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	<title>Utopia &#124; Jugendzeitung für eine herrschaftslose und gewaltfreie Gesellschaft &#187; Kunst und Kultur</title>
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	<description>herrschaftslos, gewaltfrei</description>
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		<title>Leser_innenbriefe</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Sep 2011 17:55:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Herbst 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[LeserInnenbriefe]]></category>
		<category><![CDATA[Medien und Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft und Soziales]]></category>

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		<description><![CDATA[Zwei Leser_innenbriefe zu Fair Trade und Graffiti.
Das finden wir gar nicht fair …
„Fair Trade“ oder die falsche Vorstellung vom gerechten Kapitalismus
Antwort auf die Beiträge „Was ist eigentlich&#8230; Fair Trade?“ und „Sozial, gerecht, Fair Trade?“ von Ani K. und Dominik
Um zu damit konfrontiert zu werden, dass „Fair Trade“ etwas gutes sein soll, muss man keine linksradikale [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zwei Leser_innenbriefe zu Fair Trade und Graffiti.</strong><span id="more-2120"></span></p>
<p><strong>Das finden wir gar nicht fair …<br />
„Fair Trade“ oder die falsche Vorstellung vom gerechten Kapitalismus</strong></p>
<p><em>Antwort auf die Beiträge „Was ist eigentlich&#8230; Fair Trade?“ und „Sozial, gerecht, Fair Trade?“ von Ani K. und Dominik</em></p>
<p>Um zu damit konfrontiert zu werden, dass „Fair Trade“ etwas gutes sein soll, muss man keine linksradikale Zeitung lesen. Jeder brave Bürger weiß das. Dabei ist schon der Begriff an sich ein gewaltiges Missverständnis: Was soll das denn bitte sein, ein „fairer Handel“? Ein Deal, mit dem beide Seiten zufrieden sein sollen? Beim Tausch stehen sich zwei völlig gegensätzliche Interessen gegenüber. Der Verkäufer will einen möglichst hohen Preis, der Verkäufer einen möglichst niedrigen. Hat einer von beiden ein „gutes Geschäft“ gemacht heißt das automatisch, dass der andere ein schlechtes Geschäft gemacht hat. Das ist Kapitalismus, und nicht fair. Was aber dann mit Fair Trade gemeint sein soll, ist nichts anderes, als die Auflagen unter denen produziert werden soll. Am Prinzip wird nichts kritisiert, nur an den Bedingungen unter denen das Prinzip läuft. Was daran toll sein soll, bleibt fraglich. Der Arbeiter, der „fair“ produziert stellt für sein Unternehmen genauso einen Kostenfaktor dar, wie der Arbeiter, der „nicht fair“ produziert.</p>
<p>Abgesehen davon, dass der Kapitalismus trotzdem bestehen bleibt, ist die Frage nach „fair Trade“ in 99 Prozent der Fälle keine Frage des Gewissens, sondern eine des Geldbeutels. Denn eines dürfte klar sein: sollten Unternehmen ihr „gutes Image“ mit solchen Produkten aufbessern wollen kostet das mehr Geld bei der Produktion. Und das schlägt sich auch auf den Preis des Endprodukts, dass ja gekauft werden will. Wenn jetzt Leute trotz höherem Preis faire Sachen einkaufen sollten. Macht sich das natürlich bemerkbar, bei den Firmen, die nicht so produzieren. Die gehen ein, ihre Belegschaften werden zwar jetzt nicht mehr schlecht bezahlt und behandelt, sind dafür aber arbeitslos und dürfen verhungern (wobei gleiches natürlich auch passiert, wenn man sich gegen Fair Trade entscheidet).</p>
<p>Dass dann der Kunde auch verantwortlich dafür gemacht wird, dass unter schlimmen Bedingungen produziert wird, weil er ja angeblich über die Produktion bestimmt, ist das eine ungeheure Verkehrung der Realität. Er hat sich ja gar nichts davon ausgesucht. Die Behauptung, dass der Kunde Verantwortung hätte, ist eine einzige Unverschämtheit. Kein Unternehmer hat ihn je gefragt, bevor er produziert hat!</p>
<p><em>pmm</em></p>
<p>Freunde!</p>
<p>Es geht um Dominiks Artikel „Wem gehören die Wände?“ in der eigentlich sehr informativen Utopia 19 und da speziell den letzten Absatz. Graffiti „als eine radikale Kunstform &#8230;, da es sich über etablierte Besitzverhältnisse wie gesetzlich geschütztes Eigentum, hinwegsetzt und diese somit auch in Frage stellt“? Ich finde das ist sehr idealisiert. Wenn die Stadt von primitiven Tags wimmelt wie „Soca“ oder „Ken“, dann ist das keine politische Aussage, sorry! Dann will irgendein „Soca“ oder „Ken“ schlicht King der lokalen Spayer-Szene sein und hier geht‘s fast immer um Jungs. Wenn diese Battles auf privaten Hauswänden stattfinden, dann setzt sich das nur insofern über gesetzlich geschützes Eigentum hinweg, indem es selbiges egoistisch ignoriert, um sich selber in der Szene zu profilieren. Radikale Politik hat auch immer was mit der Rücksichtnahme auf andere zu tun, sonst scheitert sie &#8211; und da ist solche belanglose Privat-Graffiti nur ein ärgerliches Teilchen im großen Mosaik.</p>
<p>Nix für ungut!</p>
<p><em>Bert</em></p>
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		<title>CD-Rezension: Gib(t) Abwechslung!</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/kunst-und-kultur/cd-rezension-gibt-abwechslung/</link>
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		<pubDate>Sat, 25 Jun 2011 09:18:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Sommer 2011]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor einigen Monaten erschien mit „Gib Acht!“ das – welch Witz – achte Album der PunkRock-Combo „Dritte Wahl“. Erster Eindruck: na ja.
Wer PunkRock erwartet, wird erst einmal enttäuscht. Zwar wird in den Songs „Wo ist mein Preis?“ und „Alles wird gut“ ordentlich mit der Gitarre geschrabbelt, mit „Das sieht gut aus“ findet sich aber auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- p { margin-bottom: 0.21cm; } --><strong>Vor einigen Monaten erschien mit „Gib Acht!“ das – welch Witz – achte Album der PunkRock-Combo „Dritte Wahl“. Erster Eindruck: na ja.<span id="more-2068"></span></strong></p>
<p>Wer PunkRock erwartet, wird erst einmal enttäuscht. Zwar wird in den Songs „Wo ist mein Preis?“ und „Alles wird gut“ ordentlich mit der Gitarre geschrabbelt, mit „Das sieht gut aus“ findet sich aber auch ein Ska-Lied auf dem Tonträger, der Song „Alles für den Wind“ hat Folk-Anleihen und „Mama hol‘ den Hammer“ kommt wie ein Schlagerlied daher. Tiefpunkt des Albums ist die einschläfernde Ballade „Ich bin’s“. Zu experimentieren und auch mal in andere Musikrichtungen zu schnuppern, sei den drei Rostocker Musikern gegönnt. Und nach einigem Hören fällt der zweite Eindruck von „Gib Acht!“ sogar sehr gut aus: weiß man erstmal, dass beim Einlegen des Dritte Wahl-Tonträgers nicht nur PunkRock aus den Lautsprechern kommt, ist die Abwechslung der Songs sogar sehr angenehm. Die Ballade hätte aber wirklich nicht sein müssen – stattdessen lieber noch mehr rockige Songs mit deutlich politischem Inhalt. Einige der vierzehn Songs auf „Gib Acht!“ haben durchaus starke politische Aussagen: es geht um die Selbstdarstellung von Politikerinnen und Politikern in den Medien, Ungerechtigkeit durch Ausbeutung (ein Hauch von Kapitalismuskritik), Protestbewegung und Flüchtlinge.</p>
<div id="attachment_2069" class="wp-caption aligncenter" style="width: 210px"><a href="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/06/gibacht.jpg"><img class="size-full wp-image-2069" title="gibacht" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/06/gibacht.jpg" alt="" width="200" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Bild: dritte-wahl.de</p></div>
<p>Fazit: „Gib Acht!“ von „Dritte Wahl“ ist kein reines PunkRock-Album. Hat man dies erstmal kapiert, sind die Songs – mit einer Ausnahme – sehr hörenswert und teilweise auch sehr politisch: Ideal, um sie auch mal bei einer Demo über den Lautsprecherwagen laufen zu lassen.</p>
<p><em><strong>Lena Zirkel</strong></em></p>
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		<title>Made in Billiglohnland</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/globalisierung-und-internationales/made-in-billiglohnlad/</link>
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		<pubDate>Sat, 25 Jun 2011 09:03:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Globalisierung und Internationales]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Sommer 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft und Soziales]]></category>

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		<description><![CDATA[Wo kommen eigentlich die Simpsons her?
