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	<title>Utopia &#124; Jugendzeitung für eine herrschaftslose und gewaltfreie Gesellschaft &#187; Medien und Öffentlichkeit</title>
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		<title>Bleibt tapfer! Wir sind weg…</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Dec 2011 17:21:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien und Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Winter 2011]]></category>

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		<description><![CDATA[Dies ist die – vorläufig – letzte Ausgabe der utopia. Zum Abschied die kleine Geschichte der libertären Jugendzeitung. 
Gerade hältst du die letzte Ausgabe der 2007 gegründeten Jugendzeitung utopia in den Händen. Eine von insgesamt etwa 2.086.000  utopia-Zeitungen, die im Laufe der Jahre gedruckt wurden. Nimmt man alle 21 Ausgaben zusammen, kommt man auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dies ist die – vorläufig – letzte Ausgabe der utopia. Zum Abschied die kleine Geschichte der libertären Jugendzeitung. <span id="more-2188"></span></strong></p>
<p>Gerade hältst du die letzte Ausgabe der 2007 gegründeten Jugendzeitung utopia in den Händen. Eine von insgesamt etwa 2.086.000  utopia-Zeitungen, die im Laufe der Jahre gedruckt wurden. Nimmt man alle 21 Ausgaben zusammen, kommt man auf einen Gesamtauflage von etwa 392.500 Exemplaren. 112 unterschiedliche Seiten im „Berliner“ Zeitungsformat wurden von der utopia-Redaktion erstellt und in den Zeitungen abgedruckt. Nach der Statistik neugierig auf mehr Informationen über die utopia? Gerne!</p>
<p>„Kein Bock auf Bleiwüste? Kein Bock, jedes zweite Wort im Fremdwörterbuch nachschlagen zu müssen? Na gut, so schlimm ist die Graswurzelrevolution nicht…“, so begann im Frühjahr 2007 der in der libertären Monatszeitung Graswurzelrevolution (GWR) abgedruckte Aufruf zur Gründung einer neuen Jugendzeitung. Kurz darauf bekam das neue Zeitungsprojekt den Namen „utopia“. Mit der GWR waren wir von Anfang an fest verbunden. Am 22. Juli 2007 traf sich die Redaktion – damals drei Leute – erstmals, um die Jugendzeitung für eine gewaltfreie und herrschaftslose Gesellschaft zu basteln. Gleich bei dem Treffen in Münster wurde das noch in dieser Ausgabe zu sehende utopia-Logo entworfen. Außerdem wurde natürlich die erste Ausgabe geplant.</p>
<p><strong>Die gedruckte Zeitung</strong><br />
Die erste Ausgabe der Zeitung erschien im September 2007 mit einer Auflage von 10.000 Exemplaren – wie seitdem immer lagen rund 3.500 Zeitungen der vollen Auflage der GWR bei. Die restlichen Zeitungen gingen an Jugendzentren, SchülerInnenvertretungen, Infoläden, linke Gruppen und (Klamotten-) Versände, die die utopia auslegten bzw. ihren Bestellungen beilegten. Auch auf Demonstrationen wurde die Jugendzeitung verteilt. Die Resonanz war gut und die Auflage der zweiten Ausgabe kletterte schon auf 11.500 Stück. Scheinbar hatten wir sowohl inhaltlich als auch praktisch – die Jugendzeitung konnte kostenlos über die utopia-Website www.jugendzeitung.net bestellt werden – einen Nerv getroffen. Auch die Redaktion vergrößerte sich mit jeder Ausgabe – mehr als zehn Leute waren es aber nie. Die Auflage kletterte weiter bis auf 25.000 Exemplare. Auch die Erscheinungsweise änderte sich. Mit der dritten Ausgabe für Februar und März 2008 erschien die Zeitung nun alle zwei statt alle drei Monate. So ging es bis zur fünfzehnten Ausgabe weiter – dann kam die nächste große Änderung: die utopia wurde wieder eine Quartalszeitung, die Seitenzahl wurde dafür aber von bisher vier auf acht Seiten verdoppelt! So konnten wir Portokosten sparen und hatten im Jahresschnitt dennoch mehr Seiten zur Verfügung.</p>
<p><strong>Das Online-Magazin</strong><br />
Damit konnte unser Schreibwille aber noch immer nicht gestillt werden. Neben der gedruckten Ausgabe wurde ein Online-Magazin aufgebaut. Die einfache weiß-pinke utopia-Website musste im April 2008 einer schicken weiß-blau-grauen mit integriertem Online-Magazin weichen. Mit einigen Ausnahmen schafften wir es, etwa alle drei Tage einen neuen Artikel auf die Seite zu stellen. Hinzu kam die gedruckte Ausgabe, die von Beginn an komplett online zu lesen war. Auch heute noch könnt ihr dort alle Artikel nachlesen. Anfang 2010 gab es dann eine weitere Umstellung der Website – nun ist sie violett und etwas moderner gestaltet. Auch twitter, MySpace, Facebook sowie Schüler- und StudiVZ blieben nicht vor uns sicher.</p>
<p><strong>Die Krisen</strong><br />
Es gab aber auch Schattenseiten. Das Online-Magazin wurde im Januar 2010 eingestellt, da die Redaktion zu klein wurde und wir uns entschlossen,  uns auf die gedruckte Zeitung zu konzentrieren. Als die utopia gerade drei Jahre alt wurde, traf uns (doch relativ unerwartet) ein Schock: durch hohe Druck- und vor allem Vertriebskosten hatten wir mit den letzten Ausgaben (Nummer 17 war gerade erschienen) ein dickes finanzielles Minus gemacht. Wie immer standen uns die Freund_innen der Graswurzelrevolution, die auch das Konto der utopia verwalteten und die Buchführung machten, hilfsbereit zur Seite. Sie trugen die Schulden mit – bei der utopia musste sich aber etwas ändern. Bisher konnte die Zeitung kostenlos abonniert werden. Die vierstelligen Druck- und Vertriebskosten konnten mit Anzeigen und Spenden aber nicht mehr gedeckt werden. Daher sollten die Abonnent_innen (mit Ausnahmen) nun zumindest die Vertriebskosten selbst zahlen. Unseren bisherigen Abo-Stamm gaben wir auf, weshalb die Auflage auf 14.000 bzw. 13.000 sank. Mit der schwindenden Auflage sank bei vielen Redaktionsmitgliedern auch die Motivation. Einige verließen die Redaktion, andere hielten den Betrieb gerade so aufrecht. Zudem hatten und haben viele utopia-Redakteur_innen mittlerweile neue Projekte. Nur noch wenige Leute sind heute wirklich bei der utopia aktiv. Richtig arbeitsfähig waren wir in den letzten Monaten nicht mehr. Daher nun das Ende des Projekts.<br />
Wir sind traurig und blicken wehmütig, aber auch zufrieden auf die 21 Ausgaben utopia zurück. Wir haben „utopia“ zwar nicht erreicht, doch mit den Zeitungen hoffentlich viele Menschen zum Nachdenken gebracht und ihnen so eine herrschaftslose und gewaltfreie Gesellschaft nahegebracht. Wir hatten dabei trotz einiger Hürden viel Spaß! Und wer sagt, dass es die utopia nicht irgendwann wieder geben wird? Reanimation möglich!</p>
<p><em>Die utopia Redaktion</em></p>
<p><em></p>
<div id="attachment_2184" class="wp-caption aligncenter" style="width: 203px"><em><a href="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/12/action5.jpg"><img class="size-medium wp-image-2184" title="action5" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/12/action5-193x300.jpg" alt="" width="193" height="300" /></a></em><p class="wp-caption-text">Cartoon: Findus</p></div>
<p></em></p>
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		<title>Zeitung machen für Dummies</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Dec 2011 16:37:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien und Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Winter 2011]]></category>

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		<description><![CDATA[Die utopia macht dicht – doch Medienvielfalt ist wichtig. Jetzt seid ihr dran!
