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	<title>Utopia &#124; Jugendzeitung für eine herrschaftslose und gewaltfreie Gesellschaft &#187; Wirtschaft und Soziales</title>
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		<title>Tausche Obstkorb gegen Sicherheit</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Dec 2011 16:58:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anarchie und Alternativen]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt und Gentechnik]]></category>
		<category><![CDATA[Winter 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft und Soziales]]></category>

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		<description><![CDATA[Solidarische Ökonomie auf Landwirtschaftsgemeinschaftshöfen
Eine Gruppe von Konsument_innen schließt sich mit einem Bauernhof in ihrer Nähe zusammen, um zukünftig gemeinsam über die Produktion zu entscheiden und den Produzent_innen die Abnahme ihrer Produkte für die nächste Saison zu garantieren: Das ist das Grundprinzip der „Teikei“ (Japan), „Community Supported Agriculture“ (USA/Kanada), „AMAP“ (Frankreich) oder auch „Landwirtschaftsgemeinschaftshöfe“.
Was in den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Solidarische Ökonomie auf Landwirtschaftsgemeinschaftshöfen</strong></p>
<p><strong>Eine Gruppe von Konsument_innen schließt sich mit einem Bauernhof in ihrer Nähe zusammen, um zukünftig gemeinsam über die Produktion zu entscheiden und den Produzent_innen die Abnahme ihrer Produkte für die nächste Saison zu garantieren: Das ist das Grundprinzip der „Teikei“ (Japan), „Community Supported Agriculture“ (USA/Kanada), „AMAP“ (Frankreich) oder auch „Landwirtschaftsgemeinschaftshöfe“.</strong></p>
<p><span id="more-2176"></span>Was in den 1960er Jahren in Japan begann und mittlerweile auch in Frankreich weit verbreitet ist, scheint langsam auch in Deutschland Fuß zu fassen. Gemeinschaftshöfe wollen eine alternative Organisationsform der Nahrungsmittelproduktion unterstützen, bei der eine bäuerliche Landwirtschaft, die sich überdies meist an Anbaukriterien des biologischen Landbaus orientiert, im Mittelpunkt steht.</p>
<p><strong>Kalkulierter Warenkorb</strong><br />
Konkret bedeutet dies, dass sich eine Gruppe von Haushalten mit einem Betrieb zusammenfindet und für mindestens eine Saison (Frühling/Sommer oder Herbst/Winter) eine Partnerschaft eingeht. Gemeinsam entscheiden Bäuer_in und Abnehmer_innen, was im kommenden halben Jahr auf dem Hof produziert werden soll – das kann von Obst und Gemüse über Eier, Milch und Fleisch bis zu Getreide und Speiseöl jegliches landwirtschaftliche Produkt sein. Die Erzeugnisse liefern die Bäuer_innen dann regelmäßig, meist wöchentlich, an einen zentralen Ort, wo die Konsument_innen ihre Verteilung organisieren. Der Preis für diese „Warenkörbe“ wird ebenso im Vorhinein auf der Grundlage einer genauen Kostenkalkulation bestimmt und von den Konsument_innen entweder komplett vor Beginn der Saison oder in Raten an die Bäuer_innen gezahlt. Wenn es zu witterungsbedingten Ernteausfällen oder sonstigen Unvorhersehbarkeiten kommt, wird dies von der Gemeinschaft getragen. Zusätzlich zur Belieferung mit frischen, regional erzeugten Produkten versuchen einige der Hofgemeinschaften auch, einen engeren Kontakt zwischen den Verbraucher_innen untereinander und den Landwirt_innen herzustellen, indem sie beispielsweise Workshops auf den Höfen anbieten oder Kochrezepte für die erhaltenen Produkte austauschen.</p>
<p><strong>Existenzsicherheit und Umweltschutz</strong><br />
Diese Form des Wirtschaftens bringt für die Landwirt_innen für einen Zeitraum eine gesicherte Existenz und die Möglichkeit, durch die Vorauszahlung der Verbraucher_innen nötige Investitionen, z.B. für Maschinen, tätigen zu können. Kleine Betriebe können so unabhängig von Großabnehmer_innen fortbestehen, die ihnen oft keine existenzsichernden Abnahmepreise zahlen. Die Verbraucher_innen profitieren von Transparenz und Mitspracherechten bei der Lebensmittelproduktion. Da die Betriebe oft ökologisch arbeiten  und lange Transportwege, aufwändige Kühlung und Verpackung größtenteils entfallen, tragen Landwirtschaftsgemeinschaftshöfe zum Umweltschutz bei.</p>
<div id="attachment_2178" class="wp-caption aligncenter" style="width: 304px"><a href="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/12/solidarische1.jpeg"><img class="size-medium wp-image-2178" title="solidarische" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/12/solidarische1-294x300.jpg" alt="" width="294" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Illustration: FIndus (aus &quot;Kleine Geschichte des Zapatismus&quot;, unrast 2011)</p></div>
<p>Da die Produkte im Vergleich zu billiger Supermarktware aus herkömmlicher Erzeugung aber immer noch recht teuer sind, ist die Mitgliedschaft in einer solchen Hof-Partnerschaft nicht für alle Menschen erschwinglich. Außerdem ist das Konzept darauf angewiesen, dass die Verbraucher_innen das Geld für die Warenkörbe in der „normalen“ Ökonomie verdienen und ändert nicht unbedingt etwas an der Entfremdung der Abnehmer_innen vom Entstehungsprozess der Lebensmittel, vor allem wenn es sich um große Gemeinschaften mit über 100 beteiligten Haushalten handelt.</p>
<p>Dennoch setzen die Gemeinschaftshöfe der hochindustrialisierten und teilweise monopolartigen Landwirtschaft eine regionale, umweltfreundliche, demokratische Alternative entgegen, die ein Beispiel für eine solidarische Form der Wirtschaft darstellt</p>
<p><em>Ani K.</em><br />
Weitere Infos: <a href="http://www.solidarische-landwirtschaft.org" target="_blank">www.solidarische-landwirtschaft.org</a></p>
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		<title>Ein Erbe der Apartheid</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Dec 2011 16:48:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Globalisierung und Internationales]]></category>
		<category><![CDATA[Winter 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft und Soziales]]></category>

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		<description><![CDATA[Südafrika: Große Unterschiede zwischen reichen Innenstädten und armen Townships
In einer südafrikanischen Großstadt sieht es auf den ersten Blick aus wie in Europa, oder in den USA: Shoppingmalls, geteerte Straßen, große Häuser, viele mit Pool. Die riesigen Townships, in denen ein großer Teil der Bevölkerung in Armut lebt, werden oft nicht bemerkt. Nur ein paar Kilometer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Südafrika: Große Unterschiede zwischen reichen Innenstädten und armen Townships</strong><span id="more-2167"></span><br />
In einer südafrikanischen Großstadt sieht es auf den ersten Blick aus wie in Europa, oder in den USA: Shoppingmalls, geteerte Straßen, große Häuser, viele mit Pool. Die riesigen Townships, in denen ein großer Teil der Bevölkerung in Armut lebt, werden oft nicht bemerkt. Nur ein paar Kilometer entfernt von den Stadtzentren befindet sich eine komplett andere Welt. Es wird kaum Englisch gesprochen, die Häuser sind viel kleiner, oft sind es nur Wellblechhütten; Kühe laufen auf der Straße herum, Reissäcke werden auf den Köpfen getragen. Statt Neuwagen findet man Minibustaxen.</p>