Resignierte, traurige Gesichter in einer dunklen Fabrikhalle umgeben von Dreck, Ratten und Müll. An langen hintereinander gereihten Tischen werden Szenen der populären Fernsehserie „Die Simpsons“ gezeichnet. Ein kleiner Junge taucht Skizzen in ein Fass voller giftiger Chemikalien. In einer Hölle werden Merchandise-Produkte wie Homer- Teddybären mit dem Fell toter Katzen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- p { margin-bottom: 0.21cm; } --><strong>Wo kommen eigentlich die Simpsons her?<span id="more-2052"></span></strong></p>
<p>Resignierte, traurige Gesichter in einer dunklen Fabrikhalle umgeben von Dreck, Ratten und Müll. An langen hintereinander gereihten Tischen werden Szenen der populären Fernsehserie „Die Simpsons“ gezeichnet. Ein kleiner Junge taucht Skizzen in ein Fass voller giftiger Chemikalien. In einer Hölle werden Merchandise-Produkte wie Homer- Teddybären mit dem Fell toter Katzen gestopft, massenhaft T-Shirts und CDs werden von einem ärmlich aussehenden Mann zum Transport in Kartons verpackt. Kurz darauf sieht man das Logo der Firma 20th Century Fox über einem Hochsicherheitsgefängnis.</p>
<p>Das ist der Vorspann einer in den USA kürzlich gesendeten Simspons-Folge vom britischen Untergrund-Künstler Banksy. Weg sind die sonst gewohnten grellen Farben der Simpsons, alles ist in dunklen Grautönen gehalten.</p>
<p><strong>Überspitzte Kritik</strong></p>
<p>Die wohl zu den populärsten Street-Art-Künstlern gehörende Person hinter dem Pseudonym Banksy ist vor allem durch ihre Graffitis in Großstädten wie London, Berlin und New York bekannt. Ein unverwechselbarer Stil und Werke mit einem kritischen oder ironischen Blick auf Entwicklungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sind seine Markenzeichen. Bis heute versucht Banksy, seine wahre Identität geheim zu halten. Die  Werke werden zum Teil im 6-stelligen Bereich gehandelt.</p>
<div id="attachment_2053" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/06/fox.jpg"><img class="size-full wp-image-2053" title="fox" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/06/fox.jpg" alt="" width="300" height="194" /></a><p class="wp-caption-text">Zeichnung: Banksy</p></div>
<p>Nun wurde Banksy eingeladen, beim Vorspann der 3. Folge der 22. Staffel Regie zu führen. Prompt nutzte er die Chance und getreu seinem Stil wurden die Zuschauer zuerst einmal irritiert. Doch die Aussage kommt an. Banksy übt mit ironischen und überspitzten Bildern Kritik an großen ignoranten Konzernen, die beim Streben nach Gewinn an Werten von Ethik und Moral nicht interessiert sind.</p>
<p>Inspiriert wird er scheinbar durch mehrere Tatsachen. Seit Beginn der Serie wird die meiste Animationsarbeit in Südkorea angefertigt und die Merchandise-Artikel, auf denen die Gesichter von Homer, Bart und Co. prangen, werden in Billiglohnländern wie Bangladesch oder China hergestellt.</p>
<p><strong>Skrupelloses Lohndumping</strong></p>
<p>Neu ist die Problematik um unmenschliche Arbeitsbedingungen in Billiglohnländern nicht. Im Zuge der Globalisierung werden Menschen in Schwellenländern als schnell zu ersetzende Arbeitskraft ausgebeutet. Auch Spielzeugfiguren der Zeichentrickhelden von Disney, die z.B. in den  „Happy Meals“ von McDonalds stecken, werden unter katastrophalen Arbeitsbedingungen hergestellt.</p>
<p>So deckte 2001 eine kritische KonsumentInnengruppe schlimme Zustände in den sogenannten Sweatshops und Hinterhoffabriken der Walt Disney Company auf.</p>
<p>Bis zu 18 Stunden Arbeitszeit an sieben Tagen die Woche, mehrere Monate hintereinander mit einem Monatsgehalt zwischen 40 und 60 Euro. Ein paar Jahre später, 2005, machte eine Studirendengruppe namens SACOM in China ganz ähnliche Entdeckungen für Produkte der Walt Disney Company.</p>
<p>Auch die Herstellungsbedingungen für unsere Socken, Handys oder gar Notebooks vom Discounter Aldi weisen nach Berichten des Südwind-Instituts, welches sich für fairen Handel einsetzt, grobe Missstände auf. So beschäftigten 2007 mehrere Zulieferbetriebe Minderjährige und unterstützten die Ausstellung  falscher Ausweise, um deren junges Alter zu verdecken. Auch die Unterdrückung von Gewerkschaften und lasche bis fehlende Sicherheitsvorkehrungen gehören in Aldis Zulieferbetrieben scheinbar zum gewöhnlichen Bild.</p>
<p>Doch Aldi ist um ein sauberes Image bemüht und gibt auf der konzerneigenen Homepage an, dass der Discounter Mitglied in der sogenannten  „Business Social Compliance Initiative“ sei, eine Initiative, die sich für die Einhaltung von Sozialstandards ausspricht. Doch werfen Menschenrechtsorganisationen solchen Initiativen meist vor, dass sie keinerlei wahre Verpflichtungen eingehen und keine konzernunabhängige Überprüfung der Einhaltung dieser Sozialstandards stattfindet.</p>
<p>Während wir also vorm Aldi-Fernseher sitzen und uns Zeichentrickfilme anschauen, naschen wir nebenher noch eine Banane oder einen Schokoriegel.  Doch auch die Produktion von Lebensmitteln, vor allem konventionell angebaute Südfrüchte oder Kakao, geht fast immer einher mit der extremen Ausbeutung von PlantagenarbeiterInnen.</p>
<p>Die großen Obsthändler wie Chiquita, Dole und Del Monte bekommen ihre Früchte wohl von Plantagen, auf denen laut einer Studie von Human Rights Watch im Jahr 2002 Kinderarbeit nichts Besonderes ist. Die Kinder, die zum Teil unter 12 Jahre alt sind, bekommen demnach einen Tageslohn von umgerechnet 3,50 Euro und sind ständig giftigen Pestiziden ausgesetzt.</p>
<p>Aber es geht noch menschenunwürdiger. Der Ka-kao aus der Schokolade von lila Kühen und andere Schokoprodukte werden zu einem großen Teil an der Elfenbeinküste angebaut.</p>
<p>Seit vielen Jahren werden dort KindersklavInnen aus den Nachbarländern wie Burkina Faso mit falschen Versprechen gelockt oder einfach verschleppt. Ohne Bezahlung und ohne wieder zurück zu ihren Familien zu gelangen müssen sie tagein, tagaus unter schwersten Bedingungen  für unseren billigen Kakao auf den Plantagen schuften. Große Konzerne wie Kraft geben an, sich gegen Kinderarbeit zu stellen, garantieren aber im Gegensatz zu Firmen mit dem Fair-Trade-Siegel trotzdem keine fairen Löhne.</p>
<p>Doch wieso ist es überhaupt möglich, dass die Konzerne aus der westlichen Welt die früher sogenannte „Dritte Welt“ so ausbeuten? Gründe hat das viele und die Verantwortlichkeit wird von Seiten der Konzerne gern auf die Zulieferbetriebe und Regierungen der Billiglohnländer abgewälzt.</p>
<p>Es sei doch die Sache der Regierungen, gerechte Löhne und gute Sozialstandards wie Sicherheitsvorkehrungen, bezahlte Überstunden etc. zu garantieren. Doch wenn den Firmen die Löhne zu teuer werden, ziehen sie einfach ins nächste Land,</p>
<p>wo sie wieder ihr gewohntes Lohndumping betreiben können. Die Konzerne diktieren die Preise für die Waren und Rohstoffe der Zulieferbetriebe, und dadurch bleibt denen oft nichts anderes übrig, als an Sicherheitsvorkehrungen zu sparen, Löhne weit unter der Armutsgrenze auszuzahlen und unbezahlte Überstunden zu verlangen.</p>
<p>Weitere Gründe sind die enorme Macht und der große Einfluss der Konzerne. Deren wohl größte Lobbyorganisation ist die internationale WTO, die Welthandelsorganisation, die für die Regelungen in Handelsbeziehungen verantwortlich ist. GlobalisierungskritikerInnen und Nichtregierungsorganisationen werfen ihr oft vor, die Bedürfnisse ärmerer Länder mit Füßen zu treten.</p>
<p>Entwicklungsländer werden bei den WTO-Sitzungen im Gegensatz zu den USA oder Vertretungen der EU oftmals gar nicht eingeladen. Allerdings können bei diesen Sitzungen auch für nicht anwesende Länder verbindliche Entscheidungen getroffen oder gar Handelssanktionen durchgesetzt werden.</p>
