Gefährlicher Überfluss im 4-Sterne-Hotel
„Luxus für alle und zwar umsonst“, ist oft auf linken Demonstrationen zu hören. Doch noch ist diese Forderung eine Utopie. Malina war in einem Luxushotel und empfand den Luxus dort schnell als abstoßend. Für die utopia schildert sie ihre Gedanken:
Man kann schon sagen, ich und das 4-Sterne-Hotel sind zwei verschiedene Welten, getrennt durch nahezu unüberbrückbare Differenzen. Während ich einen nahezu einfachen, gesunden, an allen Ecken und Enden sparsamen Lebensstil zu praktizieren versuche, strotzt das Hotel nur so vor Überfluss und Verschwendung.

Einmal entspannen! In Luxushotels geht das gut - oder auch nicht. Foto: reisereport2008.de
Während andere Menschen hungern und froh wären, ein Dach über dem Kopf zu haben, ist im Luxushaus das Beste gerade gut genug. Natürlich hat man es nicht nötig, eine wassersparende Toilettenspülung oder gar Energiesparlampen einzubauen. Das Geld für die Rechnungen hat man ja schließlich. Doch dass es um Klimaschutz und Energiesparen geht, vergisst man dabei alle Anschein nach schon mal.
Klimaschutz geht uns alle an! Die Erderwärmung schreitet erschreckend schnell voran. Dies sollte auch die Betreiber eines 4-Sterne-Luxushotels zum Nachdenken bewegen. Oder scheren sie sich nicht darum, weil sie wissen, dass der Klimawandel in erster Linie die Armen trifft?
Die Zustände im Hotel lassen dies vermuten. Wo eigentlich zwei etwas größere Lampen ausgereicht hätten, hängen stattdessen 15 kleine, welche auch noch automatisch angehen, wenn man den Gang betritt. Selbstverständlich auch am helllichten Tag.

Kronleuchter - die altmodische Art, Energie zu verschwenden.
Wenn man im Zusammenhang mit dem Hotel von Essen spricht, meint man nicht etwa einen Nudelauflauf oder gar eine Kartoffelsuppe. Dort wird Essen auf eine vollkommen andere, meiner Meinung nach weitaus übertriebene, Weise definiert. Man kann dort beispielsweise Lachsfilet essen, Kaviar bestellen oder sogar Hummer “genießen”.
Mal ganz davon abgesehen, dass das Kochen der Hummer bei lebendigem Leib Tierquälerei ist, sollte man doch meinen, dass das wunderschön servierte Gericht auch schmeckt. Doch spätestens nach dem zweiten Happen stellt man fest: Dies tut es eben nicht. Reichen da nicht auch Speisen aus dem lokalen Umfeld, die weniger aufwendig produziert wurden?
Und während man daran denkt, wie viele Menschen auf der Welt sich auch schon über einen winzigen Happen freuen würden, vergeht einem augenblicklich jeglicher Appetit. Doch eben gerade wegen dieser hungernden Menschen zwingt man sich schließlich doch noch, den Teller komplett zu leeren.
Jedenfalls ist es mir so ergangen. Wobei man wissen muss, dass ich gewissermaßen zu dem viertägigen Aufenthalt in besagtem Hotel gezwungen wurde. Ich verspürte zwar schon von vornherein eine gewisse Abneigung, welche sich dann aber durch extra weiches Toilettenpapier, Luxuspools und Einweg-Plastikduschhauben verstärkte und beim Essen ihren Höhepunkt erreichte.

Auch früher gab es Luxusessen...
Doch besonders wenn es ums Essen ging. Wobei wir mal wieder beim Dauerthema Welthunger wären. Einige Forscherinnen und Forscher sind der Meinung, Gentechnik würde den Welthunger beseitigen. Jedoch gibt es weder Studien noch andere wissenschaftliche Beweise, die diese Behauptung bekräftigen. Die Ernteerträge von Gen-Mais sind laut Forschungsstudien nicht höher als bei gentechnikfreiem Mais. Das Problem besteht auch überhaupt nicht in mangelnden Lebensmitteln. Nein. Davon gibt es genug auf der Welt. Sie müssen nur gerechter verteilt werden!
Was folgt daraus? Luxushotels in Zukunft zu meiden ist eine Möglichkeit. Aber auch in anderen Situationen sollten wir uns gut überlegen, wie viel Luxus wir wirklich benötigen.
Malina







