt 20 Euro. Alle weiteren Infos, unter Anderem auch zur  Anreise nach Bonn sowie der Demo-Route und Kontakt-Adressen gibt es unter <a href="http://www.kmk-nachsitzen.de/">http://www.kmk-nachsitzen.de/</a> .Wer nicht die Möglichkeit hat nach Bonn zu kommen ist aufgerufen sich an der Soli-Demo in Berlin zu beteiligen. Diese beginnt am 10.12. um 13 Uhr am Rosenthaler Platz. Für SchülerInnen ist auf der Homepage bereits eine Entschuldigung zum Download bereit gestellt. Während der Demo in Bonn wird unter dem twitter-Account „KMK-nachsitzen“ (<a href="http://twitter.com/KMK_nachsitzen">http://twitter.com/KMK_nachsitzen</a>)  live getwittert. Dort werden außerdem ständig neue Infos  im Vorfeld des Protests am 10.12. gezwitschert. Kommt nach Bonn! Lasst die Kultusminister nachsitzen!</div>
<p><em>Felix G. (17)</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jugendzeitung.net/bildung-und-erziehung/grosdemos-gegen-die-kultusministerkonferenz/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Eine neue Chance für mehr Grips</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/bildung-und-erziehung/eine-neue-chance-fur-mehr-grips/</link>
		<comments>http://www.jugendzeitung.net/bildung-und-erziehung/eine-neue-chance-fur-mehr-grips/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 20 Nov 2009 21:08:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arno_nym</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung und Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[November/Dezember 2009]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jugendzeitung.net/?p=1344</guid>
		<description><![CDATA[Im Juni, als es warm war, waren in vielen Städten beim bundesweiten Bildungsstreik Menschen auf der Straße. Sie alle verband das Gefühl, dass Bildung anders gestaltet sein muss, als es momentan der Fall ist. Haben diese Proteste aber eine Chance auf Erfolg und somit eine Zukunft?
Eine ganze unpolitische Generation soll sich im Juni diesen Jahres [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im Juni, als es warm war, waren in vielen Städten beim bundesweiten Bildungsstreik Menschen auf der Straße. Sie alle verband das Gefühl, dass Bildung anders gestaltet sein muss, als es momentan der Fall ist. Haben diese Proteste aber eine Chance auf Erfolg und somit eine Zukunft?</strong></p>
<p>Eine ganze unpolitische Generation soll sich im Juni diesen Jahres politisiert haben. Vor dem Bildungsstreik hieß es in den Mainstream-Medien über “die Jugend von heute” häufig, sie bestünde aus eiskalten EgoistInnen und “KarrieristInnen”. Dies sei aber auch kein Wunder, weil unter anderem verschärfte ökonomische Zwänge dafür sorgten, dass gerade die jungen Menschen um die Chance, einmal einen Arbeitsplatz bangen müssten. Protest und Rebellion wurden zu etwas Pubertärem, das sich erwachsene, ernste Leute nicht leisten können. Die Jugendlichen wurden – vielleicht als erste Generation der Geschichte – “vernünftig” genannt.<span id="more-1344"></span></p>
<p><strong>“Neue” Bewegung?!</strong></p>