<p><strong>Die „Rassen“trennung</strong></p>
<p>&#8216;Townships&#8217; werden die Armenviertel oder &#8216;Ghettos&#8217; in Südafrika genannt. Es ist ein Begriff, der aus der Zeit der organisierten Diskriminierung, der Apartheid, übrig geblieben ist.<br />
Als 1948 die rassistische Nationalpartei der Buren die Macht in Südafrika übernahm, wurde die gesamte Siedlungsstruktur neu organisiert. Es gab eine klare Rangordnung: von den &#8216;Weißen&#8217; über die &#8216;Mischlinge&#8217; und &#8216;Inder&#8217; bis hin zu den &#8216;Schwarzen&#8217;. Die „Rassen“ wurden nicht nur räumlich getrennt, die &#8216;niederen Rassen&#8217; wurden auch systematisch diskriminiert und ausgebeutet.<br />
Die &#8217;schwarze&#8217; Bevölkerung wurde nach Sprache und geschichtlichem Hintergrund in „Stämme“, sogenannte Bantunationen eingeteilt. Jedem der zehn Stämme wurde ein Bantu-Homeland zugewiesen. Inder und Mischlinge wurden zu einer eigenen &#8216;Nation&#8217; erklärt &#8211; allerdings ohne eigenes Gebiet.<br />
Nur zwei Jahre nach der Machtübernahme der Nationalpartei waren alle BürgerInnen Südafrikas verpflichtet, sich in eine &#8216;Rasse&#8217; einteilen zu lassen. Entschieden wurde nach Hautfarbe, Haarstruktur oder &#8216;Rasse&#8217; der Eltern.<br />
Die Abschiebung und Umsiedlung aller &#8216;Schwarzen&#8217; aus den Städten und weißen Homelands war aber nicht möglich. Die ärmeren Bevölkerungsschichten arbeiteten unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen und waren eine sehr billige Arbeitskraft. So wurde dann 1950 der sogenannten &#8216;Group Area Act&#8217; in Kraft gesetzt. Durch dieses Gesetz wurden &#8216;gemischtrassige&#8217; Wohngebiete verboten und mit Gewalt zerstört, alle &#8216;nicht Weißen&#8217; aus der Stadt vertrieben und sortiert nach &#8216;Rassen&#8217; in &#8216;Townships&#8217; untergebracht. Diese Townships wurden oft hinter den Industriegebieten erbaut, untereinander getrennt und von der Stadt abgeschottet</p>
<p><strong>Die Situation heute</strong></p>
<p>Obwohl sich seit dem Ende der Apartheid 1994 viel in der Politik Südafrikas getan hat, kann man das Erbe der Diskriminierung bis heute sehen &#8211; besonders in den Townships. Zwar wird in den Townships heute nicht mehr die &#8217;schwarze Rasse&#8217; abgegrenzt und versteckt, dafür aber die soziale Unterschicht, die immer noch fast ausschließlich schwarz ist. Südafrika ist das Land mit der weltweit zweitgrößten Ungleichheit zwischen Arm und Reich.</p>
<div id="attachment_2170" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/12/township2.jpeg"><img class="size-medium wp-image-2170" title="township2" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/12/township2-300x190.jpg" alt="" width="300" height="190" /></a><p class="wp-caption-text">Township in Südafrika. Foto: Eva W.</p></div>
<p>Noch immer gehören ein paar Tausend &#8216;weißen&#8217; Farmern 72 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche Südafrikas, die &#8216;Weißen&#8217; verdienen im Durchschnitt 12mal so viel wie die &#8216;Schwarzen&#8217;.<br />
Die Arbeitslosenquote Südafrikas liegt bei rund 30 Prozent, in den Townships wird sie ungefähr doppelt so hoch geschätzt. Das ist ein Grund, warum für viele Familien das Kindergeld (ca. 25 Euro im Monat) die einzige Einkommensquelle ist. Es bleibt oft kaum Geld, um die Schulausbildung und ausreichend Essen zu bezahlen. In vielen Familien wird das Geld in Alkohol investiert.<br />
Auch wenn sich die Wohnbedingungen wie zum Beispiel die Wasser- und Stromversorgung deutlich verbessert haben, gibt es eine Masse an sozialen Problemen, mit denen die Leute in den Townships täglich konfrontiert sind. Die Ungleichverteilung und Arbeitslosigkeit fördern Drogenmissbrauch, Alkoholabhängigkeit, Kriminalität und Gewalt.<br />
Auch die staatlichen &#8216;Townshipschulen&#8217; sind nicht annähernd vergleichbar mit den privaten Schulen in der Stadt. Während die Privatschulen Austauschprogramme mit deutschen SchülerInnen organisieren oder zu Sportwettbewerben nach Kapstadt fliegen, wird in den Townships oft ohne Strom und Lehrmaterialien in überfüllten, alten Klassenräumen unterrichtet. Viele Universitäten haben ein europäisches Bildungsniveau, sind allerdings nur für einen geringen Teil der Bevölkerung zugänglich. Studieren ist teuer, nur die Besten bekommen ein staatliches Stipendium.<br />
Auch die Folgen der &#8216;Bantuerziehung&#8217; sind noch immer spürbar. Diese hat den &#8216;nicht Weißen&#8217; bestimmte Bildungszugänge vorenthalten, wie zum Beispiel das Absolvieren eines Mathematikstudiums. So sind die Lehrer aus den Townships oft schlechter ausgebildet als &#8216;Weiße&#8217;.<br />
Ein großes Problem in den Townships sind Krankheiten wie HIV/Aids oder Tuberkulose. Südafrika hat mit 13 Prozent die weltweit höchste HIV-Rate; in den Townships liegt sie sogar bei 30 Prozent. Geld für eine Behandlung mit Medikamenten ist für fast alle unbezahlbar. Obwohl die Krankheit die häufigste Todesursache ist, wird sie totgeschwiegen, Betroffene aus der Gesellschaft ausgegrenzt. Die ärztliche Versorgung in den Townships ist wesentlich schlechter als in der Stadt, dafür aber günstiger. Mehr als die Hälfte der Medizin-Absolventen wandern ins Ausland ab, von den verbliebenen sind fast alle im privaten Bereich tätig und arbeiten nicht in öffentlichen Krankenhäusern.<br />
Auch zwischen den Townships gibt es starke soziale Unterschiede. In manchen stehen Wellblechhütten, in anderen kleine Steinhäuser mit Garage und eigenem Auto. In diesen Gegenden leben die Einwohner oft gerne, denn sie sind nicht weit weg von der Familie und die Grundstückspreise sind viel geringer.<br />
Noch immer haben sich sehr viele &#8216;weiße&#8217; Südafrikaner noch nie in ihrem Leben in einem Township aufgehalten. Die Menschen leben noch immer in getrennten Welten. Wahrscheinlich wird es noch einige Generationenwechsel dauern, bevor die Apartheid endgültig zu Ende geht.</p>
<p><em>Eva W.</em></p>
<p>Eva war bis vor kurzem für ein halbes Jahr in Südafrika und hat in einem Township in Port Elizabeth gearbeitet.</p>
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		<title>Leser_innenbriefe</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/medien-und-offentlichkeit/leser_innenbriefe/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Sep 2011 17:55:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Herbst 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[LeserInnenbriefe]]></category>
		<category><![CDATA[Medien und Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft und Soziales]]></category>

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		<description><![CDATA[Zwei Leser_innenbriefe zu Fair Trade und Graffiti.