Bevor du beginnst deine eigene Zeitung zu machen, musst du dir erst einmal viele Fragen beantworten: Wen willst du mit der Zeitung erreichen? Über welche Themen soll berichtet werden? Wie viele Leute sind für das Projekt nötig? Wie wird es finanziert? Wie oft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die utopia macht dicht – doch Medienvielfalt ist wichtig. Jetzt seid ihr dran!<span id="more-2161"></span></strong></p>
<p>Bevor du beginnst deine eigene Zeitung zu machen, musst du dir erst einmal viele Fragen beantworten: Wen willst du mit der Zeitung erreichen? Über welche Themen soll berichtet werden? Wie viele Leute sind für das Projekt nötig? Wie wird es finanziert? Wie oft soll die Zeitung erscheinen? Und wie wird sie vertrieben? Wenn du zum Beispiel mit deiner politischen Jugendgruppe eine Zeitung für euren Ort machen willst, reicht es anfangs sicherlich erst einmal aus, regelmäßig ein doppelseitig kopiertes DIN A4- oder A3-Blatt als Zeitung herauszugeben. Das sollte aber möglichst regelmäßig – also beispielsweise immer am Monatsanfang – passieren. Die Kosten sind dabei gering und die Zeitungen können einfach in die Briefkästen gesteckt werden. Anders ist es da bei einer Zeitung mit breiter Verteilung wie der utopia – da braucht es schon eine gewisse Vertriebs- und Finanzierungs-Struktur. Egal was du planst, folgende Tipps können bei deinem Zeitungsprojekt helfen.</p>
<p><strong>Treffen und Redaktion</strong><br />
Wichtig bei einer Zeitung ist natürlich die Redaktion. Sie macht die Zeitung. Bevor auch nur eine Zeile veröffentlicht wird, muss die Zeitung bei einem Redaktionstreffen (oder einer Telefonkonferenz) erst mal geplant werden – das gilt sowohl für den inhaltlichen (Welche Texte und Bilder kommen in die Zeitung?) als auch für den organisatorischen (Wer kümmert sich um den Druck und den Vertrieb?) Teil. Einige wichtige Fragen, die es für deine Zeitung zu klären gilt, findest du bzw. findet ihr als Redaktion in der Infobox in dieser utopia.<br />
Bei der utopia selbst gab es bei 21 Ausgaben insgesamt 19 Redaktionstreffen (in Münster, Berlin, Hannover, Erfurt, Bochum, Kassel…) und drei Telefonkonferenzen. So ein Redaktionstreffen kann schon mal einige Stunden dauern, ist aber auch immer ganz nett.</p>
<p><strong>Struktur und Organisation</strong><br />
Nach dem Treffen erledigt dann jedes Redaktionsmitglied die Aufgaben, die er übernommen hat – etwa das Anschreiben externer AutorInnen für Texte oder Fotos für einen Artikel machen. Wichtig ist dabei auch die Kommunikation innerhalb der Redaktion: Kommen alle Artikel pünktlich? Wo gibt es Probleme? Und wer braucht vielleicht noch Unterstützung, um seine/ihre Aufgabe zu erledigen?<br />
Die utopia hatte dazu einen E-Mail-Verteiler (ihr könnt z.B. einen bei yahoogroups einrichten) und einen Account beim linken Internet-Hoster „riseup“ – alles kostenlos verfügbar. Fertige Artikel wurden dann immer über den Verteiler geschickt bzw. bei riseup hochgeladen, damit jede_r aus der Redaktion auf dem neuesten Stand war und sich zum Artikel äußern konnte – ihn zum Beispiel nochmal auf Schreibfehler durchlesen konnte. Die utopia hat immer viel Wert auf Basisdemokratie gelegt: Alle konnten bei Allem mitreden. Das letzte Wort beim Artikel hat immer der_die Autor_in des Texts – inhaltliche Verbesserungsvorschläge der Redaktion konnten angenommen  oder begründet abgelehnt werden. Wenn ihr alle Texte und Fotos beisammen habt geht es weiter: jemand muss die Zeitung layouten. Bei kleinen DIN A4 oder A3-Zeitung bekommst du das sicher noch mit gängigen Textprogrammen hin. Komplizierter wird es, wenn deine Zeitung im Zeitungsformat von einer Druckerei gedruckt werden soll – dann ist schon ein richtiges Layout-Programm wie etwa Scribus, ein kostenloses Layout-Programm, das ihr im Internet herunterladen könnt, nötig. Unterschätzt das Layouten nicht! Die utopia hatte damit länger große Probleme, da niemand so richtig layouten konnte.</p>
<div id="attachment_2162" class="wp-caption aligncenter" style="width: 202px"><a href="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/12/leser.jpeg"><img class="size-medium wp-image-2162" title="leser" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/12/leser-192x300.jpg" alt="" width="192" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">utopia - von kritischen Lesern empfohlen. Foto: Felix H.</p></div>
<p>Nicht zu vergessen sind auch die Finanzen. Eine Zeitung muss (oder besser gesagt sollte) gegenfinanziert sein. Ermittelt die euch entstehenden Kosten – also die von Druck und gegebenfalls (Post-)Vertrieb. Dann müsst ihr Geld beschaffen. Das kann – wie bei der utopia – über Anzeigen und Spenden einigermaßen funktionieren. Vielleicht gibt es ja ein lokales Geschäft oder einen Laden, der euch unterstützt.  Wenn ihr keine finanzstarke Organisation hinter euch habt, die euch unterstützen kann, gibt es auch die Möglichkeit Stiftungen oder im Notfall euch nahestehende Parteien oder Gewerkschaften anzufragen. Denkt nach – irgendwo lassen sich schon einige Euro herbekommen!</p>
