Gratis spielen, dann doch 20 Euro für Skins oder Kisten ausgeben? Das passiert schneller, als man denkt. Hier erfährst du, was rechtlich gilt und wie du die Kosten im Griff behältst.
Darfst du überhaupt kaufen?
Kinder unter 7 können keine Verträge schließen. Mit 7 bis 17 brauchst du für einen gültigen Kauf grundsätzlich die Zustimmung deiner Eltern. Eine Ausnahme ist der sogenannte Taschengeldparagraf (§ 110 BGB): Ein Vertrag gilt, wenn du ihn mit Geld bezahlst, das dir zu diesem Zweck oder zur freien Verfügung überlassen wurde.
Laut Europäischem Verbraucherzentrum greift das oft nicht bei großen Summen oder Abos. Haben deine Eltern einen Kauf nicht erlaubt, müssen sie in der Regel nicht zahlen und sollten schnell widersprechen. Anders sieht es aus, wenn du ihr Konto, Passwort oder ihre Karte benutzt hast: Dann müssen sie beweisen, dass du gekauft hast.
Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Bei konkreten Fällen hilft zum Beispiel die Verbraucherzentrale.
Was sind Lootboxen?
Lootboxen sind virtuelle Kisten oder Packs, die du kaufst, ohne vorher zu wissen, was drin ist. Wer einen bestimmten Skin will, kauft oft mehrmals.
Als Glücksspiel gelten sie in Deutschland bislang nicht eindeutig, die Einordnung ist umstritten. Die Verbraucherzentrale schreibt, sie seien erlaubt, flössen aber in die Altersfreigabe der USK ein. Im Jugendschutzgesetz (§ 10b) zählen In-App-Käufe, glücksspielähnliche Mechanismen und unpassende Kaufaufforderungen zu den Risiken, die bei der Bewertung zu berücksichtigen sind. Die USK weist Spiele dann mit dem Hinweis „In-Game-Käufe + zufällige Objekte“ aus.
Was ist politisch in Bewegung?
Der Bundesrat hat im November 2025 gefordert, Lootboxen im Jugendschutz zu prüfen. Als mögliche Option nennt er eine Altersverifikation ab 18 für Spiele mit Lootboxen. Außerdem soll sich die Bundesregierung auf EU-Ebene dafür einsetzen, dass Spiele ihre Gewinnwahrscheinlichkeiten angeben. Das ist eine Entschließung, kein Gesetz. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) erklärte im August 2026, dass derzeit keine verbindlichen Regeln zu Lootboxen gelten. Er setzt auf den geplanten EU-Rechtsakt Digital Fairness Act. Der vzbv wertete 81 Erfahrungsberichte aus. Die Auswertung ist nicht repräsentativ, einige Betroffene nannten Ausgaben von mehreren hundert bis mehreren tausend Euro.
Typische Tricks
Der vzbv nennt als Beispiele für manipulative Gestaltung Pop-ups mit Kaufangeboten, Countdown-Angebote, einen dauerhaft sichtbaren Shop sowie Belohnungen für Werbung und tägliches Einloggen. Auch unklare Spielwährungen machen es schwer, den Überblick über echte Euro-Beträge zu behalten. Eine Person aus den Erfahrungsberichten sagte laut vzbv, das Spiel zwinge einen quasi zum Kaufen, weil man sonst nicht mithalten könne. Dieses Gefühl, dranbleiben zu müssen, solltest du ernst nehmen. Es ist ein Zeichen für die Gestaltung des Spiels, nicht für ein Versagen bei dir.
Tipps gegen die Kostenfalle
- Prüfe vor dem Spielen, ob du Käufe fürs Weiterkommen brauchst, zum Beispiel über Nutzerbewertungen.
- Nutze Prepaid-Guthaben statt gespeicherter Zahlungsarten.
- Schütze Käufe mit Passwort oder Biometrie oder schalte sie ab. Bei iOS geht das komplett, bei Android lassen sich Käufe einschränken.
- Lass beim Mobilfunkanbieter eine Drittanbietersperre einrichten, damit nichts über die Handyrechnung läuft.
- Rechne Spielwährung in Euro um, bevor du kaufst.
- Setz dir ein Monatsbudget und sprich mit Eltern oder Freunden, wenn du merkst, dass du mehr ausgibst als geplant.
Stand: 31. Oktober 2026
Quellen
- Gesetze im Internet: § 110 BGB
- Europäisches Verbraucherzentrum: Käufe Minderjähriger
- Verbraucherzentrale: In-Game- und In-App-Käufe
- Gesetze im Internet: § 10b JuSchG
- USK: Die USK-Alterskennzeichen
- Bundesrat: Entschließung zu Lootboxen (21.11.2025)
- vzbv: Lootbox-Auswertung (26.08.2026)
Titelbild: Andrey Matveev, Pexels.
