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	<title>Utopia &#124; Jugendzeitung für eine herrschaftslose und gewaltfreie Gesellschaft &#187; Nationalismus und Patriotismus</title>
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		<title>Kommentar: Warum nicht mal für Neuseeland sein?</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Jul 2010 09:43:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arno_nym</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nationalismus und Patriotismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sommer 2010]]></category>

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		<description><![CDATA[Als mir heute beim Durchsehen einiger Prospekte direkt diverse Deutschland-Flaggen für 99 Cent ins Auge stachen, wusste ich, bald ist es wieder so weit: Die Fußball-WM der Herren steht vor der Tür. Leute mit schwarz-rot-goldener Schminke im Gesicht werden sich auf öffentlichen Plätzen vor Großleinwänden versammeln und zusammen jubeln oder heulen. Wenn sie jubeln, werden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als mir heute beim Durchsehen einiger Prospekte direkt diverse Deutschland-Flaggen für 99 Cent ins Auge stachen, wusste ich, bald ist es wieder so weit: Die Fußball-WM der Herren steht vor der Tür. Leute mit schwarz-rot-goldener Schminke im Gesicht werden sich auf öffentlichen Plätzen vor Großleinwänden versammeln und zusammen jubeln oder heulen. Wenn sie jubeln, werden sie anschließend mit hupenden Autos die Straßen verstopfen. Und wahrscheinlich werden irgendwelche ach so wichtigen Menschen wieder sagen: „Wie schön, dass sich die Deutschen endlich wieder trauen, die Nationalflagge zu hissen.“</p>
<p><span id="more-1873"></span>Letztens habe ich in der Stadt mitbekommen, wie ein Mann zu einem anderen sagte: „Ich glaube, wir werden es schwer haben in der Gruppe D.“ „Wir? Spielt ihr mit oder was?“ habe ich mich da gefragt. Leider hatte ich es eilig, sonst hätte ich nachgefragt. Diese Formulierung habe ich schon oft gehört und keine im Bereich Fußball finde ich bescheuerter. Hauptsache es kommt niemand auf die Idee, mich in dieses “wir” mit einzubeziehen.</p>
<p>Dabei mag ich Fußball. St. Pauli finde ich toll – nein, ich komme nicht aus Hamburg – und als Jugendliche habe ich sogar selber gespielt. Auch eine WM könnte ein tolles Event sein. Zusammen Fußball gucken ist an sich ja nichts Schlechtes. Aber da gibt es etwas, das einfach nicht in meinen Kopf geht: Warum sind Deutsche für Deutschland, ItalienerInnen für Italien und SpanierInnen für Spanien? Warum muss man aufpassen, nicht eins auf’s Maul zu kriegen, wenn man als Deutsche/r Holland bejubelt? Gibt es in jedem Land so einen Fußball-Nationalwahnsinn? Wenn ja, woran liegt das? Konstruiert man sich so ein Zusammengehörigkeitsgefühl? Trauen sich viele nur nicht, zu einer anderen Mannschaft zu stehen? Oder liegt es daran, dass die deutschen Fans die deutschen Spieler und ihre Schicksale durch die Medien am besten kennen? Eins verstehe ich: Wenn man keinen Favoriten hat, ist Fußball gucken natürlich langweilig.</p>
<p>Also was tun? Einen Monatseinkauf machen, für die Dauer der WM in der Wohnung verschanzen und Ohropax in die Ohren stopfen? Und bloß nicht aus dem Fenster gucken, um nicht die Flaggen der Nachbarn zu sehen? Schwierig… Ich glaube, dem kann man gar nicht entgehen. Hilft nur eins: Gelassen bleiben. Bei Bedarf das blöde „wir“ mit einem kleinen Vortrag bestrafen, das Gold von den Flaggen entfernen und sich freuen, wenn die sogenannten „Fußballzwerge“ gewinnen. So hat man sogar mehrere Favoriten und es wird bestimmt nicht langweilig! Ich persönlich würde mich riesig freuen, wenn eine Mannschaft Weltmeister wird, die es noch nie gewesen ist.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Kristina Beckmann</strong></p>
<div style="text-align: right;"><strong><br />
</strong></div>
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		<title>8. Mai 1943 – Tödlicher Kampf im Warschauer Ghetto Teil 1</title>
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		<pubDate>Thu, 06 May 2010 23:49:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nationalismus und Patriotismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online Magazin]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 8.Mai 1943 stirbt Mordechaj Anielewicz im Alter von 23 Jahren. Einen Tag der Befreiung gibt es für ihn und Millionen anderer Menschen nicht. Mordechaj war jüdischer Widerstandskämpfer. Im Ghetto organisierte er mit anderen die jüdische Kampforganisation (polnisch: Żydowska Organizacja Bojowa, kurz ŻOB) und kämpfte dort für ein freies Leben. Utopia erinnert in zwei Artikeln.