<p><strong>Druck und Vertrieb</strong><br />
Je nach Auflage und Format kann der Druck einer Zeitung ziemlich viel kosten. Hingegen sind Copy-Shops teilweise recht preiswert – überlegt euch daher gut, ob es sofort eine „richtige“ Zeitung sein muss oder ob es nicht erstmal reicht einfach zu kopieren. Eine gefaltete Seite DIN A3 ergibt beidseitig bedruckt bzw. kopiert immerhin schon vier Seiten im A4-Format. Das ist schon was! Auch für den Vertrieb müsst ihr euch Gedanken machen. Immerhin soll die fertige Zeitung ja nicht sofort im Müllcontainer landen. Jede Zeitung einzeln oder als Paket zu verschicken kostet viel Geld – die utopia-Redaktion kann ein Liedchen davon singen, da die Vertriebskosten die Zeitung 2010 fast in den finanziellen Ruin getrieben hätten. Falls ihr eine Zeitung für euren Ort oder euer Stadtviertel machen wollt, gibt es andere günstigere (aber auch anstrengendere!) Vertriebswege: die Zeitungen einfach in Briefkästen stecken, in der Innenstadt an die Leute verteilen oder an belebten Orten (vom Jugendzentrum bis zur Bäckerei) auslegen.<br />
Die utopia wurde in Frankfurt am Main professionell gedruckt. Von dort aus wurden auch alle Abonnements verschickt. Wer zwischendurch eine Zeitung bzw. einen Zeitungsstapel wollte, bekam diese von einem Redaktionsmitglied zugeschickt – eine dauerhafte und monotone Arbeit, die bei einer Zeitung aber auch manchmal gemacht werden muss.</p>
<p><strong>Der Rest</strong><br />
Zeitungmachen macht Spaß! Auch wenn es manchmal schwer fällt die Seiten regelmäßig zu füllen, lohnt es sich. Mit Medien kann man viele Leute erreichen und in seiner Stadt – auch wenn sie nur klein ist – neben den großen Mainstream-Tageszeitungen ein kleines, kritisches Monatsblatt zu veröffentlichen, ist in den allermeisten Fällen dringend nötig! Schaut doch mal, was örtliche Großunternehmen so anstellen oder ob nicht in der Bundeswehr-Kaserne nebenan der Afghanistan-Krieg geplant wird. „Große“ Tageszeitungen sind gerade bei lokalen Themen oft sehr unkritisch und machen Hofberichterstattung für die lokalen Politiker_innen.<br />
Ihr könnt natürlich auch eine Online-Zeitung machen. Druckkosten und anstrengender Vertrieb fallen dadurch praktischerweise weg, es hat aber auch den Nachteil, die Leute auf der Straße nicht direkt erreichen zu können. Wenn ihr den Leuten in der Innenstadt eine Papierzeitung in die Hand drückt ist die Chance, dass eure Artikel gelesen werden, größer als wenn ihr ihnen einen Link für euer Online-Magazin schickt.<br />
Am Anfang läuft bei eurer Zeitungsproduktion sicher noch das Ein oder Andere schief. Lasst euch davon aber nicht unterkriegen. Auch bei der utopia war es ein „learning by doing“. Es hat lange Zeit gut geklappt und wir blicken zufrieden auf die letzten vier Jahre zurück – es waren tolle Jahre! Doch nun seid ihr dran. Sorgt für eine kritische, linke Presse in eurer Stadt, in eurem Land und überall!</p>
<p><em>Michael Schulze von Glaßer</em></p>
<blockquote><p><strong>Alles klar? Diese Fragen solltet ihr für euch beantworten können, wenn ihr eine Zeitung machen wollt:</strong></p>
<ul>
<li>Welchen Inhalt soll eure Zeitung haben?</li>
<li>An wen soll sich eure Zeitung richten und wie muss sie gemacht sein, um die Leser_innen zu erreichen?  (z.B. sollten in einer Schüler_innenzeitung möglichst wenig Fach- und Fremdwörter benutzt werden)</li>
<li>Welches Format (z.B. DIN A4 oder „richtiges“ Zeitungsformat) soll die Zeitung haben und wo soll sie kopiert/gedruckt werden?</li>
<li>Welche Auflage soll die Zeitung haben?</li>
<li>Habt ihr genügend Leute in der Redaktion, um die Zeitung regelmäßig produzieren zu können?</li>
<li>Welche Kosten entstehen bei der Zeitung (z.B. für den Druck) und wie wollt ihr diese decken (z.B. mit Anzeigen)?</li>
<li>Wie soll die Zeitung an die Leute gebracht werden (z.B. in Briefkästen stecken)?</li>
<li>Soll Die Zeitung offen sein für neue Leute, und wenn ja, wie erreicht ihr diese?</li>
<li>Wann und wo können regelmäßige Redaktionstreffen stattfinden?</li>
</ul>
</blockquote>
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		</item>
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		<title>Umweltschutz von unten</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/medien-und-offentlichkeit/umweltschutz-von-unten/</link>
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		<pubDate>Sun, 04 Dec 2011 16:20:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien und Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt und Gentechnik]]></category>
		<category><![CDATA[Winter 2011]]></category>

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		<description><![CDATA[Reclaim the Media: grünes blatt
Emanzipatorischer Umweltschutz ist eigentlich ein Fremdwort in Deutschland. Fast alle Umweltschutzbestrebungen beziehen sich hier auf Markt und/oder Staat, als Retter_in in der Not, anstatt genau diese als Verursacher_innen der Not auszumachen. Das grüne blatt ist sozusagen das Fachblatt für diejenigen, die dieser marginalen Disziplin nachgehen. 
Was erwartet dich im grünen blatt?
