Big brother is watching you

Der “Big Brother” ist eigentlich eine Figur aus dem Roman „1984“, den George Orwell im Jahr 1947 fertig stellte. Er soll der Diktator des fiktiven Staates „Ozeanien“ sein, in dem er die Kontrolle und Unterdrückung seiner Bürger zur „Perfektion“ getrieben hat.

ÜBERWACHUNG IM ALLTAG ?

Soweit denken wir jedoch nichts bei dem Ganzen. “Kann mir doch egal sein, was andere machen”, – ” Ich hab mit solchen Leuten sowieso nichts zu tun “, – “Das war früher, wir leben heute” - solche und ähnliche Gedanken haben die meisten wahrscheinlich, wenn sie so etwas zu hören bekommen. Doch so einfach ist das Ganze nicht. Wir werden fast ständig und überall beobachtet. Die “elektronischen Augen” verfolgen uns von der Straßenkreuzung über die Shoppingmeile bis zum Geldautomaten und schließlich noch in den Supermarkt. Im Alltag fällt dies den meisten Menschen kaum auf, denn wir sind diese Art von Kontrolle, wie z. B. durch Kameras an Tankstellen, schon längst gewöhnt.

SEHEN UND GESEHEN WERDEN

Das ist womöglich das Motto für den Hauptbahnhof in Frankfurt am Main. Ganze 120 Kameras dienen hier der Überwachung der Reisenden. Ist das ein Fluch oder ein Segen? Bedeutet die Überwachung ein Plus an Sicherheit oder einen tiefen Eingriff in unsere Privatsphäre? An ein Ende der Entwicklung ist jedenfalls noch nicht zu denken. So wurden beispielsweise in Großbritannien in den vergangenen drei Jahren fast eine halbe Millionen Kameras an öffentlichen Orten installiert und die Polizei bezeichnet diese schon als ihr ‘Drittes Auge’. Doch auch das Beispiel des Frankfurter Hauptbahnhofes lässt erkennen, dass die Zahl der Überwachungsprojekte in Deutschland explosionsartig zugenommen hat.

So wurden in einigen deutschen Städten Testprojekte zur Überwachung durchgeführt, die der hohen Straßenkriminalität entgegenwirken sollen. Gegen diese erheben DatenschützerInnen den Zeigefinger. Eine flächendeckende Kontrolle sei nicht rechtmäßig, da hierfür entsprechende gesetzliche Regelungen fehlten. Es bleibt abzuwarten, ob ihre Einwände Wirkung zeigen.

Überwachungs – G E S E L L S C H A F T

Dieser Ausdruck soll aufmerksam machen auf die enormen Erfassungstätigkeiten, wie Chip-Cards für Studierende, verdachtsunabhängige Personenkontrollen, elektronisch gesicherte Innenstädte, Schleierfahndung und riesige Datenbanken mit KonsumentInnenprofilen. Der Einsatz der meisten dieser Mittel soll “unauffällig” über die Bühne gehen.. Dennoch: Ganz unbemerkt bleibt die Überwachung nicht. Fährt man in manchen Kaufhäusern die Rolltreppe hoch, so springen einem große Monitore mit Bildern von sich selbst entgegen, die förmlich zu rufen scheinen: “Wage es bloß nicht, etwas zu klauen, du wirst überwacht!”. Hier werden somit alle KundInnen unter den Generalverdacht gestellt, etwas klauen zu wollen.

Der “Big Brother”, der dich immer sieht, ist in tausend little brothers and sisters explodiert, 1984 ist nie gewesen.

Alina Jergler, Sarah Nielsen, Veronique Münster

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