Quälerei beenden – Tag gegen Tiertransporte
Schläge und Misshandlungen, drückende Hitze und qualvolle Enge müssen jedes Jahr über 360 Millionen Tiere in Europa erleiden, deren oft tagelange Reise von Nord nach Süd oder von West nach Ost nur zwei Ziele kennt: die Mastanlage oder den Schlachthof.

Am 1. Juli wird an das Leiden der Transporttiere erinnert. Durch Aktionen, Demonstrationen und Stände in Fußgängerzonen sollen die Menschen darauf aufmerksam gemacht werden, welche Quälerei in ihrem billigen Steak aus dem Supermarkt oder in dem „halben Hähnchen“ vom Imbiss steckt.
Auch wenn in Deutschland für Tiertransporte die Höchsttransportdauer von acht Stunden gilt: Europaweit ist das noch immer nicht Standard. Tierschützer_innen stufen die EU-weiten Vorschriften für die Versorgung und die Transportbedingungen der Tiere weiterhin als unhaltbar ein. Dazu kommt noch die äußerst lasche Kontrolle dieser ohnehin schon niedrigen Standards.

Gefordert wird deshalb zum Einen eine EU-weite verbindliche Richtlinie, die eine Höchstdauer von acht Stunden bei internationalen, von vier Stunden bei Transporten innerhalb eines Landes verbindlich vorschreibt. Dazu gibt es auch eine Petition, die unter www.8hours.eu online unterstützt werden kann.
Außerdem ist es nötig, sich den eigenen Fleisch- und Tierprodukte-Konsum bewusst zu machen. Wie viel Leid musste das in den Niederlanden geborene, in Frankreich gemästete und schließlich in Weißrussland geschlachtete Schwein ertragen, bis sein Fleisch in den deutschen Supermarkt kam – selbst wenn es am Tag „nur“ acht oder vier Stunden unterwegs war?
Auch klimapolitische Aspekte spielen bei den Tiertransporten eine Rolle. Ganz abgesehen davon, dass das von den Rindern weltweit ausgestoßenen Methan in der Menge klimaschädigend wirkt, stoßen die schweren Lkw tonnenweise CO2 aus, das den Klimawandel beschleunigt. Ratsam ist es also, den Fleisch- und auch Fischkonsum stark einzuschränken. Vegetarier_innen leisten einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz!

Wer nicht ganz auf tierische Produkte verzichten will, kann sich bemühen, regionale Waren aus Bio-Landwirtschaft den billigen Sachen aus dem Supermarkt vorzuziehen.
Der Tag gegen Tiertransporte sollte zum Anlass genommen werden, das eigene Verhalten zu ändern: Wie wäre es mal mit einer vegetarischen Woche? Muss das neue Portemonnaie wirklich aus Leder sein? Und: Veganer Kuchen ist köstlich! Für all diese Produkte müssen keine Tiere sterben und schon gar nicht unter unwürdigen Bedingungen ihrer Tötung entgegengefahren werden.
Ani K.
Fotos: Verein gegen Tierfabriken, Menschen für Tierrechte