Errichtet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Am 8.Mai 1943 stirbt Mordechaj Anielewicz im Alter von 23 Jahren. Einen Tag der Befreiung gibt es für ihn und Millionen anderer Menschen nicht. Mordechaj war jüdischer Widerstandskämpfer. Im Ghetto organisierte er mit anderen die jüdische Kampforganisation (polnisch: Żydowska Organizacja Bojowa, kurz ŻOB) und kämpfte dort für ein freies Leben. Utopia erinnert in zwei Artikeln.</strong></p>
<p><span id="more-1738"></span></p>
<p>Errichtet wurde das Warschauer Ghetto Mitte 1940 im Warschauer Stadtzentrum. Dienen tat das Ghetto als Ort des Aushungerns und als Sammellager für die Deportation in das Vernichtungslager Treblinka.<br />
Teilweise bereits dort wohnhaft, größtenteils deportiert, befanden sich bis zu 500.000 Menschen abgeschirmt von hohen Mauern im Warschauer Ghetto. In ein Haus zwängten sich etwa 400 Menschen, Nahrungsmittel waren strengstens rationiert. Die Strategie der deutschen Henker: Hunger und Seuchen sollten ein Großteil der Menschen im Ghetto, ohne größere Anstrengung der Henker selbst, vernichten. Unter diesen Umständen sollte jeder Wille zum Widerstand direkt erstickt werden, der Abtransport in das Todeslager sollte so keine größeren Probleme bereiten.</p>
<img class="size-full wp-image-1621" title="" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2010/05/Denkmal-ZOB.jpeg" alt="Denkmal der Warschauer WiderstandskämperInnen von 1943" width="350" height="400" />
<p><strong>Vorbereitung zum Widerstand</strong></p>
<p>Allerdings gab es von Beginn an vereinzelte Vorbereitungen zum Widerstand, welche später vor allem von der damaligen Polnischen Arbeiterpartei (PPR) intensiviert wurden. Illegale Zeitungen und verschiedenste Aufrufe zur Organisation hatten erheblichen Einfluss auf die Entstehung des jüdischen Widerstandes vor Ort.<br />
Bereits 1941 begannen antifaschistische Gruppen mit vereinzelten Sabotageaktion in den Fabriken deutscher Unternehmer.<br />
Als im Sommer 1942 SS und Wehrmacht mit der Auflösung des Ghettos begannen, wurden innerhalb von 7 Wochen 300.000 Menschen deportiert oder direkt an Ort und Stelle umgebracht.<br />
In Folge dessen, begann die PPR mit dem Schmuggeln von Waffen in das Ghetto.<br />
Der Widerstand verstärkte sich, es wurden deutsche Rohstofflager außerhalb des Ghettos in Brand gesetzt. Im Ghetto selbst wehrten sich ganze Häuser gegen die Deportation, teilweise noch an den Waggons in die Lager. Als Beispiel seihen hier einige Widerständler_innen genannt, welche sich absichtlich deportieren liesen, um an den Zügen auf Signal die SS-Truppen anzugreifen. So konnte einigen Menschen tatsächlich die Flucht ermöglicht werden. Auch viele Frauen begannen sich zu organisieren und schlossen sich zu Partisanengruppen zusammen. Im Oktober 1942 wurde dann die ZOB gegründet und begann mit der Besorgung von Waffen und der Errichtung von Bunkern sowie dem Bau eines Tunnelsystems.</p>
<p><strong>Aufstand im Ghetto – „Nowogródek“ – Selbstverteidigung</strong></p>
<p>Im Januar 1943 sollte dann die endgültige Vernichtung des Ghettos beginnen. Bewaffnet mit einigen Revolvern und Gewehren, Handgranaten, Motolow-Cocktails, Stangen und Steinen begannen sich die Menschen gegen die deutschen Soldaten zu Wehr zu setzen. Mit dabei war auch Mordechaj Anielewicz.<br />
An verschiedenen Straßenecken rückten jüdische Widerständler_innen aus ihren Bunkern, die Unbewaffneten leisteten passiven Widerstand und versteckten sich vor den deutschen Mörder_innen.<br />
Das erste Wunder geschah: Die SS zog sich völlig überrascht vollkommen aus dem Ghetto zurück. Einige Gefangene konnten aus dem Ghetto flüchten, der weitere Abtransport nach Treblinka war de facto gestoppt.<br />
Am 19.4 rückten die Hitler-Truppen dann erneut ein, um das komplette Ghetto zu vernichten.<br />
Nun hatten sich auch einige Pol_innen außerhalb der Mauern nachts in das Ghetto geschmuggelt um an der Seite Widerständler_innen zu kämpfen. Es kam zum offenen Kampf, der Aufstand ging nun aufs gesamte Ghetto über.</p>
<p><strong>Oliver Fassing</strong></p>
<p><a href="http://www.jugendzeitung.net/nationalismus-und-patriotismus/8-mai-1943-%E2%80%93-todlicher-kampf-im-warschauer-ghetto-teil-2/"></p>
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		<title>8. Mai 1943 – Tödlicher Kampf im Warschauer Ghetto Teil 2</title>
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		<pubDate>Thu, 06 May 2010 23:48:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nationalismus und Patriotismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online Magazin]]></category>

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		<description><![CDATA[Im ersten Teil des Berichts über den Aufstand der Żydowska Organizacja Bojowa im Warschauer Ghetto 1943. Wie sich antifaschistische Kräfte bündelten und sich auf die Räumung des Ghettos, auf die Vernichtung der Bewohner_innen vor bereiteten. Im zweiten Teil wird es vornehmlich um das Scheitern des Aufstandes und die Eliminierung des Ghettos gehen.

Mit Molotow-Cocktails wehrten sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im ersten Teil des Berichts über den Aufstand der Żydowska Organizacja Bojowa im Warschauer Ghetto 1943. Wie sich antifaschistische Kräfte bündelten und sich auf die Räumung des Ghettos, auf die Vernichtung der Bewohner_innen vor bereiteten. Im zweiten Teil wird es vornehmlich um das Scheitern des Aufstandes und die Eliminierung des Ghettos gehen.</strong></p>
<p><span id="more-1759"></span></p>
<p>Mit Molotow-Cocktails wehrten sich Menschen gegen Panzer, ausgehungerte Widerständler_innen wehrten sich gegen eine gestandene und bestens ausgerüstete Armee.<br />
Die Wehrmacht begann mit Artilleriebeschuss, die Bevölkerung versammelte sich zu Massen, einige gingen in die Bunker, einige griffen zu den zu neige gehenden Waffen. Mit größter Opferbereitschaft kämpften Männer wie Frauen, eine rote Fahne wehte auf einem Dach.<br />
Die Widerständler_innen nahmen Kontakt zur polnischen Exilregierung auf, forderten Waffen als Unterstützung, es kam keine Antwort. Man wollte die „Kommunisten“ nicht mit Waffen versorgen.<br />
Am Tage wurde gekämpft, gegen Dämmerung mussten sich die Faschisten aus dem Ghetto zurück ziehen, die Nächte gehörten der ZOB. Unvorstellbar: Den 1.Mai 1943, den Tag der Arbeiter_innenbewegung, feierten die Kämpfer_innen nachts in den Bunkern und Häusern</p>
<img class="size-full wp-image-1621" title="Der zurüchgeschlagene Angriff von Irvin Ungar, New York 1943" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2010/05/126_450.jpg" alt="" width="350" height="400" />
<p><strong>Untergang des Aufstands</strong></p>
<p>Als die Nazis merkten, dass sie trotz schwerem Kriegsgerät nicht gegen die tapferen und entschlossenen Kämpfer_innen ankamen, begann man mit der Inbrandsetzung des Ghettos, mit dem Einsatz von Giftgas sowie heftigen Bombardierungen aus der Luft . Nach über 3 Wochen Kampf bekamen SS und Wehrmacht die Lage stückweise unter Kontrolle. Das gesamte Ghetto wurde niedergebrannt. Die letzten Überlebenden wurden an Ort und Stelle erschossen oder in die Todeslager abtransportiert.</p>
<p><strong>In Gedenken an den Drang nach Freiheit</strong></p>
<p>Die Menschen im Ghetto haben sich bis zu Letzt nicht ihrem Schicksal ergeben, bis zu Letzt ums überleben oder wie einige sagten: um ein würdiges Sterben gekämpft. Ihr wochenlanger Kampf sorgte für den vorläufigen Stopp der Deportationen aus dem Ghetto und sendete ein deutliches Zeichen an die Täter der Shoa. Einfluss hatte der Aufstand aber auch auf vom Faschismus bedrohte Menschen: Beflügelt von dem Mut und den Taten der Kämpfer_innen kam es im August zum Aufstand in ganz Warschau, zum Aufstand im Todeslager Treblinka. Jüdische Widerständler_innen sprossen in ganz Polen hervor und schlossen sich Partisanengruppen an.<br />
Doch vielen ging es um mehr, um mehr als den Kampf gegen Hitler-Deutschland und seine Henker. Den Kämpfer_innen ging es nicht nur ums Überleben; für die Widerständler_innen war der Kampf Teil des Kampfes für ein „würdiges und freies Leben.“ Mit diesen Worten, und dem Zusatz, dass heute „auf dem ganzen gesellschaftlichen Leben Erniedrigung und Unterdrückung lasten“ verweigerte Marek Edelman, Widerständler im Ghetto, am 2. Februar 1983 die Teilnahme an einem Ehrenkomitee für die Feier zum 40. Jahrestag des Aufstands.<br />
Heute, am 8.Mai 2011 gilt es also nicht nur den Sieg über Hitler-Deutschland zu feiern, den Opfern des Faschismus in ganz Europa und weltweit zu gedenken, sondern wie Marek Edelman darauf aufmerksam zu machen, dass der Mensch auch heute nicht frei ist. Die heldenmütigen Kämpfer_innen des Warschauer Ghettos werden dabei als Beispiel unerschrockener Tapferkeit und unbeschreiblichen Willens in die Geschichte der Befreiungskämpfe eingehen.</p>
<p><strong>Olliver Fassing</strong></p>
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		<title>Vom Unfug, deutsch zu sein</title>
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		<pubDate>Mon, 03 May 2010 08:09:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nationalismus und Patriotismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online Magazin]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Nationalstaat und die Nation als Ausdruck eines Volkes mit Geschichte ist eng verwoben mit der Geschichte des Kapitalismus. Sowohl Volk, als auch Nation schließen Menschen von einer bestimmten Gemeinschaft aus und Staaten gehören sowieso auf den Müllhaufen der Geschichte. So weit so gut.