Das finden wir gar nicht fair …
„Fair Trade“ oder die falsche Vorstellung vom gerechten Kapitalismus
Antwort auf die Beiträge „Was ist eigentlich&#8230; Fair Trade?“ und „Sozial, gerecht, Fair Trade?“ von Ani K. und Dominik
Um zu damit konfrontiert zu werden, dass „Fair Trade“ etwas gutes sein soll, muss man keine linksradikale [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zwei Leser_innenbriefe zu Fair Trade und Graffiti.</strong><span id="more-2120"></span></p>
<p><strong>Das finden wir gar nicht fair …<br />
„Fair Trade“ oder die falsche Vorstellung vom gerechten Kapitalismus</strong></p>
<p><em>Antwort auf die Beiträge „Was ist eigentlich&#8230; Fair Trade?“ und „Sozial, gerecht, Fair Trade?“ von Ani K. und Dominik</em></p>
<p>Um zu damit konfrontiert zu werden, dass „Fair Trade“ etwas gutes sein soll, muss man keine linksradikale Zeitung lesen. Jeder brave Bürger weiß das. Dabei ist schon der Begriff an sich ein gewaltiges Missverständnis: Was soll das denn bitte sein, ein „fairer Handel“? Ein Deal, mit dem beide Seiten zufrieden sein sollen? Beim Tausch stehen sich zwei völlig gegensätzliche Interessen gegenüber. Der Verkäufer will einen möglichst hohen Preis, der Verkäufer einen möglichst niedrigen. Hat einer von beiden ein „gutes Geschäft“ gemacht heißt das automatisch, dass der andere ein schlechtes Geschäft gemacht hat. Das ist Kapitalismus, und nicht fair. Was aber dann mit Fair Trade gemeint sein soll, ist nichts anderes, als die Auflagen unter denen produziert werden soll. Am Prinzip wird nichts kritisiert, nur an den Bedingungen unter denen das Prinzip läuft. Was daran toll sein soll, bleibt fraglich. Der Arbeiter, der „fair“ produziert stellt für sein Unternehmen genauso einen Kostenfaktor dar, wie der Arbeiter, der „nicht fair“ produziert.</p>
<p>Abgesehen davon, dass der Kapitalismus trotzdem bestehen bleibt, ist die Frage nach „fair Trade“ in 99 Prozent der Fälle keine Frage des Gewissens, sondern eine des Geldbeutels. Denn eines dürfte klar sein: sollten Unternehmen ihr „gutes Image“ mit solchen Produkten aufbessern wollen kostet das mehr Geld bei der Produktion. Und das schlägt sich auch auf den Preis des Endprodukts, dass ja gekauft werden will. Wenn jetzt Leute trotz höherem Preis faire Sachen einkaufen sollten. Macht sich das natürlich bemerkbar, bei den Firmen, die nicht so produzieren. Die gehen ein, ihre Belegschaften werden zwar jetzt nicht mehr schlecht bezahlt und behandelt, sind dafür aber arbeitslos und dürfen verhungern (wobei gleiches natürlich auch passiert, wenn man sich gegen Fair Trade entscheidet).</p>
<p>Dass dann der Kunde auch verantwortlich dafür gemacht wird, dass unter schlimmen Bedingungen produziert wird, weil er ja angeblich über die Produktion bestimmt, ist das eine ungeheure Verkehrung der Realität. Er hat sich ja gar nichts davon ausgesucht. Die Behauptung, dass der Kunde Verantwortung hätte, ist eine einzige Unverschämtheit. Kein Unternehmer hat ihn je gefragt, bevor er produziert hat!</p>
<p><em>pmm</em></p>
<p>Freunde!</p>
<p>Es geht um Dominiks Artikel „Wem gehören die Wände?“ in der eigentlich sehr informativen Utopia 19 und da speziell den letzten Absatz. Graffiti „als eine radikale Kunstform &#8230;, da es sich über etablierte Besitzverhältnisse wie gesetzlich geschütztes Eigentum, hinwegsetzt und diese somit auch in Frage stellt“? Ich finde das ist sehr idealisiert. Wenn die Stadt von primitiven Tags wimmelt wie „Soca“ oder „Ken“, dann ist das keine politische Aussage, sorry! Dann will irgendein „Soca“ oder „Ken“ schlicht King der lokalen Spayer-Szene sein und hier geht‘s fast immer um Jungs. Wenn diese Battles auf privaten Hauswänden stattfinden, dann setzt sich das nur insofern über gesetzlich geschützes Eigentum hinweg, indem es selbiges egoistisch ignoriert, um sich selber in der Szene zu profilieren. Radikale Politik hat auch immer was mit der Rücksichtnahme auf andere zu tun, sonst scheitert sie &#8211; und da ist solche belanglose Privat-Graffiti nur ein ärgerliches Teilchen im großen Mosaik.</p>
<p>Nix für ungut!</p>
<p><em>Bert</em></p>
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		<title>Der große Raubzug</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/wirtschaft-und-soziales/der-grose-raubzug/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Sep 2011 16:19:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Herbst 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft und Soziales]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Enteignung der EuropäerInnen in der europäischen Schulden-Krise 
Großdemos, Massenstreiks, auch Krawalle: Die Menschen in Griechenland (aber auch in Spanien und Portugal) zeigen Europa, was Wut- und MutbürgerInnen sind. Sie sind die Empörten, sie sind zornig, sie protestieren &#8211; zu Recht! Sie lehnen die zerstörerischen Sparpakete und Fremdbestimmung ab, weil sie unter den Auflagen ersticken. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Enteignung der EuropäerInnen in der europäischen Schulden-Krise </strong><span id="more-2104"></span></p>
<p>Großdemos, Massenstreiks, auch Krawalle: Die Menschen in Griechenland (aber auch in Spanien und Portugal) zeigen Europa, was Wut- und MutbürgerInnen sind. Sie sind die Empörten, sie sind zornig, sie protestieren &#8211; zu Recht! Sie lehnen die zerstörerischen Sparpakete und Fremdbestimmung ab, weil sie unter den Auflagen ersticken. Sie zeigen uns die zynische Natur der &#8220;Rettungspakete&#8221;, die niemandem helfen außer den europäischen Banken, auf Kosten der griechischen ArbeiterInnen, RenterInnen und Erwerbslosen, und auf Kosten der europäischen SteuerzahlerInnen.<br />
Die Mehrheit der Menschen in Griechenland weiß nicht, wie sie Lohn- und Rentenkürzungen gleichzeitig mit erhöhten Steuern und Abgaben, oder ihre Erwerbslosigkeit schultern soll. Währenddessen lehnen sich die europäischen Banken entspannt zurück, befreit von jeglicher Haftung, ohne jedes Risiko. Denn die sogennanten Rettungspakete, milliardenschwere Kredite und Garantien von EU, EZB und IWF, gekoppelt an die drastischen Sparauflagen dienen einem ganz bestimmten, zweigleisigen Zweck. Die Solvenz des griechischen Staates wird künstlich aufrechterhalten. Nicht für die Bevölkerung, oder, wie so oft argumentiert, um der griechischen Volkswirtschaft eine Chance zur Erholung zu verschaffen. Dagegen sprechen die sozialen und ökonomischen Konsequenzen der Sparauflagen. In eine Rezession hinein zu sparen, Lohnkürzungen in einer Ökonomie, die zu 3/4 auf der Binnennachfrage basiert, Schuldenabbau auf Pump, das ist absurd.</p>
<p><a href="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/09/kapitalismus.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-2103" title="kapitalismus" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/09/kapitalismus.png" alt="" width="500" height="376" /></a></p>
