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Schülerdemos 2026: Wehrpflicht, kaputte Schulen, Gen Z regelt

Schülerdemos 2026: Wehrpflicht, kaputte Schulen, Gen Z regelt

Symbolbild zu: Schülerdemos 2026: Wehrpflicht, kaputte Schulen, Gen Z regelt

Samstag, Halloween: In ganz Deutschland waren junge Leute auf der Straße. Nicht nur verkleidet, sondern mit Forderungen. Bessere Schulen, ein bezahlbares Leben, keine Wehrpflicht. Hier steht, was belegt ist, was noch offen ist und was du als Schüler:in darfst.

Erst Wehrpflicht, dann „Gen Z regelt“

Los ging es mit den Schulstreiks gegen die Wehrpflicht. Das neue Wehrdienstgesetz gilt seit 1. Januar 2026. Kern ist die verpflichtende Musterung für junge Männer ab Jahrgang 2008. Ziel ist, Freiwillige zu gewinnen. Werden die Zielkorridore verfehlt, kann der Bundestag über eine Wehrpflicht entscheiden. Was das für dich heißt, steht hier im Detail.

Anfang März demonstrierten laut Veranstaltern rund 50.000 Jugendliche in etwa 150 Städten. Am 8. Mai waren es nach dpa-Angaben Zehntausende. In Berlin zählte die Polizei rund 1.200 Teilnehmende, die Veranstalter 5.000. Bei solchen Differenzen lohnt der Blick auf beide Zahlen.

31. Oktober: Das war los

Die Initiative „Gen Z regelt“ rief zu Demos in mehr als 30 Städten auf. Anlass waren Schülerproteste in Frankreich, die zunächst für bessere Bildung liefen und später gewaltsam wurden. Gefordert werden laut Neue Westfälische mehr Geld für Schulen, Suchthilfe und Psychotherapie, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten, mehr Klimaschutz. Abgelehnt werden Wehrpflicht und mehr Überwachung.

Der Verlauf, Stand Samstagabend: Zehntausende gingen auf die Straße, zunächst weitgehend friedlich. Die Veranstalter sprachen kurz vor 20 Uhr von mehr als 100.000, wobei Zahlen aus einigen Städten noch fehlten. Polizeizahlen fielen in manchen Städten niedriger aus. Am Abend kam es vor allem in Frankfurt und Köln zu Gewalt, auch in Berlin, Hamburg, Hannover und Bremen gab es Zwischenfälle. In Berlin verlief die Hauptkundgebung am Brandenburger Tor friedlich, ein späterer Zug wurde gestoppt, nachdem Steine und Pyrotechnik flogen.

Die Polizeigewerkschaft sagt, die Proteste seien insgesamt sehr friedlich gewesen, die Gewalt sei von autonomen, teils vermummten Personen ausgegangen. Die Veranstalter fühlen sich für Ereignisse nach den Kundgebungen nicht verantwortlich. Sie wollen in drei Wochen wieder mobilisieren und sich am 20. November an europaweiten Protesten beteiligen. Endgültige Bilanzen stehen noch aus.

Zwischen „wir werden ignoriert“ und „bloß keine Eskalation“

Rose Sözer, 17, von der Bundesschüler*innenkonferenz, sagt: Jugendliche würden bei wichtigen Entscheidungen zu wenig einbezogen. Sie nennt marode Schulen, Lehrkräftemangel und psychischen Druck und ruft zu gewaltfreiem Protest auf. Eine 23-Jährige sagt im ZDF dagegen, sie bleibe lieber weg, weil sie eine Eskalation fürchtet.

Innenminister Alexander Dobrindt warnte vorab vor einer Vereinnahmung durch Linksextreme. Der Protestforscher Simon Teune hielt ein Überschwappen der französischen Gewalt für unwahrscheinlich, wegen der „befriedeten Protestkultur“ hierzulande. Die Abende in Frankfurt und Köln zeigen, dass es Ausnahmen gab.

Darfst du einfach hin?

Demonstrieren darfst du, die Grundlagen erklären wir im Artikel zum Klimaprotest. Schwieriger wird es an Schultagen. Die Berliner Bildungsverwaltung hat vor dem Schulstreik im Dezember 2025 klargestellt, dass Fernbleiben vom Unterricht als unentschuldigt vermerkt wird. Der Verband Bildung und Erziehung sagt: Die Schulpflicht gilt weiter, die Praxis unterscheidet sich aber je nach Bundesland und Schule.

Unser Tipp: Frag vorher deine Schülervertretung oder die Schulleitung. Einen schnellen Überblick gibt auch der Check Was darf ich wann?.

Und du: Warst du dabei oder lieber nicht? Was wäre dein Thema Nummer eins? Mehr dazu findest du in der Rubrik Jugend und Politik.

Stand: 1. November 2026

Quellen

Titelbild: Mico Medel, Pexels.