Über eben soviel werden sich die TeilnehmerInnen an der Konferenz „Deutsche Nationalitätseuphorie. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Nationalstaat und die Nation als Ausdruck eines Volkes mit Geschichte ist eng verwoben mit der Geschichte des Kapitalismus. Sowohl Volk, als auch Nation schließen Menschen von einer bestimmten Gemeinschaft aus und Staaten gehören sowieso auf den Müllhaufen der Geschichte. So weit so gut.</strong></p>
<p><span id="more-1718"></span></p>
<p>Über eben soviel werden sich die TeilnehmerInnen an der Konferenz „Deutsche Nationalitätseuphorie. Zur Kritik des Nationalismus in Sport und Popkultur“ einig gewesen sein. Darauf- und auf einige weitere Überlegungen hin, brachtene einige 2009 das Buch „ Irrsinn der Normalität heraus“; um die restlichen Fragen zur neuen Deutschen Nation zu erläutern</p>
<p><strong>Dicke Bretter</strong></p>
<p>Dreh- und Angelpunkt des Buches ist die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer 2006 in Deutschland. Dort war es nach dem Unterlassen des Deutschen Nationalstolzes per Dekret nach dem Nationalssozialsismus wieder offen und auf breiter Front zu nationalistischen Äußerungen und dem Zeigen Nationaler Symbole gekommen. Nicht nur die VerfasserInnen des vorliegenden Buches empfanden das als sehr bedrohlich.<br />
Zentrales Anliegen im Buch ist dann, einige der VerfasserInnen, der Nachweis, dass Sport und Fußball vieles sind, aber bestimmt nicht unpolitisch.</p>
<img class="size-full wp-image-1621" title="" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2010/05/41BVvegMEhL._SL500_AA300_.jpg" alt="" width="350" height="400" />
<p>Schnell klärt sich, dass der neue deutsche Nationalismus sich als hipper und unverdächtiger Patriotismus tarnen will. Es genügt im übrigen das Thema der Tagung zu googeln, um in Focus und anderen Schriften auf begeisterte Deutsche zu treffen, die schon während der WM 2006 wünschten, der Taumel würde nicht enden. „Wir sind ein starkes Volk das viel bewegen kann wenn wir uns bewegen“¹</p>
<p><strong>Starker Tobak!</strong></p>
<p>Alte Bekannte wie Adorno, Poulantzas und Demirovic sollten einem/r nicht allzu viel Schrecken, wenn man dieses Buch mit Genuss lesen möchte. Sie werden häufig und gerne zu Rate gezogen.<br />
Es wird im Klappentext ausführlich betont, dass Studierende, fertig Studierte und Lohnabhängige an der Produktion des Schriftstückes beteiligt gewesen seien. Das ist lobenswert, führt aber sehr wahrscheinlich nicht dazu, dass einE NormalarbeiterIn mit Normalarbeitsverhältnis das Buch verstehen wird.<br />
Man muss schon eine autonome Schule durch gemacht haben, vorzugsweise bei der Antifa F aus Frankfurt um so richtig warm mit dem Buch zu werden. Oder man findet sich damit ab, dass man eben nicht alles versteht. Was dann noch bleibt, ist einem/r dann entweder zu plump oder man hat wirklich etwas gelernt</p>
<p></strong>Felix Blind<strong></p>
<p><em>¹http://www.focus.de/sport/fussball/wm2006/wm-euphorie_aid_110355.html</em></p>
<p><em>Projektgruppe Nationalismuskritik (Hrsg.) &#8211; „Irrsinn der Normalität. Aspekte der Reartikulation des deutschen Nationalismus“, Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster, 2009</em></p>
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		<title>Liegeplätze statt Standorte!</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Nov 2009 20:51:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arno_nym</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nationalismus und Patriotismus]]></category>
		<category><![CDATA[November/Dezember 2009]]></category>

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		<description><![CDATA[Nationalismus wird über die bürgerliche Hintertür hoffähig – schon immer, immer wieder
Dumme NationalistInnen sind nun wirklich nicht beliebt hierzulande. Ganze Städte, wie etwa Köln, so scheint es, haben Nationen abgeschworen und setzen sich nun dafür ein, Menschen nicht mehr in willkürliche Grüppchen einzuteilen, womöglich noch nach Blut, Rasse oder eben Volk. Der Sieg der Individualität [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Nationalismus wird über die bürgerliche Hintertür hoffähig – schon immer, immer wieder</h3>
<p><strong>Dumme NationalistInnen sind nun wirklich nicht beliebt hierzulande. Ganze Städte, wie etwa Köln, so scheint es, haben Nationen abgeschworen und setzen sich nun dafür ein, Menschen nicht mehr in willkürliche Grüppchen einzuteilen, womöglich noch nach Blut, Rasse oder eben Volk. Der Sieg der Individualität über Nationalismus ist aber noch lange nicht vollständig. Bei Standortdebatten werden Nationen immer wieder als Argument herangezogen.</strong><br />
<span id="more-1326"></span><br />
Bei nahezu jeder politischen Debatte kommt früher oder später der Standort ins Spiel. Der Wirtschaftsstandort Deutschland müsse geschützt, die Wettbewerbsfähigkeit verbessert werden. Seien es die Hartz-IV-Reformen, Studiengebühren, niedrige Umweltstandards oder Steuersenkungen. Immer geht es darum den Standort Deutschland für Unternehmen und Reiche attraktiver zu gestalten. Man verspricht sich Arbeitsplätze und Steuereinnahmen.</p>