<p>Aber die &#8220;Rettungspakete&#8221; sollen das Problem nicht lösen, sie sollen es nur verzögern. Sie sollen den Schuldendienst, das Geschäft mit den Krediten aufrecht erhalten und sie sollen die Haftungslast verschieben, weg von den privaten Gläubigern, Banken, Investmentfond, hin zur öffentlichen Hand, hin zur EZB, hin zu den europäischen SteuerzahlerInnen. Denn während die Garantien der Troika neue Schuldengeschäfte mit satten Zinssätzen ermöglichen, für die im Ernstfall vor allem die europäischen Steuerzahler aufkommen werden, stoßen Banken und Fonds griechische Staatsanleihen ab. Diese werden von der EZB und auch von der deutschen KfW übernommen. Kommt es zum Schuldenschnitt, und davon ist auszugehen, werden vor allem diese öffentlichen Institutionen im Besitz der dann völlig wertlosen Anleihen sein. In dieser Krise haften die europäischen SteuerzahlerInnen, nicht die AnlegerInnen, nicht die Banken, die zuvor satte Zinsen eingestrichen haben.<br />
Wieder werden grundlegende Regeln der Marktwirtschaft ausgehebelt, Regeln die einst so heilig waren, nämlich die der Risikohaftung. Wieder werden Gewinne privatisiert, Verluste sozialisiert. Wieder beweisen die europäischen Staaten und ihre Regierungen, dass sie einseitig die Interessen der Finanzwirtschaft gegenüber der Allgemeinheit vertreten. Und das zum Schaden der europäischen BürgerInnen, insbesondere der griechischen (spanischen, portugiesischen, irischen&#8230;). Der Schutz der Banken, der privaten Anleger, das ist der eine Aspekt.<br />
Der zweite Aspekt greift tiefer. Hier geht es um die langfristige Disziplinierung der Menschen und der öffentlichen Fürsorge und Versorgung, die mittels der Krise greifen kann. Lohnsenkungen, Sozialkürzungen, breite Privatisierungswellen, was in der Krise schnell zusammengestrichen wird, muss in stabileren Zeiten, Zeiten des Aufschwungs wieder hart erkämpft werden, teils ohne Aussicht auf Erfolg. Es ist ein Raubzug, ein Raubzug der europäischen und internationalen Finanzwirtschaft, mit der Staatlichkeit als Komplizin fürs Grobe. Wir alle sind die Opfer, weswegen die rassistischen Ressentiments vom &#8220;faulen Griechen&#8221; und &#8220;geizigen und herrschsüchtigen Deutschen&#8221; mehr als nur Nonsens sind. Sie übertünchen die wahren Widersprüche unserer Gesellschaften, dass die Mehrheit der Menschen in allen Ländern von staatlich flankierter Ausbeutung betroffen ist. Wir alle, nicht die, oder jene, wir alle. Deshalb gehört unsere Solidarität den Bewegungen, allen Menschen in Griechenland, Portugal, Spanien und wo auch immer, die sich gegen die rücksichtslosen Geschäfte der Finanzwirtschaft, gegen eine Politik der Entäußerung und Ausbeutung stellen. Die für ein solidarisches und wahrhaftig demokratisches Europa streiten &#8211; und alles was darüber hinausgeht.</p>
<p><em>Simon E. Trimpin</em></p>
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		<title>Der Kern der Krise</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/wirtschaft-und-soziales/der-kern-der-krise/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Sep 2011 16:16:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Herbst 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft und Soziales]]></category>

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		<description><![CDATA[Die europäische Schuldenkrise im Ganzen verweist über die akuten Fragen des richtigen Krisenmanagements und die handfesten Probleme der betroffenen Menschen hinaus, auf die zentralen Widersprüche, auf das eigentliche Wesen unserer Gesellschaftsform und ihrer Synthese, also der Art wie sich unsere Gesellschaft zusammenfügt. 
Auch wenn es uns nicht bewusst zu sein scheint, weil es sich nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die europäische Schuldenkrise im Ganzen verweist über die akuten Fragen des richtigen Krisenmanagements und die handfesten Probleme der betroffenen Menschen hinaus, auf die zentralen Widersprüche, auf das eigentliche Wesen unserer Gesellschaftsform und ihrer Synthese, also der Art wie sich unsere Gesellschaft zusammenfügt. </strong><span id="more-2100"></span></p>
<p>Auch wenn es uns nicht bewusst zu sein scheint, weil es sich nicht immer offensichtlich und nicht immer in seiner hässlichsten Art und Weise zeigt (auch weil wir im Bewusstsein und Unterbewusstsein diszipliniert wurden), so leben wir dennoch in einer Ausbeutungsgesellschaft, national wie global. Das was Marx, und nicht nur er, den Mehrwert nannte, wird nach wie vor abgeschöpft. Unsere Arbeit (die Lohnarbeit) ist nach wie vor fremdbestimmt. Und nach wie vor ko zentriert sich der Großteil des gesellschaftlichen Reichtums in den Händen einer kleinen Minderheit, obwohl er von uns allen geschaffen wird. Der Schlüssel zu diesen drei verstörenden Phänomenen ist die Ausbeutung der Arbeit. Also die Abschöpfung des Mehrwerts, des Mehr an Wert eines Produkts, das die Arbeitskosten übersteigt.i</p>
<p>Doch es gibt eine &#8220;natürliche&#8221; Begrenztheit der Ausbeutung. Auf der einen Seite verhindert eine breite Marginalisierungii der arbeitenden (und der nicht arbeitenden) Bevölkerung den für die Profitwirtschaft notwendigen Massenkonsum. Marginalisierte Menschen kaufen keine Autos, Handys, Häuser, fahren nicht in den Urlaub, schließen keine Versicherung ab etc., sie kaufen nur das Nötigste. Prekär beschäftigte und ausgeschlossene Menschen gibt es dennoch, eine arbeitsteilige und maschinenintensive- bzw. wissensbasierte Moderne macht es möglich. Aber diesen &#8220;Randexistenzen&#8221; muss eine zahlungskräftige, mehr oder weniger breite Mittelschicht gegenüberstehen, was jedoch durch die Ausweitung der Ausbeutung stets bedroht wird. Auf der anderen Seite wird die Ausbeutung, unter Umständen, von der Revolte, oder auch der &#8220;Flucht der Arbeit&#8221;iii begrenzt. Wo entsprechende Strukturen und/oder Traditionen existieren, oder der Leidensdruck groß genug ist, wird eine marginalisierte Arbeiterschaft und Bevölkerung aufbegehren, in Form von Streiks, Boykotts, Sabotage, oder nacktem Aufruhr.</p>
<div id="attachment_2099" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/09/kapitalismus3.png"><img class="size-full wp-image-2099" title="kapitalismus3" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/09/kapitalismus3.png" alt="" width="500" height="306" /></a><p class="wp-caption-text">Zeichnung: Findus</p></div>
<p>Diese beiden Aspekte begrenzen das Ausmaß der Ausbeutung und damit auch das Ausmaß der abgeschöpften Gewinne, der Profitraten. Aber in einer Wirtschafts- und Gesellschaftsform, die auf unbegrenztem Wachstum fußt, stellen die Begrenzung des Wachstums, die Begrenzung der Ausbeutung, die Begrenzung des abzuschöpfenden Mehrwerts ein Problem dar. Ein elementares, ja gerade existenzielles Problem. Für dieses Problem fand die moderne Welt in den letzten Jahrzehnten eine bestechende und ebenso problematische Antwort: Den allgegenwärtigen Kredit.</p>
<p>Anstatt die gegenwärtige Arbeit immer weiter auszubeuten, wird die Arbeit der Zukunft herangezogen, mittels der ständigen Präsenz des Kredits, der Schuldenmacherei, und des Zinses. In den letzten Jahrzehnten verschuldeten sich die Mehrheit aller Staaten und die Mehrheit aller Haushalte in den postindustriellen Ländern dramatisch, und zwar mit System. Diese systematische Verschuldung löste zeitweilig das Problem, dass die Arbeit nicht ungehindert ausgebeutet werden konnte und die Märkte nicht mehr wuchsen. Aber auch hier finden wir eine &#8220;natürliche&#8221; Begrenzung vor. Die generelle Finanzierung auf Kredit, und vor allem der Schuldendienst auf Kredit stoßen früher oder später ganz zwangsläufig an ihre Grenzen. Die Grenzen der Bedienfähigkeit des Schuldendienstes, die Grenzen des Vertrauens der Gläubiger, dass all diese Kredite je zurückbezahlt werden, die Grenzen der Ausbeutungsfähigkeit der Arbeit, der Gegenwart als auch der Zukunft.<br />