<p>Die Meldung, dass sich dieser selige Ruhezustand im Juni 2009 plötzlich veränderte, ist falsch. Sie kommt von Menschen, die die Schulstreiks in den Vorjahren nicht bemerkt haben, weil sie auf Massenevents warteten. Die Wahrheit ist, dass es unter der Decke der konservativen Presse und Öffentlichkeit durchweg rumorte. Im Sommer fielen mit dem bundesweiten Bildungsstreik 2009 einige Gegebenheiten günstig zusammen. Die streikerfahrenen SchülerInnen der Vorjahre kamen an die Unis, die SchülerInnen machten weiter und die Studierenden entdeckten die Chance, ihre Anliegen jenseits der Abschaffung von Studiengebühren an die Öffentlichkeit zu tragen. Gleichzeitig gab es mit der Konkretisierung der Bologna-Richtlinien, dem EU-weiten Rahmenvertrag über die Ausrichtung von Universitäten, für Unternehmen und Parteien einen Grund, Diskussionen zu führen. Bologna wurde als Schnellschuss verurteilt.<br />
Dann kam der Sommer, und so viele Menschen wie schon lange nicht mehr riefen: „Wir machen nicht mehr mit! Wir streiken!“</p>
<p>Und tatsächlich: Die Diskussion über den Zustand des Bildungssystems hat sich verändert. Mittlerweile meinen sogar CDU/CSU und SPD, die bestehende Situation müsse rasant und maßgeblich geändert werden. Diejenigen, die auf ein Massenphänomen gewartet hatten, prognostizierten ein neues ’68, eine neue Studierendenbewegung.<br />
Tatsächlich ist bei den Protestierenden der große Enthusiasmus des Sommers abgeflaut. Ein Grund dafür könnte sein, dass zu wenig inhaltliche Auseinandersetzung mit den Themen stattfand.</p>
<p><strong>Die Welt verändern</strong></p>
<p>Im Winter steht wieder ein „Bildungsstreik“ an. Eine weitere Chance für die Menschen, im Bildungssystem die Lage zu ihren Gunsten zu ändern; zu zeigen, dass Bildung Grundvoraussetzung für Freiheit und damit ein Gut für sich ist. Ob ihnen das gelingt, wird maßgeblich an der Konzeption der Proteste liegen. Es müssen auch die hierarchischen Zwänge in anderen Lebensbereichen kritisiert werden, die es den Menschen unmöglich machen, sich frei zu entfalten. SchülerInnen, Studierende, Lehrende, Auszubildende – sie alle müssen sich diesen Winter zusammenschließen und versuchen, die herrschenden Verhältnisse aktiv zu verändern.<br />
Wichtig wird auch sein, dass der Protest sich die ganze Welt als Spielwiese der neuen Ideen aussucht. Weltweit wird es diesmal Proteste geben, denn die Probleme im Bildungswesen sind global.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Felix Blind</strong></p>
<p><a href="http://www.bildungsstreik.net">www.bildungsstreik.net</a><br />
<a href="http://www.emancipating-education-for-all.org">www.emancipating-education-for-all.org</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jugendzeitung.net/bildung-und-erziehung/eine-neue-chance-fur-mehr-grips/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Nach der Schule zieh’ ich aus!</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/bildung-und-erziehung/nach-der-schule-zieh%e2%80%99-ich-aus/</link>
		<comments>http://www.jugendzeitung.net/bildung-und-erziehung/nach-der-schule-zieh%e2%80%99-ich-aus/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 20 Nov 2009 21:06:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arno_nym</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung und Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[November/Dezember 2009]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jugendzeitung.net/?p=1342</guid>
		<description><![CDATA[Wie lange ist man wirklich Kind?
Die finanzielle Abhängigkeit vom Elternhaus, davon gehen viele während ihrer Schulzeit aus, ist spätestens mit Beginn des Studiums passé. Doch warum ist man in den meisten Fällen nach dem Schulabschluss, wenn man eine Ausbildung oder ein Studium beginnt, immer noch abhängig?