Da [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- p { margin-bottom: 0.21cm; } --><strong>Reclaim the Media: grünes blatt</strong></p>
<p><strong>Emanzipatorischer Umweltschutz ist eigentlich ein Fremdwort in Deutschland. Fast alle Umweltschutzbestrebungen beziehen sich hier auf Markt und/oder Staat, als Retter_in in der Not, anstatt genau diese als Verursacher_innen der Not auszumachen. Das grüne blatt ist sozusagen das Fachblatt für diejenigen, die dieser marginalen Disziplin nachgehen. </strong><span id="more-2150"></span></p>
<p><strong>Was erwartet dich im grünen blatt?</strong></p>
<p>Da das grüne blatt ein offenes Medium ist, an dem sich jede_r beteiligen kann, ist jede Ausgabe ein bisschen wie eine Wundertüte: eigentlich kann es hier alles geben, sowohl von der Form der Texte, den Inhalten oder der Aufmachung her. Wirkliche Kontroversen  waren bisher allerdings seltener als sie sein könnten. Deshalb gibt es nun das neue Konzept der Titelthemen, die jeweils in der vorherigen Ausgabe angekündigt werden.Damit haben alle die Möglichkeit , ihre Positionen zum jeweiligen Thema in Artikel zu verpacken, die dann kontrovers nebeneinander stehen können.</p>
<div id="attachment_2149" class="wp-caption aligncenter" style="width: 220px"><a href="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/12/blatt.jpeg"><img class="size-medium wp-image-2149" title="blatt" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/12/blatt-210x300.jpg" alt="" width="210" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Grünes Blatt</p></div>
<p>Daneben gibt es meist recht viele Berichte über  Aktionen, kritische Analyse umweltzerstörender Projekte und Techniken, Debatten über Organisierung und Theorie. Zwar als Schwerpunkt &#8211; aber nicht nur &#8211; zu Umweltthemen.</p>
<p><strong>Warum offenes Printmedium?</strong></p>
<p>2007 wurde beschlossen, die &#8211; damals schon zehn Jahre bestehende-  Zeitschrift für ein Experiment für offene Printmedien zu nutzen. Dies geschah aus der Überlegung heraus, dass emanzipatorische Presse nicht nur andere Inhalte haben sollte als die Mainstreampresse, sondern auch deren Form ablehnen sollte, die darin besteht, dass wenige &#8211; welche notwendigerweise Teil der gesellschaftlichen Elite sind &#8211; Informationsaufbereitung und somit Meinung für Hunderttausende machen. Einbahnmedien also. Emanzipatorischer ist es, wenn ein Medium in alle Richtungen funktioniert und damit alle den gleichen potentiellen Zugang zur Diskursbildung haben. Das versucht das grüne blatt zu sein und freut sich darüber, wenn das tatsächlich auch mehr und mehr Praxis wird und viele sich auf allen Ebenen einbringen.</p>
<p>Anstatt ungewollte Inhalte zu zensieren, wird auf eine offene Debatte gesetzt. Das bedeutet aber nicht, dass antiemanzipatorische Inhalte gleichwertig neben anderen stehen sollen, sondern es wird darauf ragiert: Die antiemanzipatorischen Denkmuster werden anhand dieser Texte auseinandergenommen.</p>
<p><strong>Wie und wo erscheint das grüne blatt?</strong></p>
<p>Die vierteljährlich erscheinenden 32 bis 64 bedruckten Seiten des grünen blattes können aboniert werden und liegen in Linken- oder Umweltzentren und Infoläden kostenmfrei oder gegen Spende aus. Neuerdings können sie auch an einigen Bahnhofsbuchhandlungen käuflich erworben werden.</p>
<p>Da das grüne blatt in finanziellen Problemen steckt, sind Abos oder gar Soliabos am besten. Wenn ihr Orte kennt, an denen ihr das grüne blatt auslegen wollt, könnt ihr dafür auch größere Mengen bestellen.</p>
<p><em>Floh (aktiv beim grünen blatt)</em></p>
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		</item>
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		<title>Leser_innenbriefe</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/medien-und-offentlichkeit/leser_innenbriefe/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Sep 2011 17:55:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Herbst 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[LeserInnenbriefe]]></category>
		<category><![CDATA[Medien und Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft und Soziales]]></category>

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		<description><![CDATA[Zwei Leser_innenbriefe zu Fair Trade und Graffiti.
Das finden wir gar nicht fair …
„Fair Trade“ oder die falsche Vorstellung vom gerechten Kapitalismus
Antwort auf die Beiträge „Was ist eigentlich&#8230; Fair Trade?“ und „Sozial, gerecht, Fair Trade?“ von Ani K. und Dominik
Um zu damit konfrontiert zu werden, dass „Fair Trade“ etwas gutes sein soll, muss man keine linksradikale [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zwei Leser_innenbriefe zu Fair Trade und Graffiti.</strong><span id="more-2120"></span></p>
<p><strong>Das finden wir gar nicht fair …<br />
„Fair Trade“ oder die falsche Vorstellung vom gerechten Kapitalismus</strong></p>
<p><em>Antwort auf die Beiträge „Was ist eigentlich&#8230; Fair Trade?“ und „Sozial, gerecht, Fair Trade?“ von Ani K. und Dominik</em></p>
<p>Um zu damit konfrontiert zu werden, dass „Fair Trade“ etwas gutes sein soll, muss man keine linksradikale Zeitung lesen. Jeder brave Bürger weiß das. Dabei ist schon der Begriff an sich ein gewaltiges Missverständnis: Was soll das denn bitte sein, ein „fairer Handel“? Ein Deal, mit dem beide Seiten zufrieden sein sollen? Beim Tausch stehen sich zwei völlig gegensätzliche Interessen gegenüber. Der Verkäufer will einen möglichst hohen Preis, der Verkäufer einen möglichst niedrigen. Hat einer von beiden ein „gutes Geschäft“ gemacht heißt das automatisch, dass der andere ein schlechtes Geschäft gemacht hat. Das ist Kapitalismus, und nicht fair. Was aber dann mit Fair Trade gemeint sein soll, ist nichts anderes, als die Auflagen unter denen produziert werden soll. Am Prinzip wird nichts kritisiert, nur an den Bedingungen unter denen das Prinzip läuft. Was daran toll sein soll, bleibt fraglich. Der Arbeiter, der „fair“ produziert stellt für sein Unternehmen genauso einen Kostenfaktor dar, wie der Arbeiter, der „nicht fair“ produziert.</p>
<p>Abgesehen davon, dass der Kapitalismus trotzdem bestehen bleibt, ist die Frage nach „fair Trade“ in 99 Prozent der Fälle keine Frage des Gewissens, sondern eine des Geldbeutels. Denn eines dürfte klar sein: sollten Unternehmen ihr „gutes Image“ mit solchen Produkten aufbessern wollen kostet das mehr Geld bei der Produktion. Und das schlägt sich auch auf den Preis des Endprodukts, dass ja gekauft werden will. Wenn jetzt Leute trotz höherem Preis faire Sachen einkaufen sollten. Macht sich das natürlich bemerkbar, bei den Firmen, die nicht so produzieren. Die gehen ein, ihre Belegschaften werden zwar jetzt nicht mehr schlecht bezahlt und behandelt, sind dafür aber arbeitslos und dürfen verhungern (wobei gleiches natürlich auch passiert, wenn man sich gegen Fair Trade entscheidet).</p>
<p>Dass dann der Kunde auch verantwortlich dafür gemacht wird, dass unter schlimmen Bedingungen produziert wird, weil er ja angeblich über die Produktion bestimmt, ist das eine ungeheure Verkehrung der Realität. Er hat sich ja gar nichts davon ausgesucht. Die Behauptung, dass der Kunde Verantwortung hätte, ist eine einzige Unverschämtheit. Kein Unternehmer hat ihn je gefragt, bevor er produziert hat!</p>
<p><em>pmm</em></p>
<p>Freunde!</p>
<p>Es geht um Dominiks Artikel „Wem gehören die Wände?“ in der eigentlich sehr informativen Utopia 19 und da speziell den letzten Absatz. Graffiti „als eine radikale Kunstform &#8230;, da es sich über etablierte Besitzverhältnisse wie gesetzlich geschütztes Eigentum, hinwegsetzt und diese somit auch in Frage stellt“? Ich finde das ist sehr idealisiert. Wenn die Stadt von primitiven Tags wimmelt wie „Soca“ oder „Ken“, dann ist das keine politische Aussage, sorry! Dann will irgendein „Soca“ oder „Ken“ schlicht King der lokalen Spayer-Szene sein und hier geht‘s fast immer um Jungs. Wenn diese Battles auf privaten Hauswänden stattfinden, dann setzt sich das nur insofern über gesetzlich geschützes Eigentum hinweg, indem es selbiges egoistisch ignoriert, um sich selber in der Szene zu profilieren. Radikale Politik hat auch immer was mit der Rücksichtnahme auf andere zu tun, sonst scheitert sie &#8211; und da ist solche belanglose Privat-Graffiti nur ein ärgerliches Teilchen im großen Mosaik.</p>
<p>Nix für ungut!</p>
<p><em>Bert</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>reclaim the media: Wissen statt Glauben</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/medien-und-offentlichkeit/reclaim-the-media-wissen-statt-glauben/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Sep 2011 14:14:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Herbst 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Medien und Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jugendzeitung.net/?p=2083</guid>
		<description><![CDATA[Dass die Aufklärung noch lange nicht abgeschlossen ist, zeigt das Online-Magazin wissenrockt auf beeindruckende Weise.
