Jenseits des „Malestreams“: Das feministische Monatsmagazin „an.schläge“
Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März möchten wir euch ein einzigartiges Projekt in der deutschsprachigen Printmedienlandschaft vorstellen: Die österreichische feministische Zeitschrift an.schläge.
1983 vom Verein „Frauen Aktiv in Kultur- und Arbeitswelt“ gegründet, 1991 zunächst eingestellt und 1993 vom neu gegründeten Verein für feministische Medien und Politik „CheckArt“ wiederbelebt, berichtet an.schläge Monat für Monat aus feministischer Sicht von Politik, Gesellschaft, Arbeit und Kultur. Die Intention der Herausgeberinnen und Verlegerinnen ist es, in der männerdominierten (Medien-)Welt eine feministische Gegenöffentlichkeit zu präsentieren. Inzwischen haben die an.schläge auch einen Platz in der Fernsehwelt gefunden: an.schläge TV wird seit 2006 vom nichtkommerziellen Wiener Sender Okto ausgestrahlt. Wer nicht in Österreich wohnt, findet das Programm im Internet unter www.okto.tv.
Der Name der Zeitung soll einerseits Assoziationen wecken zu Schreibmaschinenanschlägen und Nachrichten, die früher an öffentlichen Orten „angeschlagen“ wurden, andererseits spielt er auf die inhaltliche Ausrichtung vom Anschlag auf das Patriarchat an. Der Sitz der an.schläge befindet sich in Wien, weshalb man im Heft viele Berichte über Politik und Projekte aus Österreich findet. Doch die Redakteurinnen wissen um ihre schweizerischen und deutschen Leserinnen, sodass das Heft für den gesamten deutschsprachigen Raum ein feministisches Sprachrohr ist. Internationale Themen, Kolumnen, Termine, CD- und Buchrezensionen kommen dabei auch nicht zu kurz.
Die Redaktion besteht aus jungen Frauen, die nach dem Konsensprinzip zusammenarbeiten. Das heißt, es gibt keine hierarchischen Strukturen, Entscheidungen werden gemeinschaftlich getroffen.
Viele der Redakteurinnen arbeiten ehrenamtlich mit. Ohne sie könnten die an.schläge nicht existieren, denn die Zeitschrift befindet sich dauerhaft in einer finanziell schwachen Lage. Zwar gibt es Einnahmen aus Abos, Spenden und Inseraten, doch eine dauerhafte Basisförderung fehlt. Nach eigenen Angaben bekommen sie seit 2001 keine Subventionen vom österreichischen Frauenministerium (jetzt Ministerium für Gesundheit und Frauen) mehr.
Wer sich für die an.schläge interessiert, der oder dem empfehle ich die Seite www.anschlaege.at. Dort werden die Redaktionsmitglieder vorgestellt, man kann ausgewählte aktuelle Artikel lesen, im Archiv stöbern, sich zu an.schläge TV auf Okto verlinken lassen oder sich informieren, in welchen österreichischen und deutschen Läden die Zeitschrift erhältlich ist. Wer die an.schläge abonnieren möchte, hat die Wahl zwischen verschiedenen Inlands- und Auslandsabos. Ein Schnupperabo von drei Heften zum Beispiel kostet 10 € für alle, die in Österreich leben, für alle anderen 12 €. Wem dieses einzigartige Medienprojekt besonders am Herzen liegt und wer es sich leisten kann, hat die Möglichkeit, die an.schläge mit einem Förderabo besonders zu unterstützen. Selbstverständlich auch Jungen und Männer!
Kristina Beckmann