<p>Doch Zustände, welche die Rechte der Menschen brutal missachten, können und dürfen nicht geduldet werden. Ein Umdenken in der Gesellschaft dauert meistens lange, doch immer mehr Menschen werden wütend auf das Verhalten ausbeuterischer Konzerne und wollen ihr Konsumverhalten nicht nur an finanziellen, sondern auch an ethischen und moralischen Aspekten ausrichten.</p>
<p>Wir haben die Möglichkeit, etwas zu verändern. Demonstrationen und Aufrufe zum Markenboykott sind Schritte, die jeder und jede von uns tun kann. Wichtig ist vor allem eins: Viele andere Menschen über die Gegebenheiten in Billiglohnländern aufklären und zeigen, dass wir die Macht haben, den Menschen dort zu helfen.</p>
<p><em><strong>Kerstin Kömmerling-Aschmoneit</strong></em></p>
<p><em>Kerstin ist 19 Jahre alt, kommt aus Mannheim und ist gerade „FSJ-lerin“.</em></p>
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		<title>HaK bleibt!</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/kunst-und-kultur/hak-bleibt/</link>
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		<pubDate>Sat, 25 Jun 2011 08:54:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Sommer 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung und Repression]]></category>

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		<description><![CDATA[Drohende Schließung des selbstverwalteten Jugendzentrums in Bad Segeberg
Das selbstverwaltete Jugendkulturzentrum Hotel am Kalkberg (Hak) in Bad Segeberg besteht mittlerweile seit mehr als 10 Jahren. Aus einem heruntergekommenen Gebäude wurde ein Platz von Jugendlichen für Jugendliche geschaffen, die unkommerzielle Partys, politische Arbeit sowie die Selbstgestaltung am Gebäude vornehmen und vieles mehr. Seit Bestehen des HaKs ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- p { margin-bottom: 0.21cm; } --><strong>Drohende Schließung des selbstverwalteten Jugendzentrums in Bad Segeberg<span id="more-2046"></span></strong></p>
<p>Das selbstverwaltete Jugendkulturzentrum Hotel am Kalkberg (Hak) in Bad Segeberg besteht mittlerweile seit mehr als 10 Jahren. Aus einem heruntergekommenen Gebäude wurde ein Platz von Jugendlichen für Jugendliche geschaffen, die unkommerzielle Partys, politische Arbeit sowie die Selbstgestaltung am Gebäude vornehmen und vieles mehr. Seit Bestehen des HaKs ist es von der Schließung seitens der Stadt bedroht. Doch Ende 2010 lief der Vertrag nun endgültig aus. Im Vorfeld gab es eine bunte laute Demo, zu der bis zu 320 Leute kamen. Im Anschluss feierten wir das 10-jährige Bestehen des Jugendzentrums.</p>
<p>Die Kündigung des Vertrages wurde seitens des HaKs allerdings nicht anerkannt, da von der Stadt Bad Segeberg kein Alternativ- Gebäude gestellt wurde, wie es laut Vertrag (für den Fall einer Kündigung) vereinbart wurde. Daher weigerten wir uns Ende des Jahres 2010 den Schlüssel zu übergeben. Seit Anfang dieses Jahres befinden wir uns daher im Rechtsstreit mit der Stadt, die rechtswidrig die Stromversorgung kappte. Solch eine dreiste Aktion zeigt mal wieder, dass in Bad Segeberg keine selbstverwaltete Jugend erwünscht ist.</p>
<p>Bereits im Jahre 2008, nach einer beliebten Hip-Hop Veranstaltung (Rap am Berg), kam es zu Sprühereien in der Innenstadt, woraufhin uns die Stadt die Großveranstaltungen strich, obwohl die Polizei und das Ordnungsamt gegenüber der Stadt klar stellten, dass nach geltendem Recht beispielsweise eine Diskothek nicht für die Taten der Gäste auf dem Heimweg belangt werden und somit auch kein Zusammenhang zwischen „Rap am Berg“ und den Sprühereien hergestellt werden könne.</p>
<p>Durch das Verbot der großen Veranstaltungen schränkte die Stadt die Selbstverwaltung massiv ein, da eine unabhängige Finanzierung nun nicht mehr möglich war. Seitdem kam die Stadt für Gas, Wasser und Strom auf. Im November letzten Jahres ging unsere Heizung kaputt, da unser Keller überflutet war. Dies meldeten wir der Stadt (Vermieter). Ihre Reaktion war ablehnend, mit der Begründung, der Vertrag würde eh bald auslaufen.</p>
<p>Da wir nun keine Heizung mehr hatten, froren die Wasserrohre zu und platzten. Die Folge davon war, dass das Wasser abgestellt werden musste, da es durch die geplatzten Rohre zu einem Wasserschaden kam. Dies bedeutet, dass wir seit über fünf Monaten kein Gas, kein Wasser und keinen Strom mehr haben.</p>
<p><strong>Positive, kämpferische Stimmung im HaK</strong></p>
<p>Trotz allem ist die Stimmung im Haus positiv, und auch die Lust auf Partys ist noch lange nicht vergangen. Veranstaltungen werden weiterhin organisiert, zuerst nur mit Kerzenlicht und Akustik-Musik, mittlerweile mit geliehenen Generatoren, die aber nicht für Live-Konzerte, nur mit Not für DJs reichen.<a href="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/06/hakbleibt.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2047" title="hakbleibt" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/06/hakbleibt.jpg" alt="" width="296" height="354" /></a></p>
<p>Doch durch solche Aktionen lassen wir uns nicht einschüchtern. Ganz im Gegenteil bekamen und bekommen wir viele Solidaritätserklärungen, die unseren Zusammenhalt und unseren Mut stärken.</p>
<p>Eine weitere positive Nachricht bekamen wir Mitte April während der Gerichtsverhandlung. Die Stadt kündigte uns ein zweites Mal, diesmal fristlos, mit der Begründung, wir hätten die Jahresmiete von einem Euro nicht gezahlt. Abgemahnt wurde niemand, daher ist die Kündigung nicht rechtskräftig.</p>
<p>Der Rechtsstreit ist noch lange nicht beendet, allerdings wird die Stadt mit hoher Wahrscheinlichkeit verlieren. Die Gerichtskostenhilfe wird uns wegen „Aussicht auf Erfolg“ bewilligt.</p>
<p>Die Stadt wünscht keine selbstverwaltete Jugendkultur, aber prahlt mit vielfältigem Angebot im Kulturbereich. Weiterhin rühmt sich die Stadt seit Jahren als eine touristen- und seniorenfreundliche Stadt. Dies wird deutlich durch überteuerte Projekte, wie den Ausbau der Seepromenade, die über 2 Millionen Euro verschlingen soll. Gleichzeitig reißt die Stadt die Skateanlage ab (bis heute ohne Ersatz), und nimmt somit Bad Segeberg ein Stück Jugendkultur der besonderen Art.</p>
<p>Sie wollen unsere Freiräume ausrotten, doch wir lassen sie uns nicht nehmen! Wir kämpfen weiterhin für den Erhalt und solidarisieren uns mit unkommerziellen Projekten hier und anderswo.</p>
<p>HaK bleibt, für immer!!!</p>
<p><em><strong>Hannes und Paula</strong></em></p>
<p><a href="http://www.hotelamkalkberg.de" target="_blank">www.hotelamkalkberg.de</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>„Doch mehr Aufmerksamkeit als erwartet“</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/kunst-und-kultur/doch-mehr-aufmerksamkeit-als-erwartet/</link>
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		<pubDate>Fri, 24 Jun 2011 19:35:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Sommer 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung und Repression]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jugendzeitung.net/?p=2041</guid>
		<description><![CDATA[Repression gegen linken Hip Hop
Im Dezember 2010 wurde durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) ein Musikalbum der Künstler Johnny Mauser und Captain Gips als jugendgefährdend eingestuft. Das Album darf somit nicht mehr öffentlich beworben oder verkauft werden, die Lieder nicht mehr auf Veranstaltungen gespielt werden, sofern Minderjährige anwesend sind.
