Umweltschutz von unten
Reclaim the Media: grünes blatt
Emanzipatorischer Umweltschutz ist eigentlich ein Fremdwort in Deutschland. Fast alle Umweltschutzbestrebungen beziehen sich hier auf Markt und/oder Staat, als Retter_in in der Not, anstatt genau diese als Verursacher_innen der Not auszumachen. Das grüne blatt ist sozusagen das Fachblatt für diejenigen, die dieser marginalen Disziplin nachgehen.
Was erwartet dich im grünen blatt?
Da das grüne blatt ein offenes Medium ist, an dem sich jede_r beteiligen kann, ist jede Ausgabe ein bisschen wie eine Wundertüte: eigentlich kann es hier alles geben, sowohl von der Form der Texte, den Inhalten oder der Aufmachung her. Wirkliche Kontroversen waren bisher allerdings seltener als sie sein könnten. Deshalb gibt es nun das neue Konzept der Titelthemen, die jeweils in der vorherigen Ausgabe angekündigt werden.Damit haben alle die Möglichkeit , ihre Positionen zum jeweiligen Thema in Artikel zu verpacken, die dann kontrovers nebeneinander stehen können.
Daneben gibt es meist recht viele Berichte über Aktionen, kritische Analyse umweltzerstörender Projekte und Techniken, Debatten über Organisierung und Theorie. Zwar als Schwerpunkt – aber nicht nur – zu Umweltthemen.
Warum offenes Printmedium?
2007 wurde beschlossen, die – damals schon zehn Jahre bestehende- Zeitschrift für ein Experiment für offene Printmedien zu nutzen. Dies geschah aus der Überlegung heraus, dass emanzipatorische Presse nicht nur andere Inhalte haben sollte als die Mainstreampresse, sondern auch deren Form ablehnen sollte, die darin besteht, dass wenige – welche notwendigerweise Teil der gesellschaftlichen Elite sind – Informationsaufbereitung und somit Meinung für Hunderttausende machen. Einbahnmedien also. Emanzipatorischer ist es, wenn ein Medium in alle Richtungen funktioniert und damit alle den gleichen potentiellen Zugang zur Diskursbildung haben. Das versucht das grüne blatt zu sein und freut sich darüber, wenn das tatsächlich auch mehr und mehr Praxis wird und viele sich auf allen Ebenen einbringen.
Anstatt ungewollte Inhalte zu zensieren, wird auf eine offene Debatte gesetzt. Das bedeutet aber nicht, dass antiemanzipatorische Inhalte gleichwertig neben anderen stehen sollen, sondern es wird darauf ragiert: Die antiemanzipatorischen Denkmuster werden anhand dieser Texte auseinandergenommen.
Wie und wo erscheint das grüne blatt?
Die vierteljährlich erscheinenden 32 bis 64 bedruckten Seiten des grünen blattes können aboniert werden und liegen in Linken- oder Umweltzentren und Infoläden kostenmfrei oder gegen Spende aus. Neuerdings können sie auch an einigen Bahnhofsbuchhandlungen käuflich erworben werden.
Da das grüne blatt in finanziellen Problemen steckt, sind Abos oder gar Soliabos am besten. Wenn ihr Orte kennt, an denen ihr das grüne blatt auslegen wollt, könnt ihr dafür auch größere Mengen bestellen.
Floh (aktiv beim grünen blatt)