Das Magazin kritisiert nicht nur die fehlende Trennung von Staat und Kirche, sondern auch die negativen Auswirkungen religiöser Dogmen und Moralvorstellungen. Dies tut es nicht auf einer abstrakten, theoretischen Ebene, sondern anhand konkreter Beispiele. Wissenrockt berichtete zum Beispiel über den religiös-fundamentalistischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dass die Aufklärung noch lange nicht abgeschlossen ist, zeigt das Online-Magazin wissenrockt auf beeindruckende Weise.</strong><span id="more-2083"></span></p>
<p>Das Magazin kritisiert nicht nur die fehlende Trennung von Staat und Kirche, sondern auch die negativen Auswirkungen religiöser Dogmen und Moralvorstellungen. Dies tut es nicht auf einer abstrakten, theoretischen Ebene, sondern anhand konkreter Beispiele. Wissenrockt berichtete zum Beispiel über den religiös-fundamentalistischen Hintergrund des norwegischen Attentäters Anders Behring Breivik sowie über die in großen Teilen irrationale Debatte um das Verbot der Präimplantationsdiagnostik (PID).</p>
<p>Bei der Kritik bleibt es jedoch nicht. Wissenrockt stellt auch Alternativen zu religiösen Konzepten vor. Zentrale Bausteine sind dabei eine kritische Wissenschaft, die Schöpfungsglauben, Esoterik und sonstigem Hokuspokus eine Absage erteilt, sowie eine Ethik, die einzig auf den Schutz menschlicher und nicht-menschlicher Interessen abzielt. Dabei wird deutlich, dass der Humanismus sich in den letzten Jahren weiterentwickelt hat: Die Berücksichtigung von Tieren und deren Bedürfnissen gewinnt in der humanistischen „Szene“ an Bedeutung. Wissenrockt unterstützt auch das Great Ape Project, das sich für Grundrechte für Menschenaffen einsetzt.</p>
<p><a href="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/09/logo-09.png"><img class="aligncenter size-medium wp-image-2084" title="wissenrockt" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/09/logo-09-300x41.png" alt="" width="300" height="41" /></a><br />
Wissenrockt versteht sich als Magazin für junge Humanistinnen und Humanisten. Die AutorInnen sind zwar teilweise schon älter, die Artikel sind jedoch in der Regel leicht verständlich. Normalerweise erscheinen pro Tag ein bis zwei Artikel. Teilweise sind diese relativ kurz und verweisen auf andere Medien. So bleibt man auf den genannten Themengebieten zumindest auf dem Laufenden. Finanziell wird das Magazin durch die Giordano-Bruno-Stiftung für Humanismus und Aufklärung unterstützt.</p>
<p>Auch wenn die Beiträge auf wissenrockt teilweise Staats- und Kapitalismuskritik vermissen lassen, sind sie eine wichtige Informationsquelle, wenn es um die Trennung von Staat und Kirche, die Kritik an Religion und Esoterik sowie um ethische Fragen geht.</p>
<p>David W.</p>
<p>Mehr Infos: <a href="http://www.wissenrockt.de" target="_blank">wissenrockt.de</a></p>
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		<title>Für die Wahrheit in der Todeszelle</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/medien-und-offentlichkeit/fur-die-wahrheit-in-der-todeszelle/</link>
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		<pubDate>Sat, 25 Jun 2011 09:21:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien und Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Militär und Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Sommer 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung und Repression]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Fall Bradley Manning
Bereits im Mai 2010 wurde der 23-jährige Bradley E. Manning unter dem Verdacht, wichtige Geheimdokumente an die Enthüllungsplattform WikiLeaks weitergegeben zu haben, verhaftet. Seitdem sitzt er in einem Hochsicherheitsgefängnis der USA – ihm droht die Todesstrafe.