Die Bundesprüfstelle prüft Musikstücke, Videofilme und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- p { margin-bottom: 0.21cm; } --><strong>Repression gegen linken Hip Hop</strong></p>
<p><strong>Im Dezember 2010 wurde durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) ein Musikalbum der Künstler Johnny Mauser und Captain Gips als jugendgefährdend eingestuft. Das Album darf somit nicht mehr öffentlich beworben oder verkauft werden, die Lieder nicht mehr auf Veranstaltungen gespielt werden, sofern Minderjährige anwesend sind.<span id="more-2041"></span></strong></p>
<p>Die Bundesprüfstelle prüft Musikstücke, Videofilme und Computerspiele auf Inhalte, die für Kinder und Jugendliche ungeeignet sein können. Dabei geht es zumeist um Gewaltdarstellungen, pornografisches Material oder auch rechtsradikales Gedankengut. Dass es mit Johnny Mauser und Captain Gips diesmal linke Musiker getroffen hat, ist eher ungewöhnlich. Meistens erwischt es Nazi-Musik, Horrorfilme und Ballerspiele für Spielkonsolen und Computer. Im Fokus der BpjM standen dabei Textpassagen, welche sich auf das besetze Kulturzentrum Rote Flora in Hamburg beziehen. utopia hat in einem Interview die beiden linken Rapper zu der Indizierung befragt.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>utopia: Hallo ihr beiden, erzählt doch einfach mal wie das Indizierungsverfahren abgelaufen ist.</strong></p>
<p><em>Johnny Mauser:</em> Es fing damit an, dass die Rote Flora und das Schanzenfest Thema in der Klatschpresse waren, etwas Sommerloch-Atmosphäre herrschte und dann plötzlich unser Song medial aufgegriffen wurde. Das CD-Cover mit schwarzen Klamotten und Sonnenbrillen kam da der MoPo (Hamburger Morgenpost) ganz gelegen. Dazu kam noch die Befürchtung, dass wir als Musiker die Jugendlichen quasi auf die Seite der Flora ziehen. Alles ganz gefährlich (lacht).</p>
<p><em>Captain Gips:</em> Auf meinem Anrufbeantworter war dann eine Nachricht von einem MoPo-Redakteur mit der Frage, ob wir uns nicht äußern wollen zu der Geschichte, die morgen erscheinen würde. Witzlos natürlich, da diese Anfrage kurzfristig kam und zeitlich kaum noch eine Stellungnahme möglich gewesen wäre. Und so hieß es dann einfach im Bericht, wir hätten uns nicht äußern wollen.</p>
<p><em>Johnny Mauser: </em>Das war dann auch der Punkt, an dem wir dachten: Krass, der Song und die Platte erzeugen doch mehr Aufmerksamkeit als erwartet. Wir haben selbst beim Aufnehmen des Songs überlegt, ob der Text auf dieser Macker- und Militanzschiene okay ist. Wir beschreiben jedoch nur das Szenario, welches bei einer Räumung der Flora eintreten könnte und aus künstlerischer Perspektive war das schon in Ordnung.</p>
<p><em>Captain Gips: </em>An ein Indizierungsverfahren haben wir allerdings damals noch nicht gedacht.</p>
<p><em>Johnny Mauser:</em> Bis dann im Spätherbst eine Email kam. Auf Antrag des Verfassungsschutzes sei es zu einem Index-Verfahren gekommen, bei dem für eine Indizierung unserer CD gestimmt wurde.</p>
<div id="attachment_2044" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/06/zensiert.jpg"><img class="size-full wp-image-2044" title="zensiert" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/06/zensiert.jpg" alt="" width="300" height="450" /></a><p class="wp-caption-text">Bild: ALS</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p><strong>Seid ihr denn vor der Indizierungsentscheidung überhaupt informiert oder zu der Sitzung der Prüfstelle eingeladen worden?</strong></p>
<p><em>Johnny Mauser: </em>Nein, wir haben nur durch eine Email von der Entscheidung erfahren. Und die Begründung für die Indizierung selbst kam auch erst Wochen später per Post, so dass eine Klage gegen die Entscheidung erstmal praktisch nicht möglich war.</p>
<p><strong>Habt ihr überlegt, rechtlich gegen die Indizierung vorzugehen?</strong></p>
<p><em>Captain Gips: </em>Wir haben natürlich mit unserer Anwältin darüber gesprochen. Die finanziellen Risiken und eine lange Verfahrensdauer haben uns dann aber abgeschreckt.</p>
<p><strong>Habt ihr in Folge der Repression euer Verhalten geändert, sowohl künstlerisch als auch persönlich?</strong></p>
<p><em>Captain Gips:</em> Du denkst noch mehr darüber nach, was du für Songtexte schreibst. Es ist ja nicht unwahrscheinlich, dass die Texte unter die Lupe genommen werden. Wir werden aber weiter politische Musik machen, keine Angst! Aber auf Gerichtsverfahren und die Beschaffung von Soli-Geld dafür haben wir keine Lust und vor allem keine Zeit.</p>
<p><strong>Also die Schere im Kopf?</strong></p>
<p><em>Johnny Mauser: </em>Ja, in gewisser Weise schon. Repression ist natürlich nie schön. Vor dem Verfahren hatten wir nicht das Gefühl, Texte zu machen, die „jugendgefährdend“ sind. Wenn wir jetzt Texte schreiben, die sich mit Repression beschäftigen oder linksradikale Inhalte transportieren, achten wir etwas mehr auf die Aufmachung. Manchen Song spielen wir bei Auftritten erst ab 22 Uhr, dann gibt’s keine Probleme.</p>
<p><strong>Steht ihr im Kontakt mit linken Rappern oder linken Musikern, die ähnliches erlebt haben?</strong></p>
<p><em>Captain Gips:</em> Wir haben schon Kontakt mit linken Rappern, aber keiner hat ein Indizierungsverfahren.</p>
<p><em>Johnny Mauser:</em> Die sind jetzt alles neidisch auf uns (lacht). Es war wohl auch ein bisschen Zufall, dass es uns getroffen hat. Es gibt ja genug linksradikale Musik, die nicht auf dem Index steht. Mir fallen jetzt aber außer Slime keine Musiker ein, die solche Probleme hatten. In den 1990er vielleicht Anarchist Academy…</p>
<p><strong>Was steht ihr denn allgemein zu Indizierung von Musikstücken? Die gibt ja auch im Bereich des unpolitischen HipHop.</strong></p>
<p><em>Captain Gips:</em> Schwierig. Wir finden Indizierungen eigentlich immer problematisch. Bei Rap-Texten kann man mit etwas Abstand in der Regel sehen, dass nicht alles ernst gemeint ist. Da setzt die Prüfstelle aber auch an bei unseren Texten und behauptet, gerade Jugendliche würden nicht verstehen, dass nicht alles ernst gemeint und wörtlich zu nehmen ist. Wenn man sich darauf beruft, müsste allerdings sehr viel HipHop indiziert werden.</p>
<p><em>Johnny Mauser: </em>Bei Rap wird immer etwas drastischer formuliert, das ist Teil der Kunstform. Was allerdings von einigen Rappern geäußert wird, beispielsweise homophobe Sprüche, geht wohl kaum noch als Kunst durch. Es gibt viele andere Rapper, die deutlich schlechtere Vorbilder sind als wir.</p>
<p><strong>Und Indizierungen bei Rechtsrock und anderer Nazi-Musik?</strong></p>
<p><em>Johnny Mauser: </em>Da sehe ich Parallelen zur Diskussion um ein NPD-Verbot. Im Idealfall würde so etwas zivilgesellschaftlich geklärt werden und nicht mit einem staatlichen Verbot. Allerdings bin ich auch nicht traurig, wenn Nazimucke verboten wird!</p>
<p><em>Captain Gips: </em>Was eine Indizierung oder ein Verbot bringt, ist dabei aber immer eh so eine Frage.</p>
<p><strong>Was sind eure Beweggründe, politischen Rap zu machen?</strong></p>
<p><em>Captain Gips:</em> Also, ich hab auch, wenn man es so nennen will, unpolitischen Rap gemacht. Es hat sich dann ergeben, dass ich mit Johnny eine politische Platte aufgenommen habe. Wir sind ja auch privat politisch, da liegt so was nahe.</p>
<p><em>Johnny Mauser:</em> Rap ist historisch gesehen schon immer ein Sprachrohr gewesen für Menschen, die eine politische Message rüberbringen wollen. Es wäre schade, wenn die ganzen Zeilen in einem Rap-Song nur mit inhaltsleerem Kram gefüllt würden. Da ein großer Teil unseres Lebens mit Politik gefüllt ist, ist politischer Rap eine Selbstverständlichkeit. Es verbindet Musik mit politischen Botschaften und kann viele Menschen erreichen.</p>
<p><strong>Vielen Dank für das Gespräch! Wir sind gespannt auf den neuen Elektropunkrap von Captain Gips und das neue HipHop-Album von Johnny Mauser, welches im Juli erscheint.</strong></p>
<p><em><strong>Interview: Karl</strong></em></p>
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		<title>Wem gehören die Wände?</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/kunst-und-kultur/wem-gehoren-die-wande/</link>
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		<pubDate>Fri, 24 Jun 2011 19:22:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Sommer 2011]]></category>

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		<description><![CDATA[Graffiti: Kunst- und Ausdrucksformen im öffentlichen Raum
Graffiti gibt es überall im städtischen Raum: morgens am Bahnsteig der einfahrende von oben bis unten frisch besprühte Zug, eine antikapitalistische Parole an der Glasfassade einer Bankfiliale oder einfach nur die bekritzelten Wände auf dem Schulklo.