<p>Diese Politik wird nicht nur in Deutschland verfolgt. Auch in anderen Ländern wird mit Hilfe des Standortnationalismus’ der neoliberale Umbau vorangetrieben. Unter Neoliberalismus versteht man eine Wirtschaftspolitik, die Unternehmen weitgehend freie Hand lassen will: Auflagen, wie zum Beispiel der Kündigungsschutz oder im Bereich des Umweltschutzes, werden abgeschafft, Steuern und Sozialabgaben werden gesenkt. Durch die dadurch fehlenden Einnahmen müssen die öffentlichen Mittel, wie zum Beispiel im Bildungs- oder im Gesundheitssystem gekürzt werden. Sobald sich das eine Land auf diese Art und Weise für Unternehmen attraktiver gemacht hat, meint das andere nachziehen zu müssen: Eine nicht endende Abwärtsspirale.</p>
<p>Diese Logik wird von vielen als völlig selbstverständlich angesehen, hinter ihr steckt aber nichts weiter als Nationalismus. Wer will, dass Arbeitsplätze und Steuereinnahmen in Deutschland bleiben, der/die will sie dem Ausland vorenthalten.</p>
<p>Für diejenigen, die Arbeit und Arbeitsplätze brauchen, um Geld zu verdienen ist das offenbar nicht so klar. Die faire, aber leider meist nur revolutionär durchzusetzende, Forderung wäre, die anfallende Arbeit global auf alle zu verteilen, um so genügend zu produzieren. Da die Arbeitenden und potentiell Arbeitenden sich aber nicht mächtig wähnen, haben ihre VerwalterInnen, die großen Gewerkschaften die Zusammenarbeit mit dem Staat arrangiert, die Sozialpartnerschaft. Und weil auf dem Arbeitsmarkt eine so hohe Konkurrenzsituation herrscht, werden gerne die staatlichen Ausschlussmechanismen mit benutzt. Das bedeutet dann vielleicht nicht unbedingt sofort „Arbeit für Deutsche“, aber doch zumindest „Arbeit in Deutschland“.</p>
<p>Interessant, dass sowohl Staat als auch Gewerkschaften und Unternehmen letztlich wieder auf völkische Erklärungsmuster zurückfallen, wenn es darum geht ihre Politik als gut zu verkaufen. Der Standort Deutschland wird Unternehmen schmackhaft gemacht und umgekehrt wird natürlich auch den Deutschen erklärt, dass sie jetzt besonders zusammenhalten müssen. Nur wird dieser neue deutsche Nationalismus als harmlos dargestellt. Immerhin sei die Lage schlimm und die Besinnung auf die Nation ein Sachzwang – Nationalismus der Hintertür.</p>
<p>Felix Blind</p>
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		<title>Doch kein fröhlicher Party-Patriotismus</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/nationalismus-und-patriotismus/party-patriotismus/</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Nov 2009 20:36:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arno_nym</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nationalismus und Patriotismus]]></category>
		<category><![CDATA[November/Dezember 2009]]></category>

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		<description><![CDATA[Rezension
„Den immer wieder postulierten, während des WM-Sommerfestes 2006 den Deutschen bisweilen auch bescheinigten unverkrampften, harmlosen Nationalstolz gibt es so nicht.“ Mit dieser nüchternen Feststellung bereiten Klaus Ahlheim und Bardo Heger in ihrer Untersuchung „Nation und Exklusion – Der Stolz der Deutschen und seine Nebenwirkungen“ allen Wunschvorstellungen von einem ungefährlichen, friedlichen Patriotismus ein jähes Ende.
Zunächst fassen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Rezension</h3>
<p><strong><em>„Den immer wieder postulierten, während des WM-Sommerfestes 2006 den Deutschen bisweilen auch bescheinigten unverkrampften, harmlosen Nationalstolz gibt es so nicht.“</em> Mit dieser nüchternen Feststellung bereiten Klaus Ahlheim und Bardo Heger in ihrer Untersuchung <em>„Nation und Exklusion – Der Stolz der Deutschen und seine Nebenwirkungen“</em> allen Wunschvorstellungen von einem ungefährlichen, friedlichen Patriotismus ein jähes Ende.</strong></p>
<p>Zunächst fassen die Autoren die Nationalstolz-Debatten der letzten Jahre zusammen und zeigen, wie ein positives Nationalbewusstsein durch Medien und Politik wieder salonfähig gemacht wurde. Diese Entwicklung zeige sich auch in Umfrageergebnissen, die der ganzen Untersuchung zugrunde legen: Während 1996 63 Prozent der Deutschen stolz waren, deutsch zu sein, waren es im Jahr 2006 72 Prozent.</p>
<p>Als Reaktion auf diese Befunde stellen sich die Autoren die Frage, welche Nebenwirkungen der erstarkende Nationalstolz mit sich trägt. Sie stellen fest, dass Nationalstolz direkt oder indirekt mit Fremdenfeindlichkeit, Abschottungsgedanken, Schlussstrich-Mentalität und Antisemitismus verknüpft ist.<br />
<div id="attachment_1321" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2009/11/175242598_0321de5467.jpg" alt="Der Schein trügt. Foto: smitty/flickr" title="Party-Patriotismus" width="500" height="375" class="size-full wp-image-1321" /><p class="wp-caption-text">Der Schein trügt. Foto: smitty/flickr</p></div><br />
Den Zusammenhang zwischen Nationalstolz und Fremdenfeindlichkeit lässt sich laut Ahlheim und Heger eindeutig belegen: So haben 36 Prozent der stolzen Deutschen fremdenfeindliche Einstellungen. Bei denjenigen, die überhaupt nicht stolz auf ihre Nationalität seien, sind es nur zwölf Prozent. Für diese Befunde haben die Autoren eine einfache Erklärung: <em>„Jede Betonung des nationalen ‘Wir’, jede Betonung der eigenen ‘Gruppe’, in die man ja wohl eher zufällig hineingeboren ist, enthält, auch wenn das nicht immer ausgesprochen wird, ein Moment der Ab- und Ausgrenzung“</em>. Dies sei kein deutsches Problem, sondern lasse sich auch in anderen europäischen Staaten feststellen. <em>„Für Europa insgesamt scheint es so“, schreiben Ahlheim und Heger, „als finde das neue Europa der nationalstolzen Bürger einen gemeinsamen Nenner vor allem im Kampf gegen den ‘Außenfeind’, die Flüchtlinge und Migranten.“</em></p>