Die derzeitige Schuldenkrise ist im Kern nichts anderes als die verselbstständigte Fortführung, im Grunde nur die stringente Konsequenz der Grundlagen unserer gesellschaftlichen Synthese: Auf der einen Seite die Ausbeutung der Arbeit zu Gunsten Weniger, auf der anderen die Begrenztheit des Ausbeutungspotentials. Einige Staaten haben sich soweit verschuldet, dermaßen die Wertschöpfung der Zukunft belastet, dass sie unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht in der Lage sind, den Finanzmärkten glaubhaft zu machen, dass sie diese Schulden zurückzahlen bzw. die für den Schuldendienst nötigen Summen erwirtschaften können. Erschwerend kommen die Spekulationen auf den Verlust der Zahlungsfähigkeit hinzu, die auch wegen steigender Zinssätze, also höherer Profite der Gläubiger, betrieben werden. Um künftig diese Schuldenproblematik auf Staatenebene zu vermeiden, müssten die großen Vermögenshalter, also die Nutznießer des Gesellschaftsaufbaus herangezogen werden, um eine solide Finanzierung, jenseits des ständigen Kredits zu ermöglichen. Auf der Privatebene könnten eine solide Entlohnung und fair regulierte, niedrig verzinste Kredite helfen, in den Händen von selbstverwalteten, genossenschaftlichen oder auch öffentlichen, aber streng beauftragten und regulierten Banken.</p>
<p>Aber um das Problem der Schuldenfalle als Verlängerung des Ausbeutungsverhältnisses unserer Gesellschaftsform wirklich zu lösen, radikal, im Sinne &#8220;an der Wurzel gepackt&#8221;, müssen wir den Gegensatz zwischen ausgebeuteter Arbeit und gesellschaftlichen Reichtum aufheben. Wir müssen die Trennung zwischen Arbeit und Kapital auflösen. Mehr noch, wir müssen die Arbeit, die abstrakte, fremdbestimmte, ausgebeutete, entfremdete Arbeit abschaffen. Ebenso wie das Kapital, das geronnene, von uns getrennte Produkt der Arbeit. Wir müssen uns befreien, von jeder nicht-selbstbestimmten, nicht-nützlichen, nicht-lustvollen Produktion, von jeder nicht-selbstbestimmten Gesellschaftssynthese. Der Kampf für eine solche befreite Gesellschaft beginnt mit unserem Protest gegen jede Art unsozialer, menschenverachtender und zerstörerischer Politik. Er führt über die Rückeroberung des öffentlichen und des privaten Raumes, der Politik, der Wirtschaft und der Freizeit in freien, selbstverwalteten, solidarischen, schlicht menschlichen Organisationsformen. Und er endet erst mit einer Gesellschaft frei von Ausbeutung, Gewalt, Zerstörung und Herrschaft, in all ihren Formen und Farben.</p>
<p><em>Simon E. Trimpin </em></p>
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		<title>Fenster in eine andere Welt?</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Sep 2011 14:33:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Herbst 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft und Soziales]]></category>

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		<description><![CDATA[Theorien alternativen Wirtschaftens
In dem Band „Theorien alternativen Wirtschaftens“ aus der „theorie.org“-Reihe versucht Gisela Notz, Sozialwissenschaftlerin und Historikerin, ökonomische Alternativbewegungen verständlich und kurz vorzustellen. 
Zunächst untersucht sie dabei die Beweggründe der Akteur_innen der alternativen Ökonomie, welche sich größtenteils aus der Ablehnung des Kapitalismus und seinen Folgen für Mensch und Umwelt ergeben. Innerhalb dessen kritisiert sie den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Theorien alternativen Wirtschaftens<br />
In dem Band „Theorien alternativen Wirtschaftens“ aus der „theorie.org“-Reihe versucht Gisela Notz, Sozialwissenschaftlerin und Historikerin, ökonomische Alternativbewegungen verständlich und kurz vorzustellen. <span id="more-2091"></span></strong><br />
Zunächst untersucht sie dabei die Beweggründe der Akteur_innen der alternativen Ökonomie, welche sich größtenteils aus der Ablehnung des Kapitalismus und seinen Folgen für Mensch und Umwelt ergeben. Innerhalb dessen kritisiert sie den engen Arbeitsbegriff, der nur Lohnarbeit als wirkliche Arbeit anerkennt. Diese Kritik betrachtet sie als Notwendigkeit um die Beweggründe der Akteure zu verstehen.<br />
Im nächsten Teil des Buchs versucht sie den Begriff „alternative Ökonomie“ zu definieren, kommt allerdings schnell zu dem Schluss, dass keine einheitliche Definition zu finden ist. Stattdessen sammeln sich unter diesem Begriff Betriebe und Gemeinschaften, die selbstverwaltet und hierarchiefrei funktionieren und nicht das Ziel der Kapitalsteigerung verfolgen.<br />
Wie die Umsetzung dieser Ideen funktionieren könnte, zeigt Gisela Notz in den nächsten Kapiteln. Sie stellt die verschiedensten Konzepte des alternativen Wirtschaftens, von anarchistischen und sozialistischen Ansätzen über feministische Theorien bis hin zu Schenk- und Tauschökonomien, kurz vor. Dabei erklärt sie auch die Betriebsbezeichnungen wie Genossenschaft oder Kommune. Dies ist ihr auch in dieser kurzen Form – die Bücher der Reihe sollen möglichst überschaubar bleiben – verständlich gelungen. Trotzdem ist es empfehlenswert, über ansprechende Theorien gesonderte Literatur zu lesen, denn die Komplexität eines solchen Konzepts kann nicht in einer Kurzbeschreibung vermittelt werden.<br />
Jedes vorgestellte Konzept wird von Notz auf mögliche Stärken und Schwächen hin untersucht. Hierbei zeigt sich, dass sich häufig in Betrieben, die ein solches Konzept aufgegriffen haben, nach einiger Zeit doch eine „unsichtbare“ Hierarche entwickelte.<br />
Es wird deutlich, dass ihr die Kommunebewegung am erfolgversprechendsten scheint. Dieser widmet Notz auch ein eigenes Kapitel, in dem sie neben dem allgemeinen Konzept auch einige Kommunen vorstellt. Mit dabei ist die Kommune Niederkaufungen in der Nähe von Kassel. In dieser 1986 gegründeten Wohn- und Arbeitsgemeinschaft leben mittlerweile 75 Personen aller Altersgruppen, die möglichst selbstverwaltet in einem Kollektiv zusammenarbeiten. Die Kommune betreibt eine Kindertagesstätte, die auch für Kinder aus der Umgebung offen ist.</p>
<p>Gisela Notz schafft es auf nur 175 Seiten neben der Vorstellung von zahlreichen Projekten und Ideen auch noch auf allgemeine Fragestellungen zur alternativen Ökonomie einzugehen: Gibt es ein richtiges Leben im Falschen? Fliehen die Akteure der alternativen Ökonomie nur vor dem Kapitalismus oder bilden ihre Projekte Inseln, in denen neue Ideen ausprobiert und weiter verbreitet werden können?<br />
Antworten auf diese und weitere Fragen muss jede_r für sich selbst finden, das Buch kann dabei aber helfen und auch neue Fragen aufwerfen.</p>
<p><em>Jan</em></p>
<p>Gisela Notz – Theorien alternativen Wirtschaftens: Fenster in eine andere Welt – Schmetterling Verlag – ISBN: 3-89657-660-7</p>
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		<title>Fair Trade-Städte</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Jun 2011 09:16:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Globalisierung und Internationales]]></category>
		<category><![CDATA[Sommer 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft und Soziales]]></category>