Hintergrund
2007 begann Mannings Karriere bei der US-Armee. Über das Rechnernetz des Außen- und Verteidigungsministeriums hatte der ausgebildete [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- p { margin-bottom: 0.21cm; } --><strong>Der Fall Bradley Manning</strong></p>
<p><strong>Bereits im Mai 2010 wurde der 23-jährige Bradley E. Manning unter dem Verdacht, wichtige Geheimdokumente an die Enthüllungsplattform WikiLeaks weitergegeben zu haben, verhaftet. Seitdem sitzt er in einem Hochsicherheitsgefängnis der USA – ihm droht die Todesstrafe.<span id="more-2071"></span></strong></p>
<p><strong>Hintergrund</strong></p>
<p>2007 begann Mannings Karriere bei der US-Armee. Über das Rechnernetz des Außen- und Verteidigungsministeriums hatte der ausgebildete Nachrichtenanalyst über mehrere Monate Zugriff auf geheime Dokumente.</p>
<p>Am 22. Mai 2010 meldete der als Hacker bekannt gewordene Adrian Lamo, dass Manning ihn in einem Chat kontaktiert und sich mit den ihm zugänglichen Staatsgeheimnissen gebrüstet habe. Lamo schaltete nach drei Tagen US-Staatsschützer ein, die ab sofort die digitalen Gespräche mitgelesen haben. Am 26. Mai wurde Bradley Manning während seiner Stationierung in Irak festgenommen.</p>
<p><a href="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/06/bradley.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2072" title="bradley" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/06/bradley.jpg" alt="" width="250" height="250" /></a></p>
<p><strong>Verlauf der Anklage</strong></p>
<p>Dem amerikanischen Soldaten wird vorgeworfen, Informationen zur nationalen Verteidigung an eine nicht befugte Quelle übermittelt zu haben, hierunter Videoaufnahmen, die von WikiLeaks für das Collateral-Murder-Video verwendet wurden und die Depeschen (Cables) der amerikanischen Botschafter.  Diese Dokumente erfuhren durch die massive Verbreitung mittels WikiLeaks  eine enorme mediale Bedeutung und wurden in der ganzen Welt wahrgenommen. Bereits zu diesem Zeitpunkt drohten Manning 52 Jahre Haft.</p>
<p>Im Dezember 2010 soll Manning laut der britischen Tageszeitung The Independent ein „Plea Bargaining“, also ein Verhandeln der Schuld, angeboten worden sein. Dieses Verfahren sollte dem bisher nicht kooperierenden Angeklagten eine Aussage zur Anstiftung durch Julian Assange entlocken und ihm die Haft erleichtern. Assange, der Gründer von WikiLeaks, behauptet, noch mehrere geheime Dokumente in der Hinterhand zu haben, die den USA Schaden zufügen könnten.</p>
<p>Am 2. März 2011 wurde Manning, der neben der amerikanischen auch die britische Staatsbürgerschaft besitzt,  in 22 weiteren Punkten beschuldigt. Der schwerwiegendste Punkt, die „Kollaboration mit dem Feind“, könnte für den 23-Jährigen die Todesstrafe bedeuten.</p>
<p><strong>Haftbedingungen</strong></p>
<p>Von Juli 2010 bis April 2011 verbrachte Bradley Manning, der auf Facebook offen mit seiner Homosexualität umging und sich für Gleichberechtigung in der Armee einsetzte, 23 Stunden am Tag in einer bewachten Zelle. In dem militärischen Hochsicherheitsgefängnis wurden Manning Kissen und Bettlaken verwehrt, sportliche Betätigung war verboten, auch in der verbleibenden Stunde erhielt er keinen Zugang zu Nachrichten.</p>
<p>Der Verteidiger David Coombs äußerte im März 2011, dass Manning nachts sieben Stunden lang ohne Kleidungseiner Zelle ausharren und anschließend nackt vor allen Insassen antreten musste. Dieser Zustand, der bis auf weiteres wiederholt werden sollte, wurde offiziell mit einem Verweis auf die Regeln von einem Gefängnissprecher bestätigt.</p>
<p>Mitte April 2011 wurde Manning nach Kansas verlegt, um für seinen kommenden Prozess untersucht zu werden. In dieser neuen Unterbringung sei es ihm möglich, Besuch zu empfangen und Kontakt zu anderen Häftlingen aufzunehmen. Allerdings ist er nun weiter von seinem Anwalt und seiner Familie entfernt.</p>
<p><strong>Unterstützung</strong></p>
<p>Bradley Manning gilt  seit fast einem Jahr als Symbolfigur für den Kampf für Meinungsfreiheit und Menschenrechte, sowie gegen die bewusste Verheimlichung von Straftaten durch Herrschende. Zahlreiche bekannte Persönlichkeiten sowie Initiativen zeigen sich bereits solidarisch, auch WikiLeaks trägt zur Spendensammlung bei.</p>
<p>Wichtig ist, dass die mediale Aufmerksamkeit weiterhin auf Manning ruht und ihn vor weiteren Straftaten der USA zu schützen versucht.</p>
<p><em><strong>Lena</strong></em></p>
<p>Mehr Informationen:</p>
<p><a href="http://www.freebradley.org/" target="_blank">http://www.freebradley.org/</a></p>
<p><a href="http://www.bradleymanning.org/" target="_blank">http://www.bradleymanning.org/</a></p>
<p>P.S.: Und trotzdem ist Bradley Manning natürlich ein Soldat und es bleibt zweifelhaft, ob ihn wirklich die Offenlegung von Kriegsverbrechen angetrieben hat.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Leser_innenbrief: „iz3w antideutsch“</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Jun 2011 09:04:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[LeserInnenbriefe]]></category>
		<category><![CDATA[Medien und Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Sommer 2011]]></category>

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		<description><![CDATA[Die GWR macht Werbung für die iz3w und in der Utopia (die allerdings eine eigene unabhängige Redaktion hat) wird ausschließlich positiv über die iz3w berichtet.
 Unbestritten enthält die iz3w auch ganz hervorragende Beiträge! Solidarität mit dem Staat Israel ist allerdings kaum mit Herrschafts- und Gewaltfreiheit vereinbar. Diese Überzeugung dürfte ein großer Teil der GWR-Leser (jederlei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- p { margin-bottom: 0.21cm; } --><strong>Die GWR macht Werbung für die iz3w und in der Utopia (die allerdings eine eigene unabhängige Redaktion hat) wird ausschließlich positiv über die iz3w berichtet.<span id="more-2056"></span></strong></p>
<p><strong> </strong>Unbestritten enthält die iz3w auch ganz hervorragende Beiträge! Solidarität mit dem Staat Israel ist allerdings kaum mit Herrschafts- und Gewaltfreiheit vereinbar. Diese Überzeugung dürfte ein großer Teil der GWR-Leser (jederlei Geschlechts) mit mir teilen.</p>
<p>Ich halte es deshalb für geboten, in diesem Leserbrief darauf hinzuweisen, dass die iz3w mittlerweile ein antideutsches Blatt ist. Das möchten viele möglicherweise nicht unterstützen. Am besten ist es sicher, wenn sich alle ein eigenes Bild von der iz3w machen – es muss ja nicht gleich ein Abo sein. Eine Vorwarnung erschien mir jedoch angemessen.</p>
<p><em><strong>MarkS</strong></em></p>
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		</item>
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		<title>Kommunismus könnte süß sein</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Jun 2011 19:13:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien und Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Sommer 2011]]></category>

