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Ferienjob: Ab wann, wie lange, was ist erlaubt?

Ferienjob: Ab wann, wie lange, was ist erlaubt?

Symbolbild zu: Ferienjob: Ab wann, wie lange, was ist erlaubt?

Sommerferien, Herbstferien, und das Taschengeld reicht hinten und vorne nicht? Ein Ferienjob kann helfen. Aber wie alt musst du sein, wie lange darfst du arbeiten und was ist verboten? Hier die wichtigsten Regeln im Überblick. Alle Angaben beruhen auf dem Stand: Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG).

Unter 13: grundsätzlich nein

Kinder unter 13 Jahren dürfen grundsätzlich nicht arbeiten. Die Regel schützt dich, damit du genug Zeit zum Spielen, Lernen und Erholen hast.

13 und 14 Jahre: nur leichte Tätigkeiten

Mit 13 oder 14 darfst du leichte Tätigkeiten ausüben, aber nur mit Einwilligung deiner Eltern. Je nach Einzelfall zählen dazu zum Beispiel Zeitungen austragen, Nachhilfe geben oder Babysitten. Dabei gilt:

  • höchstens 2 Stunden täglich (in der Landwirtschaft bis zu 3 Stunden)
  • nicht vor 8 und nicht nach 18 Uhr
  • nicht in der Schulzeit vor dem Unterricht

Ob eine Tätigkeit „leicht“ genug ist, hängt vom Einzelfall ab. Frag im Zweifel vorher nach.

Ab 15: Ferienjob möglich

Wenn du 15 bist und noch vollzeitschulpflichtig, darfst du in den Ferien arbeiten. Dafür gelten klare Grenzen:

  • höchstens 4 Wochen pro Kalenderjahr
  • bis zu 8 Stunden täglich und 40 Stunden pro Woche
  • 5-Tage-Woche
  • Arbeitszeit nur zwischen 6 und 20 Uhr

Pausen und Verbote

Du hast Anspruch auf Ruhepausen: bei mehr als 4,5 Stunden Arbeit mindestens 30 Minuten, bei mehr als 6 Stunden mindestens 60 Minuten. Gefährliche Tätigkeiten und Akkordarbeit sind für dich tabu. Wenn dich jemand zu so etwas drängt, sag Nein.

Wichtig: Diese Grenzen sind keine Empfehlung, sondern gesetzliche Vorgaben. Dein Arbeitgeber darf sie nicht einfach ändern, auch nicht, wenn du selbst sagst, dass du gern länger arbeiten würdest. Und denk daran, dass du in den Ferien auch Zeit zum Erholen brauchst.

So findest du einen passenden Job

Frag im Bekanntenkreis, bei Nachbarn oder in Geschäften in deiner Nähe nach. Achte darauf, dass die Aufgabe zu deinem Alter passt, und sprich vorher mit deinen Eltern. Wenn ein Angebot zu gut klingt, um wahr zu sein, oder dir jemand Geld für die Vermittlung abnehmen will, sei vorsichtig.

Und der Mindestlohn?

Der gesetzliche Mindestlohn gilt nicht für Minderjährige ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Das heißt: Dein Lohn ist Verhandlungssache. Frag vorher, was du bekommst, und lass dich nicht mit einem vagen „Wir sehen dann“ abspeisen.

Steuern und Sozialversicherung

Auch bei einem Ferienjob können Steuern und Sozialversicherung eine Rolle spielen. Normalerweise brauchst du deine Steuer-Identifikationsnummer, damit der Arbeitgeber den Lohn korrekt abrechnen kann. Wurde Lohnsteuer abgezogen, kann sich eine Steuererklärung lohnen, weil du Geld zurückbekommen kannst. Sprich dazu mit deinen Eltern oder informiere dich bei der Krankenkasse oder dem Finanzamt.

Vertrag und Absprachen

Halte alles schriftlich fest: Tätigkeit, Arbeitszeiten, Lohn und Zeitraum. Das schafft Klarheit für beide Seiten und hilft, falls es später Ärger gibt. Lass deine Eltern einen Blick darauf werfen, bevor du unterschreibst.

Wenn etwas unklar ist

Du weißt nicht, ob eine Arbeit erlaubt ist, oder dein Arbeitgeber hält sich nicht an die Regeln? Dann frag beim Gewerbeaufsichtsamt, bei der Arbeitsschutzbehörde oder beim Jugendamt nach. Die Zuständigkeiten sind je nach Bundesland unterschiedlich, die Stellen helfen dir aber weiter.

Stand: 31. Oktober 2026

Quellen

Titelbild: Ulrich Scharwächter, Pexels.