<p>Ähnliche Zusammenhänge werden bei antisemitischen Vorurteilen und der <em>„Schlussstrich-Mentalität“</em> der Deutschen aufgezeigt. Mit dem Nationalstolz wachse die <em>„Beschwörung deutscher Normalität und damit verbunden die Neigung, unter die Verbrechen der NS-Vergangenheit einen Schlussstrich zu ziehen“</em>, so Ahlheim und Heger. Unter der Schlussstrich-Mentalität verstehen die Autoren den verbreiteten <em>„Wunsch, an den Holocaust nicht mehr erinnert zu werden“. Diese „Abkehr von der Erinnerung“, so wird der Psychoanalytiker Werner Bohleber zitiert, mache jedoch „hartherzig und mitleidslos“.</em></p>
<p>Diese und weitere knallharten, auf Fakten fußenden Feststellungen machen die Analyse von Klaus Ahlheim und Bardo Heger zu einer Pflichtlektüre für all jene, die noch immer an den Mythos des ungefährlichen Nationalstolzes glauben oder nach Argumenten dagegen suchen. Der Schreibstil lässt zwar den wissenschaftlichen Hintergrund der Autoren durchblicken und ist deshalb teilweise schwierig verständlich, die ausführlichen Erläuterungen sowie die bildliche Darstellung von Umfrageergebnissen machen das Lesen aber einfacher. Die zahlreichen Literaturverweise bieten zudem die Möglichkeit weiter zu dem Thema zu recherchieren.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>David W.</strong></p>
<p><em>Klaus Ahlheim, Bardo Heger, Nation und Exklusion Der Stolz der Deutschen und seine Nebenwirkungen Politische Analysen, Wochenschau Verlag 2008, ISBN 978-3-89974391-3, 128 S., Euro 12,80</em></p>
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		<title>Rechtskonservativ, irgendwo zwischen CDU und NPD</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Nov 2009 20:34:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arno_nym</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nationalismus und Patriotismus]]></category>
		<category><![CDATA[November/Dezember 2009]]></category>

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		<description><![CDATA[Die politische Bezeichnung &#8220;rechtskonservativ&#8221; wird immer populärer, doch nur die Wenigsten wissen damit etwas anzufangen. Was ist rechtskonservativ, wer ist es und wofür stehen so genannte Rechtskonservative?
In den 1980ern wurde der Begriff erstmals durch die Republikaner bekannt, einer Partei, die rechts von der CDU sein wollte, ohne dabei mit den Rechtsradikalen in eine Schublade gesteckt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die politische Bezeichnung &#8220;rechtskonservativ&#8221; wird immer populärer, doch nur die Wenigsten wissen damit etwas anzufangen. Was ist rechtskonservativ, wer ist es und wofür stehen so genannte Rechtskonservative?</strong></p>
<p>In den 1980ern wurde der Begriff erstmals durch die Republikaner bekannt, einer Partei, die rechts von der CDU sein wollte, ohne dabei mit den Rechtsradikalen in eine Schublade gesteckt zu werden. Noch bis heute sind sie die größte derartige Partei in Deutschland. Rechtskonservative halten wenig bis gar nichts von demokratischen Werten und befürchten eine kulturelle &#8220;Überfremdung&#8221; durch Zuwanderung. Sie haben also eine große Schnittmenge mit den Rechtsextremen, wollen sich aber gleichzeitig von ihnen abgrenzen, um die ebenfalls vorhandene Schnittmenge mit den Konservativen zu betonen. Somit stehen die meisten selbst bezeichnenden Rechtskonservativen irgendwo zwischen der CDU und der NPD.<br />
<span id="more-1310"></span><br />
In einigen Ländern sind derartige Parteien bereits etabliert: In Österreich erreichte die rechtskonservative FPÖ bei der letzten Wahl 17,5% der Stimmen und wurde dadurch drittstärkste Kraft. In Ungarn ist die Fidesz sogar zweitstärkste Partei und bekam auch bei der Europawahl 14 von 22 Sitzen. Im Vergleich dazu sind die bereits erwähnten Republikaner mit 0,4% nur schwach vertreten. Dennoch ist die rechtskonservative Szene in Deutschland nicht zu unterschätzen. Als ihr Sprachrohr gilt die Zeitung „Junge Freiheit“. Einst als Schülerzeitung angefangen, hat sie heute über 20.000 LeserInnen. Die Zeitung versucht sich bewusst von den Rechtsradikalen abzugrenzen, indem sie Journalisten verklagt, die sie als rechtsradikal oder rechtsextrem bezeichnen. KritikerInnen werfen der „Jungen Freiheit“ in diesem Zusammenhang auch ein Vorgehen gegen die Pressefreiheit vor. Gleichzeitig berichtet sie aber über die angeblich hohe &#8220;Ausländerkriminalität&#8221; und &#8220;Entfremdung&#8221; der deutschen Kultur. Somit erfüllt die Zeitung den klassischen rechtskonservativen Stereotyp und hat nicht zuletzt deswegen einen großen Bekanntheitszuwachs.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Lucas</strong></p>
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		<title>Rechte Tendenzen: „Die Bundeswehr wird nur selten aktiv“</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Jul 2009 13:24:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Militär und Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalismus und Patriotismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online Magazin]]></category>

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		<description><![CDATA[Während die deutsche Nationalhymne lief, soll ein Hilfsausbilder für die Grundwehrdienstleistenden den „Hitlergruß“ gezeigt haben – dies war nur einer von 121 gemeldeten extrem rechten Vorkommnissen bei der Bundeswehr im vergangenen Jahr. Wie steht es um rechte Tendenzen in der deutschen Armee? Wir haben darüber mit Lucius Teidelbaum vom Arbeitskreis „Braunzone Bundeswehr?“ gesprochen.

