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Internationaler Frauentag: Auf die Dauer hilft nur Power!

Internationaler Frauentag: Auf die Dauer hilft nur Power!

Symbolbild zu: Internationaler Frauentag: Auf die Dauer hilft nur Power!

„Schon wieder dieses Thema? Gleichberechtigung haben wir doch längst!“ Diesen Satz hört man jedes Jahr rund um den 8. März. Er ist verständlich, aber er stimmt nicht ganz. Gleichberechtigung steht zwar im Grundgesetz. Im Alltag ist sie noch lange nicht angekommen.

Gleich auf dem Papier, ungleich im Leben

Als der Text 2009 entstand, verdienten Frauen in Deutschland im Schnitt rund 23 Prozent weniger als Männer. Das war der damals genannte Durchschnittswert, auch bei gleicher Qualifikation. Frauen arbeiteten außerdem häufiger in Teilzeit. Meist waren es die Mütter, die sich um die Kinder kümmerten und den Großteil der unbezahlten Hausarbeit übernahmen. Weltweit, so hieß es damals, leisten Frauen etwa 70 Prozent der unbezahlten Arbeit, oft zusätzlich zu ihrem Job.

Auch in Politik und Wirtschaft sah es 2009 mau aus: Nur etwa 17 Prozent der Parlamentsabgeordneten weltweit waren weiblich, und nur etwa 14 Prozent der Führungspositionen waren mit Frauen besetzt. Eine Bundeskanzlerin, so der Text, mache noch keinen Sommer.

Woher der Frauentag kommt

Die Idee geht auf Feministinnen und Sozialistinnen um Clara Zetkin zurück, die 1911 den ersten internationalen Frauentag anregten. Ihre Forderungen: gleicher Lohn für gleiche Arbeit, besserer Schutz für Mütter und Kinder und vor allem das Wahlrecht für Frauen. In Deutschland durften bis 1919 nur Männer wählen.

Das Datum 8. März wurde später festgelegt. Es erinnert an einen Streik von Textilarbeiterinnen in Sankt Petersburg 1917, der sich ausweitete und zum Beginn der russischen Februarrevolution gehörte.

Alte Forderungen, die nicht alt sind

Über Mindestlöhne wird bis heute gestritten. Auch beim Arbeitsschutz muss man genau hinschauen: Manchmal werden Frauen unter dem Vorwand des „Schutzes“ von Arbeiten ausgeschlossen, etwa von Nachtschichten, die besser bezahlt sind.

Die Lage weltweit

Besonders hart trifft es Frauen im globalen Süden. Der Text nennt Armut, schlechte Gesundheitsversorgung und fehlenden Schutz vor sexualisierter Gewalt. Zwei Drittel der Menschen, die weltweit nicht lesen und schreiben können, sind weiblich. Bildung ist aber die Voraussetzung, um die eigenen Rechte zu kennen und selbstbestimmt zu leben. Wer über den eigenen Körper nicht entscheiden darf, ist abhängig – das zeigt sich auch bei Gesundheitsrisiken.

Selbstbestimmung ist aber nicht nur ein Problem anderswo. Auch hier zeigt etwa die Debatte um Schwangerschaftsabbrüche immer wieder ein männlich geprägtes Denken in Herrschaftsbahnen.

Sprache macht sichtbar

Der Text nimmt auch die Sprache in den Blick. Wörter wie „herrlich“ und „dämlich“ lassen sich auf „Herr“ und „Dame“ zurückführen. Und wenn immer nur von „den Experten“ die Rede ist, obwohl zwei Drittel der Gruppe weiblich waren, bleiben Frauen unsichtbar. Wer nur „mitgedacht“ wird, wird schnell übergangen. Deshalb plädiert die Autorin für geschlechtergerechte Sprache, in Texten wie im Gespräch.

Mehr als ein Meckertag

Heute geht es am 8. März auch um die Rechte von Menschen, die nicht heterosexuell leben, und um die Frage, ob eine Einteilung in nur zwei Geschlechter überhaupt passt. Starre Rollenbilder schaden auch Männern, denen bestimmte Gefühle und Fähigkeiten abgesprochen werden.

Der Tag ist aber nicht nur Protest, sondern auch ein Fest der Solidarität. In einigen Ländern ist er sogar gesetzlicher Feiertag. Und in vielen Städten gibt es Kundgebungen und Aktionen.

Was das heute bedeutet

Zahlen verändern sich, das Prinzip bleibt: Gleichheit entsteht nicht von allein. Sie muss eingefordert, nachgemessen und im Alltag gelebt werden – bei der Bezahlung, in der Familie, in der Sprache. Prüf bei neuen Zahlen, aus welchem Jahr sie stammen, und frag nach, was sich seither getan hat.

Quellen: Titelbild: Alfo Medeiros, Pexels.