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ChatGPT & Co.: Wie Jugendliche KI im Alltag nutzen

ChatGPT & Co.: Wie Jugendliche KI im Alltag nutzen

Symbolbild zu: ChatGPT & Co.: Wie Jugendliche KI im Alltag nutzen

Mathe-Hausaufgabe, Referat, Streit-Nachricht: Kurz ChatGPT fragen ist für viele längst normal. Du bist damit nicht allein. Die aktuelle JIM-Studie zeigt, wie sehr KI in den Alltag von Jugendlichen gerutscht ist, und wo es hakt.

84 Prozent haben ChatGPT schon benutzt

Die JIM-Studie 2025 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest befragte 1.200 Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren, vom 2. Juni bis 12. Juli 2025, telefonisch und online. Ergebnis: 84 Prozent haben ChatGPT schon genutzt, 2024 waren es 57 Prozent. Die Hälfte arbeitet mindestens mehrmals pro Woche damit. Google Gemini und Meta AI folgen auf den Plätzen zwei und drei, jeweils etwa ein Drittel nutzt sie zumindest selten.

Zum Vergleich: Das Smartphone läuft im Schnitt 231 Minuten pro Tag, so die gleiche Studie. Mehr zu Screentime findest du im Lexikon.

Hausaufgaben, Recherche, Erklärbär

Wofür nutzen Jugendliche KI? 74 Prozent für Hausaufgaben oder zum Lernen (2024: 65 Prozent). 70 Prozent suchen damit Informationen, 27 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. ChatGPT ist damit nach klassischen Suchmaschinen das zweithäufigste Recherchetool. Mehr als die Hälfte lässt sich Abläufe erklären. Nutzung nur zum Spaß ging leicht zurück.

Klingt praktisch. Und ist es auch, solange du weißt, wo die Grenzen sind.

Die Haken

Nur 57 Prozent halten Informationen von KI für vertrauenswürdig, heißt es zur Studie. Der SWR-Intendant Kai Gniffke betont, KI-generierte Nachrichten enthielten häufig Fehler oder gäben Quellen nicht korrekt wieder. Gleichzeitig sind laut Studie 67 Prozent der Jugendlichen im letzten Monat auf Fake News gestoßen. Medienvertreter sehen einen Trend, der sich mit KI verstärkt.

Was heißt das für dich? Prüfe Antworten gegen. Bei Fakten lohnt ein zweiter Blick in eine seriöse Quelle. Wie Desinformation funktioniert, und warum auch Bilder und Videos täuschen können (Stichwort Deepfake), erklären wir im Lexikon. Und was deine Lehrkräfte zu KI-Hausaufgaben sagen, fragst du am besten direkt: Regeln unterscheiden sich von Schule zu Schule.

Was die Politik daraus macht

Das Bundeskabinett hat am 14. Oktober 2026 Eckpunkte zum Jugendschutz im Netz beschlossen. Geplant ist unter anderem ein „KI-Seepferdchen“, ein Zertifikat mit KI-Grundlagen für Grundschulkinder. Ob das geplante Social-Media-Verbot für unter 13-Jährige auch KI-Chatbots wie ChatGPT betrifft, lässt das Papier laut Handelsblatt offen. Die Expertenkommission hatte im Juni eine Altersgrenze von 13 Jahren für „KI-Companions“ vorgeschlagen. Der Stand zur Altersgrenze insgesamt: hier nachlesen.

Auch beim Job spielt KI eine Rolle: Laut Trendstudie „Jugend in Deutschland 2026“ bewerten junge Menschen ihre beruflichen Chancen schlechter als zuvor, auch wegen KI.

Die JIM-Daten sind übrigens von Sommer 2025. Wie sich die Nutzung seitdem entwickelt hat, ist noch nicht belegt.

Jetzt du: Wofür nutzt du KI? Und wann hat sie dich schon mal mit voller Überzeugung angeflunkert?

Stand: 1. November 2026

Quellen

Titelbild: Matheus Bertelli, Pexels.