utopia: Heute sollen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Während die deutsche Nationalhymne lief, soll ein Hilfsausbilder für die Grundwehrdienstleistenden den „Hitlergruß“ gezeigt haben – dies war nur einer von 121 gemeldeten extrem rechten Vorkommnissen bei der Bundeswehr im vergangenen Jahr. Wie steht es um rechte Tendenzen in der deutschen Armee? Wir haben darüber mit Lucius Teidelbaum vom <a href="http://braunzonebw.blogsport.de">Arbeitskreis „Braunzone Bundeswehr?“</a> gesprochen.</p>
<p><span id="more-942"></span></p>
<p><strong><em>utopia</em>: Heute sollen über 1.000 Soldatinnen und Soldaten vor dem Berliner Reichstag aufmarschieren: 400 Angehörige eines Wachbataillons sollen, unterstützt von über 600 anderen Soldaten, ihr „Gelöbnis“ ablegen. Die Bundeswehr führt das Zeremoniell absichtlich am 20. Juli durch, dem Tag an dem 1944 ein Anschlag von Wehrmachtsoffizieren auf Adolf Hitler scheiterte. Damit möchte sie sich in die Tradition des so genannten ‚Widerstands’ gegen die Nationalsozialisten stellen – ist das legitim?</strong></p>
<p><strong>Lucius Teidelbaum</strong>: Grundsätzlich geht es beim Bezug auf die so genannten Stauffenberg-Attentäter um eine Einteilung in ‚gute’ und ‚schlechte’ Wehrmacht. Die gute Wehrmacht wird – laut Bundeswehr – unter anderem durch Claus Schenk Graf von Stauffenberg und Generalfeldmarschall Erwin Rommel vertreten. Teile der Wehrmacht sollen also von den Verbrechen im Nationalsozialismus freigesprochen werden. Besonders Stauffenberg wird durch die Bundeswehr verklärt und als Vorzeigedemokrat dargestellt – das war er aber überhaupt nicht. Der Kreis der Attentäter bestand aus national-konservativen, zum Teil sogar aus nationalsozialistisch eingestellten Menschen. Unter den Attentätern waren selbst Massenmörder, die an der Judenvernichtung beteiligt waren. Einige ‚Widerständler’ wollten nach ihrer Machtergreifung alle Juden ins Ausland deportieren &#8211; Antisemitismus war also auch unter ihnen weit verbreitet. Auch die militärischen ‚Widerständler’ sind mit nach Polen einmarschiert. Einziger Unterschied zu den anderen Wehrmachts-Anhängern war, dass die ‚Widerständler’ das Scheitern des Kriegs erkannten. Dann wollten sie das retten, was zu retten ist. Ein wirklicher Widerstandskämpfer ist Georg Elser, der schon am 8. November 1939 ein Attentat auf Adolf Hitler verübte. Der undogmatische Kommunist ist jedoch gescheitert und wurde später auf Hitlers Befehl hin ermordet. Auf ihn bezieht sich die Bundeswehr nicht.</p>
<p><strong>Erst kürzlich zog die Bundeswehr die wehrmacht-verherrlichenden Handbücher „Einsatznah ausbilden“ und „Üben und schießen“ aus dem Verkehr. Warum wurden die Inhalte 64 Jahre nach Ende des zweiten Weltkriegs noch immer nicht geändert?</strong></p>
<p>Bei diesen Büchern dachte die Bundeswehr scheinbar, dass sie noch einen gewissen Wert für die Ausbildung neuer Rekrutinnen und Rekruten hätten. Ich würde die Wehrmachts-Verherrlichung in der Bundeswehr aber nicht allein an diesen Büchern fest machen – da gibt es viel mehr. In beinahe jeder Garnison gibt es Traditionsräume in denen die Patenschaften der Bundeswehr-Einheiten mit Wehrmachts-Einheiten festgehalten werden. Nach dem zweiten Weltkrieg haben die Wehrmachts-Einheiten Patenschaften für die neu gegründete Bundeswehr übernommen &#8211; was die neue deutsche Armee auch dankend angenommen hat.</p>
<p><strong>Auch beim jährlichen Treffen der Gebirgsjäger im bayerischen Mittenwald soll die Wehrmacht von der Bundeswehr verherrlicht werden…</strong></p>
<p>…zu den Treffen gehörte sogar eine Einheit der Waffen-SS. Auch diese war im Kameradenkreis der Gebirgsjäger organisiert. Noch in diesem Jahr stellte die Bundeswehr ein Blasorchester und einen Redner für das Treffen bereit. Solche Wehrmachts-Bundeswehr-Treffen werden von der Bundeswehr auch nicht kritisch gesehen – der Skandal kam erst nach Kritik von außen. Dass die Wehrmachts-Gebirgsjäger Massaker an Griechen und Italienern vorgenommen haben, spielt bei den jährlichen Treffen ebenfalls keine Rolle, obwohl diese Verbrechen eindeutig bewiesen wurden.</p>
<div id="attachment_941" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-941" title="Protest-Mittenwald" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2009/07/Protest-Mittenwald-300x225.jpg" alt="Protest-Mittenwald" width="300" height="225" /><p class="wp-caption-text">Protestaktion gegen das jährliche Treffen von Wehrmachts- und SS-Soldaten in Mittenwald. Auch die Bundeswehr nimmt an dem Treffen teil. Foto: www.geloebnix.de</p></div>
<p><strong>Weg von der Wehrmacht &#8211; hin zur Gegenwart: Der Vorsitzende der rechtsextremen Partei NPD, Udo Voigt, war Offizier in der deutschen Armee und ist noch immer Mitglied im Reservistenverband der Bundeswehr. Ein Einzelfall?</strong></p>
<p>Nein – der Reservistenverband würde das wohl lieber vertuschen. Hätte Udo Voigt beispielsweise nicht in seiner Biografie nicht immer mit seiner Mitgliedschaft geprahlt, hätte es auch keine Probleme gegeben. Nun will der Reservistenverband Voigt loswerden, was aber gar nicht so einfach ist. Es gibt oft NPD-Leute, die bei der Bundeswehr waren. Das gehört in rechtsextremen Kreisen zum guten Ton. Ein weiteres Beispiel ist Karl Richter, der für den NPD-Ableger ‚Bürgerinitiative Ausländerstopp’ im Stadtrat von München sitzt. Der hat auch noch vor einigen Jahren Rekruten ausgebildet.</p>
<p><strong>Bekleiden die Rechtsextremisten denn eher niedere Ränge in der Bundeswehr-Hierarchie oder gibt es auch in der Führungsebene extrem rechte Tendenzen?</strong></p>
<p>Es gibt einige Generäle, die sich nach ihrer Bundeswehr-Karriere als extrem rechts geoutet haben. Als sie noch im aktiven Dienst waren, haben sie sich das meist nicht getraut, heute halten diese Leute beispielsweise Vorträge vor Burschenschaften oder schreiben für national-konservative Medien. Zu nennen ist dabei vor allem der Geschichtsrevisionist und ehemalige Bundeswehr-Generalmajor Gerd Schultze-Rhonhof. Er hat militärisches Fachwissen und sagt eben genau das, was extrem rechte Kreis hören wollen, beispielsweise dass Deutschland den zweiten Weltkrieg nicht begonnen hat. Die Bundeswehr kann die Leute aber auch rausschmeißen: Der ehemalige Brigadegeneral der Armee-Spezialeinheit Kommanod-Spezialkräfte – KSK &#8211; Reinhard Günzel musste schon während seiner Zeit als Bundeswehr-Ausbilder die Armee verlassen, da er sein antisemitisches Weltbild öffentlich machte.</p>
