Pelzgegner: Peiniger in Pink

Es dauerte nicht lange, doch es erregte Aufsehen bei BesucherInnen und Medien. Am Abend des 1. Juli wurde der Eingang zum Bodemuseum in Berlin von etwa 20 TierrechtlerInnen blockiert. Später wurde auch versucht in das Gebäude zu gelangen. Der Grund war eine Modenschau des Luxuskonzerns Escada im Rahmen der „MercedesBenz Fashion Week“ in dem Museum.

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Pelzgegner protestieren gegen den Modekonzern Escada. Foto: indymedia

Die Protestierenden trugen Spruchbänder mit den Aufschriften „Escada – pelzfrei“ und „Pelz ist Mord – Escada mordet mit“. Außerdem hatten sie Flugblätter und Plakate dabei und riefen Sprüche gegen Escada. Auf dem pinken Teppich, der zum Eingang führte, drängten sich die TierbefreierInnen vor dem Eisengitter, das sie mit aller Kraft und vollem Körpereinsatz aufzustoßen versuchten. Selbst die Sicherheitskräfte konnten dem nicht standhalten.

Nach 15 Minuten war die Aktion vorbei. Die Polizei wurde gerufen und die AktivistInnen flüchteten. Zwei jedoch wurden festgenommen, sind aber inzwischen wieder frei. Den Rest des Abends über wurde die Party im Bodemuseum von fünf Einsatzteams gesichert. Obwohl sich der Veranstaltungsbeginn durch den Protest verzögert hatte, zeigten sich viele Prominente solidarisch. So auch Model Nadja Auermann, die selbst „kein Fan von Pelz“ ist. Von der Berliner-Tierrechts-Aktion (BerTA) wurde die Aktion als erfolgreich bewertet, da sie deutlich machen konnte, dass Pelz für Gewalt gegen Tiere steht und nicht für „Eleganz und Ästhetik“. Man will so lange weiter protestieren, bis der Pelzhandel ein Ende hat.

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Großes Medien-Interesse bei der Stör-Aktion. Foto: indymedia

Noch immer sterben für Pelze jährlich Millionen von Tieren auf grausamste Art und Weise, oft nach einem Leben des Dahinsiechens auf kleinstem Raum. Sie leiden und sterben, vielen wird bei lebendigem Leib die Haut abgezogen, damit ein paar reiche Leute in Luxusmänteln herumlaufen können, die sich nicht einmal waschen lassen und obendrein heutzutage absolut unnötig sind. Um diese Art der Tierquälerei zu bekämpfen, haben TierrechtlerInnen bereits mehrfach erfolgreiche Kampagnen gegen Modehäuser wie C&A, Karstadt und Peek & Cloppenburg geführt, woraufhin diese aus dem Pelzhandel ausgestiegen sind.

Seit Oktober 2007 organisieren sich PelzgegnerInnen nun auch gegen Escada. Die schon mehr als 500 Protestaktionen hatten wohl Erfolg, denn die Gewinne des Konzerns sanken schon kurz nach Start der Kampagne – noch vor der Finanzkrise.

Die großen Zeitungen berichteten nach der Aktion vor dem Bodemuseum mit kurzen Meldungen. Oft wurden die Demonstranten nur als bedauerliche Störung betrachtet, zum Teil wurde nicht einmal erwähnt, dass es ein Protest gegen den Pelzhandel war. Doch diese Aktion wurde nicht von allen abgelehnt und fand immerhin ein Wenig Beachtung, was hoffen lässt, dass diese Grausamkeiten an Tieren bald abgeschafft werden, auch wenn es noch ein weiter Weg ist. Solange also die meisten Leute entweder zu ignorant sind oder gern von der Qual der Tiere profitieren, wird es hoffentlich immer ein paar mutige DemonstrantInnen vor den Pelz-Modemesse geben.

Weitere Informationen:
http://www.antifur-campaign.org

Laura, 19 Jahre, hat gerade in Berlin Abitur gemacht und wird für ein Jahr in ein Bildungsprojekt nach Südamerika gehen

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