In New York nahm die Entwicklung von Graffiti ihren entscheidenden Lauf. Sie ist nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- p { margin-bottom: 0.21cm; } --><strong>Graffiti: Kunst- und Ausdrucksformen im öffentlichen Raum<span id="more-2034"></span></strong></p>
<p>Graffiti gibt es überall im städtischen Raum: morgens am Bahnsteig der einfahrende von oben bis unten frisch besprühte Zug, eine antikapitalistische Parole an der Glasfassade einer Bankfiliale oder einfach nur die bekritzelten Wände auf dem Schulklo.</p>
<p style="text-align: left;">In New York nahm die Entwicklung von Graffiti ihren entscheidenden Lauf. Sie ist nicht ohne die Hip-Hop-Kultur zu denken, doch hängen beide nicht immer zwangsläufig zusammen. Graffiti begann Ende der 60er Jahre unabhängig und einige Jahre früher. Beides entstand in sozial stark benachteiligten und ausgegrenzten Bevölkerungsschichten New Yorks. Als Hip-Hop ca. 1973 seine ersten Anfänge nahm, wurde auch Graffiti, neben Breakdane, Rap und dem DJing, schnell Teil dieser neuen Jugendkultur.</p>
<div id="attachment_2035" class="wp-caption aligncenter" style="width: 346px"><a href="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/06/graffiti.jpg"><img class="size-full wp-image-2035 " title="graffiti" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/06/graffiti.jpg" alt="" width="336" height="253" /></a><p class="wp-caption-text">Bild: Banksy</p></div>
<p>Mit Graffiti und Hip-Hop boten sich neue Möglichkeiten für Jugendliche (nicht nur) aus dem Ghetto, sich auszudrücken und der Perspektivlosigkeit zu entfliehen. Auseinandersetzungen konnten durch friedlichen Wettstreit (Battle) anstatt mit Gewalt gelöst werden. Alltagsprobleme und -sorgen der Jugendlichen fanden Ausdruck in gesprühten Bildern (Pieces). Ihre Leinwand war und ist “die” Stadt an sich.</p>
<p>Anfang der 80er Jahre verbreitet sich Graffiti von New York aus Richtung Europa, nach Amsterdam. Hier hatte sich seit einigen Jahren bereits eine eigenständige Graffitiszene entwickelt. Diese war anders als die New Yorker stark von Punk geprägt. Besonders die lebhafte Hausbesetzer_innenbewegung und linke politische Inhalte waren prägend. Hier entstand auch die Idee Symbole, Figuren oder Parolen mit Hilfe von Schablonen auf Wände zu bringen. Diese Technik wird heute vor allem der Street Art, mit ihrem wahrscheinlich berühmtesten Vertreter Banksy, zugerechnet. Bald wurde Graffiti jedoch auch in Amsterdam von der Hip-Hop-Kultur dominiert.</p>
<p><strong>Kunst und Ausdruck im öffentlichen Raum</strong></p>
<p>In Öffentlichkeit und Medien gilt meist einhellig die Meinung, dass Graffiti zwar bis zu einem gewissen Punkt Kunst sei, in erster Linie aber Sachbeschädigung und somit strafbar. Tatsächlich sehen sich Sprüher_innen mit hohen Geldstrafen und bis zu zwei Jahren Gefängnis konfrontiert.</p>
<p>Auch beim Aufspüren und Verfolgen wurde in der Geschichte des Graffiti immer wieder von Seiten des Staates aufgerüstet, so kommen sogar Hubschrauber und Wärmebildkameras sowie eigens eingerichtete Sonderkommissionen zum Einsatz. Nicht selten sterben Sprüher_innen auf der Flucht vor der Polizei im Straßen- oder Schienenverkehr.</p>
<p>Viele Menschen sehen in Graffiti aber eine Möglichkeit, das Bild der Stadt aktiv mitzugestalten und sich Räume (wieder) anzueignen, die leblos und kalt von Glas, Beton und Asphalt dominert werden. Es können so zum Beispiel auf kreative Weise gesellschaftskritische Ideen mit einer breiten Öffentlichkeit kommuniziert werden. Durch Graffiti kann direkt gegen ein zunehmend steriler werdendes Stadtbild angekämpft werden, in dem der Mensch nur noch eine untergeordnete Rolle als Konsument_in spielt. Es kann prinzipiell als eine politisch radikale Kunstform angesehen werden, da es sich über etablierte Besitzverhältnisse, wie gesetzlich geschütztes Privateigentum, hinwegsetzt und diese somit auch in Frage stellt.</p>
<p><em><strong>Dominik</strong></em></p>
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		<title>Was sind Ultras?</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Mar 2011 21:27:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Frühling 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Ultra-Gruppen bilden den Kern fast aller aktiven Fanszenen in Deutschland. Sie sind leidenschaftliche Anhänger ihres Teams und ihr Ziel war und ist es stets, die Unterstützung für das eigene Team kreativer, abwechslungsreicher, geschlossener, lauter zu gestalten – oder kurz – zu verbessern. Sie sind aber nicht nur Fans: Die Ultra-Kultur hat sich zu einem höchst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ultra-Gruppen bilden den Kern fast aller aktiven Fanszenen in Deutschland. Sie sind leidenschaftliche Anhänger ihres Teams und ihr Ziel war und ist es stets, die Unterstützung für das eigene Team kreativer, abwechslungsreicher, geschlossener, lauter zu gestalten – oder kurz – zu verbessern. Sie sind aber nicht nur Fans: Die Ultra-Kultur hat sich zu einem höchst interessanten sozialen Phänomen entwickelt.<span id="more-1981"></span></strong></p>
<p>Ultra-Gruppen entstanden erstmals in Italien gegen Ende der 1960er Jahre. Seit etwa 15 Jahren kopieren Fußballfans in deutschen Stadien die für die Ultras typischen Ausdrucksformen: Die Gesänge und Schlachtrufe werden nicht mehr spontan aus der Kurve angestimmt, sondern die dominierende Ultra-Gruppe vor Ort stellt einen oder mehrere Vorsänger, die – in der Regel. mit dem Rücken zum Spielfeld &#8211; per Megafon oder Lautsprecheranlage die Kurve dirigieren. Auch Transparente, selbstgemalte Fahnen, Spruchbänder und so genannte Choreographien sind typisch für Ultras.</p>
<p>Das Bild der Ultras in den Medien unterscheidet jedoch kaum zwischen Ultras und Hooligans – es entsteht der Eindruck, im Vordergrund stehe auch bei Ultras die Gewalt. Tatsächlich gibt es kaum eine Ultragruppe, die die Anwendung von Gewalt rigoros ausschließt. In fast allen Gruppen besteht der Konsens, dass ein Angriff zumindest auf die Erzrivalen (also die Fans einer „verfeindeten“ Mannschaft) legitim ist. Insofern besteht durchaus eine Parallele zwischen Ultras und Hooligans, aber Gewalt ist bei Ultras nur ein Element unter vielen und nicht wie bei den Hooligans der Kitt, der die Gruppe erst zusammenhält. Zudem ist die jeweilige individuelle Haltung zur Gewalt höchst unterschiedlich. Nicht jeder Ultra ist gleichermaßen gewaltbereit, und der Support steht für die allermeisten Ultras klar im Vordergrund.</p>
<p>Zudem blendet die Verkürzung „Ultras = Gewalt“ das komplexe soziale Phänomen, das hinter dieser Fankultur steht, völlig aus. Ultras in Deutschland sind mittlerweile selbst (und gut) organisierte Gruppen mit beachtlichen Strukturen (z.B. eigene Veröffentlichungen, eigene Räumlichkeiten), die Jugendlichen weit mehr Aktivitäten bieten als den Besuch von Fußballspielen (z.B. Konzerte, Filmvorführungen, Diskussionsabende, Workshops oder auch Benefiz-Aktionen zu sozialen Zwecken). Die Gruppe und ihr Treffpunkt ist für die Mitglieder und ihr Umfeld ein Anlaufpunkt und bietet so neben attraktiven und sinnvollen Aktivitäten auch Orientierung. Oftmals leisten die Gruppen eine Arbeit, die in etlichen Punkten der Sozialarbeit ähnelt.</p>