In vielen Ausbildungsberufen verdient man in den ersten Lehrjahren nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Wie lange ist man wirklich Kind?</h3>
<p><strong>Die finanzielle Abhängigkeit vom Elternhaus, davon gehen viele während ihrer Schulzeit aus, ist spätestens mit Beginn des Studiums passé. Doch warum ist man in den meisten Fällen nach dem Schulabschluss, wenn man eine Ausbildung oder ein Studium beginnt, immer noch abhängig?</strong><br />
<span id="more-1342"></span><br />
In vielen Ausbildungsberufen verdient man in den ersten Lehrjahren nur sehr wenig. Oft noch nicht einmal so viel, dass man dem lange gehegten Wunsch nach einer eigenen Wohnung und somit der Unabhängigkeit von den Eltern nachkommen kann. Dies ist meist nur mit einer monatlichen Finanzspritze möglich. Genauso im Studium: Wenn der Studienort zu weit vom Elternhaus entfernt liegt, dann muss man ausziehen. Keine Frage. Und es gibt ja Bafög. Doch bekommen die wenigsten Studierenden den Höchstsatz von 648 Euro pro Monat. Viele erhalten entweder gar kein Bafög oder nur einen kleinen Anteil, weil die Eltern „zu viel“ verdienen.<br />
Während des Studiums sind die Eltern ihren Kindern zum Unterhalt verpflichtet. Doch wer verklagt schon seine Eltern, wenn diese den Betrag, der mit dem Bafög zusammen noch unter dem Bafög-Höchstsatz liegt, nicht bezahlen wollen? Und warum bekommen nicht alle Studierenden und SchülerInnen auf dem zweiten Bildungsweg elternunabhängiges Bafög? Warum schafft es der Staat nicht, allen die gleichen Bildungschancen zu ermöglichen? Es scheint, als wäre er überhaupt nicht an der Bildung seiner BürgerInnen interessiert!</p>
<p>Natürlich gibt es auch Eltern, die ihren Kindern gerne einen monatlichen Betrag überweisen und auch noch ein Auto finanzieren. Dies sollte natürlich nicht zur Selbstverständlichkeit werden. Wenn man nach dem Schulabschluss in gewissem Maße unabhängig sein möchte, muss man in vielen Fällen den eigenen Lebensstandard einfach etwas herunter schrauben. Wofür braucht man zum Beispiel mit Semester- oder Monatsticket ein Auto? Oder muss es wirklich immer die teuerste Kleidung sein?<br />
Wer unabhängig sein möchte, sollte dies auch auf sein ganzes Leben übertragen. Denn spätestens nach abgeschlossener Ausbildung oder dem Studienende sollte man auf eigenen Beinen stehen wollen und nicht ständig bei Mutti oder Vati nach Geld fragen.</p>
<p>Ein anderer Fall sind diejenigen, die nach dem Schulabschluss keinen Ausbildungsplatz oder nach Ausbildung oder Studium keinen Job finden. Wer als LangzeitarbeitsloseR noch nicht 25 Jahre alt ist, wird vom Staat gezwungen, wieder bei den Eltern einzuziehen oder sich von diesen unterhalten zu lassen. Kurz gesagt: Die Miete für die Wohnung wird vom Staat nicht übernommen.</p>
<p>Doch was resultiert aus der jahrelangen finanziellen Abhängigkeit der Kinder von ihren Eltern? Viele sehen ihre eigentlich schon erwachsenen Kinder immer noch nicht als solche an. Versuchen, sie in ihrer Ausbildungswahl zu beeinflussen. Ganz nach dem Motto: So lange du deine Füße unter meinen Tisch stellst, bestimme ich, was du den ganzen Tag über treibst.<br />
Und was macht das mit den „Kindern“? Vielleicht mag es einige geben, die sich gerne im Hotel Mama verwöhnen lassen und die es auch nicht stört, wenn die Eltern jede Einzelheit aus ihrem Privatleben erfahren. Jedoch gibt es auch solche, die gerne unabhängiger wären, dies aber nicht sein können. Eine Unzufriedenheit, die auf der einen Seite die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit immens beeinflusst und auf der anderen Seite das Verhältnis zu den Eltern sehr belasten kann.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Maren W.</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jugendzeitung.net/bildung-und-erziehung/nach-der-schule-zieh%e2%80%99-ich-aus/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Studierendenproteste sollen grandios scheitern!</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/bildung-und-erziehung/die-studierendenproteste-sollen-grandios-scheitern/</link>
		<comments>http://www.jugendzeitung.net/bildung-und-erziehung/die-studierendenproteste-sollen-grandios-scheitern/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 20 Nov 2009 18:39:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung und Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Online Magazin]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jugendzeitung.net/?p=1294</guid>
		<description><![CDATA[Am Dienstag war überall auf der Welt Aktionstag gegen die Ökonomisierung von Bildung. Studierende, die Avantgarde der KapitalismuskritikerInnen nahmen den Kampf mit dem großen System ein weiteres Mal auf. Was ist passiert, dass die gehegten Kinder der Intelligenz aufbegehren und was muss passieren, damit sich echt etwas ändert? Fragt sich Felix Blind.
