Rechtskonservativ, irgendwo zwischen CDU und NPD

Die politische Bezeichnung “rechtskonservativ” wird immer populärer, doch nur die Wenigsten wissen damit etwas anzufangen. Was ist rechtskonservativ, wer ist es und wofür stehen so genannte Rechtskonservative?

In den 1980ern wurde der Begriff erstmals durch die Republikaner bekannt, einer Partei, die rechts von der CDU sein wollte, ohne dabei mit den Rechtsradikalen in eine Schublade gesteckt zu werden. Noch bis heute sind sie die größte derartige Partei in Deutschland. Rechtskonservative halten wenig bis gar nichts von demokratischen Werten und befürchten eine kulturelle “Überfremdung” durch Zuwanderung. Sie haben also eine große Schnittmenge mit den Rechtsextremen, wollen sich aber gleichzeitig von ihnen abgrenzen, um die ebenfalls vorhandene Schnittmenge mit den Konservativen zu betonen. Somit stehen die meisten selbst bezeichnenden Rechtskonservativen irgendwo zwischen der CDU und der NPD.

In einigen Ländern sind derartige Parteien bereits etabliert: In Österreich erreichte die rechtskonservative FPÖ bei der letzten Wahl 17,5% der Stimmen und wurde dadurch drittstärkste Kraft. In Ungarn ist die Fidesz sogar zweitstärkste Partei und bekam auch bei der Europawahl 14 von 22 Sitzen. Im Vergleich dazu sind die bereits erwähnten Republikaner mit 0,4% nur schwach vertreten. Dennoch ist die rechtskonservative Szene in Deutschland nicht zu unterschätzen. Als ihr Sprachrohr gilt die Zeitung „Junge Freiheit“. Einst als Schülerzeitung angefangen, hat sie heute über 20.000 LeserInnen. Die Zeitung versucht sich bewusst von den Rechtsradikalen abzugrenzen, indem sie Journalisten verklagt, die sie als rechtsradikal oder rechtsextrem bezeichnen. KritikerInnen werfen der „Jungen Freiheit“ in diesem Zusammenhang auch ein Vorgehen gegen die Pressefreiheit vor. Gleichzeitig berichtet sie aber über die angeblich hohe “Ausländerkriminalität” und “Entfremdung” der deutschen Kultur. Somit erfüllt die Zeitung den klassischen rechtskonservativen Stereotyp und hat nicht zuletzt deswegen einen großen Bekanntheitszuwachs.

Lucas

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