<p><strong>Es gab schon zahlreiche Skandale um extrem rechte Tendenzen in der deutschen Armee. Wie geht die Bundeswehr mit Rechtsextremisten in ihren Reihen um?</strong></p>
<p>Von selbst wird die Bundeswehr nur selten aktiv. Erst wenn Ereignisse an die Außenwelt gelangen – in die Medien – handelt die deutsche Armee und die Leute werden manchmal auch bestraft. Die rechtsextremen Vorfälle, die in die Öffentlichkeit gelangen, sind aber nur die Spitze des Eisbergs. Ob so etwas überhaupt gemeldet wird, hängt viel von den verschiedenen Einheiten ab – ob ein Offizier es meldet, wenn seine Untergebenen rechtsextreme Musik hören, ist unterschiedlich. Vielleicht hört er die Musik ja sogar selbst und sympathisiert. Vieles wird auch schlicht ignoriert.</p>
<p><strong>Kommen diese Tendenzen denn von außen – sprich von neuen Rekrutinnen und Rekruten in die Bundeswehr – oder entspringen sie der Armee selbst?</strong></p>
<p>Sowohl als auch. Viele Neonazis gehen in die Bundeswehr und wollen den Umgang mit der Waffe erlernen. Viele Rechtsextremisten wollen sich bei der Bundeswehr auf einen laut ihrer Ideologie unvermeidlichen ‚Rassenkrieg’ vorbereiten – auch wenn viele die deutsche Armee als angebliche ‚Hilfstruppe der USA’ kritisch sehen. Durch die Wehrmachts-Tradition, die sich die Bundeswehr selbst gibt, wird die Anziehungskraft auf Rechtsextremisten natürlich noch verstärkt. Die militaristischen Rechten gehen in der Bundeswehr gerne in bestimmte Einheiten, die auch für ihre extrem rechten Tendenzen bekannt sind: Gebirgsjäger, Fallschirmspringer und Kommando-Spezialkräfte. In diesen Einheiten häufen sich rechtsextreme Vorfälle auffällig.</p>
<p><em>Interview: Michael Schulze von Glaßer</em></p>
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		<title>„Die Bundeswehr muss Helden produzieren“</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Jul 2009 19:17:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Militär und Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalismus und Patriotismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online Magazin]]></category>

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		<description><![CDATA[Über tausend Soldaten werden am kommenden Montag in Berlin ein Gelöbnis abhalten. Dass sie das vor dem Reichstag machen, zeige den Willen der Bundeswehr, die Gesellschaft zu militarisieren, sagt der Friedens-Aktivist Frank Brendle im Interview mit der utopia.

Frank Brendle ist Geschäftsführer des Landesverbands Berlin-Brandenburg der Deutschen Friedensgesellschaft &#8211; Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) und organisiert den Gelöbnix-Protest [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Über tausend Soldaten werden am kommenden Montag in Berlin ein Gelöbnis abhalten. Dass sie das vor dem Reichstag machen, zeige den Willen der Bundeswehr, die Gesellschaft zu militarisieren, sagt der Friedens-Aktivist Frank Brendle im Interview mit der <em>utopia</em>.</strong></p>
<p><strong><span id="more-932"></span></strong></p>
<p><strong>Frank Brendle ist Geschäftsführer des Landesverbands Berlin-Brandenburg der Deutschen Friedensgesellschaft &#8211; Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) und organisiert den Gelöbnix-Protest in Berlin mit.</strong></p>
<div id="attachment_938" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-938" title="2009-05-29-Geloebnix_Rheine-5" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2009/07/2009-05-29-Geloebnix_Rheine-51-300x137.jpg" alt="2009-05-29-Geloebnix_Rheine-5" width="300" height="137" /><p class="wp-caption-text">Protest gegen die Bundeswehr - hier beim Gelöbnix in Rheine. Foto: Michael Schulze von Glaßer</p></div>
<p><strong><em>utopia:</em> Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am letzte Woche Montag zusammen mit Verteidigungsminister Franz Josef Jung (beide CDU) die ersten Ehrenkreuze der Bundeswehr für Tapferkeit an Soldaten verliehen. Warum gibt es auf einmal wieder solche Auszeichnungen, dass erinnert doch stark an längst vergangene Kriegsepochen?</strong></p>
<p><strong>Frank Brendle</strong>: Je mehr die Bundeswehr in die Kritik kommt – beispielsweise durch den Einsatz in Afghanistan – desto mehr ist die Armee darauf angewiesen, vorzeigbare ‚Helden’ zu produzieren. Die deutsche Armee befindet sich derzeit in einer Propaganda-Kampagne: das ‚Ehrenmal’ der Bundeswehr wird am Verteidigungsministerium gebaut, am 20. Juli soll ein Gelöbnis vor dem Reichstag stattfinden und auch die Einführung des Ehrenkreuzes für Tapferkeit gehört zu dieser Kampagne. Das deutet alles daraufhin, dass die Bundeswehr versucht, Anerkennung in der Gesellschaft und damit auch für ihren Umbau zur Angriffsarmee zu erhalten.</p>
<p><strong>Das Gelöbnis am kommenden Montag, dem 20. Juli, haben Sie schon angesprochen &#8211; wie genau läuft so etwas ab?</strong></p>
<p>Über eintausend Soldaten werden anwesend sein. Von denen sprechen vierhundert das Gelöbnis. Dabei handelt es sich um Wehrpflichtige, die erst vor wenigen Wochen von der Bundeswehr eingezogen wurden und für das Gelöbnis offiziell in die Pflicht genommen werden. Die anderen sechshundert Soldaten werden aus Ehrenkompanien bestehen &#8211; auch ein Blasmusik-Orchester der Bundeswehr wird anwesend sein. Dazu kommen zahlreiche Militärpolizisten und über 2000 Ehrengäste – die breite Öffentlichkeit wird jedoch ausgesperrt. Obwohl die Bundeswehr öffentlichen Raum besetzt wird die Bevölkerung ausgeschlossen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-931 aligncenter" title="geloebnix-berlin" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2009/07/geloebnix-berlin.jpg" alt="geloebnix-berlin" width="400" height="280" /></p>
<p style="text-align: center;">
<p><strong>Vor zwei Jahren fand das Berliner Gelöbnis noch hinter den Mauern des Verteidigungsministeriums statt – warum marschieren die Soldatinnen und Soldaten seit letztem Jahr wieder vor dem Reichstag?</strong></p>