Der Aktionismus des Sommers, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Am Dienstag war überall auf der Welt Aktionstag gegen die Ökonomisierung von Bildung. Studierende, die Avantgarde der KapitalismuskritikerInnen nahmen den Kampf mit dem großen System ein weiteres Mal auf. Was ist passiert, dass die gehegten Kinder der Intelligenz aufbegehren und was muss passieren, damit sich echt etwas ändert? Fragt sich Felix Blind.<span id="more-1294"></span></strong></p>
<p>Der Aktionismus des Sommers, da waren sich auf den Nachbereitungstreffen alle einig, sollte nicht einfach wiederholt werden. Inhaltlche Arbeit sollte geleistet werden, die Forderungen sollten ausarbeitet werden, die Ziele gesteckt.<br />
Am 17.11.2009 waren allein in Europa nahezu 300.000 Menschen auf der Straße – und demonstrierten für freie Bildung. In Deutschland ist das Ziel momentan noch nicht klar. Wenn die Besetzungswelle in Östereich nicht gewesen wäre, hätte der kommende Bildungsstreik wahrscheinlich nicht einmal ein anderes Profil bekommen, als die Aktionen im Sommer. So allerdings sind viele noch einmal rechtzeitig aufgewacht. Um was eigentlich zu tun? Ist denn die besetzung von Hörsälen, Aulen, Foyers und anderen Hochschulräunlichkeiten ein revolutionärer Akt? Einige haben begriffen, dass Demonstrationen ignoriert, DemonstrantInnen einfach hinter hohen Zäunen verborgen werden können. Die neuerlichen Besetzungen bieten kein Machtinstrument, weil zuwenig Unterstützung bereit steht. Nur die Unbedeutsamkeit der BesetzerInnen schont sie vor der Räumungsandrohung.<br />
Um gefährlich zu sein, muss die Kritik geschärft werden, und das universitäre Umfeld überzeugt werden. Bei manchen Dozierenden, und scheinbar auch UniversitätspräsidentInnen können halboffene Türen eingerannt werden.Dann kann auch der Rest der Gesellschaft besser überzeugt werden. Wo sind die Intellektuellen, die sich in liberalen Kreisen links nennen, jene, die proklamieren, es müsse sich endlich etwas ändern.</p>
<p>Die Stärke der Bewegung Bildungsstreik liegt aber nicht in ihrer Masse oder faktischen gesellschaftlichen Macht. Die Studierenden von Berkeley können das „We shall overcome“ nicht so gemeint haben, wie jene Unterdrückten, die die Weißen Herren dann tatsächlich besiegt haben.<br />
Sie drücken damit die Angst der Eingesessenen Eliten dieser Welt aus: Die radikale Kritik der Verhältnisse könnte da ankommen, wo sie ganz bestimmt nicht sein soll, bei denen die die Eliteposten später einmal bekleiden sollen. Der Momentane Protest kann überall da seffektiv sein, wo er den Keim der Revolte, des Radikal anders Denkens zu den Funktionseliten der Zukunft trägt.<br />
So ist es ein Gewinn, wenn der/die WirtschaftswissenschaftlerIn sich denn fragt, warum sie eigentlich Studieren kann, und der Azubi, der die Straße teert nicht. Wir nennen das Politisierung.<br />
Und es ist ein Gewinn, wenn der/die PolitikwissenschaftlerIn nach dem Ausbruch aus dem Kessel bei einer Demonstration dann einmal frei demonstrieren kann – und von PassantInnen freundlich gegrüßt wird. Wir nennen das Radikalisierung.</p>
<p>Wer also glaubt, wir müssten ein genügend großes Druckmittel heran schaffen, damit wir endlich den Kapitalismus und die Missstände an den Bildungseinrichtungen, die immerhin dessen Produkt sind, abschaffen können, wird scheitern.<br />
Auch wenn in Italien die SchülerInnenunion zum Generalstreik aufruft und 120.000 Menschen aufs Pflaster treten lässt, werden die Universitäten und Fabriken vorerst in Privat- und Staatshand bleiben.</p>
<p>Wenn wir die Unis für uns alle haben, wenn wir die Parlamente zu Museen gemacht haben, und wenn jede Woche wie die letzte ist, dann können wir generelle freie Bildung einfordern und verwirklichen. Bis dahin schaffen wir Stück für Stück die Schranken dorthin ab.</p>
<p><em>Felix Blind</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jugendzeitung.net/bildung-und-erziehung/die-studierendenproteste-sollen-grandios-scheitern/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