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		<description><![CDATA[„Wir wollen Straßen aus Zucker“ – so eine Textzeile aus dem Lied „Mindestens in tausend Jahren“ der Band Frittenbude. Angelehnt daran schreibt die Jugendzeitung Straßen aus Zucker „gegen Staat, Nation, Kapital und die ganze Kotzescheiße“ (s. facebook-Seite der Zeitung) und für eine kommunistische Gesellschaft bzw. eine neue Gesellschaftsform, die neben dem Begriff „Kommunismus“ eben auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- p { margin-bottom: 0.21cm; } --><strong>„Wir wollen Straßen aus Zucker“ – so eine Textzeile aus dem Lied „Mindestens in tausend Jahren“ der Band Frittenbude. Angelehnt daran schreibt die Jugendzeitung Straßen aus Zucker „gegen Staat, Nation, Kapital und die ganze Kotzescheiße“ (s. facebook-Seite der Zeitung) und für eine kommunistische Gesellschaft bzw. eine neue Gesellschaftsform, die neben dem Begriff „Kommunismus“ eben auch einfach mit den Worten „Straßen aus Zucker“ beschrieben werden kann. </strong></p>
<p><strong> </strong><span id="more-2022"></span>Das Zeitungsprojekt wurde 2009 von ursprünglich drei Berliner Gruppen gegründet, um dem deutschen Superjubiläumsjahr 2009 (20 Jahre Mauerfall, 60 Jahre Grundgesetz,…) etwas entgegen zu setzen und den „Nationalhype“ kritisch zu hinterfragen. Ursprünglich war „Straßen aus Zucker“ als einmaliges Projekt gedacht. Auf Grund der guten Resonanz der LeserInnen aber gibt es mittlerweile fünf Ausgaben. Das Projekt wird inzwischen von der Rosa-Luxemburg-Stiftung gefördert.</p>
<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_2023" class="wp-caption aligncenter" style="width: 254px"><a href="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/06/strassenauszucker.jpg"><img class="size-full wp-image-2023 " title="strassenauszucker" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/06/strassenauszucker.jpg" alt="" width="244" height="343" /></a><p class="wp-caption-text">Bild: strassenauszucker.blogsport.de</p></div>
<p>Jede Ausgabe der Zeitung beantwortet mehrere „wieso, weshalb, warum“-Fragen zu unserer Gesellschaft und unserem ganz alltäglichen Leben und wie das mit der Idee einer kommunistischen Gesellschaft vereinbar oder eben unvereinbar ist. In Artikeln, die zwei bis drei Seiten lang sind, werden fundiert, aber nicht zu kompliziert Fragen zu Kommunismus oder Realsozialismus beantwortet und Kritik an Staat, Nation und Kapital geübt. Es werden vor allem reaktionäre, rassistische, sexisitische,… Argumentationsmuster und Zustände aufgedeckt und den LeserInnen Gegenargumente bzw. Argumentationshilfen für den Diskurs über gesellschaftliche Themen geboten. Am Ende eines jeden Artikels gibt es immer Hinweise zum Weiterlesen. Außerdem enthält jede Ausgabe ein Interview mit eineR KünstlerIn.</p>
<p>Auf youtube gibt es auch einen gleichnamigen Film zur Zeitung „Straßen aus Zucker“, der den kapitalistischen Alltag und den Traum einer kommunistischen Gesellschaft in wenigen Minuten veranschaulicht. Zur fünften Ausgabe ging das Redaktionsteam mit einigen DJs sogar auf Tour – „des rues des sucre“ – und trat im Mai in Magdeburg, Berlin, Bielefeld und Göttingen auf. Die Zeitung und andere Merchandise Artikel könnt ihr euch auf der Homepage bestellen – die Zeitung ist kostenlos. Dort findet ihr auch alle aktuellen Termine. Außerdem stehen alle bisherigen Ausgaben als pdf-Dokument auf der Homepage zur Verfügung.</p>
<p>„Straßen aus Zucker“ ist auf jeden Fall ein empfehlenswertes Zeitungsprojekt, wenn ihr euch mit der Idee einer anderen Gesellschaftsform und den Missständen unserer jetzigen Gesellschaft auseinandersetzen wollt. Die Artikel sind fundiert und machen auch auf Widersprüche innerhalb der „linken Szene“ aufmerksam. Es macht Spaß, sie zu lesen und die/der LeserIn kann vieles daraus mitnehmen – also eine tolle Ergänzung zur „utopia“!</p>
<p><em><strong> Lyd</strong></em></p>
<p><!-- p { margin-bottom: 0.21cm; } -->Internet: <a href="strassenauszucker.tk" target="_blank">strassenauszucker.tk</a></p>
<p><a href="www.facebook.com/strassenzucker#!/strassenzucker?sk=info" target="_blank">Facebook</a></p>
<p><a href="www.youtube.com/watch?v=j06dAG_aS98" target="_blank">Der FIlm</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>iz3w: Kritik an der herrschenden Weltordnung</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/globalisierung-und-internationales/iz3w-kritik-an-der-herrschenden-weltordnung/</link>
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		<pubDate>Sun, 06 Mar 2011 20:29:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Frühling 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Globalisierung und Internationales]]></category>
		<category><![CDATA[Medien und Öffentlichkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Was für die meisten wie eine willkürliche Aneinanderreihung von Schriftzeichen aussieht, ist für viele, die sich kritisch mit Nord-Süd-Themen auseinandersetzen, eine der wichtigsten Informationsquellen: Die „iz3w“ ist eine nach dem in Freiburg ansässigen „informationszentrum 3. welt“ benannte Zeitschrift. Sie versorgt seit 1970 ihre Leserinnen und Leser mit kritischen Analysen zu Nord-Süd-Themen, zum Beispiel aus den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was für die meisten wie eine willkürliche Aneinanderreihung von Schriftzeichen aussieht, ist für viele, die sich kritisch mit Nord-Süd-Themen auseinandersetzen, eine der wichtigsten Informationsquellen: Die „iz3w“ ist eine nach dem in Freiburg ansässigen „informationszentrum 3. welt“ benannte Zeitschrift. Sie versorgt seit 1970 ihre Leserinnen und Leser mit kritischen Analysen zu Nord-Süd-Themen, zum Beispiel aus den Bereichen Globalisierung, Migration, Menschenrechte oder Entwicklungspolitik.<span id="more-1954"></span></strong></p>
<p>Die Zeitschrift wird von einem Redaktionsteam gestaltet, das sich aus drei bezahlten Kräften und rund zehn ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammensetzt. Für einzelne Artikel wird auf einen Pool von etwa 200 Autorinnen und Autoren zurückgegriffen. Die meisten davon zählen auf ihren jeweiligen Fachgebieten wahrscheinlich zu den kompetentesten Personen im deutschsprachigen Raum. Immer wieder kommen auch Personen aus den Regionen, über die berichtet wird, zu Wort. Die Zeitschrift erscheint alle zwei Monate und enthält neben einem Schwerpunktbereich zu wechselnden Themen viele aktuelle Informationen aus allen Regionen der sogenannten „3. Welt“.</p>