<p>Das hängt vor allem mit der schon angesprochenen Propaganda-Kampagne zusammen. Die Bundeswehr will sich wieder in den Vordergrund schleichen. Der Reichstag wird auch als Symbol für die Gesellschaft genommen – und dieser der Gesellschaft will die Bundeswehr ihren militärischen Stempel aufdrücken. Sinnbildlich gesprochen, will sie ihren Stiefelabdruck auf dem Reichstagsrasen hinterlassen. Die deutsche Armee strebt nach Ruhm und Anerkennung. Dabei stellt sie sich in die Tradition ihrer Vorgängerarmee. Schon die Wehrmacht marschierte im Nationalsozialismus für Gelöbnisse in der Öffentlichkeit auf. Auch in der Form stellt sich die Bundeswehr dabei in die Linie der Wehrmacht – der Aufmarsch ist immer sehr pompös mit Pauken und Trompeten.</p>
<p><strong>Das Militärspektakel gefällt aber nicht allen Menschen – welche Protestaktionen sind geplant?</strong></p>
<p>Es sind vielfältige Proteste in Vorbereitung. Wir erhoffen uns dadurch, dass die Bundeswehr wieder aus ihrer Kaserne herauskommt, einen deutlichen Motivationsschub auch für die Anti-Militaristinnen und Anti-Militaristen. Die zivile Öffentlichkeit wird sich den Aufmarsch vor dem Reichstag  hoffentlich nicht gefallen lassen. Es soll zwei Demonstrationsrouten geben, die noch bekannt gegeben werden. Außerdem kann sich jeder Einzelne etwas Eigenes einfallen lassen. Es ist zum Beispiel bekannt, dass sich die Bundeswehr samt Gästen vorher im Verteidigungsministerium treffen wird &#8211; von dort müssen alle über eine eingeschränkte Zahl von Verkehrswegen zum Reichstag gelangen. Wir werden versuchen, sie dabei abzupassen.</p>
<p><strong>Weitere Informationen:</strong></p>
<p><a href="http://www.geloebnix.de/">www.geloebnix.de</a></p>
<p><em>Interview: Michael Schulze von Glaßer</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Fremdenfeindliche PolizistInnen – Einzelfälle oder Brutalität mit System?</title>
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		<pubDate>Sun, 24 May 2009 15:48:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Migration und Antirassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalismus und Patriotismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung und Repression]]></category>

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		<description><![CDATA[Juli 2002: In der thüringischen Stadt Nordhausen randalieren 2 Jugendliche mit so genannten Migrationshintergrund, als die Polizei eintrifft und die beiden Randalierer festnehmen will, widersetzt sich einer der Jugendlichen und wird von einem Polizisten erschossen. Wenige Wochen später wird der Bruder des Toten bei einer Kontrolle festgenommen, weil er sich nicht ausweisen kann. Während der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;">Juli 2002: In der thüringischen Stadt Nordhausen randalieren 2 Jugendliche mit so genannten Migrationshintergrund, als die Polizei eintrifft und die beiden Randalierer festnehmen will, widersetzt sich einer der Jugendlichen und wird von einem Polizisten erschossen. Wenige Wochen später wird der Bruder des Toten bei einer Kontrolle festgenommen, weil er sich nicht ausweisen kann. Während der Fahrt im Streifenwagen wird er geschlagen und muss sich anhören, wie die Beamten sich über seinen toten Bruder lustig machen. Schließlich wird ihm erklärt, dass er und seine Familie hier nicht mehr willkommen seien.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span id="more-643"></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ein Einzelfall? Zufall, dass es sich um ausländische Opfer handelte? Der Bundesgrenzschutz kontrolliert ganz gezielt Menschen mit dunkler Hautfarbe und immer wieder kritisieren Organisationen wie Amnesty International díe Zustände bei Abschiebeverfahren, bei denen sogar schon Menschen aufgrund von gewalttätigen Polizeiübergriffen sterben mussten. Erst vor kurzem berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung über ein Problem-Viertel in Berlin: Für den Artikel ließen sich Polizisten zu Aussagen hinreißen wie „Die Ausländer sind hier das Problem. Es ist einfach so.“ oder „Dumm geboren, nichts dazugelernt, eine große Schnauze und meist osmanischer Herkunft.“ Sogar der Europarat und die Vereinten Nationen kritisierten schon die erhebliche Brutalität von deutschen PolizistInnen an AusländerInnen. Vor einiger Zeit brachte die Organisation Aktion Courage eine Dokumentation von 70 derartigen „Einzelfällen“ aus drei Jahren heraus.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Doch wie kommt es zu so viel Fremdenfeindlichkeit innerhalb der deutschen Polizei? Zu einen spiegeln diese Verhältnisse nur den bestehenden Rassismus in der Gesellschaft wieder. Spätestens seit dem 11. September 2001 gelten für viele Bundesbürger Menschen mit osmanischer Herkunft als krimineller als andere Mitmenschen. Werden öffentliche Debatten über eine angeblich zu hohe Ausländerkriminalität geführt, wie noch vor kurzem vom hessischen Ministerpräsident Roland Koch verstärkt dies nur das Bild vom ausländischen Täter und deutschem Opfer. Zum Anderen fordert die Gesetzeslage die Beamten geradezu zu rassistischen Kontrollen auf. Seit Mitte der 90er Jahre dürfen Polizisten Menschen ohne konkreten Verdacht aufhalten. Grund der Gesetzesänderung war der Grenzabbau nach Osteuropa und somit die Befürchtung steigender illegaler Migration und grenzüberschreitender Kriminalität. Somit war dies eine indirekte Aufforderung Nicht-Deutsche oder solche, die ausländisch aussehen, stärker zu kontrollieren.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Für viele abgeschobene Menschen ist es besonders schwierig aus dem Ausland gegen die deutschen Beamten und deren brutale Methoden bei den Abschiebeverfahren Anzeigen zu erstatten. Auch für viele in Deutschland lebende Migranten stehen die Chancen auf ein erfolgreiches Urteil schlecht, denn nach deutschem Gesetz zählt die Aussage des Beamten im Zweifelsfall mehr. Da auch keine Statistiken über die Herkunft der Opfer polizeilicher Gewalt geführt werden,finden diese Umstände in der Öffentlichkeit meist wenig Gehör.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Einen Versuch, das Schweigen zu durchbrechen, unternimmt die Antirassistische Initiative Berlin, die seit 1993 Ereignisse dokumentiert, bei denen Flüchtlinge durch staatliche und nicht-staatliche Maßnahmen verletzt oder getötet werden.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Lucas Christoffer</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Mehr Infos: <a href="http://www.ari-berlin.org/" target="_blank">http://www.ari-berlin.org/</a></p>
]]></content:encoded>
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