Start

›

›

Gen Z und Politik: Was man über junge Wähler:innen weiß

Gen Z und Politik: Was man über junge Wähler:innen weiß

Symbolbild zu: Gen Z und Politik: Was man über junge Wähler:innen weiß

Die Jugend ist rechts. Oder links. Oder hat null Bock auf Politik. Welche Schlagzeile stimmt? Wir haben nur Zahlen genommen, die wir selbst gelesen haben, und sagen dir jeweils, woher sie kommen.

Bundestagswahl 2025: Linke vorn, AfD dicht dahinter

Bei den 18- bis 24-Jährigen war Die Linke laut Forschungsgruppe Wahlen mit 26 Prozent stärkste Kraft. Dahinter lag die AfD mit 21 Prozent, es folgten Union (13) und SPD (11), so die Zahlen von ZDFheute. Die amtliche Wahlstatistik der Bundeswahlleiterin nennt für die Gruppe bis 24 Jahre 27,3 Prozent für die Linke. Die Werte weichen leicht ab, weil sie aus unterschiedlichen Erhebungen stammen. Insgesamt kam die Linke auf 8,77 Prozent (vorläufig).

Zur Beteiligung: Insgesamt wählten 82,5 Prozent. Die 21- bis 24-Jährigen kamen auf 78,3 Prozent, das war der niedrigste Wert aller Altersgruppen.

Warum die Linke? Die Politikwissenschaftlerin Jasmin Riedl sagt: Junge Wähler neigen eher zu Parteien, die nicht regiert haben. Prägend seien Corona und der Wunsch nach wirtschaftlicher und sozialer Sicherheit, etwa bei Lebensmittelpreisen und Wohnungssuche. TikTok-Videos der Spitzenkandidatin hält sie nicht für den Hauptgrund. Bei der AfD spielten ein langer Vorsprung online und Algorithmen, die rechtspopulistische Inhalte bevorzugen, eine Rolle.

Ab wann du selbst mitbestimmen darfst, steht in Wählen ab 16. Die nächsten Termine zeigt der Wahlkalender.

Trendstudie 2026: Sorgen, Spaltung, Abwanderung

Die Trendstudie „Jugend in Deutschland 2026“ befragte 2.012 Menschen zwischen 14 und 29, vom 9. Januar bis 9. Februar 2026. In der Sonntagsfrage lag die Linke bei 25 Prozent, die AfD bei 20. Die Studie beschreibt eine Kluft zwischen den Geschlechtern: Junge Frauen orientieren sich eher links, junge Männer häufiger am rechten Rand.

Größte Sorge sind Kriege in Europa und Nahost (62 Prozent), den Klimawandel nennen 45 Prozent. 21 Prozent planen konkret, Deutschland zu verlassen, 41 Prozent können es sich vorstellen. 29 Prozent sagen, sie bräuchten psychologische Unterstützung, ein neuer Höchstwert. Das Vertrauen in politische Institutionen gilt als gering, eine Zahl nennen die Berichte nicht.

Shell-Studie 2024: Mehr Interesse, als man denkt

Die Shell-Jugendstudie 2024 fand laut evangelisch.de: Der Anteil politisch Interessierter stieg von 41 Prozent (2019) auf 51 Prozent. Rund drei Viertel sind mit der Demokratie zufrieden, im Osten 60, im Westen 77 Prozent. Ein Viertel der jungen Männer ordnet sich eher rechts oder rechts ein, 2019 war es jeder Fünfte. Befragt wurden 2.509 junge Menschen.

Was du daraus mitnehmen kannst

Erstens: Die Studien messen Unterschiedliches, mal Wahlverhalten, mal Sonntagsfrage, mal Altersgruppen von 12 bis 25 oder 14 bis 29. Vergleiche sind heikel. Zweitens: Die Jungen sind laut Riedl eine kleine Wählergruppe, ihr Gewicht an der Urne ist begrenzt. Drittens: Wer die „Gen Z“ als einen Block beschreibt, liegt falsch. Wie in jeder Generation (mehr zum Begriff: Gen Z im Lexikon) gibt es sehr verschiedene Meinungen.

Eine Wahlempfehlung gibt es von uns nicht, das entscheidest du. Aber wer sich informiert, sollte gegen Filterblasen ankommen. Wie siehst du es: Welches Thema entscheidet bei dir, ob du wählst? Weitere Beiträge findest du in der Rubrik Jugend und Politik.

Stand: 1. November 2026

Quellen

Titelbild: Edmond Dantès, Pexels.