Tipps und Tricks für ein richtiges Leben im Falschen: Containern

Wer sich die Statistiken über die Hungertode in der sogenannten „Dritten Welt“ anschaut – alle vier Sekungen verhungert ein Mensch -, müsste erst einmal denken, es gebe zu wenig Nahrungsmittel auf der Welt. Umso absurder ist es daher, wie viel Essen tagtäglich einfach weggeschmissen wird. Zwar geben Supermärkte und andere Händler_innen manchmal Teile ihrer bald ablaufenden Produkte an „Tafeln“ und andere gemeinnützige Organisationen ab. Trotzdem landet der größte Teil abgelaufener, bald ablaufender oder irgendwie beschädigter – also für die verwöhnte Kundschaft nicht mehr ansehnlicher – Waren in Müllcontainern.
Dies machen sich einige Menschen zunutze um Geld zu sparen und sich zumindest teilweise unserer konsumorientierten Wegwerfgesellschaft zu entziehen. Und so geht’s:


Die Vorbereitung
Bevor es losgeht zum Containern, oder wie es in englischsprachigen Ländern meist genannt wird, zum Dumpster Diving (Mülleimer-Tauchen), sollten einige Vorbereitungen getroffen werden. Zuerst solltest du dir Gedanken über mögliche Standorte von Containern machen. Wenn du dich in einer Stadt nicht auskennst, kannst du vorher zum Beispiel im Internet bei OpenStreetMap oder GoogleMaps nachschauen, wo es Supermärkte und andere Geschäfte gibt. Die sind dort eingezeichnet und sichtbar wenn du nah an Stadtteile heranzommst. Auch der Zeitpunkt kann eine Rolle spielen. An Samstagen sind die Container teilweise voller als sonst, da die Geschäfte am nächsten Tag geschlossen haben und einiges mehr wegschmeißen als an anderen Tagen. Du solltest möglichst mit anderen gemeinsam losziehen, damit du Ängste überwindest und in möglichen Stresssituationen bei Konflikten mit Sicherheitsdiensten oder der Polizei nicht alleine dasteht – aber keine Sorge, solche Situation kommen nur sehr selten vor.

Die Ausstattung
Hilfreich ist es, sich mit Taschenlampen und Gummihandschuhen auszustatten. Die Müllcontainer sind oft schlecht beleuchtet und meistens sind dort neben den noch brauchbaren Dingen auch viele wirklich zermatschte und gammelige Sachen drin, die kaum eine_r gerne anfasst. Solltest du mit einem Rucksack unterwegs sein, solltest du vielleicht auch eine Plastiktüte einpacken, damit dein Rucksack nicht von innen schmutzig wird.

Kriminell?
Manchmal stehen die Müllcontainer hinter einem Zaun. Manche sind auch mit einem Vorhängeschloss oder ähnlichem abgeschlossen. Schlösser aufzubrechen oder aufzuschneiden ist Sachbeschädigung und damit eine Straftat. Aber auch das Betreten eines abgezäunten Bereichs kann Hausfriedensbruch sein, außerdem wird Containern oft als Diebstahl gewertet. Dessen solltest du dir immer bewusst sein. Durch die Illegalisierung sollte jedoch nie aus den Augen verloren werden, wer das eigentlich Unberechtigte tut: Die Supermarktketten und anderen Firmen, die alles was nicht mehr völlig den Vorstellungen der Kundschaft entspricht, zu Müll erklärt.
Neben dem Containern gibt es teilweise auch andere Wege kostenlos an Essen zu kommen. Einige Läden stellen zum Beispiel ihre „Abfälle“ für selbstorganisierte Veranstaltungen zu Verfügung. Auch das Nachfragen auf Wochenmärkten, wenn die Händler_innen bereits abbauen und sowieso nichts mehr verkaufen können, soll manchmal ergiebig sein und zumindest für ertragbarere Preise sorgen.

Arno Nym

Mehr Infos: http://container.blogsport.de trashwiki.org

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