<p>In einer Ultra-Gruppe können Heranwachsende außerdem Anerkennung und Bestätigung finden. Das Zusammenleben in der Gruppe und die vielfältigen Aktivitäten, die durchaus auch über den Fußballkontext hinausgehen, erfordern Engagement, aber auch eine gewisse Disziplin und die Aufstellung und Einhaltung von Regeln. Ultra-Gruppen können also durchaus eine integrierende und sozialisierende Wirkung entfalten.<br />
Es spricht außerdem vieles dafür, dass zuletzt in Teilen der Ultraszene eine Art Politisierung stattfindet: Durch den Protest gegen die unmittelbaren Beschränkungen und Repressionen, die die Kommerzialisierung des Fußballs und die staatliche Kontrolle mit sich bringen, beginnen sich mehr und mehr Ultras mit den gesellschaftspolitischen Hintergründen und Tendenzen auseinanderzusetzen. So verbinden und vermischen sich ihre Forderungen mit denen von (links-)liberalen und demokratischen Verbänden und Organisationen. Sie fordern wie amnesty international die Kennzeichnungspflicht von Polizisten oder rufen zur Teilnahme an der Freiheit-statt-Angst-Demo auf. Die Ultras verstehen es also mittlerweile, ihre Interessen zu artikulieren und versuchen, sie auf demokratischem Wege durchzusetzen. Man kann sie folglich durchaus auch als eine Interessenvertretung der aktiven Fanszene verstehen. In vielen Gruppen findet aber auch konkretes soziales Engagement statt, z.B. in Form von Benefizaktionen für soziale Zwecke oder auch in Form von antirassistischer Arbeit.</p>
<p>Abschließend darf nicht unerwähnt bleiben, dass es unmöglich zu beschreiben ist, was die Ultras sind: Allein das deutsche <a href="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/03/318C+Lh8rXL._SS500_.jpg"><img class="size-medium wp-image-1982 alignright" title="318C+Lh8rXL._SS500_" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/03/318C+Lh8rXL._SS500_-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a>Panorama der Ultras zeigt eine solche Vielfältigkeit, dass es sich verbietet nun allen Gruppen alle oben aufgezählten Elemente zuzuschreiben. All das Beschriebene wird von Ultras geleistet, aber jede Gruppe geht ihren eigenen Weg und betont unterschiedliche Elemente.</p>
<p><em><strong>Jonas Gabler</strong></em></p>
<p><em>Jonas Gabler (*1981), Diplom-Politologe, studierte an der Freien Universität Berlin und veröffentlichte 2009 seine Diplomarbeit unter dem Titel „Ultrakulturen und Rechtsextremismus – Fußballfans in Deutschland und Italien“ beim PapyRossa-Verlag. Jüngst erschien von ihm sein zweites Buch „Die Ultras – Fußballfans und Fußballkulturen in Deutschland“ wiederum im PapyRossa Verlag.</em></p>
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		<title>Ultra ist nicht gleich Ultra</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Mar 2011 21:21:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Frühling 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Gespräch mit einem langjährigen Fan des Fußballvereins &#8220;Fortuna Düsseldorf&#8221;. Das Gespräch über Ultras, Fußball und Politik gibt einen Einblick in die lokale Fanszene.
utopia: In den Medien wird über Ultras meistens nur in Zusammenhang mit Randalen und Schlägereien zwischen rivalisierenden Vereinen berichtet. Es scheint als seien Ultras gleichzusetzen mit Hooligans. Wie siehst du das, sind [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein Gespräch mit einem langjährigen Fan des Fußballvereins &#8220;Fortuna Düsseldorf&#8221;. Das Gespräch über Ultras, Fußball und Politik gibt einen Einblick in die lokale Fanszene.<span id="more-1978"></span></strong></p>
<p><strong>utopia: In den Medien wird über Ultras meistens nur in Zusammenhang mit Randalen und Schlägereien zwischen rivalisierenden Vereinen berichtet. Es scheint als seien Ultras gleichzusetzen mit Hooligans. Wie siehst du das, sind Ultras nur Männer, die auf Gewalt aus sind?</strong></p>
<p>Zunächst mal möchte ich festhalten, dass Ultras nicht nur Männer sind, sondern das auch viele Frauen aktiv sind. Ultragruppen kann man nicht pauschalisieren. Es gibt da kleinere und größere Gruppen, wo dann oft nur wenige das Sagen haben. Die Gruppen haben natürlich auch unterschiedliche Ziele, da gibt&#8217;s Gruppen, denen es darum geht den anderen die Fahne abzuzocken und auf&#8217;s Fressbrett zu hauen. Aber Ultra ist ein Begriff, den jeder für sich selbst definieren muss und genauso gibt es auch Gruppen, die sich politisch engagieren. Jede Gruppe ist da unterschiedlich und sollte für sich betrachtet werden.</p>
<div id="attachment_1979" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/03/cottbus2.jpg"><img class="size-medium wp-image-1979" title="cottbus2" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/03/cottbus2-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Ultras im Stadion | Foto: www.ultrasduesseldorf.de</p></div>
<p><strong>Vielleicht erzählst du uns dann kurz, wie du dazu gekommen bist, dich als Fußballfan politisch zu engagieren und was es für dich bedeutet, ein Ultra zu sein.</strong></p>
<p>Ich bin als Kind von meinem großen Bruder zur Fortuna mit genommen worden, habe dann auch die Liebe zum Verein entdeckt. Als ich irgendwann angefangen habe, alleine zu den Spielen zu gehen, so mit 16, fing das dann an, dass ich mich politisch interessiert und dann auch Anschluss an Gruppen gesucht habe, die sich engagieren. Für mich ist es ganz klar, dass ich mich für Politik interessiere und dass das mit Betreten des Stadions auch nicht plötzlich von mir abfällt. Ultra bedeutet für mich die Mannschaft kreativ zu unterstützen, die Vereinspolitik kritisch zu verfolgen und auch im Stadion meine Meinung auszudrücken.</p>
<p><strong>Du bist als Fan in einer kleinen Gruppe politisch aktiv. Gibt es  einen Grundkonsens oder Schwerpunkte, denen ihr euch widmet?</strong></p>
<p>Grundsätzlich verstehen wir uns als kritische antifaschistische Fans. Wir setzen uns für Antisexismus, Gleichberechtigung und Antirassismus ein. Für uns spielt es keine Rolle woher du kommst oder, ob du jetzt männlich oder weiblich bist. Wir sehen uns, wie gesagt als kritische Fans, die aktiv und selbstbestimmt ihre Mannschaft unterstützen. Der &#8220;normale&#8221; Stadionbesucher geht oft einfach nur hin, säuft literweise Bier und konsumiert, was ihm vorgesetzt wird, sehr passiv also. Es geht immer mehr um das ganze Programm drumherum. Es gibt immer mehr Werbung im Stadion – Tore, Halbzeiten werden zum Beispiel von Stadtsparkassen &#8220;präsentiert&#8221;. Von Fußball an sich geht es immer weiter weg. Eben da versuchen wir die Leute zum Nachdenken anzuregen, kritischer zu sein.</p>
<p><strong>Vielleicht stellst du uns einige Projekte und Aktionen vor, die ihr organisiert oder an denen ihr beteiligt seid.</strong></p>
