Endlager gesucht!
Am vergangenen Freitag konnte man vor der Vattenfallzentrale in Berlin ein interessantes Schauspiel erleben: Die versammelten Atomkraftgegnerinnen und -gegner warfen sich in „Strahlenschutzanzüge“ und Mundschutz und begannen bald damit, das Gebäude des Energiekonzerns mit „Geigerzählern“ und übergroßen Lupen zu untersuchen. Dabei ließen sie sich auch im Eingang des Gebäudes nicht von den missgelaunten Sicherheitsleuten stören.
Die aufsehenerregende Aktion fand als Start der neuen Anti-Atomkraft-Kampagne von Campact statt. Da seit neuestem auch Gorleben als Endlager ausgeschlossen wird, begibt sich die Organisation nun in vielen Städten Deutschlands auf „Endlagersuche“. Wenn kein Ort in Frage kommt, bleibt als Schlussfolgerung und Forderung Campacts nur, alle Kraftwerke abzuschalten und den geplanten Ausstieg umzusetzen, damit wenigstens nicht noch mehr Atommüll produziert wird.
Nachdem die Vattenfallzentrale von den „Experten“ für untauglich befunden wurde, setzte sich der Zug Richtung Friedrichstraße fort, zusammen mit dem „Castor“, ein paar gelben Fässern und vielen Demonstranten in Schutzanzügen, die auf dem Weg Flyer verteilten, Proben sammelten und taten, als würden sie die Strahlung messen.

Campact auf Endlagersuche. Foto: Jakob Huber
Die Passanten zeigten sich beeindruckt, manche fanden es sehr befremdlich, andere amüsierten sich.
Die gleiche Untersuchung wie am Anfang nahmen die „Experten“ noch einmal bei der RWE-Zentrale vor. Auch hier fanden sie keinen geeigneten Platz für das Endlager. So kamen sie schließlich ans Brandenburger Tor, wo noch eine „Probebohrung“ durchgeführt wurde. Berlin erwies sich jedoch als gänzlich ungeeignet für ein Endlager. Bis zum 19. September wird Campact noch durch Deutschland touren.
Laura H.
Weitere Informationen:
http://www.campact.de/atom2/tour09/home