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		<description><![CDATA[In Deutschland gibt es immer mehr „Fair Trade-Städte“, „Fair Trade-Landkreise“ oder „Fair Trade-Gemeinden“ – doch was steckt dahinter?Städte, Landkreise und Gemeinden können sich bei der Organisation „TransFair e.V.“ darum bewerben, sich offiziell „Fair Trade“ als Vorwort geben zu dürfen – etwa darf sich die Stadt Dortmund offiziell „Fair Trade-Stadt Dortmund“ nennen. Dies bringt für die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- p { margin-bottom: 0.21cm; } --><strong>In Deutschland gibt es immer mehr „Fair Trade-Städte“, „Fair Trade-Landkreise“ oder „Fair Trade-Gemeinden“ – doch was steckt dahinter?<span id="more-2065"></span></strong>Städte, Landkreise und Gemeinden können sich bei der Organisation „TransFair e.V.“ darum bewerben, sich offiziell „Fair Trade“ als Vorwort geben zu dürfen – etwa darf sich die Stadt Dortmund offiziell „Fair Trade-Stadt Dortmund“ nennen. Dies bringt für die Stadt oder den Landkreis einen Imagegewinn und fördert auf der anderen Seite den fairen Handel. Um sich „Fair Trade-Stadt“ nennen zu dürfen, müssen fünf Kriterien, die von „TransFair e.V.“ alle zwei Jahre nach der Vergabe überprüft werden, erfüllt sein:</p>
<p>1. Es muss einen Beschluss der Kommune zur Bewerbung als „Fair Trade Stadt“ vorliegen. Zudem muss die Stadt beschließen, dass bei allen Sitzungen der Ausschüsse und des Stadtrates sowie im Bürgermeisterbüro Fair Trade-Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus Fairem Handel verwendet wird.</p>
<p>2. Es muss eine Steuerungsgruppe – beispielsweise aus BürgerInnen, KirchenvertreterInnen, etc. – geben, die die Aktivitäten zur Förderung des fairen Handels vor Ort koordiniert.</p>
<p>3. In den Städten müssen je nach Einwohnerzahl eine bestimmte Anzahl von Einzelhandelsgeschäften, Hotels und Restaurants fair gehandelte Waren und Lebensmittel verkaufen.</p>
<p>4. In öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen müssen Fair Trade-Produkte verwendet und Bildungsaktivitäten zum Thema „Fairer Handel“ durchgeführt werden.</p>
<p>5. Die örtlichen Medien müssen über die Aktivitäten auf dem Weg zur „Fair Trade-Stadt“ berichten.</p>
<div id="attachment_2066" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/06/fairtradetowns.jpg"><img class="size-full wp-image-2066" title="fairtradetowns" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/06/fairtradetowns.jpg" alt="" width="300" height="213" /></a><p class="wp-caption-text">Grafik: fairtrade-towns.de</p></div>
<p>Vielleicht wäre es ja auch etwas für deine Stadt eine „Fair Trade-Stadt“ bzw. eine „Fair Trade-Gemeinde“ zu werden!</p>
<p>Weitere Informationen gibt es unter:</p>
<p><a href="http://www.fairtrade-towns.de" target="_blank">www.fairtrade-towns.de</a></p>
<p><em><strong>Lena Zirkel</strong></em></p>
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		<title>Was ist eigentlich&#8230; Fair Trade?</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Jun 2011 09:13:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Globalisierung und Internationales]]></category>
		<category><![CDATA[Sommer 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft und Soziales]]></category>

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		<description><![CDATA[Fair Trade heißt erstmal einfach nur: Fairer Handel. Aber was ist fair, und was wird denn alles gehandelt?
Das Siegel garantiert zunächst einmal die Einhaltung von bestimmten Bedingungen bei Produktion und Vermarktung der Produkte. Diese Bedingungen beinhalten unter anderem soziale, ökonomische und ökologische Standards, wie zum Beispiel Förderung von umweltfreundlichem Anbau, Verbot von Kinderarbeit und die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- p { margin-bottom: 0.21cm; } --><strong>Fair Trade heißt erstmal einfach nur: Fairer Handel. Aber was ist fair, und was wird denn alles gehandelt?<span id="more-2062"></span></strong></p>
<p>Das Siegel garantiert zunächst einmal die Einhaltung von bestimmten Bedingungen bei Produktion und Vermarktung der Produkte. Diese Bedingungen beinhalten unter anderem soziale, ökonomische und ökologische Standards, wie zum Beispiel Förderung von umweltfreundlichem Anbau, Verbot von Kinderarbeit und die Berücksichtigung des Rechts zur Gewerkschaftsbildung. Außerdem gehören garantierte Mindestpreise und direkte langfristige Handelsbeziehungen ohne Zwischenhändler_innen dazu.</p>
<div id="attachment_2063" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/06/transfair.jpg"><img class="size-full wp-image-2063" title="transfair" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/06/transfair.jpg" alt="" width="300" height="182" /></a><p class="wp-caption-text">Bild: de.wikipedia.org</p></div>
<p>Fairer Handel basiert auf der Idee der einen Welt, also nicht auf einer Unterscheidung zwischen der sogenannten  „ersten“ und „dritten Welt“. Der Begriff soll verdeutlichen, dass es vielfältige wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen zwischen den verschiedenen Ländern und Welten gibt, die diverse Abhängigkeitsstrukturen schaffen, aber auch die Produktion und den Konsum einiger Güter in manchen Ländern überhaupt erst möglich machen. Das Konzept der „Einen Welt“ möchte sich abgrenzen von einer konservativen Entwicklungspolitik, die „nur Geld überweist“ und setzt auf Unterstützung von Emanzipationsbewegungen und interkulturelle Bildung.</p>
<p>Fair Trade ist ein Teil dieses Konzeptes: Durch die oben beschriebenen Bedingungen sollen mehr globale Gerechtigkeit erreicht und Ausbeutung der Länder des Südens für Profite der Länder des Nordens verringert werden. Gehandelt werden vor allem Früchte wie Bananen, Ananas und Papaya, aber auch Rohrzucker, Kakao, Kaffee, Öl oder Wein. Aber auch Baumwolle oder Fußbälle gibt es „fair“.</p>
<p>Indem die Ware den Erzeuger_innen zu Preisen, die zum Teil deutlich über dem Weltmarktniveau liegen, abgenommen werden, unterstützt Fair Trade nicht nur die Existenzsicherung von Familien- oder Kleinstbetrieben. Zugleich sollen die Einbindung in ein aktives Gemeinwesen gefördert und Bildung ermöglicht werden.</p>
<p>Manchmal werden durch die Gruppen, die an der Fair Trade-Bewegung beteiligt sind, auch ganz gezielt politische Initiativen unterstützt, so geschehen zum Beispiel durch den Handel mit Bananen, die von sandinistischen Gruppen in Nicaragua produziert wurden oder aktuell mit Kaffee aus zapatistischen Kooperativen in Chiapas (Mexiko).</p>
<p><em><strong>Ani K.</strong></em></p>
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		</item>
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		<title>Sozial, gerecht, Fair Trade?</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/globalisierung-und-internationales/sozial-gerecht-fair-trade/</link>
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		<pubDate>Sat, 25 Jun 2011 09:08:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Globalisierung und Internationales]]></category>
		<category><![CDATA[Sommer 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft und Soziales]]></category>

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		<description><![CDATA[Kritik an Fair Trade
Fair Trade-Produkte sind seit längerem schon in diversen Supermarktketten und Discountern zu finden. Doch wie fair ist der Fair-Trade-Schokoriegel beim Discounter um die Ecke wirklich?
