FAU Berlin: Verboten kämpferisch!
Nach einem aufreibendem Tarifkampf hat die FAU Berlin nun die schlimmste Sanktion des Deutschen Staates zu spüren bekommen: Die Gewerkschaft darf sich nicht mehr als diese bezeichnen was einem Verbot gleichkommt.
Das alternative Kino Babylon in Berlin ist ein Programmkino aus dem linksliberalen Herzen Berlins. Dort werden auch sozial kritische Filme gezeigt, Intellektuelle und Menschen, die sich irgendwie links fühlen. Schade nur, dass die Arbeitsverhältnisse und auch die Löhne im Betrieb inakzeptabel sind.
Da nun aber nicht nur Mitglieder des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) dort arbeiten, sondern auch die anarchosyndikalsitische Gewerkschaft Freie Arbeiter und Arbeiterinnen Union (FAU) im Betrieb vertreten sind, haben sich die Beschäftigten gewehrt. Seit im November 2008 ein Betriebsrat aufgebaut wurde, gibt es nun schon Ärger mit den beiden Inhabern des Kinos.

Diese bekamen Schützenhilfe von der Partei DIE.LINKE, welche in Berlin in der Regierung sitzt, und von der Vereinigten Dienstleitungsgewerkschaft ver.di, einer im DGB organisierten Gewerkschaft. Die Belegschaft sah sich verraten. Im Oktober gab es dann ein erstes Urteil gegen die FAU Berlin: Per einstweiliger Verfügung wurde der FAU Berlin verboten, zum Boykott gegen das Kino Babylon aufzurufen, oder seinen Ruf zu schädigen.
Nachdem die ArbeiterInnen im Betrieb und die FAU Berlin allerdings kämpferisch blieben, folgte am 11. Dezember eine Einstweiligeverfügung: Die FAU Berlin darf sich nicht mehr Gewerkschaft oder Basisgewerkschaft nennen. Dies bedeutet ein defakto Verbot der Gewerkschaftsarbeit im Betrieb, denn viele Rechte hängen an dem Begriff “Gewerkschaft”.
DIE.LINKE und Ver.di nutzen nun natürlich die Chance an der Belegschaft vorbei günstige Verträge mit der Geschäftsleitung abzuschließen. Ver.di möchte einen Tarifvertrag mit Löhnen auf Höhe der Hälfte des branchenüblichen Tarifs abschließen.
Nun ist natürlich nicht unmittelbar einsichtig, warum der Arbeitskampf von einer handvoll ArbeiterInnen in Berlin überhaupt über die Stadtgrenzen interessant sein sollte. Interessant ist der Fall mindestens als Beispiel: Diejenigen die uns ArbeiterInnen, SchülerInnen, Studierende, Menschen vertreten wollen, werden uns nie das geben können, was wir brauchen und wollen. So schöne Versprechungen größere Organisationen, wie DIE.LINKE und der DGB auch machen: Sie können und wollen diese nicht einhalten.
Immer, wenn über die Köpfe von Menschen entschieden wird, müssen wir alle zusammen halten, um zu zeigen, dass keineR von uns so etwas möchte und duldet.
Felix Blind
Weitere Informationen:
www.prekba.blogsport.de
www.fau.org/verbot







