Verschenke dein Herz!
Jeden Tag wartet die 6-jährige Anna mit ihren Eltern auf den erlösenden Anruf: “Wir haben eine Spendeniere für Anna.” Die lebensgefährliche Nierenerkrankung, die bei Anna entdeckt wurde, wirft ihr Leben und das ihrer Eltern total aus der Bahn. Diese Erkrankung führt auf Dauer zu Nierenversagen, und darauf folgt der Tod. Zur Zeit übernimmt ein Dialysegerät die Aufgabe ihrer nicht-funktionierenden Niere. Das bringt aber stundenlange Krankenhausaufenthalte mit sich und ist eine sehr starke psychische Belastung für die ganze Familie. Mit einer Spendeniere würde Anna das alles erspart bleiben und sie könnte ein ganz normales Leben führen.
Heutzutage warten in Deutschland zirka 12 000 erkrankte Menschen sehnlichst auf ein Spendeorgan, doch die Aussichten auf Rettung sind immer schlechter.
Die Zahl der Organspender geht weiter zurück, wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) warnt. Im Jahr 2007 wurden 4140 Organe gespendet, im letzten Jahr dagegen nur noch 3945. Es können bis zu sieben Menschen durch Lunge, Nieren, Herz, Leber, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm einer einzigen Organspenderin überleben. Durchschnittlich wird drei schwer kranken Menschen eine Möglichkeit auf ein neues Leben geben.
79 Prozent der Deutschen geben sogar an, dass sie bereit wären, nach ihrem Tod Organe zu spenden, doch nur jeder dritte Deutsche besitzt einen Organspendeausweis. Der Grund dafür könnte wohl sein, dass die Menschen einfach zu wenig darüber Bescheid wissen und dass dieses lebensrettende Thema zu wenig öffentlich gemacht wird und zu selten über solche Fälle berichtet wird.
Einen Organspendeausweiß kann sich jede/r in der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung(BZgA), aber auch in Apotheken und Arztpraxen, sowie bei der Krankenkasse besorgen. Dieser Ausweis ist kostenlos und sagt aus, dass sich ein Mensch damit einverstanden erklärt, dass seine oder ihre immer noch gut funktionierenden Organe nach dem Tod anderen sehr kranken Menschen transplantiert, das heißt „eingepflanzt“ werden. Die Bereitschaft zu spenden kann jede/r ohne die Zustimmung von seinen Eltern erklären, der oder die das 16. Lebensjahr erreicht hat.
Im Prinzip benötigen wir unsere Organe nicht mehr, wenn wir unser Leben gelebt haben. Sie haben kein Nutzen mehr für uns, aber für eine Menge anderer Menschen. Menschen, die ihr Leben noch vor sich haben. Kleine Kinder, die die Welt auch kennen lernen möchten. Väter, die für ihre Kinder da sein müssen. Mütter, die ihre Familien ernähren müssen. All diese Menschen und Familien können von jemandem wie Dir gerettet werden.
Es ist zwar jedem selbst überlassen, aber es wäre eine günstige Gelegenheit, noch etwas Gutes zu tun. Es könnte auch jedem von uns passieren, dass er oder sie durch eine schwere Krankheit oder einen schlimmen Unfall auf ein Spendeorgan angewiesen ist. Und jede/r wäre glücklich und dankbar für eine zweite Chance.
Auch die kleine Anna bekam nach 2 Jahren Wartezeit den lang erhofften Anruf, der ihr ein neues, normales Leben schenkte. Nun kann sie wieder lachen und ohne Einschränkungen mit ihren Freunden spielen.
Natalie Nonnengießer, 17 Jahre
Mehr Infos zum Organspende-Ausweis gibt es bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.