Als Fair Trade-Produkte werden Waren bezeichnet, die unter fairen Bedingungen produziert und gehandelt wurden. Klassischerweise werden Fair Trade-Produkte in Weltläden angeboten. Seit einigen Jahren jedoch lassen sich solche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- p { margin-bottom: 0.21cm; } --><strong>Kritik an Fair Trade</strong></p>
<p><strong>Fair Trade-Produkte sind seit längerem schon in diversen Supermarktketten und Discountern zu finden. Doch wie fair ist der Fair-Trade-Schokoriegel beim Discounter um die Ecke wirklich?</strong><span id="more-2058"></span></p>
<p>Als Fair Trade-Produkte werden Waren bezeichnet, die unter fairen Bedingungen produziert und gehandelt wurden. Klassischerweise werden Fair Trade-Produkte in Weltläden angeboten. Seit einigen Jahren jedoch lassen sich solche Produkte auch zunehmend in Discount- und Supermärkten finden. In den Regalen stehen typische fair gehandelte Produkte, wie Kaffee, Kakao, Schokolade, Tee, Reis, Früchte und auch Kleidung. Früher oder später kommt da die Frage auf, ob das denn beim „Billig-Discounter“ auch wirklich noch fair ist.</p>
<p><strong>Fair Trade beim Discounter</strong></p>
<p>Die meisten Menschen verbinden Discountmärkte mit günstigen Preisen und manche Ketten auch mit schlechten Arbeitsbedingungen. Das Image von Fair Trade widerspricht dem völlig.</p>
<p>In Werbekampagnen werden oftmals geradezu idyllische Bilder von der Arbeit der Produzent_innen erzeugt. Da liegt die Vermutung nahe, dass fair gehandelte Produkte nur in das Sortiment aufgenommen wurden, um medienwirksam das (angekratzte) Image des Unternehmens aufzupolieren. Zusätzlich kann die Einführung solcher Artikel auch neue Kund_innen anziehen.</p>
<p><a href="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/06/fairtrade-siegel.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2059" title="fairtrade-siegel" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/06/fairtrade-siegel.jpg" alt="" width="336" height="403" /></a></p>
<p>Tatsächlich liegt der Anteil der angebotenen „fairen“ Waren am Gesamtangebot meist nur bei wenigen Artikeln. Die höheren Preise, die eine Discounterkette für Fair Trade-Artikel zahlt, können so durch neu erschlossene Käufer_innengruppen und durch ein aufgebessertes Image, das auf Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung getrimmt ist, wieder ausgeglichen werden.</p>
<p>Zudem ist es für die Konzerne möglich neu entstandene Kosten an vielen weiteren Stellen wieder einzusparen. Beispielweise haben sie große Macht, einen enormen Preisdruck auf Zulieferbetriebe von nicht fair gehandelten Produkten auszuüben, so dass diese ihr Preisangebot reduzieren müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben und einen wichtigen Großabnehmer nicht zu verlieren.</p>
<p>Es drängt sich die Frage auf, ob das mit den Grund-ideen von fairem Handel vereinbar ist. Und vor allem:  Wie viel dessen, was ich als Kund_in (mehr) bezahle, kommt auch wirklich bei den Produzent_innen in den „Entwicklungsländern“ an?</p>
<p><strong>Wer kontrolliert? – Fair Trade-Siegel &amp; Logos</strong></p>
<p>Für Kund_innen ist das oft nicht leicht nachzuvollziehen. Es gibt viele verschiedene Siegel und Logos, die fair gehandelte Waren kennzeichnen. Das Problem hierbei ist, dass es zum einem viele unterschiedliche Siegel gibt, die wiederum unterschiedliche Standards festlegen – so reichen teilweise 50% Fair Trade-Anteil in einem Produkt aus, um ein entsprechendes Siegel zu bekommen.Zum anderen stellt sich die Frage nach unabhängigen Kontrollen, welche die jeweilig festgelegten Standards regelmäßig überprüfen und so deren Einhaltung gewährleisten. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Transparenz. Es sollte für Konsument_innen einfach nachzuvollziehen sein, wie sich die „fairen“ Preise zusammensetzten, also wie viel letztendlich Produzent_innen (mehr) gezahlt bekommen und wie viel zum Beispiel beim Discountunternehmen bleibt. Auch sollte eine Transparenz der Kontrollorganisationen, die die fairen Bedingungen festlegen und gewährleisten, gegeben sein. Dies ist nicht immer der Fall. Gerade beim Einkauf lässt sich an Hand der Logos und Siegel für Käufer_innen kaum ein Unterschied in der „Qualität der Fairness“ ausmachen.</p>
<p><strong>Weltläden und unabhängige Kollektive</strong></p>
<p>Die beste Möglichkeit fair gehandelte Artikel zu finden oder sich zu informieren, bieten Weltläden oder zum Beispiel das „Café Libertad Kollektiv“in Hamburg, da diese in direktem Kontakt zu den Produzent_innen stehen oder wie das Kollektiv  selbstverwaltet und unabhängig Import und Vertrieb organisieren.</p>
<p>Konsument_innen können durch ihre Wahl, ob fair oder konventionell gehandelte Artikel, dazu beitragen, korrekte Arbeits- und verbesserte Lebensbedingungen in der sogenannten „dritten Welt“ zu fördern. Auch wenn das kapitalistische Prinzip der Lohnarbeit dadurch nicht abgeschafft wird: Es gibt Alternativen zu Unternehmen, die ihre Angestellten unter miesen Bedingungen schuften lassen. Warum diese nicht nutzen?</p>
<p><em><strong>Dominik</strong></em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Made in Billiglohnland</title>
		<link>http://www.jugendzeitung.net/globalisierung-und-internationales/made-in-billiglohnlad/</link>
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		<pubDate>Sat, 25 Jun 2011 09:03:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>david</dc:creator>
				<category><![CDATA[Globalisierung und Internationales]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Sommer 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft und Soziales]]></category>

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		<description><![CDATA[Wo kommen eigentlich die Simpsons her?