<p>Da gibt&#8217;s einige. Viele bei uns sind im &#8220;Alerta Network&#8221; aktiv. Das ist ein Netzwerk von Gruppen aus ganz Europa und auch Lateinamerika. Wir treffen uns eigentlich mindestens ein Mal pro Jahr, spielen auf einem großen antirassistischen Fußballturnier zusammen, tauschen uns aus mit anderen Gruppen, was so in anderen Städten los ist. Über das Alerta Network werden auch Aktionen abgesprochen, die von den einzelnen Gruppen in ihrer Stadt, in ihrem Stadion durchgeführt werden.<br />
Die F.A.R.E.-Woche [Football against racism in Europe] planen wir auch mit. Dabei geht es um Antidiskriminierung, da beteiligt sich dann der ganze Verein mit dran. Das ist auch eine europaweite Aktion, die unter anderem auch von der UEFA mitgetragen wird.<br />
Auch durch Transpis versuchen wir im Stadion immer wieder auf uns aufmerksam zu machen.<br />
Außerdem gibt es noch &#8220;Refugees welcome&#8221;, da laden wir in regelmäßigen Abständen Flüchtlinge zu Heimspielen ein. Das sieht dann so aus, dass wir uns treffen, zusammen zum Spiel fahren und einfach einen schönen Tag haben. Es ist toll zu sehen, wie sich die Leute darüber freuen. Für mich ist das ja selbstverständlich jedes Wochenende ins Stadion zu fahren, viele Menschen haben aber nicht die Möglichkeit dazu. Das wird dann durch Spenden, die wir sammeln, finanziert.<br />
Stay! unterstützen wir noch, das ist eine Organisation, die sich um Flüchtlinge kümmert, deren Aufenthaltsstatus unklar ist oder die illegal hier sind. Die organisieren zum Beispiel Anwälte oder Unterkünfte.<br />
Auch beim &#8220;StandUp!-Cup&#8221;, einem kleinen Fußballturnier, beteiligen wir uns. Das wird von unterschiedlichen politisch aktiven Gruppen organisiert &#8211; hat bis jetzt zwei mal stattgefunden, spricht vor allem antifaschistische Gruppen aus der Umgebung an.</p>
<p><strong>Was für Ideen und Konzepte stecken dahinter?</strong></p>
<p>Die Idee dahinter ist halt, die Leute aufmerksam zu machen, zu sensibilisieren – was passiert so um mich herum. Ja, dass sich Fans nicht einfach alles gefallen lassen, sondern auch selbst aktiv werden.</p>
<p><strong>Wie sind die Reaktionen darauf?</strong></p>
<p>Es gibt viele Fans, die das unterstützen bzw. befürworten. Gerade in letzter Zeit interessieren sich viele junge Leute. Dann gibt es eine große schweigende Masse, also vielleicht kann man sagen, dass sich da im Stadion die Gesellschaft widerspiegelt. Das ist ziemlich ausgewogen, neben denen die es gut finden, gibt es dann genau so Leute, die ablehnend reagieren oder die es gar nicht interessiert. Leute die dann oft sagen: &#8220;Ey, was soll die ganze linke Scheiße?!&#8221;</p>
<p><strong>Wie können interessierte Fans außerhalb des Stadions auf euch zukommen und bei euch mit machen?</strong></p>
<p>Wir bieten dienstags im &#8220;Linken Zentrum&#8221; in Düsseldorf eine Info-Kneipe an. &#8220;Fan-Café&#8221; nennt sich das Ganze, mit regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen. Ansonsten wird zusammen gekocht, Bierchen getrunken, Spaß gehabt. Wir sind immer offen für neue Leute und freuen uns.</p>
<p><strong>Ein paar abschließende Worte?</strong></p>
<p>Grundsätzlich würde ich vorsichtig mit Pauschalisierungen sein – Ultras nicht mit Hooligans gleichsetzen. Und genauso gibt es auch linke Hooligan-Gruppen. Kritisch sein, hinterfragen, nicht immer alles glauben, was einem erzählt wird.</p>
<p><strong>Dir darf man glauben?</strong></p>
<p>Mir darf man glauben&#8230;wenn ihr wollt.</p>
<p><em><strong>Interview: Jan &amp; Dominik</strong></em></p>
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		<title>Ein Genie der Ironie</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Nov 2010 16:56:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arno_nym</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Winter 2010]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir haben Nico von der vierköpfigen Berliner Hip-Hop-Formation K.I.Z. auf dem Vainstream-Festival in Münster getroffen und ihm ein paar Fragen gestellt.

utopia: Hi Nico, du bist gerade mit K.I.Z. von der Bühne gekommen. Wie war der Auftritt?
Nico: Es war unfassbar und wunderschön. Ich hab’ noch nie sowas erlebt. Doch, ich hab’ sowas schon erlebt, letztes Jahr, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 9.5px 'ITC Officina Sans Std'} p.p2 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; text-align: justify; font: 9.5px 'ITC Officina Serif Std'; min-height: 12.0px} p.p3 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; text-align: justify; font: 9.5px 'ITC Officina Serif Std'} p.p4 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; text-align: right; font: 9.5px 'Helvetica Neue LT Std'} span.s1 {letter-spacing: -0.2px} --><strong>Wir haben Nico von der vierköpfigen Berliner Hip-Hop-Formation K.I.Z. auf dem Vainstream-Festival in Münster getroffen und ihm ein paar Fragen gestellt.</strong></p>
<p><span id="more-1919"></span></p>
<p><strong>utopia: Hi Nico, du bist gerade mit K.I.Z. von der Bühne gekommen. Wie war der Auftritt?</strong></p>
<p><strong>Nico:</strong> Es war unfassbar und wunderschön. Ich hab’ noch nie sowas erlebt. Doch, ich hab’ sowas schon erlebt, letztes Jahr, das war auch super, aber heute war auch toll. Ich schwöre auf Hurensohn!</p>
<p><strong>Ihr habt ja gerade einen neuen WM-Song rausgebracht. Was denkst du, wie spielt Deutschland gegen England?</strong></p>
<p>Nico: Ich denke, Deutschland wird über die ganze Welt siegen. Irgendwann, ihr werdet es alle noch sehen! Also vielleicht nicht morgen, aber Deutschland wird… wird schon.</p>
<p><strong>Sexismus gegen Rechts, wie ist der Titel zustande gekommen?</strong></p>
<p>Nico: Das ist unserem Lichtmann eingefallen. Der wollte mal ein T-Shirt damit drucken und da haben wir gedacht, das ist voll der coole Titel. Dann haben wir ihm den abgezogen und haben jetzt ’nen neuen Lichtmann.</p>
<p><strong>Ihr habt den Song „Das System“ zusammen mit Sido gemacht.Wie war es, mit ihm zusammenzuarbeiten? Ist er der harte Gangster, oder ist er jetzt doch schon eher angepasst?</strong></p>
<p>Nico: Nee, der ist komplett Gangster. Mit dem kann man wirklich überhaupt nicht umgehen, der hat nichts mit meiner Gesellschaft zu tun. Es war schon hart.</p>
<p><strong>Ihr arbeitet auch viel mit MC Motherfucker (Archi Alert, Ex-Terrorgruppe) zusammen, das ist ja schon eher ein Typ aus der Punkszene. Was hast du damit zu tun?</strong></p>
<p>Nico: Mit MC Motherfucker? Ich wohne bei ihm direkt um die Ecke, er wohnt in Neukölln und ich wohne 5 Minuten weiter, in Kreuzberg. Das ist voll der super Typ! Der hat immer ein Bandana auf, deswegen fand ich ihn auch gleich sympathisch und er schreibt wirklich gute Texte. Also, hat er früher. Jetzt ist er so’n bisschen runtergekommen. Er ist halt wie so’n alter Esel, du kannst ihn, nachdem er die Arbeit verrichtet hat, nicht erschießen, du musst ihn weiter behalten.</p>
<p><strong>Hat er irgendwas erzählt über eine mögliche Terrorgruppe-Reunion?</strong></p>
<p>Nico: Nee, es gibt ja jetzt so ’ne Band, die heißt…</p>
<p><strong>Utopia: „The Bottrops“.</strong></p>