<p>Die iz3w versteht sich nicht als „neutrale“ Informationsquelle, sondern kritisiert die bestehende Ordnung und streitet für die „Abschaffung der globalen Herrschafts- und Ausbeutungsverhältnisse“. Bei der Kritik kommt auch die eigene „Szene“ nicht zu kurz. Viele Artikel setzen sich zum Beispiel kritisch mit Entwicklungshilfe oder der globalisierungskritischen Bewegung auseinander. „Grundsätzlich nähern wir uns jeder Thematik kritisch“, erklärt Friedemann Köngeter, einer der Redakteure. „Eine feste politische Linie gibt es nicht.“</p>
<p><a href="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/03/leadImage_large-2.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1955" title="leadImage_large-2" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/03/leadImage_large-2-212x300.jpg" alt="" width="212" height="300" /></a></p>
<p>Von anderen Zeitungen unterscheide sich die iz3w durch ihre Unabhängigkeit, so Köngeter. Sie wird vom Verein Aktion Dritte Welt e.V. herausgegeben und ist unabhängig von großen Organisationen. Finanziert wird sie fast ausschließlich aus Verkaufserlösen, Spenden und Anzeigen. Die Auflage beträgt knapp 3000 Exemplare. Die meisten davon sind Abos, aber auch in einigen alternativen Buchhandlungen kann man die iz3w kaufen. Die Leserinnen und Leser kann man laut Köngeter in zwei typische Gruppen einteilen: Zum einen Alt-68er, die seit vielen Jahren die iz3w lesen, zum anderen linke Studierende. „Die meisten beschäftigen sich beruflich oder ehrenamtlich mit Nord-Süd-Themen.“</p>
<p>Entsprechend werden auch die Inhalte gestaltet. Wer Grundlageninformationen leicht vermittelt bekommen will, liegt bei der iz3w falsch. Die Artikel gehen in die Tiefe und setzen zum Teil geschichtliche, wirtschaftliche oder politische Vorkenntnisse voraus. Wer sich aber intensiv und kritisch mit der herrschenden Weltordnung auseinandersetzen will, wird auf Dauer nicht um die iz3w herumkommen.</p>
<p><em><strong>David W.</strong></em></p>
<p>Der Autor studiert in Freiburg und macht in Kürze ein Praktikum im informationszentrum 3. welt.</p>
<p>Mehr Infos: <a href="http://www.iz3w.org" target="_blank">www.iz3w.org</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>reclaim the media: graswurzel.tv</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/medien-und-offentlichkeit/reclaim-the-media-graswurzel-tv/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Nov 2010 16:46:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arno_nym</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien und Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Winter 2010]]></category>

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		<description><![CDATA[Von den Mainstream-Medien wird in Sachen Politik meist nur denen Gehör verschafft, die durch Machtverteilung oder schiere Größe automatisch in den Blickpunkt rücken. Kleine politische Gruppen haben oft keine Chance, ihre Inhalte über Medien einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Wenn sich hingegen die Bundeskanzlerin mit einem anderen Staatschef zum Essen trifft, berichten die Medien sofort. Grund [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 9.5px 'ITC Officina Sans Std'} p.p2 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; text-align: justify; font: 9.5px 'ITC Officina Serif Std'; min-height: 12.0px} p.p3 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; text-align: justify; font: 9.5px 'ITC Officina Serif Std'} p.p4 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; text-align: right; font: 9.5px 'Helvetica Neue LT Std'} span.s1 {letter-spacing: -0.2px} --><strong>Von den Mainstream-Medien wird in Sachen Politik meist nur denen Gehör verschafft, die durch Machtverteilung oder schiere Größe automatisch in den Blickpunkt rücken. Kleine politische Gruppen haben oft keine Chance, ihre Inhalte über Medien einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Wenn sich hingegen die Bundeskanzlerin mit einem anderen Staatschef zum Essen trifft, berichten die Medien sofort. Grund genug also für eine alternative Medienberichterstattung, die die Basis beachtet.</strong></p>
<p><span id="more-1910"></span></p>
<p>Dies dachten sich im Herbst 2006 einige Filminteressierte StudentInnen aus Lüneburg in Niedersachsen und gründeten „graswurzel.tv“.</p>
<p>Seitdem kann man im Internet unter graswurzel.tv jede Menge Videos von politischen Protestaktionen sehen. Wurden zunächst nur Aktionen aus dem Anti-Atom-Spektrum mit der Kamera begleitet, ist das Team von graswurzel.tv heute auch bei anderen politischen Kundgebungen dabei: im Sommer 2007 waren die FilmemacherInnen beim G8-Gipfel in Heiligendamm, 2008 begleiteten sie die Protestaktionen gegen in Deutschland stationierte US-Atomwaffen in der Eifel und im Dezember 2009 waren sie in Kopenhagen, um die Klimaproteste festzuhalten. Hinzu kommen viele Filme von kleineren Protestaktionen. Filme, die man so wohl nirgendwo anders in den Medien sehen kann, denn die FilmemacherInnen von graswurzel.tv haben gute Kontakte: auch illegale (aber legitime!) Protestaktionen – beispielsweise die Besetzung von Gleisanlagen, um Atommüllzüge zu stoppen – werden von Anfang bis Ende begleitet. „Wir haben uns in der Protestszene inzwischen einen gewissen Namen erarbeitet, dem Vertrauen geschenkt wird und das ist sehr wichtig für uns“, so Jonathan Happ von dem Filmprojekt. Die Polizei wäre wohl froh, wenn sie so gute Kontakte hätte; sie kommt meist erst an, wenn die Kameras von graswurzel.tv schon lang am Filmen sind. Wie nah graswurzel.tv an der Basis ist, zeigt auch, dass nur wenige Kommentare im Film selber gesprochen werden. Stattdessen kommen direkt die AktivistInnen zu Wort. Ein professioneller Schnitt ist bei den Filmen selbstverständlich. Dabei täuscht die hohe Qualität leicht darüber hinweg, dass sich graswurzel.tv als nicht-kommerzielles Projekt versteht und sich ausschließlich aus Spenden und einem kleinen Soli-Shop finanziert: durch das ehrenamtliche Engagement der Teammitglieder sind bis heute über 100 Filme entstanden, die kostenlos im Internet zugänglich sind. Dabei scheut das Filmteam kein Risiko. Im August 2008 wurden bei einer versuchten Blockade der Baustelle des Kohlekraftwerks Moorburg in Hamburg nicht nur Demonstranten verprügelt, sondern auch das graswurzel.tv-Team von der Hamburger Polizei angegriffen: „Nachdem wir einen prügelnden Beamten filmten, kam dieser zielgerichtet auf unseren Kameramann zu und entriss ihm seinen Presseausweis. Danach wurde auf ihn mit Schlagstock und Fäusten eingeschlagen. Weder Dienst- noch Zugnummer wurde uns von diesem Beamten mitgeteilt“, schrieben die FilmemacherInnen damals in einer Stellungnahme. Der brutale Angriff der Polizisten auf DemonstrantInnen und das Filmteam führte später zur Anklage gegen die Täter – Demonstrationen filmisch zu begleiten kann also auch Vorteile für die Demonstranten haben. Zumindest, wenn es die Leute von graswurzel.tv sind!</p>
<p><strong>Lena Zirkel</strong></p>
]]></content:encoded>
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