Resignierte, traurige Gesichter in einer dunklen Fabrikhalle umgeben von Dreck, Ratten und Müll. An langen hintereinander gereihten Tischen werden Szenen der populären Fernsehserie „Die Simpsons“ gezeichnet. Ein kleiner Junge taucht Skizzen in ein Fass voller giftiger Chemikalien. In einer Hölle werden Merchandise-Produkte wie Homer- Teddybären mit dem Fell toter Katzen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- p { margin-bottom: 0.21cm; } --><strong>Wo kommen eigentlich die Simpsons her?<span id="more-2052"></span></strong></p>
<p>Resignierte, traurige Gesichter in einer dunklen Fabrikhalle umgeben von Dreck, Ratten und Müll. An langen hintereinander gereihten Tischen werden Szenen der populären Fernsehserie „Die Simpsons“ gezeichnet. Ein kleiner Junge taucht Skizzen in ein Fass voller giftiger Chemikalien. In einer Hölle werden Merchandise-Produkte wie Homer- Teddybären mit dem Fell toter Katzen gestopft, massenhaft T-Shirts und CDs werden von einem ärmlich aussehenden Mann zum Transport in Kartons verpackt. Kurz darauf sieht man das Logo der Firma 20th Century Fox über einem Hochsicherheitsgefängnis.</p>
<p>Das ist der Vorspann einer in den USA kürzlich gesendeten Simspons-Folge vom britischen Untergrund-Künstler Banksy. Weg sind die sonst gewohnten grellen Farben der Simpsons, alles ist in dunklen Grautönen gehalten.</p>
<p><strong>Überspitzte Kritik</strong></p>
<p>Die wohl zu den populärsten Street-Art-Künstlern gehörende Person hinter dem Pseudonym Banksy ist vor allem durch ihre Graffitis in Großstädten wie London, Berlin und New York bekannt. Ein unverwechselbarer Stil und Werke mit einem kritischen oder ironischen Blick auf Entwicklungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sind seine Markenzeichen. Bis heute versucht Banksy, seine wahre Identität geheim zu halten. Die  Werke werden zum Teil im 6-stelligen Bereich gehandelt.</p>
<div id="attachment_2053" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/06/fox.jpg"><img class="size-full wp-image-2053" title="fox" src="http://jugendzeitung.net/wp-content/uploads/2011/06/fox.jpg" alt="" width="300" height="194" /></a><p class="wp-caption-text">Zeichnung: Banksy</p></div>
<p>Nun wurde Banksy eingeladen, beim Vorspann der 3. Folge der 22. Staffel Regie zu führen. Prompt nutzte er die Chance und getreu seinem Stil wurden die Zuschauer zuerst einmal irritiert. Doch die Aussage kommt an. Banksy übt mit ironischen und überspitzten Bildern Kritik an großen ignoranten Konzernen, die beim Streben nach Gewinn an Werten von Ethik und Moral nicht interessiert sind.</p>
<p>Inspiriert wird er scheinbar durch mehrere Tatsachen. Seit Beginn der Serie wird die meiste Animationsarbeit in Südkorea angefertigt und die Merchandise-Artikel, auf denen die Gesichter von Homer, Bart und Co. prangen, werden in Billiglohnländern wie Bangladesch oder China hergestellt.</p>
<p><strong>Skrupelloses Lohndumping</strong></p>
<p>Neu ist die Problematik um unmenschliche Arbeitsbedingungen in Billiglohnländern nicht. Im Zuge der Globalisierung werden Menschen in Schwellenländern als schnell zu ersetzende Arbeitskraft ausgebeutet. Auch Spielzeugfiguren der Zeichentrickhelden von Disney, die z.B. in den  „Happy Meals“ von McDonalds stecken, werden unter katastrophalen Arbeitsbedingungen hergestellt.</p>
<p>So deckte 2001 eine kritische KonsumentInnengruppe schlimme Zustände in den sogenannten Sweatshops und Hinterhoffabriken der Walt Disney Company auf.</p>
<p>Bis zu 18 Stunden Arbeitszeit an sieben Tagen die Woche, mehrere Monate hintereinander mit einem Monatsgehalt zwischen 40 und 60 Euro. Ein paar Jahre später, 2005, machte eine Studirendengruppe namens SACOM in China ganz ähnliche Entdeckungen für Produkte der Walt Disney Company.</p>
<p>Auch die Herstellungsbedingungen für unsere Socken, Handys oder gar Notebooks vom Discounter Aldi weisen nach Berichten des Südwind-Instituts, welches sich für fairen Handel einsetzt, grobe Missstände auf. So beschäftigten 2007 mehrere Zulieferbetriebe Minderjährige und unterstützten die Ausstellung  falscher Ausweise, um deren junges Alter zu verdecken. Auch die Unterdrückung von Gewerkschaften und lasche bis fehlende Sicherheitsvorkehrungen gehören in Aldis Zulieferbetrieben scheinbar zum gewöhnlichen Bild.</p>
<p>Doch Aldi ist um ein sauberes Image bemüht und gibt auf der konzerneigenen Homepage an, dass der Discounter Mitglied in der sogenannten  „Business Social Compliance Initiative“ sei, eine Initiative, die sich für die Einhaltung von Sozialstandards ausspricht. Doch werfen Menschenrechtsorganisationen solchen Initiativen meist vor, dass sie keinerlei wahre Verpflichtungen eingehen und keine konzernunabhängige Überprüfung der Einhaltung dieser Sozialstandards stattfindet.</p>
<p>Während wir also vorm Aldi-Fernseher sitzen und uns Zeichentrickfilme anschauen, naschen wir nebenher noch eine Banane oder einen Schokoriegel.  Doch auch die Produktion von Lebensmitteln, vor allem konventionell angebaute Südfrüchte oder Kakao, geht fast immer einher mit der extremen Ausbeutung von PlantagenarbeiterInnen.</p>
<p>Die großen Obsthändler wie Chiquita, Dole und Del Monte bekommen ihre Früchte wohl von Plantagen, auf denen laut einer Studie von Human Rights Watch im Jahr 2002 Kinderarbeit nichts Besonderes ist. Die Kinder, die zum Teil unter 12 Jahre alt sind, bekommen demnach einen Tageslohn von umgerechnet 3,50 Euro und sind ständig giftigen Pestiziden ausgesetzt.</p>
<p>Aber es geht noch menschenunwürdiger. Der Ka-kao aus der Schokolade von lila Kühen und andere Schokoprodukte werden zu einem großen Teil an der Elfenbeinküste angebaut.</p>
<p>Seit vielen Jahren werden dort KindersklavInnen aus den Nachbarländern wie Burkina Faso mit falschen Versprechen gelockt oder einfach verschleppt. Ohne Bezahlung und ohne wieder zurück zu ihren Familien zu gelangen müssen sie tagein, tagaus unter schwersten Bedingungen  für unseren billigen Kakao auf den Plantagen schuften. Große Konzerne wie Kraft geben an, sich gegen Kinderarbeit zu stellen, garantieren aber im Gegensatz zu Firmen mit dem Fair-Trade-Siegel trotzdem keine fairen Löhne.</p>
<p>Doch wieso ist es überhaupt möglich, dass die Konzerne aus der westlichen Welt die früher sogenannte „Dritte Welt“ so ausbeuten? Gründe hat das viele und die Verantwortlichkeit wird von Seiten der Konzerne gern auf die Zulieferbetriebe und Regierungen der Billiglohnländer abgewälzt.</p>
<p>Es sei doch die Sache der Regierungen, gerechte Löhne und gute Sozialstandards wie Sicherheitsvorkehrungen, bezahlte Überstunden etc. zu garantieren. Doch wenn den Firmen die Löhne zu teuer werden, ziehen sie einfach ins nächste Land,</p>
<p>wo sie wieder ihr gewohntes Lohndumping betreiben können. Die Konzerne diktieren die Preise für die Waren und Rohstoffe der Zulieferbetriebe, und dadurch bleibt denen oft nichts anderes übrig, als an Sicherheitsvorkehrungen zu sparen, Löhne weit unter der Armutsgrenze auszuzahlen und unbezahlte Überstunden zu verlangen.</p>
<p>Weitere Gründe sind die enorme Macht und der große Einfluss der Konzerne. Deren wohl größte Lobbyorganisation ist die internationale WTO, die Welthandelsorganisation, die für die Regelungen in Handelsbeziehungen verantwortlich ist. GlobalisierungskritikerInnen und Nichtregierungsorganisationen werfen ihr oft vor, die Bedürfnisse ärmerer Länder mit Füßen zu treten.</p>
<p>Entwicklungsländer werden bei den WTO-Sitzungen im Gegensatz zu den USA oder Vertretungen der EU oftmals gar nicht eingeladen. Allerdings können bei diesen Sitzungen auch für nicht anwesende Länder verbindliche Entscheidungen getroffen oder gar Handelssanktionen durchgesetzt werden.</p>
<p>Doch Zustände, welche die Rechte der Menschen brutal missachten, können und dürfen nicht geduldet werden. Ein Umdenken in der Gesellschaft dauert meistens lange, doch immer mehr Menschen werden wütend auf das Verhalten ausbeuterischer Konzerne und wollen ihr Konsumverhalten nicht nur an finanziellen, sondern auch an ethischen und moralischen Aspekten ausrichten.</p>
<p>Wir haben die Möglichkeit, etwas zu verändern. Demonstrationen und Aufrufe zum Markenboykott sind Schritte, die jeder und jede von uns tun kann. Wichtig ist vor allem eins: Viele andere Menschen über die Gegebenheiten in Billiglohnländern aufklären und zeigen, dass wir die Macht haben, den Menschen dort zu helfen.</p>
<p><em><strong>Kerstin Kömmerling-Aschmoneit</strong></em></p>
<p><em>Kerstin ist 19 Jahre alt, kommt aus Mannheim und ist gerade „FSJ-lerin“.</em></p>
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