<p>Nico: Ja, und die haben einen großen Hit namens „Hitler war ein Nazi“ und ich glaube die sollten so weiter machen und Archi sollte sich da wirklich lieber raushalten, der ist echt völlig am Ende. Der macht nur die Band kaputt.</p>
<p><strong><img class="aligncenter size-full wp-image-1920" title="Vainstream (Heino) Bin001" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2010/11/Vainstream-Heino-Bin001.png" alt="" width="352" height="243" />Wie wäre es für dich, mal in einer Punkband zu spielen?</strong></p>
<p>Nico: Ja, ich kann nichts so richtig… Ach ja, stimmt, Punkbands können auch nichts. Aber wäre bestimmt schön, da muss man nicht so viele Texte schreiben. Wir haben ja mal ein Punklied geschrieben, da haben wir so zwei Minuten für gebraucht. Es geht auf jeden Fall schneller, so Alben zu machen, weil man nicht so viel Text hat. Glaube ich. Ansonsten… Blockflöte kann ich noch ganz gut.</p>
<p><strong>Ihr hattet zur Antifaschistischen Demo in Dresden aufgerufen, habt gesagt, ihr kommt vielleicht auch hin. Warst du da, hast du vielleicht sogar einem Nazi auf die Birne gehauen?</strong></p>
<p>Nico: Nee, wir hatten leider einen Auftritt an dem Tag. Geld geht natürlich vor Politik, das weiß ja jeder. Und Nazis haue ich auch nur für Geld auf die Fresse. Aber so jetzt aus freien Stücken… Du musst halt gucken, weißte, wenn du so ultraberühmt bist wie ich, da kannste nicht einfach jeden Scheiß mitmachen, du musst dich schon für alles bezahlen lassen.Ansonsten sitzt du dann mit 60 da, hast ganz vielen Nazis auf die Fresse gehauen und gar kein Geld dafür bekommen.</p>
<p><strong>Wie viel kriegst du ungefähr? Lebst du schon in einer Villa?</strong></p>
<p>Nico: Also ich bin schon extrem reich. Aber es ist halt so, je reicher du wirst, um so mehr sparst du, und guckst, dass du dein Vermögen anhäufst, damit du cooler dastehst vor den anderen Reichen. Dann schmeiße ich auch mal ’ne Runde Prostituierte im Bilderberg-Club. Für mich selber gebe ich nicht so viel aus. Wasser, Brot, manchmal Erdnusscreme.</p>
<p><strong>Ich habe gehört, du willst dir gleich NOFX angucken. Großer Fan oder einfach nur, weil’s sowieso Freibier und freien Eintritt gibt?</strong></p>
<p>Nico: Freibier und freier Eintritt ist immer super und Weiße mag ich auch nicht, deswegen, NOFX sind super. Ich habe Trinkspiritus dabei aus Polen, der ist groß. 95% Alkohol, da braucht man sich danach nicht mehr die Zähne zu putzen, es ist alles desinfiziert und dann, ja, „Kill all the white men“.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Danke für das Interview.</strong></p>
<p><strong>Interview: Fabian S. und Kristina B.</strong></p>
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		<title>„Punkrock ist für Leute mit eigener Meinung“</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Nov 2010 16:53:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arno_nym</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Winter 2010]]></category>

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		<description><![CDATA[Die spanische Band Ska-P gründete sich 1994 in Madrid. 2005 löste sich die Band auf, um 2008 wieder zusammen zu finden. Einige linke Gruppen werfen bzw. warfen Ska-P aufgrund ihres Liedes „Intifada“ Antisemitismus vor. Allerdings machte die Band und auch der Text des besagten Liedes klar, dass sie Menschen nicht aufgrund von Nationalität oder Religion [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; text-align: justify; font: 9.5px 'ITC Officina Serif Std'} p.p2 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; text-align: justify; font: 9.5px 'ITC Officina Serif Std'; min-height: 12.0px} p.p3 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; text-align: right; font: 9.5px 'Helvetica Neue LT Std'} span.s1 {letter-spacing: -0.2px} -->Die spanische Band Ska-P gründete sich 1994 in Madrid. 2005 löste sich die Band auf, um 2008 wieder zusammen zu finden. Einige linke Gruppen werfen bzw. warfen Ska-P aufgrund ihres Liedes „Intifada“ Antisemitismus vor. Allerdings machte die Band und auch der Text des besagten Liedes klar, dass sie Menschen nicht aufgrund von Nationalität oder Religion verurteilen, sondern nur die Politik Israels verabscheuen.</p>
<p>Ich traf Sänger und Rhythmus-Gitarristen Pulpul und Lead-Gitarristen Joxemi auf dem Vainstream-Festival am 26. Juni in Münster und versuchte, mit einer Mischung aus meinem gebrochenen Spanisch und ihrem latent vorhandenen Englisch ein paar Infos von ihnen zu bekommen.</p>
<p><span id="more-1916"></span></p>
<p><strong>utopia: Wie war das Konzert?</strong></p>
<p>Joxemi: Das Konzert war perfekt. Kurz, nur 50 Minuten, aber sehr gut. Die Leute…</p>
<p>Pulpul: Das ist lustig! Sie fragt auf Spanisch und du antwortest auf Englisch.</p>
<p><strong>Seid ihr der Meinung, dass es Unterschiede gibt zwischen Punkrock in Deutschland und Punkrock in Spanien?</strong></p>
<p>Joxemi: Vor allem die Sprache… Ich denke, es ist in Spanien so wie in Deutschland. Punkrock ist für junge Leute mit eigener Meinung.</p>
<p>Pulpul: Punk-Gruppen in Spanien sind politischer. Vielleicht hier nicht so sehr. Die Texte handeln in Spanien viel von Politik und sozialen Problemen. Wobei ich mich mit den Inhalten des deutschen Punkrocks noch nicht so auseinander gesetzt habe. Die Texte in Spanien sind jedenfalls sehr politisch.</p>
<p><strong><img class="aligncenter size-full wp-image-1917" title="Vainstream (Heino) Bin004" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2010/11/Vainstream-Heino-Bin004.tif" alt="" />Welche der anderen Bands hier gefallen euch am besten?</strong></p>
<p>Joxemi: Ich mag Madball, NOFX und ich habe gerade eine Band gesehen… Broilers. Die war sehr gut.</p>
<p><strong>Eine Frage, an der ihr heute nicht vorbei kommt: Interessiert ihr euch für Fußball?</strong></p>
<p>Joxemi: Ich nicht so.</p>
<p>Pulpul: Ich mag es als Sportart, nicht als Geschäft. Die WM kam jetzt zu einem guten Zeitpunkt, um die Wirtschaftskrise zu stoppen, generiert vom Kapitalismussystem. Sie kommt also gelegen.</p>
<p><strong>Findet ihr, dass Nationalismus im Fußball herrscht?</strong></p>
<p>Joxemi: Nationalismus? Ja, jedes Land will, dass seine Mannschaft gewinnt… Ich kann das nicht nachvollziehen. Ich mag Fußball sowieso nicht.</p>
<p>Pulpul: Spanien hat viele Faschisten, die sehr gefährlich sind, weil sie die Meinung vieler junger Leute zerstören. Sie nutzen es aus, wenn die jungen Leute zum Fußball gehen. Sie nutzen den Fußball aus, um ihnen den Kopf mit faschistischer Scheiße zu füllen. Aber es gibt auch das Gegenteil. Es gibt auch viele Clubanhänger, die antifaschistisch sind. Es werden täglich mehr. Aber ich finde, dass sich der Fußball von der Politik lösen sollte. Der Fußball ist eine Sportart.</p>
<p><strong>Was macht ihr gleich noch?</strong></p>
<p>Joxemi: Gleich trinken wir Bier! Und dann werden wir zu Christen…</p>
<p>Pulpul: Wir werden wie die Deutschen auf Mallorca!</p>
<p><strong>Viel Spaß dabei!</strong></p>
<p><strong>Interview: Kristina</strong></p>
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